Infertilitätsfachleute aus der ganzen Welt bestätigten, dass die komplexen Vorgänge während der ART (Assisted Reproductive Techniques) und IVF (In-Vitro Fertilization) im Hinblick auf das Zustandekommen einer Schwangerschaft maßgeblich durch die Aktivierung von LH/hCG-Rezeptoren im Uterus, in den Eileitern und in den Embryos im Frühstadium gefördert werden.
Diese Rezeptorwirkung kann in der Tat so stark beeinflussend wirken, dass hierdurch Fehlgeburten und vorzeitige Geburt verhindert werden können. Neue Daten zeigen weiterhin an, dass hCG/LH-Aktivierung die Blutzirkulation im Endometrium positiv beeinflusst, was wiederum die erfolgreiche Ei-Implantierung fördert. Die meisten Fachleute haben bereits die Bedeutung der LH-Aktivität bei der intra-uterinen Stimulierung im Follikelstadium erkannt. Die neuesten Daten konzentrieren sich jedoch auf die Vorgänge in den nicht-gonadalen Organen, die maßgeblich am Schwangerschaftsprozess beteiligt sind und in denen sich eine erhöhte Anzahl von LH/hCG-Rezeptoren befindet.
"Wir sind im Begriff, eine Änderung der alten These herbeizuführen, der zufolge LH und hCG ausschließlich keimdrüsenregulierende Hormone darstellen. Die 'anderen' im Körper verteilten Rezeptoren werden jetzt bei der Verbesserung der IVF-Schwangerschaftsrate im Sinne einer Ganzkörperbehandlung eingesetzt", sagte Professor C.V Rao vom Department of Obstetrics, Gynecology and Women's Health an der University of Louisville im US-amerikanischen Bundesstaat Kentucky. So weisen die menschlichen Eileiter zum Beispiel die höchste Dichte an LH/hCG-Rezeptoren in den Epithelzellen auf, die die Gametenreifung, Befruchtung und das frühe Embryowachstum sowie die Entwicklung und den intrauterinen Transport des Embryos fördern.
Die von den Wissenschaftlern gezogene Schlussfolgerung ist, dass eine Beeinflussung der Organe, die mit dem Fortpflanzungssystem zusammenwirken, eine Stärkung der frühen Entwicklungsstufen von Embryos herbeiführen und Fehlgeburten bei künstlichen Befruchtungen verhindern helfen kann.
Diese neuen Daten sind von besonderer Bedeutung für das Fertilitätspräparat MENOPUR, dass aus einer Kombination des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des Lutein-Hormons (LH) besteht -- ähnlich der Zusammensetzung, die auch im natürlichen Fortpflanzungszyklus eine Rolle spielt. Bei MENOPUR wird die LH-Aktivität im wesentlichen vom Hormon hCG hergeleitet, das ebenfalls im Produkt natürlich auftritt.
Die im heutigen Symposium vorgestellten Daten unterstützen aber auch die Ergebnisse, die in der Mai-Ausgabe von Fertility and Sterility veröffentlicht wurden. Diese Ergebnisse hatten nahe gelegt, dass Frauen, die sich einer IVF-Behandlung unter Zusatz von MENOPUR unterzogen, eine erheblich höhere Chance hatten, schwanger zu werden.
Diese Veröffentlichung beruhte auf einer Teilanalyse der grundlegenden EISG-Studie (European-Israeli Study Group). Diese Studie wurde unternommen, um die Gleichwertigkeit von MENOPUR (HP-hMG) im Vergleich mit GONAL F (rFSH, Serono-Gruppe) in mehr als 700 IVF- und ICSI-Patienten nachzuweisen. Dabei wurden die folgenden Ergebnisse festgestellt: die fortgesetzte Schwangerschaftsrate bei 233 Frauen, die sich einer IVF-Behandlung unterzogen, war bei der MENOPUR-Gruppe bedeutend höher (31%) als bei der GONAL-F-Gruppe (20%), (p=0.037) -- ein Unterschied von 50%.
Diese Studienanalyse hat aber auch gezeigt, dass MENOPUR einen eindeutig positiven Effekt auf die Schwangerschaftsraten bei Frauen, die sich einer IVF-Behandlung unterzogen, hatte. Und das, obwohl bei der MENOPUR-Gruppe im Vergleich zu GONAL-F eine geringere Zahl von Oozyten erhalten wurden.
Den Ergebnissen der Teilanalyse zufolge haben ausreichende hCG-Niveaus bei der Behandlung mit MENOPUR eine positive Wirkung auf die fortgesetzte Schwangerschaft sowohl bei IVF- als auch bei ICSI-Patienten. Der Effekt ist aber bei IVF-Patienten deutlicher ausgeprägt.
Die Autoren der Teilanalyse sahen aber auch, dass der bei IVF-Patienten belegte positive Effekt der LH-Aktivität in MENOPUR durch Eihügel-Zellen hervorgerufen werden kann. Diese Zellen liegen bei der IVF, jedoch nicht beim ICSI-Verfahren vor. Eine multinationale Vergleichsstudie wurde initiiert, mit der die Ergebnisse der Teilanalyse bestätigt und die Überlegenheit von MENOPUR im Vergleich zu GONAL F für die andauernde Schwangerschaftsrate in IVF-Patienten gezeigt werden soll. Diese unter dem Namen MERiT durchgeführte Studie ist die größte internationale Überlegenheitsstudie, mit der MENOPUR und GONAL F in IVF-Patienten verglichen werden.
Quelle: Ferring