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Gedanken zur offenen EZS - Wie gehen ältere Kinder/ Jugendliche mit dem Nichtwissen ihrer Herkunft um?

  • Walnut
  • 17. September 2025 um 15:35
  • Walnut
    2-Zeller
    Beiträge
    13
    • 17. September 2025 um 15:35
    • #1

    Liebes Forum,

    ich bin noch relativ neu hier und versuche zur Zeit etwas mehr Klarheit für mich zu bekommen, ob eine EZS für mich in Frage kommt, oder ob ich auf meinen Kiwu verzichte.

    Nach einigem Mitlesen, Stöbern im Forum und Informationssuche im Internet, würde ich erstmal zu einer offenen Spende tendieren.

    Leider ist der Rahmen für mich bei den Kliniken recht überschaubar, da ich im Frühjahr diesen Jahres 50 geworden bin.

    Die Länder, die für mich vom Alter in Frage kommen haben in der Regel nur anonyme Spenden.

    Portugal hätte noch am ehesten gepasst, allerdings habe ich es so verstanden, daß mit 50 49+364 Tage gemeint sind, also auch nicht mehr kompatibel.

    Übersee fällt bei mir aus der Liste weg.

    Jetzt versuche ich mir vorzustellen, wie es mit einer anonymen Spende wäre, für das Kind.

    Das ein Kind vielleicht gar kein Problem damit hat, wenn man es entsprechend erklärt, kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Aber wie wird es als junger Erwachsener sein oder später?

    So gar nichts über seine genetische Herkunftsfamilie zu wissen, stelle ich mir vor, könnte schon zu einer Belastung werden.

    Mir ist die Geschichte meiner Familie (Eltern, Großeltern) sehr wichtig. Durch die zwei WK gibt es auch in unserer Familiengeschichte Lücken und Fragezeichen.

    Und ich merke immer wieder, daß mich das beschäftigt, daß mich das unbewußt geprägt hat, daß ich vielleicht diese oder jene Charaktereigenschaft auch bei mir sehe, daß ich versuche Antworten von den noch lebenden Verwandten zu bekommen.

    Das ist alles im Rahmen. Klar kann ich mit einem gewissen Maß an Nichtwissen gut leben und umgehen, es stört mich auch nicht.

    Aber wie wäre es, zu wissen, daß man überhaupt keine Chance hat, je überhaupt etwas zu erfahren....

    Mein Kinderwunsch ist sehr präsent, und ich habe nicht mehr soviel Zeit.

    Aber ich frage mich, ob ich meinem vielleiciht zukünftigen Kind das zumuten kann.

    Vielleicht bin ich bei dem Thema auch nur sehr sensibilisiert:-)

    Meinen Bruder z.B. interessiert unsere Familiengeschichte, glaube ich, relativ wenig...Jeder ist anders...

    Kennt ihr diese Gedanken?

    Habt ihr mit eurem Kind oder älterem Kind da schon Erfahrungen gesammelt?

    Wie hat es eure Entscheidung zur EZS beeinflußt?

    Das würde mich sehr interessieren.

    Freue mich auf eure Nachrichten:-)

    Danke<3

  • Oskar
    Morula
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    • 17. September 2025 um 16:43
    • #2

    Liebe Walnut,

    ich glaube, dass die Spenden nicht mehr dauerhaft anonym bleiben werden. In Portugal war die Eizellspende bis 2018 auch anonym. In Spanien hat erstmal die Lobby der Kliniken gewonnen, die Kliniken wollten keine Änderung des Gesetzes aus Angst dann nicht mehr genügend Spenderinnen zu haben. Aber: es gibt inzwischen so viele Techniken, die Spenderkindern helfen, ihre Spender zu finden (bei Samenspende) und diese Techniken werden in Zukunft explodieren (KI, Sequenzierung). In Spanien werden sehr viele Spenderinnen vorab sequenziert für den Genetischenkompatibilitätsscheck mit dem sehr viel Geld verdient wird. Ich glaub, es wird eher umgekehrt schwer sein, die Spende geheim zu halten über die kommenden Jahrzehnte.

    Liebe Grüße! Oskar

  • Oskar
    Morula
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    309
    • 17. September 2025 um 16:51
    • #3

    Google mal : Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung.

    Das gilt bisher nur für Samenspenderkinder / Deutschland, ich weiß nicht wie die Rechtslage auf EU-Ebene ist, aber ich kann mir schon vorstellen, dass da in Zukunft einiges passieren wird. Die ersten Eizellspendekinder kommen ja jetzt erst in Alter, wo sie auch suchen können.

