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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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  3. mumtobe2011

Beiträge von mumtobe2011

  • Wieviele befruchtete Ez wurden euch eingesetzt ?

    • mumtobe2011
    • 26. April 2012 um 16:06

    Re: Wieviele befruchtete Ez wurden euch eingesetzt ?

    Hallo Elpida,

    aus welchen Gründen hat Dein Arzt Dir zu einem SET geraten?

    Ich bin mit einem Single Embryo Transfer bei meiner ersten EZSP bei Dr. Aizpurua schwanger geworden und mein Sohn ist nun 8 Monate (habe jedoch schon eine 5jährige Tochter). Auch Dr. Aizpurua hatte mir damals zu einem SET geraten (Alter, bereits ein Kind, extreme Übelkeit (9 Monate) in der ersten Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörung, etc.).

    Letztlich ausschlaggebend beim Transfer ob 1 oder 2 war die Tatsache, dass ich mir und wir uns eine Zwillingsschwangerschaft nicht zugemutet haben - aus vielen verschiedenen Gründen. Das werden alle glücklichen Zwillingseltern sicherlich anders sehen, aber ich hatte mehr Respekt vor einer Zwillingsschwangerschaft, als dass ich mich von der besseren Schwangerschaftsrate unter Druck gesetzt habe.

    Beim Transfer von 2 Embryonen ist die Chance einfach da, dass man Zwillinge bekommt. Und wenn man sich das gar nicht vorstellen kann oder es gesundheitliche Risiken mit sich bringt, dann darf man auch nur einen Embryo transferieren lassen. Hängt aber sicherlich auch von der Qualität der Embryonen ab.
    Bei mir war einer "herausragend" und der kleine Mann schläft jetzt oben. Das war halt Rieeeesenglück (und gute Embryologen :-))

    Ich persönlich finde, bei der Frage "1 oder 2" einsetzen lassen, hilft einem die Statistik wenig weiter.
    Auch wenn der Prozentsatz geringer ist, tatsächlich Zwillinge zu bekommen, ist er doch da und man muss halt abwägen, was man möchte und schaffen kann. Mit allem, was dazu gehoert.

    Ich weiss, dass ich jetzt natuerlich leicht reden habe, weil es beim ersten Mal geklappt hat.

    Aber eine Ärztin, die bei dem Vorgespräch kurz vor dem Transfer dabei war hat es für mich damals sehr deutlich auf den Punkt gebracht:
    "Wenn für Sie und Ihren Mann eine Zwillingsschwangerschaft überhaupt nicht vorstellbar ist, dürfen Sie auch nur einen Embryo transferieren lassen. Auch wenn sich die Chancen auf eine Schwangerschaft dadurch verringern".

    Wünsche Dir viel Glück und die für Dich/Euch richtige Entscheidung

    MumToBe

  • bin auch neu hier und habe sehr viel Angst!!!!!!!

    • mumtobe2011
    • 10. April 2012 um 14:42

    Re: bin auch neu hier und habe sehr viel Angst!!!!!!!

    Liebes Pünktchen,

    willkommen!

    Ich denke, dass viele diese Ängste hatten und ich bin eine von denen, die sogar die ganze Schwangerschaft über die totale Panik hatte, das richtige getan zu haben. Bis zur Entbindung war es die reinste Hölle (ich habe noch eine 5 jährige "genetisch eigene" (furchtbare Beschreibung) Tochter und ich war die gesamte Schwangerschaft über total verzweifelt, ob ich das Glück zu sehr rausgefordert habe.

    Habe meine ganze Behandlungsgeschichte (mit allen Höhen und Tiefen) im gleichnamigen Ordner niedergeschrieben - Du kannst ja mal lesen (ist zu viel Text, um das noch mal hier rein zu kopieren :)
    Vielleicht hilft es ja ein bisschen zu sehen, dass auch andere Angst hatten und jetzt sehr, sehr glücklich und verliebt sind!

    Auch ich war in Alicante (bei Dr. Aizpurua) und das Ergebnis ist mittlerweile 8 Monate und schläft gerade.

    Aus heutiger Sicht war es der beste Schritt meines Lebens und ich liebe meinen Sohn über alle Massen und ich bin noch immer voller Dankbarkeit, dass ich diesen Schritt gegangen bin und würde es immer wieder tun.

    Ganz viel Glück!

    Mumtobe

  • EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    • mumtobe2011
    • 20. Februar 2012 um 13:45

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Glucke,

    es gibt glaube ich irgendwie nie den "perfekten" Altersunterschied. Ich wollte auch nie eine so grosse Lücke zwischen den Kindern haben, aber man kann es halt nicht immer erzwingen. Und wir haben natuerlich viel Zeit verstreichen lassen mit IVF und ICSIs und erst dann von der Möglichkeit der EZSP gehoert. Tja, und diese Reise hat bekanntlich etwas länger gedauert.

    Heute kann ich sagen, dass ich 5 Jahre Altersunterschied bis jetzt noch genial finde.
    Die Kleine ist im Kindergarten und ich kann mich völlig entspannt um den Junior kümmern. Ausserdem ist die Grosse schon so selbständig, dass ich auch nicht alles 2 x zur selben Zeit machen muss. Die Grosse versteht halt auch viel besser, wenn sie mal ganz kurz warten muss.

    Bezüglich Deiner Eizellen: wie sind denn die derzeitigen Werte? FSH/AMH usw.

    Es gibt ANGEBLICH eine neue Methode in den USA (genaueres weiss ich allerdings nicht), die nach langer Vorbereitung darauf hinarbeitet, die noch wenigen "brauchbaren" Eizellen zu mobilisieren. Also: weg von hohen Dosen von Medikamenten, passabler Ausbeute an EZ, aber Null Einnistung wegen unbrauchbar, sondern hin zu einer sehr milden Stimulation mit irgendwelchen anderen Sachen. Wie gesagt, ich kenne mich da nicht so gut aus und es ist relativ neu, kostet viel Geld und wer kann schon längere Zeit in den USA sein?

    Wenn es Dich interessiert: ich habe allgemein viel Gutes über Dr. Smotrich von IFV La Jolla in den USA gehoert.
    Kannst ja einfach mal Deine Werte übermitteln und hören, was sie Dir raten!?!?!?

    Bezüglich "des Wissens anderer nach eurem Kinderwunsch": Es wussten bei uns natuerlich auch viele, dass wir noch ein 2tes Kind wollten. Wir sind jedoch komischerweise nicht so häufig darauf angesprochen worden, da ich ja schon über 40 war. Von daher haben die meissten wohl gedacht: das gibt nix mehr.

