Hallo,
nachdem ich schon länger hier und da „stille Mitleserin“ war, will ich jetzt auch mal meine Erfahrungen mit euch teilen – zumal ich gerade am hibbeln auf den SS-Test bin und hoffe, mir hiermit etwas die Wartezeit erleichtern zu können.
Ich bin ohne Eierstöcke geboren, was erst beim Ncht-Einsetzen der Pubertät aufgefallen ist, und nehme seit meinem 14. Lebensjahr künstliche Hormone. Dass ich Kinder haben will, stand für mich aber immer außer Frage, es blieben also nur Adoption oder Eizellspende. Jetzt bin ich 33 und mein Mann und ich haben unseren ersten EZS-Versuch gestartet in der Aargaardklinik in Dänemark. Uns war wichtig, dass das Kind später mal die Möglichkeit hat, seine genetische Mutter kennenzulernen, deshalb haben wir uns für Dänemark entschieden. Außerdem war ich seit meiner Kindheit oft in Dänemark im Urlaub und bin selbst auch eher der nordische Typ.
Wir mussten recht lang auf unsere erste passende Spenderin warten – vom Erstgespräch im August 2019 bis April 2020. Teilweise lag das vielleicht auch an Corona, da die Klinik zwischendurch komplett schließen musste. Wir haben von der Spenderin einen handschriftlich ausgefüllten Fragebogen mit Interessen, Hobbies und warum sie Eizellen spenden möchte bekommen und sogar zwei Kinderfotos. Im Juni ging es dann los, es wurden 5 Eizellen von ihr gewonnen, alle 5 wurden befruchtet, doch leider erreichte keine Eizelle das Blastocystenstadium. Da die Klinik (so weit ich weiß) bei EZS nur Kryotransfers durchführt, hatte ich noch nicht mit den Medis angefangen. Auf die erste große Enttäuschung folgte aber gleich wieder eine positive Nachricht: eine neue Spenderin war gefunden, die bereits mit der Stimulation begonnen hatte. Auch von ihr bekamen wir einen ausgefüllten Fragebogen, wenn auch diesmal nicht handschriftlich, und diesmal keine Fotos (das können die Spenderinnen selbst entscheiden). Diesmal gab es 6 EZ, von denen sich 5 befruchten ließen. Ich hatte schon Sorge, bei den Zahlen würde wieder nichts bei rumkommen, aber siehe da – zwei schöne Blastocysten konnten an Tag 5 eingefroren werden.
Anfang August begann ich mit Vivelle Dot Pflastern 100 ug, zunächst 1 Pflaster, das alle 2 Tage gewechselt wurde. An ZT 12 war die Gebärmutterschleimhaut bei 7,9 mm. Ich sollte dann die Pflaster auf 2 Stück mit Wechsel alle 2 Tage erhöhen und 5 Tage vor Transfer mit Lutinus 100 mg 3 mal täglich anfangen. Am 21.08. war dann der Transfer von einer Blastocyste. Tja, und seitdem bin ich am hibbeln und kann es kaum erwarten! Ich weiß ja, dass die Chance bestenfalls 50/50 ist, aber Hoffnung lässt sich ja leider nicht auf Prozentzahlen einstellen.
Auf Schwangerschaftsanzeichen zu achten ist ja irgendwie schwierig, wenn dem Körper durch die Medis eh schon vorgekaukelt wird, er sei schon schwanger. Zumindest haben mir die Östrogenpflaster schon spannende Brüste verursacht und die Progesterontabletten führten zu Übelkeit, Ziehen im Unterleib und Müdigkeit. Außerdem hatte ich nach dem Transfer am Freitag und den halben Samstag braune Schmierblutungen, die wohl davon kommen, dass mich der Arzt beim Transfer mit einer Art Zange gezwickt hat (weiß jemand zufällig, wozu das gut gewesen ist? Musste er sich damit den Weg für den Katheter durch den Muttermund freimachen oder so?). Samstag Mittag hatte die braune Schmierblutung aber aufgehört und am Sonntag waren da zwei, drei hellrote Blutstropfen (vermischt mit dem weißen Ausfluss der Lutinustabletten) in meiner Slipeinlage. Könnte das vielleicht eine Einnistungsblutung gewesen sein oder ist das nur mein Wunschdenken? Den Bluttest soll ich am 31.08. machen. Vielleicht mache ich aber am Wochenende schonmal einen Urintest, auch wenn der nicht ganz so sicher ist.
Wie geht ihr mit dem Warten und Hoffen um? Für die, die schon Erfahrung haben: Habt ihr im Voraus Unterschiede gespürt zwischen positiven und negativen Ergebnissen? Habt ihr vor dem Bluttest schon Urintests gemacht und haben die etwas Sinnvolles angezeigt?
Liebe Grüße,
Nini