Hallo Allerseits,
mit der etwas provokanten Überschrift möchte ich die Diskussion anregen,
denn eines sei zunächst bemerkt: Sicherlich gibt es auch in Deutschland sehr gute Ärzte und Kliniken (wir haben leider nur keine kennen gelernt), so dass ich auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren will. Eine pauschale Herabsetzung / Beurteilung der Ärzte wäre unfair und ist also nicht von mir beabsichtigt.
Aber: Da die Zeit, die Nerven und das Geld für viele Paare oftmals recht begrenzt sind, müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden, d.h. man muss sich fragen, ob man in Deutschland weiter machen will, oder im Ausland andere Behandlungsarten ausprobieren soll.
Meine Erfahrungen waren in Deutschland durchweg negativ. Um Euch die unselige Geschichte zu ersparen, hier nur einige Beispiele:
- Ein "Experte" für ICSI hat es nicht einmal geschafft uns einen ungefähren Kostenvoranschlag zu geben. Außerdem machte er weitere Spermiogramme, die m.E. unnötig waren, da vorherige Ergebnisse vorlagen. "Zufällig" waren seine Ergebnisse (im Gegensatz zu den vorherigen Messungen) negativ, so dass nur die teure ICSI-Behandlung infrage kam.
- Eine "Spezialklinik" wollte uns nach der Behandlung die notwendigen Informationen über den Ablauf und die Diagnosen nicht bzw. nur teilweise geben. Wir benötigten diese Unterlagen für die weitere Behandlung, bekamen aber nur einen lieblosen Wisch mit ein paar Stichworten.
- Ein anderer "Experte" kassierte für ein Spermiogramm über 700 DM ab, führte Positionen in seiner Rechnung auf, die falsch waren und berechnete dann noch "Schwierigkeitsaufwände".
Insgesamt waren die IVF-/ICSI-Bahandlungen nicht erfreulich, nicht erfolgreich und teuer.
Nun sind wir im letzten Jahr ins Ausland (Tschechien, Olomouc) gefahren und hatten gleich beim ersten Versuch Glück, d.h. meine Frau wurde schwanger (jetzt ist sie im 5. Monat) - ich sage bewusst, dass wir Glück hatten, denn Wunder oder eine Garantie darf man auch im Ausland natürlich nicht erwarten. Dennoch konnte man uns vorab die Kosten nennen, unnötige Untersuchungen gab es nicht und die Unterlagen bzw. Informationen waren hilfreich. Nach meinen Erfahrungen würde ich keine Zeit und kein Geld mehr in Deutschland verschwenden. Das klingt sicherlich hart und ist - wenn es denn andere Paare auch so machen - für all die guten Ärzten in Deutschland sicherlich bitter. Nur es hilft alles nichts: Jede Frau, die schon einmal in Behandlung war/ist, weiß welche Strapazen sie auf sich nehmen muss. Der Mann steht psychisch sicherlich genauso unter Druck. Also entscheidet man sich für die (aus subjektiver Sicht) erfolgversprechendere Behandlung.
Die Ärzte trifft auch nur eine begrenzte Schuld, denn in Deutschland sind viele Behandlungsmethoden verboten und eine Adoption ist oftmals gar (mehr) nicht möglich. Mich würde interessieren, wie Ihr es seht und freue mich auf eine (kontroverse) Diskussion.
Viele Grüße
Roland