    Ein bewährter Standardspruch hat immer direkt für Ruhe gesorgt, wenn doch mal was kam: "Ja, er hat wirklich ganz schoen lange auf sich warten lassen und wir hätten niiiieeemals mehr damit gerechnet, dass wir jemals noch ein Kind bekommen" (was ja auch total stimmt) :)

    Aber ich finde diese ganze Fragerei von Aussenstehenden sowieso total taktlos und unverschämt, dass ich bei 99% der Fragen null Problem hätte, einfach die Hälfte der Wahrheit wegzulassen oder auch ganz dreist zu lügen. Natuerlich nicht bei ganz engen Freunden, oder der Familie, da reichte der Standardspruch.
    Das ist mir natuerlich auch ganz, ganz schwer gefallen, aber ich wollte mein Kind schützen und die "Halbwahrheit" war für einen guten Zweck.

    Es gibt aber auch dann immer noch total dreiste Zeitgenossen, die explizit nachhaken "Ist er denn auf natuerlichem Weg entstanden, oder hattest Du eine IVF?"

    Da habe ich a) null Problem zu lügen und ausserdem b) ICH hatte ja in der Tat keine IVF... also nur ne kleine Lüge.

    Meine Tochter fragt auch "wo kommen denn die Babies her". Da sie erst 5 ist, rette ich mich immer mit den Standardaufklärungssprüchen für dieses Alter.

    Bei uns weiss wirklich niemand von seiner Entstehung: kein Pate, kein Opa, keine Oma - niemand! Man hat schon Pferde vor der Apotheke ko... sehen und ich will absolut jeden Möglichkeit ausschliessen, dass mein Sohn diese Information von auch nur irgendwem ausser uns bekommt.

    Und ausserdem will ich die Möglichkeit haben, mit dieser Zeit und Behandlung mental abzuschliessen, wenn mir danach ist. Das wäre doch furchtbar, wenn ich mir dann von anderen Sprüche anhören müsste: "Und, wie ist denn so das Leben mit dem Kind einer anderen Frau". Leute koennen taktlos sein - das will ich mir und unserem Kind ersparen.

    Ich will auch nicht, dass Aussenstehende vielleicht aufkommende, schwierigen Zeiten (Trotzphase) mit dem Kind auf die Behandlung schieben. Das will ich schön meine Sorge sein lassen - da brauche ich keine externen Berater.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Erfolg.

    Viele liebe Grüsse,

    M.

  • EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    • mumtobe2011
    • 17. Februar 2012 um 09:12

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Glucke,

    mein Gott, du Arme - eine Totgeburt - das ist ja grausam. Das tut mir sehr, sehr leid - wie tragisch. Von daher wünsche ich Dir sehr, dass Du beim Thema EZSP vielleicht einen Weg zu einem weiteren Kind findest.

    Wie alt sind denn Deine beiden anderen Kinder?

    Gerne versuche ich mal, meine Gedanken von damals und heute in Worte zu fassen und Deine Fragen zu beantworten.

    Da sich meine Ansichten, Pläne und Meinungen zumgesamten Thema EZS / Aufklärung mehr oder weniger täglich während der Behandlung und auch in der Schwangerschaft geändert haben, bin ich nun auch hier mit meinen Prognosen etwas zaghafter geworden. Alle Fragen und Antworten gehen ja irgendwie ineinander über und kommen nur zum Tragen, sollten wir ihn über die Spende aufklären.

    Daher fange ich mal mit Deiner letzten Frage an:

    1. Sagen oder Nichtsagen

    Vor der Behandlung war klar: auf jeden Fall sagen aus den schon vielfach im Forum genannten Gründen: Kind hat ein Recht, dieses zu erfahren. So eine Information sollte durch die Eltern und nicht durch irgendeinen Zufall ans Tageslicht kommen usw. und so fort.

    Stand heute: ich weiss es nicht!

    Warum? Der Schwerpunkt und der Blickwinkel haben sich geändert und ich bin mit heutigem Wissen nicht sicher, was für ihn das beste ist.

    Ich bin derzeit noch in der wunderbaren Phase, mein Kind täglich neu kennenzulernen und ich werde das 'Ja und Wie' oder 'Nein, wozu?' intuitiv irgendwann entscheiden. Wie gesagt - meine Meinung ändert sich noch ständig und er ist erst ein halbes Jahr. Habe also noch etwas Zeit.
    Es gibt genügend Gründe, den ein- oder anderen Weg zu gehen.

    Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass es niemand VOR unserem Sohn erfahren wird: nicht unsere Eltern, nicht unsere Freunde, niemand (die Ärzte der Behandlung mal ausgenommen). Dies war unser Weg, der schwer genug war und es soll seine Entscheidung sein, ob er es anderen Menschen irgendwann erzählen möchte.

    Ich sehe überhaupt keinen Grund mit irgendwem anders über die Behandlung zu sprechen. Wozu? Was soll das bringen? Meiner Meinung nach geht das absolut niemanden etwas an und was sollen die Leute auch mit so ner Info anfangen? Meine Schwiegereltern (weit über 70 und auch nicht mehr so gesund) koennten das überhaupt nicht verarbeiten und ich bin sicher, dass sie auch noch nie davon gehoert haben.

    Bis jetzt hat mich noch niemand darauf angesprochen, dass er mir nicht ähnelt, weil er eine kleine Kopie meines Mannes ist und meine Tochter eine totale Kopie von mir... bis jetzt finden das alle lustig und "gerecht" :) Das macht es natuerlich einfacher und ich komme nicht ständig in Erklärungsnot.

    Sollten wir uns entscheiden es zu sagen, wird unser Sohn wie schon gesagt

    a) auf jeden Fall der Erste sein, der es erfährt und auch nur nach
    b) einer gründlicher Vorbereitung

    Obwohl ich ja sonst nicht so ein Fan von Besuchen bei Therapeuten bin, würde ich auch hier vorab die Hilfe und den Rat eines Familientherapeuten in Anspruch nehmen und mich auf jeden Fall mit Literatur eindecken in den Ländern, wo die offene EZS durchgeführt wird und in denen einfach mehr Erfahrung mit dem offenen Umgang vorliegen. Und da habe ich ja auch noch ein paar Jahre Zeit.

    2. Eifersucht auf die Schwester (100% genetisch eigenes Kind)

    Hier sind meiner Meinung nach wir als Eltern gefragt, dieses Thema erst gar nicht aufkommen zu lassen (wie gesagt, wenn wir nicht aufklären, ist der Punkt ja eh kein Thema).