  • Oskar
    Morula
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    309
    • 17. September 2025 um 16:54
    • #4

    Und : „wie die Kinder das sehen“ ist wohl für Kinder sehr individuell, die einen wollen es unbedingt wissen, anderen ist es wohl recht egal… Das kannst Du nicht planen ;)

  • strawberry
    4-Zeller
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    • 18. September 2025 um 07:33
    • #5

    Liebe Walnut,


    ich denke das ist sehr individuell wie die Kinder das sehen. Ich glaube das sich Jungs/Männer weniger Gedanken machen als Frauen allgemein.

    Ich denke aber auch das du nicht mehr sehr viel Zeit hast, denn klar eine SS nach dem 50 Geburtstag ist möglich, aber auch viel unwahrscheinlicher als mit Mitte 40.

    Am besten legst du dir ein kleines Buch an, wo du all deine Erfahrungen am Anfang teilst, auch für das Kind später.


    Liebe Grüße

  • Emma_
    4-Zeller
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    • 18. September 2025 um 09:29
    • #6

    Ich verstehe deine Gedanken sehr gut. Am Anfang konnte ich mir eine Eizellspende ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen. Der Gedanke war für mich sehr fremd und ich habe lange gebraucht, um mich wirklich damit auseinanderzusetzen. Dann war für mich klar: Wenn, dann nur offen. Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich sagen kann – auch anonym ist auch absolut okay.

    Mit der Zeit und im Laufe des Prozesses habe ich gelernt, mehr innere Ruhe und Akzeptanz zu finden. Ich habe viel reflektiert, Gespräche geführt und auch mit einer Psychologin gearbeitet. Das hat meinen Blickwinkel sehr verändert.

    Eine Frage von ihr begleitet mich bis heute: „Denkst du, das ist ein Problem für das Kind – oder ist es eigentlich dein eigenes Problem?“

    Diese Frage lässt sich auf so viele Themen übertragen. Wenn du selbst zu 100 % hinter einer Sache stehst, gibst du diese Sicherheit auch an dein Kind weiter. Wenn du es nicht tust, spürt es das so oder so.

  • Oskar
    Morula
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    • 18. September 2025 um 21:57
    • #7
    Zitat von strawberry

    Liebe Walnut,


    ich denke das ist sehr individuell wie die Kinder das sehen. Ich glaube das sich Jungs/Männer weniger Gedanken machen als Frauen allgemein.

    Ich denke aber auch das du nicht mehr sehr viel Zeit hast, denn klar eine SS nach dem 50 Geburtstag ist möglich, aber auch viel unwahrscheinlicher als mit Mitte 40.

    Am besten legst du dir ein kleines Buch an, wo du all deine Erfahrungen am Anfang teilst, auch für das Kind später.


    Liebe Grüße

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    Liebe Strawberry,

    warum soll eine Schwangerschaft bei Eizellspende! mit 50 viel unwahrscheinlicher sein als mit Mitte 40 ???? Entscheidend ist dass man selbst und die Gebärmutter gesund sind!

    Walnut: versuche einen Zyklus aufrecht zu erhalten, eventuell mit einer leichten HRT. Verhindere möglichst eine Östrogendominanz, die sehr häufig in den Wechseljahren auftritt (durch Substitution von naturidentischen Progesteron zb Famenita).

    Liebe Grüße! Oskar

  • strawberry
    4-Zeller
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    • 19. September 2025 um 07:05
    • #8
    Zitat von Oskar

    Liebe Strawberry,

    warum soll eine Schwangerschaft bei Eizellspende! mit 50 viel unwahrscheinlicher sein als mit Mitte 40 ???? Entscheidend ist dass man selbst und die Gebärmutter gesund sind!

    Walnut: versuche einen Zyklus aufrecht zu erhalten, eventuell mit einer leichten HRT. Verhindere möglichst eine Östrogendominanz, die sehr häufig in den Wechseljahren auftritt (durch Substitution von naturidentischen Progesteron zb Famenita).

    Liebe Grüße! Oskar

    Wie du sicherlich gelesen hast, hat Walnut ein Myom in der Gebärmutter. Diese Entfernung setzt wieder Killerzellen frei, die wiederum eine Einnistung erschweren. Je älter eine Frau wird, desta älter auch ihre Schleimhaut. Wenn Walnut wirklich noch ein Kind möchte(und das finde ich völlig in Ordnung!) sollte sie sich jetzt nicht noch 1-3 Jahre solche Gedanken machen sondern zeitnah loslegen!

  • Walnut
    2-Zeller
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    • 19. September 2025 um 09:55
    • #9

    Liebe Strawberry,

    danke für den Hinweis.

    Also es ist so , daß das Myom im August entfernt wurde.

