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Einige praktische Tipps rund um die Geburt

  • romy
  • 25. Februar 2006 um 13:43
  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 25. Februar 2006 um 13:43
    • #1

    Hallo, ihr Lieben,

    mal was ganz anderes...dieses Forum kann man ja auch anders nutzen als nur für die Bekanntgaben der forhen Botschaft.... hier also aus dem reichen Erfahrungsschatz meiner immerhin schon 13-tägigen Mutterschaft – grins - einige praktische Tipps/Erfahrungen rund um die Entbindung. Vielleicht kann ja die eine oder andere Erstgebärende was damit anfangen? Eigentlich sollte so was ja in die Vorbereitungskurse – aber da malt man ja lieber „Visionen vom Leben mit dem Baby“ – vorzugsweise in rosarot, versteht sich…


    •Ich hatte außer meinem Mann eine Freundin mitgebracht, die selbst auch eine schwere Geburt hatte durchstehen müssen. Ursprünglich hatte ich das so entschieden, weil mein Mann sich unsicher war, ob er dabei sein wollte. Uns beiden war es wichtig, dass er wenn, dann von sich aus dabei ist, und so hatten wir vereinbart, dass er im gemütlichen Aufenthaltsbereich vor dem Kreißsaal wartet, wenn er feststellt, dass es nichts für ihn ist. (Mein Mann ist ein sehr maskuliner Typ, der sich in sehr weiblichen Kontexten – und das ist eine Geburt ja nun mal – schnell unwohl fühlt…). Damit er diese Freiheit hat und ich in dem Fall nicht alleine bin, kam meine Freundin mit. Und das war eine sehr gute Entscheidung. Mein Mann blieb dann doch dabei, war aber sehr froh, zwischenzeitlich mal eine Pause machen zu können und eine halbe Stunde durch den Park zu laufen. In der zweiten Hälfte der Geburt konnte ich dann locker zwei Leute beschäftigen. Vor allem auch war es sehr gut, eine Frau dabei zu haben, die genau wusste, wie hart so eine Geburt sein kann, wie elend ich mich fühlte - und die trotzdem die Hoffnung in den Augen behielt. (Übrigens sagte meine Nachsorge-Hebamme dazu: Ihrer Erfahrung nach wäre es nur in etwa der Hälfte alle Geburten sinnvoll, dass der Mann dabei wäre. In der anderen Hälfte wäre es nutzlos bis schädlich; es wären sogar im Kreißsaal schon Ehen kaputt gegangen. Es wäre grundfalsch, dass die Begleitung des Mannes heute ein Standard wäre, dem sich die Männer kaum mehr entziehen könnten.)

    •Ich hatte für danach ein Einzelzimmer im Krankenhaus reserviert, auch darüber war ich nachher sehr froh. Ich habe (als Kassenpatientin) dafür 48€/Nacht bezahlt, und es geht nur, wenn ein Zimmer frei ist. Es war sehr schön, zunächst mit dem Baby ganz alleine zu sein, muss ich sagen. Und einfach Raum für Zärtlichkeit und Schmuserei zu haben und ganz in dieser Sphäre bleiben zu können – ohne Erwachsenen-Unterhaltungen, ohne Fernsehen etc. Das Baby ist ja in den ersten Stunden nach der Geburt oft wach und man kann sich wirklich ganz nah sein. Das ist so eine „Blase der Zärtlichkeit“, die man kaum haben kann, wenn noch eine andere Person dabei ist. Dazu die praktischen Vorteile: kein Klogang mit blutigen Beinen vor unbekannten Besuchern, kein weinendes Baby, dass den Nachtschlaf stört (mein Murkel hat sich nicht einmal gemuckst in den ersten Tagen – ein echtes Idealbaby…neben mir im Bett total zufrieden…). Außerdem kann man dann die Brust, wie es empfohlen wird, an den empfindlichsten ersten Stilltagen viel an der Luft trocknen lassen – ohne den Ehemann der Bettnachbarin zu schockieren…also, das war mir wirklich jeden Cent wert, diese Privatsphäre. Die ersten Tage mit dem Neugeborenen sind etwas ganz Besonderes, diese spezielle Stimmung ist auch sofort vorbei, wenn der Alltag zuhause wieder anfängt. Sollte man sich wirklich gönnen. Ich bin dann nach drei Nächten nach Hause, damit auch mein Mann dem Baby nahe kommen kann – aber die drei Tage waren für den Murkel und mich sehr wichtig. „Die beste Vorbereitung für eine gelungene Stillbeziehung“ sagte meine Nachsorgehebamme dazu.

    •Wenn ihr für euch eine PDA nicht ausschließt, das notwendige Beratungsgespräch rechtzeitig vor der Geburt absolvieren. Das heißt ja nicht, dass man die bekommen muss, man kann das immer noch während der Geburt entscheiden (Zeitfenster: 3-7cm Muttermund-Eröffnung). Aber während der Wehen Beratungsgespräche zu absolvieren ist natürlich völliger Käse, muss aber ggfs. trotzdem gemacht werden. Ich hatte auch die Einwilligung für einen evtl. Kaiserschnitt und Spinalanaesthesie rechtzeitig vorher abgegeben.