    Ansonsten ist das Thema Eifersucht unter Geschwistern immer ein Thema - auch ohne EZSP.

    Meine Kinder sind vom Charakter her sehr unterschiedlich und man kann heute noch nicht sagen, wie sie mit z.B. 10 Jahren denken oder fühlen werden.
    Bis heute war Eifersucht überhaupt kein Problem. Obwohl der Altersunterschied recht gross ist, lieben die beiden sich abgöttisch. Meine Tochter ist sehr hilfsbereit und der Kleine strampelt und strahlt wie jeck, wenn sie aus dem Kindergarten kommt. Die Kleine spielt total gerne mit ihrem Bruder und ist sehr, sehr stolz. Wenn wir einkaufen gehen, fragt sie immer, ob wir auch alles für ihren Bruder haben.

    Wir verbringen viel Zeit mit den Kindern gemeinsam, aber auch jeder einzelne von uns nur mit dem jeweils ein- oder anderen Kind und das auch ganz bewusst. Ich denke, mehr kann ich den Kindern an dieser Stelle nicht geben und ich hoffe sehr, dass sie beide spüren, dass wir sie absolut gleich gerne haben und uns gleichwertig mit dem ein- oder anderen beschäftigen und auf ihre jeweils altersgerechten Bedürfnisse eingehen.

    z.B. als wir das Baby aus dem Krankenhaus geholt haben, hatte er für seine Schwester ein Geschenk und einen Brief "geschrieben", dass er sich sehr auf sie freut und schon viel von ihr gehört hätte und sich mit einem Geschenk bedanken möchten, dass er ihren Kinderwagen und Bett etc. leihen darf. Das fand sie ganz toll. Ich denke, da haben wir bis jetzt einfach mega Glück gehabt... und ob es so bleiben wird - who knows??

    3. - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?

    Diese Frage habe ich meiner Therapeutin damals in der Findungsphase zum Thema EZSP auch gestellt und die Antwort war: niemand kann ihnen heute sagen, wie ihr Kind reagieren und fühlen wird. Das hängt sehr stark von der Erziehung und Bindung zu ihrem Kind bis zu dem Zeitpunkt ab.

    Wir haben uns damals intensiv mit dem Thema "offene Spende" in den USA beschäftigt und uns sehr bewusst dagegen entschieden. Zum einen wirft das wieder andere Fragen, Sorgen und Nöte auf und zum anderen, konnten und wollten wir uns nicht für eine Spenderin entscheiden. Dann kam noch dazu, dass die Spende in den USA viel mehr ein "Geschäft" ist, als in Spanien. Das war mir zuwider.

    Für meinen Mann war die offene Spende undenkbar. Er sah die Gefahr als zu gross an, dass da immer eine andere Frau mit im Raum schwebt.... Er sah auch die Gefahr, dass ich dann Bindungsprobleme zu dem Kind bekommen könnte, weil die Spenderin viel "greifbarer" wäre, was dann eventuell für die Entwicklung unseres Kindes auch nicht gut gewesen wäre.

    Man kann meiner Meinung nach das Thema EZSP mehr oder weniger "in sein Leben lassen".

    Um es mal ganz egoistisch auf den Punkt zu bringen: wir für uns haben uns entschieden, dass wir eine gespendete Eizelle brauchten und keine "genetische Mutter" für unser Kind. Wenn ich täglich an diese Frau denken würde, würde ich ja verrückt werden. Und ich danke dem Herrn auf Knien, dass ich nicht mehr an die Behandlung denke - die Jahre und Monate waren schlimm genug und ich bin froh, dass ich das alles hinter mir habe.

    Meine Oma hat immer gesagt: Kinder suchen sich den Weg zu Ihren Eltern .... und ich glaube fest daran. Mein Sohn hätte nicht besser "gelingen" und zu uns passen koennen und ich hoffe, dass er auch froh ist bei uns zu sein :)

    Mein Bauchgefühl hat mich damals einfach nach Spanien gezogen - und dieses Land hat sich entschieden, es anonym zu halten. Wie gesagt, es gibt Gründe für beide Wege - offen oder anonym.

    Ich finde Begriffe wie "genetische Mutter" und "genetisch eigenes Kind" übrigens ganz schlimm - auch wenn es sie natuerlich gibt, aber ich denke mit keiner Sekunde an die "genetische Mutter". Ich bin einer mir fremden Frau dankbar, sehr dankbar, die mir durch ihre Eizelle geholfen hat, noch ein Kind zu bekommen. Ich bin schwanger geworden, habe 9 Monate lang von morgens bis abends gespuckt und bin heute die überglückliche Mutter eines wundervollen Sohnes.

    Ich denke auch nicht einen einzigen Tag daran, dass ich die genetische Mutter meiner Tochter bin und "nur" die biologische meines Sohnes. Ich hoffe, dass diese Gefühle ausreichen, meinem Sohn auch nicht eine einzige Sekunde daran zweifeln zu lassen, dass er das größte Wunschkind aller Zeiten ist und wir ihn uns sehr, sehr gewünscht haben.

    Da das Thema Aufklärung ein wirklich sehr, sehr komplexes ist und ehrlich gesagt jede Situation individuell zu betrachten ist und auch jedes Kind anders mit einer solchen Information umgehen würde, kann Dir also heute nicht sagen, was ich tun werde.

    Will auch nicht noch mehr ausschweifen, denn zu dem Thema ist ja schon reichlich geschrieben worden.

    Ob man bei einer Adoption übrigens immer was gutes tut, weiss ich nicht. Auch hier steht ja der Wunsch im Vordergrund, dass man noch ein Kind möchte. Es gibt genügend Adoptivkinder, die den "neuen" Eltern vorwerfen, sie den "alten" Eltern weggenommen zu haben (auch wenn diese - schlimmstenfalls - den ganzen Tag besoffen in der Ecke lagen).

    Und wie denken Kinder (z.B. Asiatische), die schon aufgrund Ihrer völlig anderen Herkunft und Kulturkreis "anders" sind. Im Zweifel lernen sie nie ihre Heimatsprache und sind in Deutschland auch noch evtl. rassistischen Idioten ausgesetzt.

    Kinder zu bekommen und zu haben ist immer ein Stück weit egoistisch.

    Ich hoffe sehr für Dich / für Euch, dass ihr Eure Antworten auf Eure Fragen findet und wie gesagt: jede Situation und jede Familie ist anders.