    Es war ein intracavitäres Myom, wohl recht klein (ohne meinen Kiwu hätte man es in meinem Alter nicht zwingend operieren müssen; wobei ich auch starke Regelschmerzen hatte, insofern dann vielleicht doch).

    Die Klinik in der ich es habe machen lassen, hat so gewbeschonend wie möglich operiert, da ich gesagt habe, daß ich noch über das Thema Kinderwunsch nachdenke, trotz meines Alters.

    Wenn die OP-Wunde abgeheilt ist, sind den dann diese sog. Killerzellen noch aktiv?

    Oder ist das nur über den Zeitraum der Heilung so?

    Wenn Du magst, vielleicht kannst Du das nochmal erklären?

    Das hat mir noch keiner gesagt. Ist ja wichtig.

    Danke Dir<3

  • strawberry
    4-Zeller
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    • 19. September 2025 um 15:42
    • #10

    Hallo,

    überall wo größere Wunden sind, sind auch Killerzellen aktiv um die Wunden zu heilen. Dein Körper möchte dich ja beschützen.

    Ich würde so 3-4 Monate warten bis zum ersten TF. Seit ihr denn in eurer Entscheidung schon weiter gekommen?

  • Oskar
    Morula
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    • 19. September 2025 um 15:53
    • #11

    Liebe Walnut,

    solch eine Frage kannst Du an die Forumsärzte richten!

    Bei einem normalen Zyklus erneuert sich die Schleimhaut regelmäßig. Bei nicht mehr regelmäßigem Zyklus ist es bei Kinderwunsch sinnvoll mit leichter Hormongabe den Zyklus aufrecht zu erhalten, oder zumindest 1-2 Zyklen vor Transfer einen Zyklus zu generieren. Bei mir hat man das leider vergessen, man hat den Transferzyklus ohne vorherige Blutung gestartet.

    Auf Killerzellen kann man recht leicht testen. Man entnimmt dafür in der zweiten Hälfte des Zyklus ein klein bisschen Schleimhaut, in Deinem Fall solltest Du dann wahrscheinlich Progesteron in der zweiten Zyklushälfte substituieren, da es ohne Eisprung keinen Umbau der Schleimhaut gibt.

    Die Killerzellen werden in der aktuellen Forschung stark diskutiert, man braucht nämlich wohl auch welche für die Einnistung, so wirklich verstanden ist das alles nicht und ab wann der Wert wirklich kritisch ist…

    Liebe Grüße! Oskar

  • Oskar
    Morula
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    • 19. September 2025 um 18:25
    • #12

    Liebe Strawberry!

    bist Du Ärztin oder Krankenpflegerin? Scheinst Dich ja sehr gut auszukennen ;-).

    Liebe Grüße! Oskar

  • strawberry
    4-Zeller
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    • 19. September 2025 um 19:32
    • #13

    Ich bin Krankenschwester auf einer Gynstation ☺️ aber ja, Killerzellen sind umstritten. Oskar hat schon Recht. Allerdings sind Wunden für eine Einnistung in der GB nicht förderlich, vom daher gut dass das Myom jetzt raus ist.

  • Oskar
    Morula
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    • 19. September 2025 um 19:37
    • #14

    Na, das ist ja cool, dann hast Du ja wirklich auch direktes Know-how ;)

  • Oskar
    Morula
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    • 19. September 2025 um 19:43
    • #15

    Mit Myomen kenne ich mich nicht aus, wie lange die heilen sollten…

    Ich wurde drei mal natürlich schwanger direkt im Zyklus nachdem irgendwas gemacht wurde (HSK). Ich hab zwar auch alle Embryos verloren, aber die Ärzte schoben es immer auf die Chromosomen…

  • Walnut
    2-Zeller
    Beiträge
    13
    • 22. September 2025 um 16:49
    • #16

    Hallo zusammen,

    danke schon mal für die Antworten<3

    Melde mich nochmal zu den Fragen zurück, bin privat gerade etwas im Stress, wird aber wieder..


    Liebe Grüße<3

  • Sala
    Morula
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    Beiträge
    121
    • 24. September 2025 um 21:29
    • #17

    Liebe Walnut,

    ich hatte das gleiche Problem mit 50 und bin nach England/London gegangen:(Women's clinic) nicht anonym und bis 54.

    Bin froh über die Entscheidung zu einer nicht-anonymen Spende

    Das war mein Nadelöhr.

    Ich hatte vorher übrigens auch eine Myom-OP.

    Ich war mit EZ-Spende 3xschwanger, also auch beim ersten Versuch. Beim insgesamt 4.Versuch hat es bis zum Ende geklappt, ich habe jetzt eine kleine Tochter.


    Ich drücke dir die Daunen! :)


    Sala

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