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Warum Eizellenspende?

  • IngaN
  • 9. Dezember 2004 um 23:03
  • IngaN
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 9. Dezember 2004 um 23:03
    • #1

    Hallo, Ihr Lieben,

    ich fange gerade erst an, mich mit dem Thema Eizellenspende auseinanderzusetzen und würde mich über anregende Gedanken von Euch sehr freuen.

    Wie kommt Ihr damit zurecht, nicht die genetische Mutter zu sein?

    Wisst Ihr, wie die Eizellenspenderinnen aussehen, was sie machen, warum sie gespendet haben?

    Sucht ihr bei Euren Kindern nach Merkmalen dieser Frau?

    Habt ihr Euch die Spenderin ausgesucht? Wenn ja, nach welchen Kriterien?

    Wie erklärt ihr euren Kindern, wie sie entstanden sind?

    Waren Kinderlosigkeit oder Adoption Alternativen für Euch, die Ihr dann aber zugunsten der IVF mit Eizellenspende verworfen habt?

    Fragen über Fragen.... ich freue mich auf Eure Antworten.

    Liebe Grüße Inga

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 10. Dezember 2004 um 12:21
    • #2

    Warum Eizellenspende?

    Liebe Inga,

    ich hatte gerade meine Tochter auf dem Arm, als ich dein Posting gelesen habe.

    Sie ist jetzt gerade 6 Wochen und 2 Tage alt. Wir haben sie als Embryo "adoptiert" (wie immer man das ausdrücken möchte). Ich bin übrigens im 1. Versuch schwanger geworden. Wir waren in Valencia (IVI).

    Ich selbst kann keine Kinder bekommen, da ich keine Eizellen (mehr) produziere. Dies wurde mir gesagt, als ich 31 Jahre alt und gerade frisch verheiratet war (jetzt bin ich 35).

    Für meinen Mann und mich war grundsätzlich Adoption eine Alternative. Wir wollten jedoch ein kleines Kind und möglichst einen Säugling. Wir haben uns dann auch auf eine Warteliste in Deutschland setzen lassen und uns gleichzeitig über Auslandsadoption informiert.

    In der Zwischenzeit haben wir durch Zufall erfahren, dass es überhaupt so etwas wie Embryospende gibt (Eizellspende wollten wir nicht). Ich habe erst sehr gezweifelt, wobei mein Mann ziemlich schnell begeistert war. Ich wollte aus den von dir genannten Gründen lieber "konventionell" adoptieren. Wir haben uns dann 2 Kliniken angesehen und als wir aus Valencia wieder kamen, war auch für mich klar, dass wir es zunächst mit der Embryospende versuchen. Wenn auch dies nicht klappt, hätten wir höchstwahrscheinlich aus dem Ausland adoptiert.

    Soviel zu meiner Vorgeschichte. Zu deinen Fragen: Ja, ich denke schon manchmal daran, wie die genetische Mutter wohl aussieht. Insbesondere die ersten Tage nach der Geburt habe ich mich das gefragt. Je mehr ich jedoch merke, dass die Kleine auf mich als Mutter reagiert (mich anlächelt, sich ankuschelt, etc.) desto unwichtiger wird das.

    Was grundsätzlich das Aussehen angeht, erkennt niemand, der es nicht weiß, dass sie nicht unser genetisches Kind ist. Alle sagen: sie sieht aus wie ihre Mutter (also ich). Das ist ja keine Lüge, denn ich fühle mich als ihre Mutter - auch wenn es da noch eine andere Frau gibt, deren Gene sie in sich hat. In Valencia werden einige grundsätzliche physiologische Merkmale abgefragt (Größe, Gewicht, Augen- u. Haarfarbe, etc.). Uns wurde gesagt, dass diese mit dem Spenderpaar übereinstimmen bis auf die Augenfarbe der Spenderin. Es ist klar, dass je mehr Merkmale übereinstimmen sollen (das wird von dem Empfängerpaar fest gelegt), die Suche nach passenden Embryos schwieriger wird und länger dauert. Bei uns ging es sehr schnell, wobei wir sicherlich auch sehr, sehr viel Glück hatten.