    Liebe Grüße und viel Glück

    M.

  • Ich möchte heulen und wehklagen

    • mumtobe2011
    • 9. Februar 2012 um 13:23

    Re: Ich möchte heulen und wehklagen

    Hallo Wollemuschel,

    ich war in genau der selben Situation und habe meine Geschichte in "Meine Behandlungsgeschichte" aufgeschrieben.
    Vielleicht hilft es Dir ja...

    Habe in 2007 direkt beim ersten Versuch eine gesunde und "eigene" Tochter zur Welt gebracht.
    Ich glaube, dass ich direkt nach der Geburt in die Wechseljahre gekommen bin (habe zwar noch meine Eierstöcke, aber eben keine verwertbaren EZ mehr).

    Aber, wie gesagt, habe meine Geschichte ausführlich aufgeschrieben, denn auch bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ich mich / wir uns zu einer EZS entschlossen haben. Mein Mann war am Anfang auch total gegen eine solche Behandlung. Da tat ich gut dran, die Ärzte "sprechen zu lassen".

    Und heute bin ich der glücklichste und dankbarste Mensch auf Erden.
    Mein Sohn ist ein Wunder und ich bin sehr, sehr dankbar und glücklich, diesen Weg gegangen zu sein.
    Aber es hat lange gedauert, bis ich so weit war.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Bezüglich Deiner "Eierstöcke": frag doch mal Deinen Arzt, wie man das Wunder einer eventuellen erneuten Schwangerschaft erklären kann.

    Kann man nicht einfach sagen, dass man vor dem Entfernen EZ gewonnen und eingefroren hat?!?!?

    Viel Glück mit allem,

    Viele Grüße
    MumtoBe

  • Plötzlicher Kindstot - SIDS - BabeSafe-Hülle - kennt jemand diese Studie/Produkt

    • mumtobe2011
    • 26. Januar 2012 um 16:13

    Hallo Zusammen,

    kennt jemand das Produkt "BabeSafe-Hülle" und diese Studie?
    Bin heute aus Zufall auf diesen Artikel / diese Seite gestossen und fand das sehr interessant.

    Würde mich sehr interessieren, ob jemand von Euch dies kennt und eventuell auch schon gekauft hat.
    Einerseits klingt das alles sehr logisch, andererseits hat mir noch kein Kinderarzt zu so einem Produkt geraten.
    Wenn dem wirklich so ist, müsste das doch in Deutschland viiiieeel mehr verbreitet sein - oder kenne nur ich das nicht?

    http://www.betten-baby.de/42-ploetzl-kindst.org.pdf

    Danke und viele Grüße

    MumtoBe

  • Transfer Januar / Februar 2012. Wer auch?

    • mumtobe2011
    • 15. Januar 2012 um 15:53

    Re: Transfer Januar / Februar 2012. Wer auch?

    Hallo Hexenmacht,

    ich habe während meiner beiden Schwangerschaften Fragmin P Forte 5000 spritzen müssen.

    Habe es immer abends gespritzt. Anfänglich in den Bauch und nach positivem Test immer in den Oberschenkel oder Po (konnte es "gefühlsmässig" nicht mehr in den Bauch spritzen hatte immer Angst, dass ich das Baby treffe :-))

    Viel Erfolg,
    MumToBe

  • Kinderarzt informieren?

    • mumtobe2011
    • 15. Januar 2012 um 15:47

    Re: Kinderarzt informieren?

    Liebe Malia,

    danke für diese Frage.

    Die Antwort würde mich auch sehr interessieren - darf ich mich Deiner Frage anschliessen?
    Unser Sohn ist 5 Monate alt und wir haben es bis jetzt auch noch niemandem gesagt - auch nicht dem Kinderarzt.

    Viele Grüße
    MumtoBe

  • Wo fang ich an-riesenpanik wegen Verwechslung

    • mumtobe2011
    • 2. Januar 2012 um 16:10

    Re: Wo fang ich an-riesenpanik wegen Verwechslung

    Hallo Julia,

    gaaanz die Ruhe!

    Meine Tochter (genetisch eigenes Kind) hatte bei der Geburt total dunkle Eskimo-Schlitz-Augen, normale Haut und keine Haare - heute strahlend hellblaue Augen und dicke blonde Haare.

    Mein Sohn (EZS-Kind) war bei der Geburt super dunkel (Haut), hatte viiiiieeeele pechschwarze Haare und auch dunkle, süße Eskimo-Schlitzaugen.

    Nun ist er gute 5 Monate, ist hellbraun, hatte blaue Augen und eine ganz normale "europäische" Haut.

    Bezüglich der Ähnlichkeiten sieht bis heute jeder etwas anderes:

    Die Familie meines Mannes sieht nur meinen Mann in dem Baby (was auch stimmt) und meine Familie ist fest überzeugt: ganz die Mama!

    Also, ganz, ganz ruhig bleiben - es ist noch alles offen und sicherlich spielen die ein- oder anderen "Wochenbettschwingungen" auch noch eine kleine Rolle!

    Geniesse Deinen Sohn, es wird schon alles gut werden!

    Liebe Gruesse, Mumtobe

  • Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    • mumtobe2011
    • 26. November 2011 um 03:04

    Re: Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    @ Hoffnung07: wenn Du Dich durch meinen langen Text von vorhin (den ich allerdings noch nicht in dem Ordner hier sehe) gekämpft hast siehst Du, dass auch ich nur einen Single Embryo Transfer hatte (aus den gleichen Gründen wie Du = bereits ein Kind ausgetragen und früher auch immer sehr schnell schwanger geworden).

    Für uns war eine Zwillingsschwangerschaft + Zwillinge undenkbar (aus vielerlei Gründen) und von daher wäre ich ehr noch einige Male nach Alicante geflogen, hätte es beim ersten Versuch nicht geklappt. Unter anderem, weil auch ich immer unter schlimmer Schwangerschaftsübelkeit gelitten habe (24 h Dauerspucken, immer am Tropf und und und), die bei Zwillingen ja noch mal schlimmer ist. Zwillinge sind ganz gewiss etwas ganz, ganz tolles und ich bewundere Frauen und Familien, die das schaffen.

    Aber es ist so, wie Frau Dr. Wegemann zu mir gesagt hat: "wenn Sie überhaupt keine Zwillinge bekommen können oder möchten, dürfen Sie sich auch nur einen Embryo transferieren lassen". Punkt.

    Zugegebenermassen war es aber auch so, dass der Embryo aus der IVF eine deutlich bessere Entwicklung gezeigt hat, als seine drei "Geschwister".

