Hallo,
wir wollen hier unserern Tansfer- und Vorbereitungsbericht in der Klinik Novum veröffentlichen.
Im Frühling diesen Jahres erhielten wir eine E-Mail von einer Patienten von Dr. Lewandowski, in dem diese uns mitteilte dass wir doch bitte Kontakt zu ihm aufnehmen sollten. Wir taten dies mit gemischten Gefühlen, da wir bereits ziemlich zu Beginn unserer Eizellspenden-Zyklen die Klinik angemailt und angefaxt hatten, aber es kam nie eine Rückmeldung. In dem Gespräch teilte uns Dr. Lewandowski mit, dass er nicht den Mut hatte, sich bei uns zu melden. Er nun aber etwas für uns tun wolle und bot uns daher an, bei ihm einen kostenfreien Versuch zu machen, als Entschädigung für die Leistungen rund um die Website Eizellspende. Wir baten uns etwas Bedenkzeit aus und stimmten dann doch zu, wollten uns aber erstmal die Klinik anschauen. Alles in allem hätten wir jedoch für die angefallenen Kosten (Flug, Hotel, Untersuchungen, Fahrtkosten, usw.) eine Embryonenspende in der Tschechei machen lassen können.
Wir bekamen mitgeteilt, welche Untersuchungen noch notwenig waren, da fing das Kommunikationsproblem schon an. Chris sollte eine bakteriologische Untersuchung des Sperma machen lassen (Kosten ca. 80). Ines sollte einen Abstrich vom Gebärmutterhals machen lassen, dieser wurde auf Bakterien sowie Chlamydien untersucht. Ebenso wurde Blut abgenommen welches auf Chlamydien Antikörper und Antigene untersucht wurde (Kosten ca. 360).
Mit all diesen Ergebnissen fuhren wir dann am 10. Juni diesen Jahres nach Warschau. Nach einer 15stündigen Autofahrt kamen wir dann endlich in Warschau an. Dann ging es ins Hotel sowie ins Bett. Irgendwann rief dann nachts Dr. Lewandowski noch mal an um den nächsten Tag zu klären. Joanna holte uns morgens ab und brachte uns zur Klinik. Den Klinikbesuchsbericht hatten wir ja schon mal gepostet.
Bei dem persönlichen Gespräch wollten wir Dr. Lewandowski unsere Untersuchungsergebnisse zeigen, diese interessierten ihn jedoch plötzlich nicht mehr, was wir nicht verstehen konnten. Er wollte unbedingt, dass Ines beim Transfer Octagam nimmt. Wir machten ihm allerdings klar, dass wir das nicht wollen, da es uns zu gefährlich ist, denn die möglichen Nebenwirkungen sind ja doch nicht ohne. Wir sprachen dann über einen möglichen Transfertermin und einigten uns auf September. Allerdings teilten wir ihm auch mit, dass Chris bei dem Transfer dabei sein möchte und wir daher auf Anfang September bestehen müssten. Darauf einigten wir uns dann. Dr. Lerwandowski bot uns sogar an, den Transfer schon im August durchzuführen, er wäre eine Woche während seines Urlaubs in der Klinik. Umso verwunderlicher war dann für uns der weiter Ablauf.
Dr. Lewandowski nahm dann nochmals Blut ab, um die Blutgruppe zu bestimmen und einen HIV-Test zu machen, ausserdem machte er bei Ines noch einen Abstrich.
Er fand es sehr komisch, dass wir noch keinen Erfolg hatten, trotz der hohen Anzahl von Versuchen. Nach seiner Aussage lag es entweder an dem Sperma (trotz vielfacher Blastozysten) oder waren die Labors der anderen Klinik schlecht. Unserer Meinung nach konnte und kann das jedoch nicht der Grund sein.
Im Juli wurde uns dann noch mitgeteilt, dass Ines wegen einer Entzündung und Bakterien, 10 Tage lang Metronidazol nehmen sollte. Danach sollte Ines 7 Tage lang pausieren und nochmals einen Kontrollabstrich machen lassen. Wegen massiver Nebenwirkungen musste Ines jedoch das Medikament nach ein paar Tagen absetzen.