    •Was mir super gut getan hat, ist KRAFTBRÜHE während und nach der Geburt. Ein wahres Zaubermittel, das ich allen Entbindenden und Stillenden wärmstens ans Herz legen will. Gibt Kraft während der Wehen und danach. Ich hatte von meiner TCM-Heilpraktikerin dafür spezielle stärkende Suppenkräuter bekommen, (kann man sicher auch bei ihr bestellen, falls keine andere Quelle zur Hand). Huhn, Kräuter, Ingwer 3-4 Std. auskochen, danach viel Gemüse – Sellerie, Petersilienwurzel, Pastinaken, Möhren, Lauch ganz oder in groben Stücken 1 Std mitkochen lassen. Abseihen, Huhn und Gemüse wegwerfen. Brühe abschmecken, entfetten, entsprechend portionieren / einfrieren.) Leicht konsumierbare Energie, schmeckt wirklich prima (nicht zu vergleichen mit den medizinischen Kräutern der TCM – die sind ja oft fürchterlich im Geschmack), vor allem aber: sehr kräftigend. also: man genießt und genest.

    •Für die erste Zeit zuhausen evtl. sowas wie Energiebällchen vorbereiten, kleine, kalorienreiche Happen, die man schnell einwerfen kann und die einen mit Notfall-Energie versorgen – man braucht viel zwischendurch, und öfter mal klappt es anfangs nicht so mit der Ess-Still-Koordination, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Ich bin beim Stillen regelrecht geschmolzen, hatte nach 5 Tagen bereirts mein Ausgangsgewicht wieder…die Kleine pumpt aber auch ab wie ein alter Matrose, ich komme kaum nach mit Essen.

    •Ein bis zwei gute vorne zu öffnende Hausanzüge sind wichtig, in denen man schlafen kann, sich aber auch einigermaßen angezogen fühlt.

    •Man braucht nach der Geburt Inkontinenzbinden, die ganz großen (Apotheke), ca. 2-3 Päckchen. Mit normalen Binden kommt man in den ersten beiden Wochen nicht hin. Dazu einen dicht schließenden Eimer für die Toilette, ein Spülgefäß für warmes Wasser (Plastikkännchen etc) und ganz weiches Klopapier. Sowie Milchzucker, um den Stuhl weich zu halten.

    •Und man sollte Kräuterblut im Haus haben, falls man Blut verloren hat. (Eisentabletten machen den Stuhl hart).

    •Für den Tag des Milcheinschusses einen Weißkohl (hält sich) und ein locker sitzendes Bustier (Still-BH unerträglich an dem Tag) im Haus haben. Weißkohlwickel nehmen die Entzündungsgefahr aus der Brust. Blätter ins Eisfach tun, mit einer Flasche crunchen und nach dem Stillen unter das Bustier auf den Busen tun.

    •Ich habe die Brustwarzen vorher gut abgehärtet, viel gebürstet und möglichst wenig BH getragen, weil ich üble Nippel-Probleme bei Freundinnen mitbekommen hatte. Das hat sich sehr bewährt. Am 2. Tag hatte ich zwei Mini-Blasen, danach war kein Pflegebedarf mehr (bin hellhäutig, also empfindlicher).

    •Probleme hatte ich mit dem Anpressschmerz beim Stillen. Einige Tage habe ich Paracetamol nehmen müssen, weil mir das wie Feuer durch Rücken und Kopf schoss. (4x o,5/Tag ist ok). Vielleicht besser im Haus haben.. Die Verspannung schadet, das kann den Milchfluss behindern. Jetzt, nach etwa 1o Tagen, wird es besser.

    •Für evtl. Stillkrisen Fencheltee und losen Traubenzucker im Haus haben.

    •Vor der Geburt bereits Kinderarzt klarmachen.


    Wenn man das vorher besorgt, kann man dem Mann ein paar dämliche Laufereien in den ersten Tagen ersparen – die Zeit verwendet man besser aufs Schmusen und Baby bestaunen…

    Viele Grüße
    Romy

  • Birgit
    4-Zeller
    Beiträge
    61
    • 26. Februar 2006 um 09:45
    • #2

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Huhu Johanna,

    vielen Dank für die tollen Tipps und Infos, die sind ja wirklich Gold wert!!!!!

    Alles Gute weiterhin für Dich und Deinen "Murkel" :D

    Liebe Grüße
    Birgit (25.SSW)

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 6. März 2006 um 22:14
    • #3

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Liebe romy,

    an dieser Stelle noch nachträglich die herzlichsten GLückwünsche zur Ankunft eures Murkelinchens, alles Gute für die neue Erdenbürgerin und eine schöne unbeschwerte Babyzeit


    von Josi

  • Goos
    2-Zeller
    Beiträge
    34
    • 9. März 2006 um 08:11
    • #4

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Hallo Romy,

    Mal wieder ein super bericht von dir. Großes Lob. Wir werden uns das ausdrucken und dann (wenn es denn mal klappen sollte) zu rate ziehen.