    Du kannst mir glauben: ich habe nie und nimmer damit gerechnet, dass es klappt. Nur Dr. A - der war immer zuversichtlich!

    Viel Glück,

    Mumtobe

  • Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    • mumtobe2011
    • 26. November 2011 um 02:52

    Re: Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    Hallo, obwohl ich meine laaaange Story schon in "Meine Behandlungsgeschichte" geschrieben habe, gehoert sie doch auch irgendwie in diesen Ordner....

    Nachdem ich diesem Forum sehr viel zu verdanken habe, möchte ich nun auch meine Behandlungsgeschichte mit Euch teilen.
    Viele meiner Punkte decken sich natuerlich mit vielen anderen hier im Forum, aber vielleicht kann ich noch etwas zum Thema:

    - "will ich überhaupt eine Eizellspende?"
    - "Geschwisterkind mittels Eizellspende?"
    - "welche Klinik ist für mich die Richtige?"
    - "Transfer von einem oder zwei Embryonen?"
    - und und und .....

    beitragen.

    Begonnen hat unsere KiWu-Klinik-Geschichte im Jahr 2008, nachdem wir im Jahr 2007 völlig natürlich im ersten Probezyklus ein Kind bekommen haben (damals waren wir 39).

    Nach der Geburt hatte ich für ca. ein Jahr mit einer Art Rheuma zu kämpfen, worauf mein Gynäkologe schon die Vorzeichen der Wechseljahre vermutete, als die Untersuchung auf Rheuma nichts ergeben hatte. Und dann war sie auch da, die befürchtete Diagnose: FSH über 12, AMH ca. 0,4. Aus der Traum vom Geschwisterkind. Laut Aussage mehrerer Ärzte: keine Chance auf ein weiteres Kind.

    Leider konnte ich mich damit überhaupt nicht abfinden, denn der Wunsch nach einem Geschwisterkind war gross. Wenn der Kinderwunsch da ist, ist er da - auch wenn man schon ein Kind hat. Ausserdem hatte ich im Stillen die Hoffnung, dass es mit einer IVF-Behandlung doch klappen müßte, denn wer einmal soooo schnell schwanger geworden ist, wird es vielleicht auch noch mal (der Körper weiss ja schliesslich, wie das so geht mit dem Kinder bekommen :-).

    Dann folgten nach verschiedenen Protokollen einige IVFs und ICSIs in Deutschland - leider ohne jeglichen Erfolg (teilweise konnte nur eine Eizelle gewonnen werden und natuerlich nicht den Hauch einer Einnistung).

    Als wir dann im Sommer 2009 zum ersten Mal etwas zum Thema Eizellspende gehört haben dachte ich, das dies eine gute Alternative sein könnte. Für meinen Mann hingegen kam eine EZSP überhaupt nicht in Frage. Er fand dies - ganz spontan gesagt- zu viel Pfusch an der Natur. Doch wie bei wahrscheinlich vielen Partnern/Männern musste die Idee erstmal reifen (und Frau liess halt überhaupt nicht locker) und schliesslich haben wir uns dann doch gaaaanz sachte an das Thema herangearbeitet.

    Viele Fragen taten sich auf:

    - die Angst, das richtige zu tun
    - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?
    - Eifersucht auf die Schwester (100% genetisches Kind)
    - offene vs. anonyme Spende
    - Was ist, wenn die "genetische" Mutter bei einer offenen Spende absolut nix von dem Kind wissen will (wenn er/sie sie denn ausfindig machen möchte und sie vielleicht eigene Kinder hat und von meinem dennoch nichts wissen will) und und und...
    - Wer ist die Spenderin, wie sieht sie aus, ist sie gesund, warum spendet sie, verträgt sie die Behandlung, was für einen Background hat sie?
    - Und: wird es einen Unterschied in der Liebe zu den Kindern geben? Wird es auch wirklich "mein" Kind sein? Man kann sich ja viel vornehmen, aber ich hatte trotzdem große Angst, dass ich unterbewusst einen Unterschied "fühle".
    - Ähnlichkeiten: mein erstes Kind ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten - was würde dies für das Geschwisterchen bedeuten?
    - später sagen oder nicht sagen?
    - und und und ...

    Die Fragen wurden immer mehr.

    Um nicht zu sehr auszuschweifen nur so viel: es war eine lange Reise bis zur tatsächlichen Behandlung. Eine 8er-Bahn der Gefühle und Wirrungen, begleitet von starken Zweifeln, Ängsten und Panikattacken. An einem Tag war ich mir ganz sicher: das will ich auf jeden Fall, an einem anderen Tag habe ich mir bei jeder fremden Frau auf der Strasse vorgestellt: was wäre, wenn SIE die Spenderin wäre?!?!? Bei aller Dankbarkeit gegenüber den Spenderinnen, hat in diesen Situationen meine Angst und Panik immer überwogen.
    Mein Mann war mittlerweile sehr für diese Behandlung und hatte diese Zweifel überhaupt nicht.

    Daher führte mein Weg zunächst einmal zu einer Psychotherapeutin, weil ich mit diesen ganzen Fragen total überfordert war und auch - selbst in endlosen Gesprächen mit meinem Mann - keine Antworten fand. Niemand aus unserer Familie / Freundeskreis wußte von unseren Plänen und die Gespräche mit Freunden/Familie hätten mich auch nicht weitergebracht. Es folgten einige wenige Sitzungen mit einer genialen Ärztin und dann war klar:

    - Eizellspende ja, aber anonyme Spende
    - plus: einige Kliniken persönlich ansehen.

    Wenn wir schon so gut wie null Kontrolle über die Auswahl der Spenderin hatten wollten wir zumindest sehen, welches Team/Klinik denn diese Wahl für uns trifft (ich wäre sehr, sehr gerne zu Dr. K gegangen, aber da hat mein Mann der Logistik wegen nicht mitgemacht (von wegen: was ist, wenn es beim ersten Mal nicht klappt.... Reisen mit Klein-Kind und und und)).

    Dank dieses wundervollen Forums hatten wir uns dann auf das IM in Barcelona und auf IVF Spain/Herrn Dr. Aizpurua in Alicante eingeschossen. Es gibt bestimmt noch viel andere tolle Kliniken, aber um nicht alles noch komplizierter zu machen und den totalen Kliniktourismus durch ganz Europa zu betreiben, wollten wir mit diesen beiden beginnen. Ich fand von den Berichten her auch das IVI in Valencia interessant, jedoch war die Kommunikation im Vorfeld leider etwas schleppend und gefühlt etwas "fabrikmäßig" und ausserdem hatten sie im Sommer zu.

