Hallo liebe Community,
ich stehe gerade an einem inneren Wendepunkt und möchte euch in meine Gedanken einweihen – vielleicht gibt es hier jemanden, der sich in dieser Phase wiedererkennt oder schon einen Schritt weiter ist.
Da mein letzter Stimulationsversuch erfolglos war und ich mit einer sehr niedrigen ovariellen Reserve kämpfe, muss ich mich langsam vom Traum verabschieden, mit eigenen Eizellen ein Kind zu bekommen. Nun wende ich mich einem neuen möglichen Weg zu: Eizellspende oder Adoption.
Mich beschäftigen dabei vor allem die Themen Aufklärung und Identität des Kindes.
Ich habe keine Angst davor, dass ich das Kind nicht als „mein“ Kind empfinden könnte – mein Herz wäre bereit. Aber ich frage mich:
- Wie kann ich ein Kind gut begleiten, das durch Eizellspende entstanden ist?
- Ist es egoistisch, aus einem tiefen Kinderwunsch heraus einem Kind ein „Päckchen“ mitzugeben – also die Realität, genetisch nicht verwandt zu sein? Vielleicht sogar mit dem Wissen, dass das Kind eine Identitätskrise durchleben könnte?
- Würde Adoption in dieser Hinsicht einen Unterschied machen?
Habt ihr euch psychologisch begleiten lassen? Wenn ja – könnt ihr bestimmte Beratungsstellen oder Expert:innen empfehlen?
Wie lange hat dieser Prozess der Entscheidungsfindung bei euch gedauert?
Ich bin auch auf der Suche nach Austauschgruppen oder Erfahrungsberichten von Kindern, die durch eine Eizellspende entstanden sind. Bisher kenne ich nur den Verein „Spenderkinder e.V.“, der sich allerdings hauptsächlich auf Samenspende fokussiert. Gibt es Ähnliches für Eizellspende?
Ein weiterer Gedanke, der mich beschäftigt:
Wäre es für das Kind vielleicht einfacher, wenn es mit einem Geschwisterkind aufwächst, das auch aus EZS entstanden ist – also jemanden an der Seite zu haben, der die gleiche Geschichte teilt?
Hat jemand von euch diesen Weg gewählt? Und wenn ja: Ist es überhaupt möglich, zwei Kinder von derselben Spenderin zu bekommen?
Ich danke euch von Herzen für jeden ehrlichen Einblick. Es tut gut, dass dieses Forum ein Raum ist, in dem solche Fragen Platz haben dürfen.
Herzliche Grüße