Viagra steigert Geburtenrate bei künstlicher Befruchtung
Viagra soll einer neuen medizinischen Studie zufolge nicht nur männliche Erektionen hervorrufen. Bei Frauen führe der Wirkstoff Sildenafil zu einer Steigerung der Schwangerschafts- und der Geburtenraten bei künstlicher Befruchtung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung mit 91 Patientinnen, die Univ.-Prof. Wilfried Feichtinger, medizinischer "Co-Vater" des ersten österreichischen "Retortenbabys", am Wiener Wunschbaby-Zentrum durchgeführt hat.
Behandelt wurden Patientinnen, deren Erfolgsaussichten bei einer künstlichen Befruchtung wegen zu geringer Dicke der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) als schlecht eingestuft worden waren. Ihr Alter lag bei 30 bis 40 Jahren. Das Wirkprinzip von Viagra, eine Blutgefäßerweiterung hervorzurufen, wurde dabei auch bei der Anwendung an der Frau genutzt. Die Erweiterung der Blutgefäße führt zu einem Wachstum der für die Einnistung wichtigen Gebärmutterschleimhaut.
Implantationsrate gestiegen
Die vaginale Verabreichung von Viagra habe eine signifikante Steigerung der Implantationsrate um 16,7 Prozent im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe (10,2 Prozent) bewirkt, teilte Feichtinger am Donnerstag mit. Unter Implantationsrate versteht man die Rate der intakten Schwangerschaften pro eingesetzten Embryo, bei dem im Ultraschall eine intakte Herzaktion nachweisbar ist. Auch die Geburtenrate war bei den mit Viagra behandelten Frauen höher, obwohl Patientinnen ausgewählt worden waren, die von vornherein schlechtere Erfolgschancen hatten, so Feichtinger.
Der Einsatz von Viagra sei für Frauen mit zu geringer Endometrium-Dicke eine gute Therapie auf dem Weg zum Wunschbaby. Laut Feichtinger sind rund 20 Prozent aller Patientinnen über 38 Jahre vom Problem schwacher Gebärmutterschleimhaut betroffen. Bei Raucherinnen liege der Anteil sogar bei 40 bis 50 Prozent. "Die bisherigen Ergebnisse machen Mut, weitere Studien in dieser Richtung zu unternehmen", so der Mediziner.
Quelle: http://www.netdoktor.at