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Weiteres Vorgehen nach gescheiterten IVF-Transfers und Aborten

  • Franzi43
  • 9. Oktober 2025 um 20:41
  • Erledigt
  • Franzi43
    Eizelle
    Beiträge
    2
    • 9. Oktober 2025 um 20:41
    • #1

    Guten Tag,

    ich bin 33, mein Mann 37 und wir haben seit 4 Jahren einen unerfüllten Kiwu.

    Die 1. Schwangerschaft trat auf natürlichem Weg im 4. ÜZ ein, endete aber in der 20. SSW nach festgestellter einseitiger Nierenagenesie und einseitiger Nierendysplasie als med. ind. Abort. Die eingeleitete Geburt reichte nicht aus, um die Plazenta zu gebähren, sodass unmittelbar nach der Geburt noch eine Ausschabung erforderlich wurde.

    Danach wurde ich erst im 12. ÜZ wieder auf natürlichem Weg schwanger. Diese Schwangerschaft endete trotz Utrogest Luteal Unterstützung als natürlicher Abort in der 7. SSW.

    Danach machten wir vier IUI im natürlichen Zyklus aufgrund ideopathischer Sterilität - alle ohne Erfolg.

    Danach wechselten wir die Klinik und machten folgende Diagnostik bei mir als Frau: Hormonmonitoring (unauffällig, jedoch Progesteron an ES+7 grenzwertig mit 10); Blutgerinnung unauffällig; Zuckerstoffwechsel unauffällig, jedoch prophylaktisch 2x500mg Metformin täglich seitdem, Karyogramm unauffällig, TSH: 1,6, Vitamin D: 40, AMH 2,7, AFC: 21. Eine durchgeführte Gebärmutterspiegelung war unauffällig, jedoch war die Biopsie auf Plasmazellen auffällig. Die erste Antibiose mit Doxy reduzierte nur die Anzahl. Die zweite Antibiose mit Metandozol war erfolgreich, keine Plasmazellen mehr nachweisbar.

    Direkt nach der letzten unauffälligen Kontrollbiopsie trat eine Schwangerschaft im ersten natürlichen Zyklus ein, endete jedoch als natürlicher Abgang in der 6. SSW. Direkt danch klappte es wieder im natürlichen Zyklus, aber trotz Utrogest Luteal Unterstützung erneut ein Abgang in der 6. SSW.

    Danach trat in drei weiteren natürlichen Zyklen keine Schwangerschaft mehr ein.

    Bei meinem Mann wurden in den letzten drei Jahren mehrere Spermiogramme gemacht. Alle überdurchschnittlich hinsichtlich Volumen und Menge. Keine schnell beweglichen Spermien, aber so viele langsam beweglichen Spermien, sodass die Einordnung in ein Normspermiogramm erfolgte. Ein Test auf DNA-Fragmentation ergab einen Wert von 10 %. Ein Karyogramm bei ihm ebenfalls unauffällig.

    Vor kurzem haben wir die erste IVF gemacht. Aufgrund von PCO (nicht PCOS) im Antagonistenprotokoll. Es konnten 13 Eizellen punktiert werden, davon waren 10 reif und alle 10 ließen sich befruchten (Zymot-Kammer genutzt). Die ersten 3 Embryonen wurden in die verlängerte Kultur gegeben, zwei stellten die Entwicklung von Tag 2 auf 3 aus. Einer entwickelte sich zur Blasto mittlerer Qualität. Ein Transfer mit dieser Blasto führte nicht zur Schwangerschaft.

    Der erste Kryoversuch im nächsten Zyklus fand im natürlich modifizierten Zyklus statt. Der Eisprung wurde mit Ovitrelle ausgelöst und danach Einnahme von täglich 3 Utrogest Luteal, täglich ein Prolutex und täglich 3 Progynova. Es wurden 3 PN aufgetaut, davon entwickelten sich zwei zu Blasto guter Qualität, ein Embyo stellte Entwicklung an Tag 3 ein. Es wurde ein Blasto transferiert, aber es trat erneut keine Schwangerschaft ein.

    Wir haben nun noch 4 PN eingefroren, aber wir sind unschlüssig, ob wir einfach weiter machen sollten oder ob wir Diagnostik betreiben sollten, um herauszufinden, warum trotz damals erfolgreich behandelter Endometritis keine intakte Schwangerschaft eintrat und nach den beiden frühen Abgängen sogar weder natürlich noch nach IVF Schwangerschaften eintreten.

    Was könnte unseren Verlauf erklären? Was wären sinnvolle Abklärungen? Wie sollten wir weitermachen?

