Seit Herbst 2005 auf dieser Welt: unsere Tochter. Lebhaft, aufmerksam, huebsch. Wundervolles Glueck und neue Herausforderung.
Der Weg ueber drei Jahre: Vier mal ICSI in Alemania, einmal katastrophale EZS unter den sieben Bergen, dann Valencia. Wie sind beide deutlich ueber Vierzig, aber fit.
Schwanger im ersten Versuch in Valencia, Verlust in der siebten Woche. Ein zweites Mal, dann Abbruch nach zu langer Wartezeit mangels einer passenden Spenderin, im dritten sofort folgenden und verkuerzten Gebaermutteraufbau dann die Schwangerschaft mit Zwillingen.
Langweilig war es nie. Weil wir frische Spermien (bessere Erfolge) geben wollten, hatte der Ehemann nach dem Anruf aus Spanien 20h Zeit, in Valencia zu erscheinen. Ueber die Autobahn nach Frankfurt zum letzten Flug, Nachtflug nach Alicante, Mietwagen nach Valencia, alles just in time. Der Erfolg war 9 Blastozyten von 12 Embryonen, 6 Blastos top, 2 zurückgesetzt, 4 eingefroren.
Die Schwangerschaft verlief mit Zwillingen nicht unproblematisch. Meiner Frau ging es zwar gut, aber einer der Zwillinge hatte eine Fehlbildung. Schmierblutungen und unsere Bemuehungen, den Verlust zu verhindern, erfordern groesste Sorgfalt in der privaten und beruflichen Lebensfuehrung. Wir kaempften alle, insbesondere unser zweiter Zwilling, ein Junge. In der 28 u 0 Woche dann die Geburt, zu der wir uns rechtzeitig in ein ausgewaehltes grosses norddeutsches Universitaetsklinikum begaben. Intensive Betreuung durch das Klinikum, insbesondere auch taeglich durch meine Frau weit weg von unserem Zuhause, und ihre beste Ernährung für die Muttermilch konnten wohl Schlimmeres verhindern.
Unsere Kleine ist voellig gesund und entwickelt sich lebhaft.
Im Rueckblick wuerden wir es wieder so machen, nur wuerden wir gleich beim ersten Mal nach Valencia gehen, zum ICSI oder EZS. Weil es hier so schlecht ist, und weil der gesundheitlichen Ausdauer und den Finanzen Grenzen gesetzt sind.
Der erste Schritt wuerde den heimischen Boden verlassen, so ist das Ergebnis unserer Erfahrungen.
Voraussetzungen dafuer: etwas Abenteuerlust fuer das Reisen und Geld, natuerlich koerperlich kein Wrack.
In Zahlen waren das bei uns: 20000 Personenflugkilometer, 20000 Autokilometer, ungezaehlte Stunden unterwegs, 42000 Euro, davon die Haelfte von den KK erstattet.
Wir wuenschen Euch/Ihnen allen viel Glueck und guten Mut. Es schreibt der Mann.
Vielleicht schreibe ich demnaechst mehr ueber den Weg. Es gibt da soviel, dass es im Guten wie auch im Skandaloesen ein ausgiebiges Thema für die haertesten Zeitungsmagazine waere.