    Ein kurzes Fazit der Klinikbesuche: meine Betreuerin beim IM Barcelona war sensationell, der Arzt dagegen eine große Enttäuschung. Er sprach zwar fliessend Deutsch, das war aber schon alles. Er hat uns sage und schreibe 2,5 Stunden warten lassen, schrie dann unseren Namen quer durchs volle Wartezimmer, hatte weder meine Unterlagen studiert, noch hat er sich einen Funken Mühe bei der Erstvisite gegeben. Nach 25 Minuten war der gute Mann fertig (und dass, obwohl er bei jeder meiner Fragen erst einmal in meinen Unterlagen nachlesen musste und inkl. eines sehr schmerzhaften Probetransfers). Wir waren unglaublich enttäuscht, hatte das IM doch einen so guten Ruf. Unsere Erfahrung dort war leider ganz schlecht.

    Dann ging es auf zum IVF Spain nach Alicante.

    Auf den ersten Blick erschien uns die Klinik ehrlich gesagt etwas "klein" und "posh" (ehr wie ein SPA :-)), aber von Herrn Dr. Aizpurua waren wir beide total angetan und haben uns dann auch relativ schnell entschieden, ihm und seinem Team zu vertrauen. Er hat sich unglaublich viel Zeit genommen, hat alle meine Fragen (und es waren viiiiieeeele) ruhig und mit viel Geduld beantwortet und kannte alle meine Werte auswendig! Plus: die Klinik und die Mitarbeiter waren sehr ruhig, angenehm und diskret. Nach der Erstvisite waren viele der Ängste und Bedenken fast weggeblasen und ich war (fast :) sicher, dass wir das richtige tun. Mein Mann war ja wie gesagt eh schon weiter und viel pragmatischer: wir wollen noch ein Kind, brauchen dazu eine EZSP, Herr Dr. Aizpurua macht einen tollen Job, ich mag ihn menschlich - also los.

    Geplanter Behandlungszeitraum war die 2te/3te November-Woche 2010 (also vor ca. einem Jahr :-)). Im Probezyklus super Aufbau der Schleimhaut, Spenderin gefunden, es konnte also losgehen.

    Nachdem meine Schleimhaut beim Aufbau im Behandlungszyklus auf halber Strecke schlapp gemacht hat (bei ca. 5,5 - 6 mm riet mir meine Ki-Wu-Ärztin in Deutschland sogar dringend von einem Transfer ab), haben wir uns spontan in den Flieger gesetzt und haben alles vor Ort bei Herrn Dr. Aizpurua kontrollieren und begleiten lassen (schliesslich war die Spenderin mitten in der Stimulation, der Urlaub bei unseren beiden Arbeitgebern geplant und eingereicht und wir hätten das beide nicht so spontan ändern und verschieben können).

    Als wir in Alicante ankamen, hatte meine Schleimhaut glaube ich nur 6,2 mm und beim Transfer glaube ich so um die 8 mm war aber schoen dreischichtig. Aber das wichtigste war, dass es mir unglaublich gut getan hat "vor Ort" zu sein und alles direkt im Zentrum bewerten zu lassen (die machen schliesslich den ganzen Tag nix anderes und wissen, wovon sie reden). Dr. Aizpurua war die ganze Zeit über mein direkter Ansprechpartner und strahlte die mir fehlende Zuversicht aus, dass einem Transfer nichts im Wege steht.

    Bei der Spenderin konnten dann 19 Eizellen punktiert werden. Wir hatten uns ausdrücklich eine Mischbefruchtung gewünscht (halb ICSI, halb IVF) weil ich irgendwie wollte, dass die Natur bei einer IVF "mitentscheiden" kann - auch auf die Gefahr hin, dass wir weniger Embryonen haben würden. Es war einfach ein Wunsch, den wir hatten.

    Der Transfer hatte sich trotz guter Planung (die Natur lässt sich halt nicht alles aufdiktieren) um zwei Tag verschoben, sodass mein Mann schon vorzeitig abreisen musste) und ich mit unserer Tochter alleine in Alicante geblieben bin und wir direkt nach dem Transfer zum Flughafen mussten, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten sollte und das mit den Flug-Verbindungen sonst nicht geklappt hätte.

    Am Tag des Transfers bin ich mit meiner kleinen und sehr lebendigen Tochter früh morgens in der Klinik erschienen und in einem kurzen Vorgespräch mit Frau Dr. Wegemann und Herrn Dr. Aizpurua habe ich erfahren, dass es lediglich 4 Embryonen bis zum Tag 5 geschafft haben - 3 aus der ICSI, 1 aus der IVF (war ich natuerlich enttäuscht, konnten doch zunächst 19 EZ punktiert werden).

    Aber nun war es es wie es war und dann kam die Frage: wie viele Embryonen sollen denn transferiert werden?

    Für meinen Mann und mich stand fest, dass wir "uns" eine Zwillingsschwangerschaft nicht zutrauen (beide über 40!). Ich bewundere Frauen mit Zwillingen, aber für uns wäre das undenkbar gewesen und das hat Frau Dr. Wegemann dann auch ganz knallhart auf den Punkt gebracht:

    "Wenn Sie keine Zwillinge bekommen können und möchten, dürfen Sie sich auch nur einen Embryo transferieren lassen".

    Ich haderte dennoch mit mir, weil ich mir natürlich der viel höheren Chancen beim Transfer von zwei Embryonen bewusst war und es waren ja auch nicht mehr so viele da (mein Mann war wie gesagt schon weg und in diesem Moment telefonisch nicht zu erreichen und nun sass ich da mit so einer Entscheidung). Wir hatten uns zwar schon für den Transfer eines Embryos entschieden, aber bei dem Ergebnis von nur 4 Embryonen an Tag 5 kam ich doch ins grübeln. Als Herr Dr. Aizpurua jedoch bei einem der kleinen Kandidaten ein "besonders gutes Gefühl" hatte (war übrigens der Kandidat aus der IVF), entschied auch ich mich zum Transfer nur eines Embryos (die Klinik ist auf den zweiten Blick übrigens alles andere als klein, sondern recht gross und HOCHmodern!).

    Dr. Aizpurua hat sich beim Transfer ganz viel Zeit genommen, hat alles Schritt für Schritt erklärt (Frau Dr. Wegemann war die ganze Zeit dabei) und genau den richtigen "Platz" gesucht und erst dann war der Transfer abgeschlossen.

