Hallo an alle zukünftigen Eltern !
Wir überlegen, im Frühjahr noch einmal nach Valencia zu fliegen: Die Zeit mit unserer kleinen Tochter (gestern 15 Monate alt) ist eigentlich viel zu schön, als dass wir das nur einmal erleben wollen. Abe4r vielleicht sind wir ja auch vermessen - zwei Kinder nach so langer Behandlungszeit ist vielleicht ein wenig viel "verlangt", vor allem da ich jetzt schon 45 bin und mein Mann 47 ist. Wir wären auch mit einem sehr glücklich.
Wenn nach Valencia und IVI gefragt wird, biete ich gerne Informationen an, weil wir so viel Glück gehabt haben und ich gerne etwas davon zurück geben möchte, indem ich anderen Mut mache oder weiter helfe, so weit ich das kann.
Wir haben in Deutschland (Düsseldorf) 4 Inseminationen hinter uns gebracht, vor ein paar Jahren. Bei der 4. wurde ich schwanger, aber es endete mit einer Fehlgeburt, ich kenne das also auch, und es war eine furchtbare Zeit für uns hinterher. Danach haben wir 4 IVF in Düsseldorf durchgeführt, die noch alle von der Krankenkasse bezahlt wurden. Auf Antrag sogar noch 2 weitere, da man bei uns keine Ursache feststellen konnte, warum es nicht klappte. Insgesamt haben wir, glaube ich, noch etwa 2 oder 3 Kryo--Eizellen einsetzen lassen.
Insofern haben wir also - noch - keine oder eher relativ wenig Kosten gehabt, aber heute würde ich anderen sagen, dass es viel vertane Zeit war. Denn man wird nicht jünger dabei, und SPÄTESTENS mit 40, eigentlich schon mit 38 würde ich heute anstelle einer IVF in Deutschland nach Valencia fliegen, dort eine Eizellspende mit ICSI machen und diese dann als normale, eigene ICSI "tarnen" - die Krankenkasse zahlt dann genauso viel wie hier in Deutschland. Und IVI gibt die normalen Bescheinigungen, die hier anerkannt werden.
Bei uns war allerdings bereits alles ausgereizt bei der Krankenkasse, so dass ab dem Flug nach Valencia für uns ALLES aus eigener Kasse kam. Und das ist nicht wenig.
Wir haben zuerst einen Gesprächstermin in Valenca wahrgenommen mit dem aufnehmenden Arzt. Man kann sich mit fast allen auf englisch verständigen, wenn das nicht geht, stehen auch deutsch sprechende Arzthelferinnen zur Übersetzung zur Verfügung. Bei diesem Termin werden auch die Spermien gleich dort gelassen, wenn man will. Wir haben dann alle Papiere unterschrieben.
Erst dann wird eine passende Spenderin gesucht. (Was unter passend verstanden wird, kann ich noch mal berichten, wenn dich das interessiert. Ist aber alles durchweg positiv.) Auf mehrfache Nachfrage per Telefon und Mail haben wir dann nach ca. 3 Monaten einen Anruf bekommen und wurden gefragt, ob wir eine Spenderin im Alter von 21 mit einer bestimmten Blutgruppe haben wollten. Wir wollten. Nach ca. 2 Wochen, wenn die Eizellen entnommen und untersucht sind, bekommt man einen Anruf von IVI und muss dann innerhalb von 2 - 3 in Valencia sein.
Beim ersten Mal hat es nicht geklappt. Auch die kryokonservierten Embryonen wollen oder konnten nicht bei uns bleiben. Das hat uns schon ziemlich mitgenommen - wieder so viel Aufwand, so viel Geld und vor allem: So viele Gefühle ...
IVI hat sich als höchst professionelle, kühl eingerichtete Privatklinik herausgestellt. Die Ärzte scheinen alle recht gut ausgebildet zu sein. Auch am Wochenende hat IVI durchgehend auf, allerdings nur für den Ebryonentransfer, da viele Paare gerne übers Wochenende kommen. Eine nennenswerte einfühlsame Betreuung gibt es nicht, aber das wollen wir auch nicht. Man trifft dort kaum jemals auf die gleichen Ärzte oder Arzthelferinnen, aber die Aktenführung scheint gut, so dass derjenige, der uns betreute, genau zu wissen schien, was er tat.
Parallel haben wir über eineinhalb Jahre ein sehr, sehr aufwändiges Verfahren für eine Auslandsadoption geführt, mit vielen Terminen, durchaus nicht wenig Geld und z.B. einem 20seitigen Psychologischen Gutachten, das wir natürlich selbst bezahlen mussten, außerdem ca. 15 - 20 weitere Bescheinigungen. Und dieses Verfahren haben wir durchaus ernst gemeint - wenn es mit Valencia nicht geklappt hätte, dann sehr wahrscheinlich mit diesem Verfahren. Aber das ist ein anderes Thema.
Wir haben dann noch eine weitere Spenderin suchen lassen und sind ein weiteres Mal nach Valencia geflogen, diesmal mit Erfolg. Wir haben eine gesunde, hübsche Tochter mit blondem Haar und blauen Augen und hätten am liebsten noch ein Kind.
Gekostet hat uns jeder "Versuch" bei IVI 6.000,- €, hinzu kommen Flug, Hotel, Verpflegung etc.. Das waren die Preise in 2004, mittlerweile liegen sie bestimmt höher !
Ich würde mir unbedingt eine aktuelle Preisliste vorher geben lassen. Bei uns hatte man zwischendurch die Preise erhöht und wollte dann die zugrunde legen statt die am Anfang vereinbarten. Wir haben uns dann ziemlich empört darüber, was dazu führte, dass wir uns letztlich in der Mitte geeinigt haben.
So, dass müsste für erste reichen, oder ? Wenn Ihr noch weitere spezielle Fragen habt, dann meldet Euch.
Und viel Glück !!!
Anna-Luise