    VIELEN DANK, dass du nicht nur das rosa-rote beschreibst sondern auch mit praktischen Tipps nicht Geizt. Bei uns ist SIE auch hellhäutig und an der Brust schon immer empfindlich - Irgendwelche Tips ?

    Speziell von mir als männliche Fraktion: Danke für's "speer brechen" !

    Gruß
    Goos

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 9. März 2006 um 10:28
    • #5

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Na, freut mich. Ich habe gedacht, schreibs mal schnell auf, bevor wieder alles vergessen ist. Tat mir einfach Leid für meinen Mann, den ich dann nach der Entbindung dauernd scheuchen musste.

    Brustwarzen: Möglichst auf BH verzichten in der SS (soweit von der Brust her möglich) oder Loch für Brustwarze in BH schneiden. Reibung an der Kleidung desensibilisiert. Danach langsam anfangen mit frottieren und später stärkeren Abhärtungen (Nagelbürste, Peelinghandschuh o.ä. etc). 2x kurz am Tag hat bei mir gereicht. Vorsicht, wenn vorzeitige Wehen aufgetreten sind, dann aufhören. Bei mir hat das sehr gut hingehauen; das kann einen ja völlig fertigmachen. Habe zwei freundinnen unter Tränen stillen sehen, die Kinder hatten nach dem Stillen Blut am Mund... daher war ich gewarnt.

    Es klappt bestimmt auch bei euch. Was man auch immer gegen Dr. Lewandowski sagen mag, er setzt seinen Ehrgeiz rein, möglichst jede schwanger zu kriegen - und das ist zu unserem Vorteil!

    Danke auch für die Glückwünsche! Wir freuen uns auch sehr über unseren süßen Murkel. Grade schläft sie süß und selig und lässt mir mal ein paar Minütchen... gestern hat sie mich das erste Mal richtig genervt... den ganzen Tag völlig verquer...aber das gehört eben auch dazu...auch wenn man sich lange nach einem Kind gesehnt hat...

    Gruß Romy

  • wulkje
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 28. März 2006 um 23:32
    • #6

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Hallo Romy,
    erstmal auch noch die herzlichsten Glückwünsche zur Geburt Eurer Kleinen und dann vielen Dank für Deinen Beitrag. >Ich finde, das war eine tolle Idee, und ich werde mir einiges davon merken und hoffentlich auch zur Anwendung bringen können (bin auch im Novum schwanger geworden und jetzt in der 7. Woche mit Zwillingen).
    Viele Grüße
    wulkje

  • minibaby
    2-Zeller
    Beiträge
    38
    • 31. März 2006 um 20:10
    • #7

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Hallo Romy,

    Herzlichen Glueckwunsch zu Murkel (sorry fuer den "Purzel" namen) und vielen vielen Dank fuer diese guten Tips. Ich werde sie auch ausdrucken und handlich haben. Bin ja erst in der 18. Ssw aber man kann ja nie genug info haben.
    Wann hast Du angefangen mit dem "abhaerten" der Brustwarzen? Leider kann ich hier in den USA (soooo pruede) nicht tagsueber "ohne" rumlaufen, zuhause aber laufe ich immer ohne rum.

    Den tiop mit der Suppe ist auch super. Habe heute morgen in meinen "schlauen schwangerschaftsbuch" gelesen das ein Afrikanischer Stamm den Frauen vor und nach der Entbindung kraeftige suppe gibt!!!

    Ich hatte fast Traenen in den Augen als Du von den ersten Stunden/Tagen mit Murkel berichtet hast. Das ist wikrlich eine sehr emotionale Zeit und es ist so schoen das Du diese Zeit hattest. In dem Krankenhaus wo ich entbinde bekomme ich ein privates Zimmer ohne zusahlung sollte ich einen Kaiserschnitt haben, und wenn ich eine natueliche Geburt habe ist das Zimmer fuer 2 Frauen, ist aber durch Vorhaenge abgetrennt und es ist in zwei seperaten Teilen eines grosses Zimmers. Man kann natuerlich das andere Baby hoeren (wenn es belegt ist) aber man hat privatsphaere was das Klo etc. angeht.
    Super tips von Dir aber.

    So, nochmals alles Gute und bleibe "am Ball" mit Deinen Breichten.

    :balloon:

    minibaby (Conny) aus Kalifornien :kleeblatt:

  • maddi
    8-Zeller
    Beiträge
    73
    • 11. April 2006 um 16:21
    • #8

    Re: Einige praktische Tipps rund um die Geburt

    Hi Minibaby,

    musste eben ziemlich schmunzeln als du das mit der afrikanischen Suppe geschrieben hast. :biggthumpup:
    Mein Mann ist naemlich aus Afrika (Nigeria) und ja, das stimmt mit der Suppe! Er hat mir auch schon versprochen wenn ich schwanger werde dass er dann extra seine 'Mama in Afrika' anrufen wird und sie nach dem Rezept fragt, damit ich dann die leckere Suppe schluerfen kann! :kaffe:
    Und ja, afrikanische Suppen sind sehr sehr lecker und gesund und eigentlich auch viel billiger (die Zutaten).

    Nun denn, guten Apettit!

    Gruss, Maddi

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