Ende August begann Ines dann mit der Vorbereitung, dies war so abgesprochen. Es gab ein paar Verständigungsprobleme, wir wurden z.B. scheinbar mit anderen Paaren verwechselt. Anfang September wollten wir dann mehr Informationen über den Transfer und wurden immer hingehalten. Es könne kein Transfertermin bekannt gegeben werden, man wisse auch noch nicht, ob schon Eizellen vorhanden sind. Wir drängten dann langsam auf den vereinbarten Zeitrahmen. Der Transfertermin wurde dann immer weiter nach hinten verschoben bis es von unserer Seite aus nicht mehr weiter ging und wir auf den Termin bestanden haben. Also haben wir dann Flüge und Hotel gebucht, was wir der Klinik mitgeteilt haben. Es stand allerdings immer noch nicht fest, ob Eizellen für uns vorhanden sind. Dies könnten wir erst am Hinflugtag erfahren. Wenn es Chris nach gegangen wäre, hätten wir damals schon den Versuch abgebrochen. Im schlimmsten Falle wären wir nach Warschau geflogen und es hätte mangels Eizellen keinen Transfer gegeben.
Freitags Vormittag haben wir dann auf dem Flughafen erfahren, dass für uns ein Kryo-Embryo vorhanden ist, sowie drei Eizellen gerade punktiert wurden (von 2 unterschiedlichen Frauen). Also flogen wir dann nach Warschau. Dort angekommen ging es gleich Richtung Klinik, wo Chris zum zweiten Mal Sperma abgeben musste, da die Eizellen mit frischem Sperma befruchtet werden sollten. Dann hatten wir eine Diskussion bezüglich des Transfertermins und der Anzahl der zu transferierenden Eizellen. Da wir bereits am Sonntagvormittag wieder Richtung Deutschland fliegen mussten, blieb nicht viel Zeit. Er bot uns an, den Transfer am Sonntagvormittag zu machen. Seine Klinik hat normalerweise Sonntags geschlossen, aber wegen uns würde er eine Ausnahme machen. Oder aber wäre am Samstag der Transfer, dann wüsste er jedoch nicht, wie sich die Eizellen entwickelt hätten. Wir entschieden uns dann für den Transfer am Samstag, da Ines sich dann anschliessend noch ein bischen ausruhen könnte. Dr. Lewandowski bot uns an, 3 oder 4 Embryonen zu transferieren, wenn Ines bei einer Drillingsschwangerschaft eine Reduktion vornehmen lässt. Wir baten um Bedenkzeit und wollten ihm dass dann am nächsten Tag vor dem Transfer mitteilen. Im Gespräch ergab sich dann noch, dass wir am Freitagabend nochmals anrufen sollten und Samstagvormittag ebenfalls. Allerdings einigten wir uns dann auf einen Anruf am Samstagvormittag. Gesagt getan, Samstags riefen wir dann aus der Altstadt an. Am Telefon wurde Chris erstmal angefahren Mit den Schmids hat man nur Ärger. Chris wollte was sagen, aber Dr. Lewandowski sagte dann nur, dass der Transfer um 15.15 Uhr sei und legte auf (?).
Wir liesen uns dann frühzeitig vom Hotel aus mit einem Taxi zur Klinik fahren, dort begrüßte uns Joanna. Sie fragte warum wir nicht auf das Taxi von der Klinik gewartet haben, davon wussten wir jedoch nichts, da uns Dr. Lewandowski nichts gesagt hat.
Dr. Lewandowski sagte uns dann, dass der Kryo-Embryo das auftauen überlebt hat und von den Eizellen habe sich alle befruchten lassen, eine sei jedoch später abgestorben, wahrscheinlicher Grund ist die Spermaqualität (?).
Die anderen beiden befänden sich im Vorkernstadium, würden aber toll aussehen. Ines Schleimhaut sollte nochmals gemessen werden, was jedoch nicht möglich war, da die Blase zu voll war. Also Blase entleeren und der nächste Versuch, was auch funktioniert hat. Die Gebärmutterschleimhaut war okay. Dann gingen wir gemeinsam ins Labor, dort wurden uns die Embryonen gezeigt und wir erhielten die obligatorischen Fotos. Wir gingen dann in den Transferraum, dort wurde Ines vorbereitet. Der Transfer verlief leider nicht ganz problemlos, am Transferkatheter war vorne Blut, dies war bei all unseren Versuchen das erste Mal passiert. Dr. Lewandowski sagte uns, dass das nicht schlimm sei.
