Hallo ihr lieben,
nachdem ich nun schon einige Infos in den Ordner Kliniken - Osteuropa - Estonia geschrieben habe, wollte ich dann doch noch unsere Geschichte dazu loswerden.
Wir- das sind mein Mann, 31, und ich, 24. Dass ich keine eigenen Kinder bekommen kann, wusste ich eigentlich schon seit ich so um die 13/14 war, weil meine Eierstoecke naemlich nicht funktionieren (sie haben keine Eizellen und haben auch absolut keine Lust irgendwelche Hormone zu produzieren, sie haengen also eigentlich nur nutzlos in meinem bauch rum). Festgestellt hat man das, weil ich irgendwie nicht in die Pupertaet kommen wollte und ich jahrelang 2 Koepfe kleiner war als alle anderen in meiner Schule. Da meine Schwester das gleiche Problem hat (sie hat aber gar keine Eierstoecke), hat mich mein Hausarzt damals an einen Endokrinologen ueberwiesen. Der hat dann alle moeglichen bluttests gemacht und die Diagnose 'xx-gonadendysgenesie' herausgefunden. Dann durfte ich mir erst eine Zeitlang Wachstumshormone selber spritzen, und spaeter habe ich dann Geschlechtshormone bekommen, also praktisch 'Ersatz' fuer meine Eierstoecke. Dadurch habe ich dann doch noch 'Pubertaet' durchgemacht (allerdings ohne irgendwelche zickigen 'Begleiterscheinungen' - meine Hormone waren ja nicht durcheinander, sondern gezielt dosiert), und bin heute zum glueck nicht mehr zwei koepfe kleiner!!
Dadurch dass ich wusste, dass ich keine Kinder kriegen kann, hab ich da eigentlich auch nicht so wirklich weitergebohrt, sondern hab das erst mal so geschluckt. Ich dachte mir, wenn Gott meine Eierstoecke so gemacht hat, muss das schon irgendeinen Sinn haben. Also den Kinderwunsch habe ich mir damit erst mal abgeschminkt, und ich fand das oft ziemlich unverschaemt, wenn kleine Kinder gerne mit mir spielten und Leute glaubten, ich koennte gut mit Kindern umgehen. Oft hab ich gedacht- ich kann doch keine Kinder kriegen, also lasst mich gefaelligst damit auch in Ruhe.
Spaeter habe ich dann meinen Mann kennengelernt, und ich hab ihm auch von vornherein gesagt, dass ich keine Kinder kriegen kann. Er hat mich dann gefragt ob ich denn Kinder haben moechte. Das hab ich erst mal ueberhaupt nicht verstanden warum er mich das fragt. Ich dachte mir, wenn ich doch keine haben kann, dann stellt sich doch die Frage ueberhaupt nicht, ob ich welche haben moechte oder nicht. Mein Mann blieb aber hartnaeckig... (er ist Afrikaner), bis ich dann eben anfing, da mal drueber nachzudenken. So ging dann ein Prozess in mir los, dass ich ja eigentlich doch gerne meine eigene kleine Familie haben moechte, so wie ich mir das ganz frueher (als ich das mit den eierstoecken noch nicht wusste) auch immer vorgestellt hatte: Ich heirate, und dann krieg ich drei Kinder, so wie Mama.
Dann habe ich also bei meinem Endokrinologen mal nachgeforscht wie es denn nun ist mit den Eierstoecken. Er sagte mir aber, dass es laut den Hormonwerten kaum Hoffnung gibt, dass ich irgendwelche Eizellen habe. Er hat die Hormontests aber noch mal gemacht und meinte dann, 'es sieht gar nicht so schlecht aus'.
In der Zwischenzeit war ich aber mit meinem Mann nach England umgezogen, dort habe ich mich dann auch noch mal untersuchen lassen, ob ich denn nun schwanger werden kann oder nicht. Beim Ultraschall haben die meine Eierstoecke erst gar nicht gefunden und mir im Bauch herumgebohrt... Naja heraus kam aber das gleiche wie vorher: Keine Eizellen wegen Gonadendysgenesie, Eierstoecke sind zwar vorhanden aber nicht richtig entwickelt. Dafuer aber Gebaermutter 1A.
So, dann habe ich 'zufaellig' bei einem Gynaekologen Arbeit gefunden, bei dem ich die Akten sortieren durfte und die Briefe verschickt habe. Ich hatte da immer viel Zeit, und habe dann mein Englisch mit dem 'Arztenglisch' aufgefrischt - und nebenbei von IVF und Eizellspende usw. erfahren. Hatte da vorher keine Ahnung drueber, obwohl ich mir ja immer vorgestellt hatte, man koennte doch vielleicht eine Spende-Eizelle nehmen und da den halben Chromosomensatz von einer von meinen 'normalen' Zellen hineinpflanzen. Leider sind wir aber noch nicht so weit...
Spaeter hatte ich dann noch einen letzten Termin beim Arzt, und es wurde mir gesagt: Der einzige Weg sei die Eizellspende. Nach einigem hin und her (ich war da erst nicht so begeistert, wollte doch gerne auch die genetische Mutter sein) habe ich mich dann also doch damit angefreundet und angefangen, Infos zu sammeln. Bin so auch auf diese Webseite gestossen, und bin echt froh dass es die gibt. Als ich dann herausfand, dass das in Deutschland ja verboten ist, dachte ich mir, praktisch dass ich jetzt in England wohne. Aber hier sind die Preise wahnsinnig teuer (man muss ca. 5 bis 10 000 Pfund =
ca. 7 500 € aufwaerts in der Tasche haben), also habe ich weitergesucht, bis ich dann die Klinik in Estonia gefunden habe. Alle Infos darueber koennt ihr im Ordner Osteuropa lesen.
So, das war erstmal die Vorgeschichte, ich hoffe ich habe euch mit meinen Gedankenausbruechen nicht allzu sehr gelangweilt...
Bald gehts weiter...
Liebe Gruesse an alle, die auch auf dem Weg sind!
Maddi