Wir wurden morgens von Joanna am Hotel abgeholt. Dr. Lewandowski meinte abends am Telefon, dass der Weg etwas zu kompliziert sei und er befürchtete, dass wir seine Klinik evtl. nicht finden würden.
Auf der Fahrt erfuhren wir von Joanna, dass die Klinik sehr erfolgreich ist und sie meistens an 6 Tagen in der Woche arbeiten.
Als wir dann an der Klinik ankamen, hatte man das Gefühl, es handelt sich um ein Hotel. Der Platz vor dem Eingang ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Es gibt dort einige Parkplätze aber auch einen kleinen Garten mit Rosen und anderen Pflanzen. Unser Eindruck von aussen war, dass die Klinik sehr aufgeräumt wirkt und Wert auf Details gelegt wird.
Nach dem wir die Klinik dann betraten, wurden wir in die Cafeteria gebeten, dort sollten wir auf Dr. Lewandowski warten. Man sieht überall in der Klinik die Erfolge, Bilder mit Kindern. Die Mitte der Klinik bildet ein großer Olivenbaum. Nach kurzer Wartezeit kam dann Dr. Lewandowski. Er begrüßte uns, teilte aber gleich mit, dass er erst nochmals kurz weg muss. Joanna führte uns dann in die Labors. Das IVF-Labor wird von seiner Frau selbst geleitet. Die Räume sind sehr sauber und was wir als medizinischer Laie feststellen konnten, ist das Labor auf dem neuesten Stand. Warum durften wir mit normalen Strassenschuhen und Bekleidung ins Labor? In anderen Kliniken mussten wir immer Schutzkleidung anziehen.
Wir warfen einen ersten Blick auf seine Statistiken.
Nun hatte Dr. Lewandowski endlich Zeit für uns. Der Rundgang, bei dem er uns seine gesamte Klinik zeigte, dauerte bestimmt eine halbe Stunde. Die Patientenparkplätze sind bewacht und die Klinik hat einen eigenen Wachdienst, ausserdem hat die Klinik eigene Wasservorräte und Stromgeneratoren für den Fall der Fälle. Das gesamte Gebäude ist klimatisiert. An seiner Statistikwand erklärte uns Dr. Lewandowski, dass die Eizellspenden fast ausschliesslich von Frauen kommen, die selbst eine IVF-Behandlung machen müssen. Es gibt vereinzelt Frauen, die sich nur als Spenderin zur Verfügung stellen. Es sind wirklich im Schnitt jederzeit 80 – 90 Frauen stimuliert, allerdings sind von diesen Frauen nur ca. 10% – 20% für eine Spende geeignet. Auf der Tafel werden alle wichtigen Informationen über den Transfer aufgeführt, Alter, Anzahl der Eizellen, Befruchtungsrate, Methode, Erfolg. Es war zu sehen, dass die Stimulation nicht übertrieben erfolgt, es gibt Frauen, die weniger als 10 Eizellen haben, manchmal geht das bis zu knapp 20 Eizellen. Als Spenderinnen wählt er etwas ältere Frauen, so zwischen 26 und 32 aus. Sicherlich ist diese Statistik eindrucksvoll, allerdings kommt es dabei auf jedes Paar selbst an, was es aus dieser Statistik macht. Wir sind nicht gerade diejenigen, die sich von Statistiken so leicht beeindrucken lassen.
Die Klinik hat eigene Labors für Blutuntersuchungen sowie eine Möglichkeit, auch Nabelschnurblut nach der Geburt zu konservieren.
In seinem Büro haben wir uns dann noch eine ganze Weile über Eizellspende unterhalten.
Die Behandlung erfolgt im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken leider nicht so planbar. Das liegt aber daran, dass er, nach seiner eigenen Aussage nur beste Embryonen transferiert. Man bekommt auch von Beginn an keine eigene Spenderin zugeteilt, daher ist der Ablauf halt anders
Er ist ein sehr stolzer Arzt, er ist stolz auf seine Klinik, was er auch wirklich sein kann, er ist stolz auf seine Erfolge. Er verlangt von seinem Personal großen Einsatz, dafür hat das Personal aber auch gute Verdienstmöglichkeiten.
Was uns aufgefallen ist, dass das Personal in der Klinik leider nicht immer englisch spricht, das wäre unserer Meinung nach aber gerade in den Bereichen wichtig, in denen ausländische Paare behandelt werden.
Besonders Stolz ist Dr. Lewandowski auf den Garten, den er selbst angelegt hat. Auch innerhalb des Gebäudes sieht man immer wieder Pflanzen, die das ganze Bild abrunden.
Für die Patienten steht ein Fahrservice zur Verfügung, falls dieser mal unterwegs sein sollte, dann bekommt man ein Taxi gerufen, welche sehr preiswert in Polen sind. Laut der Aussage von Dr. Lewandowski gibt es in der Nähe einige Hotels oder Pensionen. Wenn gewünscht wird einem bei der Suche geholfen.
Wenn man das ganze nun mit etwas Abstand betrachtet, hatten wir alles in allem einen positiven Eindruck von der Klinik Novum, von Dr. Lewandowski und seinem Personal.
Was wir Euch noch mitgeben wollen, überlegt Euch, ob Ihr nach Polen fliegt oder mit dem Auto fahrt. Wir hatten keine Angst, dass unser Auto geklaut wird, dass ist nicht das Problem. Das Problem sind die Strassen, wir sind nach Warschau über Dresden gefahren und da gibt es ab der Grenze bis kurz vor Warschau keine Autobahn, was ca. 400 km sind. Das ist ziemlich nervig, da man max. 90 km/h fahren darf, wobei man bei dieser Geschwindigkeit von jedem einheimischen überholt wird. Auch die Strassenzustände lassen sehr zu wünschen übrig.
Falls uns noch irgendwas einfällt, werden wir das dann in den nächsten Tagen noch ergänzen.
Ines & Chris
1. Anmerkung:
Wenn Dr. Lewandowski Blutuntersuchungen von Euch haben möchte, fragt bitte nach, ob Ihr das bei Ihm machen lassen könnt. Denn die Preise hier sind dafür total überzogen im Gegensatz zu Polen