Ines musste dann ca. 15 min. liegen, zwischendurch kam eine Schwester und der Doc und fragten nach dem Wohlbefinden von Ines. Nach dieser Zeit konnte Ines dann aufstehen und wir konnten die Klinik verlassen
Am Sonntagmorgen fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen, dort angekommen lief eine Mitteilung, dass unser Flug um 12 Stunden verschoben wurde. Also mussten wir uns die gesamte Zeit am Fughafen aufhalten. Abends gegen 23.00 Uhr ging es dann zum Glück Richtung Frankfurt.
Bis zum Schwangerschaftstest rief uns Dr. Lewandowski 2-mal an. Ines hat dann nach 16 Tagen einen Schwangerschaftstest gemacht, Ergebnis negativ. Dies teilten wir Dr. Lewandowski per E-Mail mit. Wir bekamen dann per E-Mail mitgeteilt, dass wir zwei Tage später nochmals einen Test machen sollten, dieser war auch wieder negativ.
Auch das Ergebnis haben wir wiederum Dr. Lewandowski mitgeteilt. Bis heute warten wir noch auf eine Rückmeldung (4 Wochen sind seitdem vorbei). Nach ein paar Tagen setzten die Blutungen bei Ines ein. Die Blutung wollte jedoch nicht aufhören. Ines blutete insgesamt 16 Tage. Unser Frauenarzt gab Ines daraufhin Medikamente um die Blutung zu stoppen. Ergebnis dieser Blutung ist eine Anämie bei Ines, welche nun mit Eiseninfusionen therapiert werden muss.
Als Resumee bleibt für uns, dass die Vorbereitung schlecht verlief. Der Kontakt mit Dr. Lewandowski verlief per E-Mail ebenfalls schlecht. Sicherlich gibt sich Joanna viel Mühe, allerdings kann das die scheinbar nicht vorhandenen medizinischen Kenntnisse nicht kompensieren. Wir bekamen nie direkt eine Antwort von Dr. Lewandowski auf unsere Anfragen. Vom Vorgespräch bis Transfer waren ca. 3 Monate Zeit, in dieser Zeit war es nicht möglich, dass Eizellen für uns gewonnen wurden, stattdessen mussten wir uns mit Embryonen im Vorkernstadium begnügen, wo es nicht mal sicher war, ob such diese überhaupt weiter entwickeln. Das Verhalten nach der Mitteilung des Negativ war unserer Meinung nach ebenfalls negativ. Gerade Repro-Mediziner sollten wissen, wie es den Paaren nach einem negativen Test geht. Die Paare benötigen in diesen Situationen Unterstützung auch durch die Mediziner, das macht unserer Meinung nach einen guten Arzt aus. (siehe Bericht Eizellspende als Dienstleistung)
In dem 1. Bericht über den Klinikbesuch haben wir ja sehr viel positives über die Klinik geschrieben, dazu stehen wir auch jetzt noch. Allerdings ist zu dem vielen positiven inzwischen auch viel negatives gekommen und dass betrifft unserer Meinung nach den weitaus wichtigeren Teil der Behandlung.
Dies war unser Transfer- und Vorbereitungsbericht zu unserem Transfer in Warschau. Uns ist bewusst, dass es nicht von jeder Klinik nur positives zu berichten gibt. Es ist unserer Meinung nach aber umso wichtiger auch das negative darzustellen, denn nur so können sich die betroffenen Paare eine umfassende Meinung über eine Klinik bilden.
Für Eure Klinikwahl wünschen wir Euch das richtige Händchen und viel Glück.
Auch wenn wir diese negativen Erfahrungen machen mussten, werden wir nicht aufgeben. Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und werden weitermachen bis zur Erfüllung unserer größten Wunsch. Bis dahin ist jetzt jedoch erstmal wieder sparen angesagt.
Ines & Chris