    Der ganze Morgen war irgendwie irreal, denn da lag ich nun mit voller Blase nach einer Eizellspendebehandlung mit anschliessender Fussmassage und Single-Embryotransfer und vorne an der Rezeption turnte meine Tochter mit den lieben Mitarbeitern rum und mein Mann war schon wieder im Büro und wartete auf einen Bericht. Und ich dachte nur: Hilfe, was machst Du hier (von wegen alle Zweifel waren weg....). Von Romantik und innerlicher Ruhe keine Spur.

    Die Rückreise war dann auch noch eine totale Tortur mit Gepäckschlepperei (von wegen nicht Heben...), chaotischer Leihwagenrückggabe (vorher noch mit völliger Verspätung tanken), einem quängeligen Kind, dass in den Laufstreik getreten ist, 2 x umsteigen (weil wir zu der Zeit im Ausland gelebt haben) und noch schlimmer: 1,5 h Dauerturbulenzen vom Feinsten (mit 2 x Durchstarten im Landeanflug). Ich hatte die Nerven total blank liegen und war unendlich wütend und traurig, dass ich nicht noch länger in Alicante geblieben bin. Arbeit hin, Arbeit her.

    Aber all dies konnte unseren Sohn nicht davon abhalten zu uns zu kommen, denn beim Transfer+10 war mein HCG tatsächlich bei 340. Unfassbar!!
    Heimtest übrigens negativ..... Daher: bitte immer bis zum Bluttest warten.

    Da immer wieder im Forum nach den ersten Anzeichen gefragt wird: ab so ca. 5 - 6 Tage nach dem Transfer war ich UNENDLICH und komatös müde. Hätte im Stehen schlafen können. Ansonsten: kein Ziehen, kein Nix. War bei meiner ersten Schwangerschaft anders... da nur Brustspannen.

    Beim Ultraschall 5+4 (Transfer + 20) (ich hoffe, ich rechne das jetzt alles richtig) konnten wir einen ganz zartes kleines Flackern sehen - der Herzschlag. Ich war sprachlos: beim ersten Versuch - nach den ganzen Zweifeln und Ängsten - der furchtbaren Rückreise - tatsächlich ein kleines, schlagendes Herz. Ich war glücklich und geschockt zugleich, denn klammheimlich waren die Ängste wieder da, das richtige getan zu haben.

    Die Schwangerschaft entpuppte sich weiter als 8ter Bahnfahrt. Sie war schwierig, weil ich in den ersten 3 Monate häufig in die Klinik an den Tropf musste. Ich habe von morgens bis abends gespukt, habe permanent gefroren und hatte abends immer heftiges Schüttelfrost - all dies hat mehr oder weniger bis zur Entbindung angehalten. Auch waren alle Bedenken, Zweifel und Ängste wieder sehr, sehr präsent. Was ganz schlimm für mich war, denn ich war ja schwanger und kam mir sooo undankbar vor. Aber das Gefühl "Hilfe, was hast Du gemacht" war nun mal da und ich war unendlich traurig (mein Mann verstand die Welt nicht mehr.....).

    Während der gesamten Schwangerschaft hatte ich Kontakt zum Team nach Alicante - genauer gesagt zu Herrn Dr. Aizpurua. Er war auch der einzige, mit dem ich ganz offen über diese Gedanken gesprochen habe und der mich einigermassen beruhigen konnte. Er hat mich bis zur Entbindung moralisch begleitet und war wirklich immer für mich da.

    Tja, und dann kam das, was jeder sagt und ich doch nicht geglaubt habe: mit dem Tag der Geburt (gewünschter und geplanter Kaiserschnitt) waren alle Zweifel komplett vergessen und Schnee von gestern. Ebenso wie die Entstehungsgeschichte und die Sorge, ob ich dieses Kind genauso lieben koennte, wie mein erstes. Mit der Sekunde seiner Geburt war es nur noch mein Kind, dass ich über alles liebe und mir seiner Besonderheit sehr, sehr bewusst bin.

    Unser Sohn ist ein ganz zauberhafter und verschmuster kleiner Mensch (der meinem Mann übrigens sehr ähnlich sieht) und ich bin unendlich glücklich und voll tiefer und unbeschreiblicher Dankbarkeit. Bis auf ganz wenige Momente, ist die Behandlung komplett "vergessen". Ich bin der Spenderin dankbar - sehr, sehr dankbar - aber das war's dann auch. Mein Mann denkt überhaupt nicht mehr daran. Es ist so, als wäre der Kleine schon immer bei uns.

    Ich würde - aus heutiger Sicht - diesen Weg immer wieder gehen, aber es hat eine Zeit gedauert, bis sich alles gefunden hat. Heute weiss ich, das dies mit die beste Entscheidung meines Lebens war - aber diese Gewissheit hatte ich nicht immer!

    Dies war unser Weg und er muss nicht für jeden passen, aber vielleicht hilft ja mein Bericht ein wenig bei der ein- oder anderen Entscheidungsfindung bzw. schlaflosen Nacht. Für mich war das allerschlimmste, selbst nach dem positiven Test Zweifel zu haben. Wie gesagt: alles Schnee von gestern. Mein Sohn ist neben meiner Tochter das größte Geschenk und ich mache und fühle absolut keinen Unterschied in der Liebe zu meinen Kindern.

    Herzliche Grüße und allen viel Glück,

    M.

  • EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    • mumtobe2011
    • 25. November 2011 um 07:13

    Re: EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    Liebe Jimi,
    Liebe Mikado,

    danke für eure lieben Worte!

    @ Jimi: Du bist in sehr, sehr guten Händen und mehr kann man nicht machen. Es war sicherlich auch für Dich ein langer Weg bis hier hin und Du kannst Dich jederzeit melden, wenn Du Fragen hast.

    @ Mikado: Fantastisch! Alles, alles Gute! Gleiches für Dich: auch wenn Du Dich aus dem Forum verabschiedest bin ich da, wenn der Schuh drückt (oder die Kaiserschnittnarbe oder was auch immer zwickt :-))

    Herzliche Grüße,

    Mumtobe

    PS: da ich so liebe Nachrichten auf meine Geschichte bekommen habe, folge ich der Idee einer netten Mitschreiberin und werde das ganze nochmal in den Dr. A Ordner kopieren. Ist immer schwierig, den richtigen Ordner zu finden - gerade bei einem so langen Text :)

  • Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    • mumtobe2011
    • 23. November 2011 um 14:01

    Re: Alicante, Dr. Aizpurua - Wer noch?