    Vielen Dank vorab!

  • Vida Fertility Institute
    Morula
    Reaktionen
    32
    Beiträge
    187
    • 10. Oktober 2025 um 09:44
    • #2

    Liebe Franzi43

    zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass Sie bereits einen so langen Weg hinter sich haben und so viele Fehlgeburten erlitten haben. Ich weiß, dass es emotional sehr schwer ist, damit umzugehen.

    Auch wenn Sie eine sehr detaillierte Zusammenfassung gegeben haben, kann ich Ihren Fall nicht mit Sicherheit erklären. Das Gute ist, dass Sie bereits viele Tests gemacht haben. Zumindest die, die in Deutschland möglich sind. Aber hier sind meine Anmerkungen: Ich verstehe, dass Ihre Klinik aus rechtlichen Gründen diese Protokolle befolgen muss, aber aus medizinischer Sicht und aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit in Spanien macht es keinen Sinn, nicht alle Ihre Eizellen gleichzeitig zu befruchten. Bei einem PCO und wahrscheinlich einem männlichen Faktor müssen Sie die Qualität Ihrer Embryonen überprüfen, ohne Ihre Eizellen einzufrieren, um zu sehen, wie viele das Blastozystenstadium erreicht haben, und eine PGT-A (PID) durchführen, um zu überprüfen, ob sie chromosomal gesund sind. Dies wäre unsere Empfehlung in Bezug auf die Embryonen. Dann müsste ich Ihre gesamte Krankenakte einsehen, um zu entscheiden, welche(s) Embryonen in Frage kommen, aber es gibt noch einige weitere Tests, um Ihr Endometrium, Ihre Empfänglichkeit, Ihre Kompatibilität zu überprüfen... Aber zuerst muss festgestellt werden, ob Ihre Embryonen genetisch in der Lage sind, sich zu einem Baby zu entwickeln. Wenn Sie noch Eizellen zur Befruchtung haben, sollten Sie es versuchen und mit Ihrer Klinik über einen Empfänglichkeitstest sprechen. Aber für einen neuen Zyklus würde ich versuchen, alle Eizellen zu befruchten und genetische Antworten zu erhalten.

    Zögern Sie nicht, Vida zu kontaktieren, wenn Sie eine ausführlichere Meinung wünschen. Ich bin nächstes Wochenende persönlich in Köln und nur eine E-Mail entfernt :)

    Mit freundlichen Grüßen,

    Dr. Kathi Spies.

    Ihr Vida Fertility Team <3

  • Franzi43
    Eizelle
    Beiträge
    2
    • 10. Oktober 2025 um 20:47
    • #3

    Hallo Fr. Dr. Spies,


    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

    Dass PCO ein Risikofaktor für Fehlgeburten und schlechte Embryoqualität ist, war mir bekannt. Was könnte aber Ihrer Meinung nach von männlicher Seite relevant sein, da Sie schreiben, dass wahrscheinlich auch der männliche Faktor eine Rolle spielen könnte?

    Ich mache mir Sorgen, dass die erfolgreich behandelte chronische Endometritis zurückgekommen sein könnte, nachdem es direkt nach erfolgreicher Behandlung zu zwei frühen Abgängen kam und danach weder natürlich noch per IVF zu einer Schwangerschaft mehr gekommen ist.

    Vermuten Sie die Ursache eher im Bereich der Genetik oder sollte ich die Untersuchung auf Plasmazellen wiederholen lassen?


    Vielen Dank.

  • Vida Fertility Institute
    Morula
    Reaktionen
    32
    Beiträge
    187
    • 13. Oktober 2025 um 09:09
    • #4

    Liebe Franzi43 ,

    ich hoffe, Sie verstehen, dass es mir kaum möglich ist, mir ein Urteil zu bilden, ohne Ihre gesamte Krankengeschichte zu kennen. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass Sie Antworten auf zwei Fragen benötigen, die für eine erfolgreiche Schwangerschaft entscheidend sind: ein gesunder Embryo und eine gesunde Gebärmutterschleimhaut. Da der erste Aspekt altersbedingt ist, würde ich mich zunächst darauf konzentrieren, alle Embryonen zu erzeugen, zu sehen, wie viele das Blastozystenstadium erreichen, und dann einen Gentest durchführen. Erst dann und nur dann, wenn Sie einen gesunden Embryo erhalten, würde ich mich auf mögliche Tests der Gebärmutterschleimhaut konzentrieren.

    mit L.G.

    Dr Spies

    Ihr Vida Fertility Team <3

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