    Für meinen Mann und mich ist klar, dass wir unsere Tochter über ihr Entstehen aufklären. Wann, wissen wir noch nicht. Wir werden hierzu sicherlich noch Rat (z. B. von einem Kinderpsychologen) einholen. Mein Mann und ich sind dem Paar, das sie uns als Embryo gespendet hat (das wir nicht kennen - die Spende ist komplett anonym), sehr, sehr dankbar. Wir werden versuchen, unserer Kleinen zu vermitteln, dass ihre genetischen Eltern sehr liebe Menschen sind, die selbst keine Kinder mehr bekommen konnten und uns geholfen haben, zu einer Familie zu werden.

    So - das war sehr ausschweifend. Ich könnte noch stundenlang hierzu etwas schreiben. Wenn du möchtest, kannst du mich auch gerne privat anmailen. Ich tausche mich sehr gerne über dieses Thema aus.

    Liebe Grüße von

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

  • IngaN
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 14. Dezember 2004 um 22:56
    • #3

    Embryospende

    Liebe Narzisse, hab vielen Dank für Deine ausführliche Mail - ich freue mich sehr, dass es bei Euch geklappt hat und Ihr Eure Tochter im Arm halten könnt.

    Von einer Embryospende habe ich bis dato noch nichts gewusst, das wäre sicherlich eine interessante Alternative, wobei wir den Grund unserer Unfruchtbarkeit kennen: Meine Eizellen sind aufgrund eines genetischen Defektes fast alle nicht einnistungsfähig.

    Aus Deinen Schilderungen entnehme ich - bitte verstehe das nicht falsch - dass eine Embryospende ein "Zwischending" zwischen Adoption und leiblichem Kind ist. Der entscheidene Unterschied ist wohl die Mutterschaft, die Möglichkeit, das Kind selbst auszutragen.

    Bei mir und meinem Partner gehen die Vorstellungen im Moment auseinander, wie wir weitermachen wollen. Deshalb auch die vielen Fragen. Mein Herz hängt im Moment eher an der Adoption, mein Partner möchte lieber eine Eizellenspende.

    Wie lang sind denn die Wartezeiten in Valencia, wie ist das Procedere? Ich hatte die letzte IVF im September und habe im Moment eine leichte Aversion gegen Hormone (ich vertrage die sehr schlecht). Darüber würde ich gerne mit Dir :roll: telefonieren. Schreibe mir doch bitte Deine Telefonnummer durch, dann rufe ich Dich an.

    Ganz liebe Grüße
    Inga

  • Narzisse2
    8-Zeller
    Beiträge
    151
    • 15. Dezember 2004 um 15:05
    • #4

    Warum Eizellenspende?

    Liebe Inga,

    bitte nimm es mir nicht übel, dass ich dir nicht (gleich) meine Telefonnummer gebe. Du kannst mich aber gerne alles via e-mail hier übers Netz (dafür musst du einfach nur den Button pn für private Nachrichten drücken) fragen.

    Was die Hormone angeht, ist eine Eizell- oder Embryospende nicht mit einer IVF zu vergleichen, sondern harmloser. Da ich selbst keinen eigenen Zyklus habe, wurde bei mir lediglich die Schleimhaut mit Östrogen aufgebaut (das dauerte ca. 2 Wochen). Allerdings war die Embryospende ein Kryotransfer, d. h. der Termin war genau geplant. Bei der Eizellspende in Valencia läuft das etwas anders ab. Hier kommst du ja auf eine Warteliste für frische Eizellen. Genaueres hierzu würde ich an deiner Stelle unter Kliniken "Valenica" nachlesen.

    Irgendwie hast du mit dem "Zwischending" schon recht... Bei meinem Mann und mir ist es übrigens auch so, dass es "nur" an mir liegt. Wir wollten aber beide - wie bei einer Adoption - den gleichen Bezug zum Kind haben, daher wollten wir keine Eizellspende.

    Ein großer Vorteil der Embryospende für mich ist auf jeden Fall das Erleben der Schwangerschaft und Geburt. Es war eine total schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Außerdem glaube ich, dass das Kind schon in der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt sehr viel mitbekommt (gutes wie negatives). Bei einem Adoptivkind ist da sicherlich einiges nachzuholen. Ich hätte mir das aber zugetraut, mein Mann eher nicht.

    Vielleicht kannst du dich mit deinem Mann so einigen, dass ihr euch über beides näher informiert (z. B. zu einem Erstgespräch nach Valencia fliegen und ein Adoptionsseminar besuchen). Ich wünsche dir und deinem Mann jedenfalls alles Gute bei der Suche nach einem Weg zu eurem Wunschkind.

    Alles Liebe

    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)

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