Hallo ihr Lieben,
ich hatte 2020 das große Glück, im ersten Eizellspendeversuch schwanger geworden zu sein und eine wunderbare Tochter zu bekommen. Doch die Reise zum Geschwisterkind gestaltet sich schwierig und zieht sich nun schon 2,5 Jahre hin, mit vier Transfers ohne Einnistung und viel Wartezeit. Jetzt wollen wir noch einen letzten Versuch in einer anderen Klinik starten, mit Garantie auf zwei Blastos, und wenn diese Versuche Nummer 5 und 6 (und ggf. 7, falls mehr Blastos bei rumkommen) auch negativ ausgehen, dann ist für uns Schluss. Zum einen aus finanziellen Gründen - es werden dann über 25.000 Euro sein, die wir "für nichts und wieder nichts" ausgegeben haben - und zum anderen, weil die Hoffnung schwindet, ich allmählich nur noch genervt von der ganzen Sache bin, von den Arztterminen, der Organisation, den Medikamenten, den Recherchen, der manchmal holprigen Kommunikation mit den Kliniken im Ausland, den enttäuschten Hoffnungen usw., und weil ich endlich mal wieder nach vorne schauen will. Zudem haben wir seit kurzem einen Plan B, dazu unten mehr.
Ich weiß, im Vergleich zu denen unter euch, die noch um das erste Kind kämpfen, habe ich gut reden, immerhin bin ich schon Mutter. Aber auch da gibt es ja Möglichkeiten für einen Plan B - sei es Adoption, die Aufnahme eines Pflegekinds, Patenkinder, Karrierechancen, ehrenamtliches Engagement, Hobbies oder, oder, oder... Ich habe aber das Gefühl, dass diese Gedanken rund ums Aufhören in den meisten Kinderwunschforen ein Tabuthema sind. Immer bekommt man die lieb gemeinten Aufmunterungen, noch nicht aufzugeben, es noch einmal zu versuchen, irgendwann klappt es auch bei dir, bei xy hat es schließlich auch geklappt...
Vielleicht findet sich in dieser großen Community ja jemand, der sich über das Aufhören und Möglichkeiten für einen Plan B austauschen möchte?
Unser Plan B heißt momentan Pflegekind. Wir hatten jetzt den zweiten von sechs Terminen des Vorbereitungsseminars beim Jugendamt, und mit uns sitzen vier andere Kinderwunschpaare im Seminar. Noch ist bei uns nichts entschieden, ob wir wirklich den Schritt wagen und ein Pflegekind aufnehmen, ob es vielleicht doch noch einmal klappt mit der Eizellspende oder ob wir vielleicht doch Ein-Kind-Eltern bleiben. Vielleicht stellt ja jemand ähnliche Überlegungen an und hätte Interesse am Austausch.
Liebe Grüße,
Nini