    Hallo,

    ich habe gerade meine Behandlungsgeschichte im Ordner "Meine Behandlungsgeschichte" :) niedergeschrieben und da auch ich bei Herrn Dr. Aizpurua war, ist vielleicht die ein oder andere Information und Erfahrung hilfreich.

    Viele Grüße,

    Mumtobe

  • EZSP ja/nein? Geschwisterkind mittels EZS? Welche Klinik? Wieviel transferieren?

    • mumtobe2011
    • 23. November 2011 um 13:46

    Nachdem ich diesem Forum sehr viel zu verdanken habe, möchte ich nun auch meine Behandlungsgeschichte mit Euch teilen. Viele meiner Punkte decken sich natuerlich mit vielen anderen hier im Forum, aber vielleicht kann ich noch etwas zum Thema:

    - "will ich überhaupt eine Eizellspende?"
    - "Geschwisterkind mittels Eizellspende?"
    - "welche Klinik ist für mich die Richtige?"
    - "Transfer von einem oder zwei Embryonen?"
    - und und und .....

    beitragen.

    Begonnen hat unsere KiWu-Klinik-Geschichte im Jahr 2008, nachdem wir im Jahr 2007 völlig natürlich im ersten Probezyklus ein Kind bekommen haben (damals waren wir 39).

    Nach der Geburt hatte ich für ca. ein Jahr mit Gelenkschmerzen zu kämpfen, worauf mein Gynäkologe schon die Vorzeichen der Wechseljahre vermutete, als die Untersuchung auf Rheuma nichts ergeben hatte. Und dann war sie auch da, die befürchtete Diagnose: FSH über 12, AMH ca. 0,4. Aus der Traum vom Geschwisterkind. Laut Aussage mehrerer Ärzte: keine Chance auf ein weiteres Kind.

    Leider konnte ich mich damit überhaupt nicht abfinden, denn der Wunsch nach einem Geschwisterkind war gross. Wenn der Kinderwunsch da ist, ist er da - auch wenn man schon ein Kind hat. Ausserdem hatte ich im Stillen die Hoffnung, dass es mit einer IVF-Behandlung doch klappen müßte, denn wer einmal soooo schnell schwanger geworden ist, wird es vielleicht auch noch mal (der Körper weiss ja schliesslich, wie das so geht mit dem Kinder bekommen :-).

    Dann folgten nach verschiedenen Protokollen einige IVFs und ICSIs in Deutschland - leider ohne jeglichen Erfolg (teilweise konnte nur eine Eizelle gewonnen werden und natuerlich nicht den Hauch einer Einnistung).

    Als wir dann im Sommer 2009 zum ersten Mal etwas zum Thema Eizellspende gehört haben dachte ich, das dies eine gute Alternative sein könnte. Für meinen Mann hingegen kam eine EZSP überhaupt nicht in Frage. Er fand dies - ganz spontan gesagt- zu viel Pfusch an der Natur. Doch wie bei wahrscheinlich vielen Partnern/Männern musste die Idee erstmal reifen (und Frau liess halt überhaupt nicht locker) und schliesslich haben wir uns dann doch gaaaanz sachte an das Thema herangearbeitet.

    Viele Fragen taten sich auf:

    - die Angst, das richtige zu tun
    - wie wird es dem Kind gehen, wenn es erfährt, dass ich nicht seine genetische Mutter bin und ihm/ihr diese bei einer anonymen Spende auch nicht präsentieren kann?
    - Eifersucht auf die Schwester (100% genetisches Kind)
    - offene vs. anonyme Spende
    - Was ist, wenn die "genetische" Mutter bei einer offenen Spende absolut nix von dem Kind wissen will (wenn er/sie sie denn ausfindig machen möchte und sie vielleicht eigene Kinder hat und von meinem dennoch nichts wissen will)
    - Wer ist die Spenderin, wie sieht sie aus, ist sie gesund, warum spendet sie, verträgt sie die Behandlung, was für einen Background hat sie?
    - Und: wird es einen Unterschied in der Liebe zu den Kindern geben?
    - Wird es auch wirklich "mein" Kind sein? Man kann sich ja viel vornehmen, aber ich hatte trotzdem große Angst, dass ich unterbewusst einen Unterschied "fühle".
    - Ähnlichkeiten: mein erstes Kind ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten - was würde dies für das Geschwisterchen bedeuten?
    - später sagen oder nicht sagen?
    - und und und ...

    Die Fragen wurden immer mehr.

    Um nicht zu sehr auszuschweifen nur so viel: es war eine lange Reise bis zur tatsächlichen Behandlung. Eine 8er-Bahn der Gefühle und Wirrungen, begleitet von starken Zweifeln, Ängsten und Panikattacken. An einem Tag war ich mir ganz sicher: das will ich auf jeden Fall, an einem anderen Tag habe ich mir bei jeder fremden Frau auf der Strasse vorgestellt: was wäre, wenn SIE die Spenderin wäre?!?!? Bei aller Dankbarkeit gegenüber den Spenderinnen, hat in diesen Situationen meine Angst und Panik immer überwogen.

    Mein Mann war mittlerweile sehr für diese Behandlung und hatte diese Zweifel überhaupt nicht.

    Daher führte mein Weg zunächst einmal zu einer Psychotherapeutin, weil ich mit diesen ganzen Fragen total überfordert war und auch - selbst in endlosen Gesprächen mit meinem Mann - keine Antworten fand. Niemand aus unserer Familie / Freundeskreis wußte von unseren Plänen und die Gespräche mit Freunden/Familie hätten mich auch nicht weitergebracht. Es folgten einige wenige Sitzungen mit einer genialen Ärztin und dann war klar:

    - Eizellspende ja, aber anonyme Spende
    - plus: einige Kliniken persönlich ansehen.

    Wenn wir schon so gut wie null Kontrolle über die Auswahl der Spenderin hatten wollten wir zumindest sehen, welches Team/Klinik denn diese Wahl für uns trifft (ich wäre sehr, sehr gerne zu Dr. K gegangen, aber da hat mein Mann der Logistik wegen nicht mitgemacht (von wegen: was ist, wenn es beim ersten Mal nicht klappt, Reisen mit Klein-Kind, Kosten, und und und)).

    Dank dieses wundervollen Forums hatten wir uns dann auf das IM in Barcelona und auf IVF Spain/Herrn Dr. Aizpurua in Alicante eingeschossen. Es gibt bestimmt noch viel andere tolle Kliniken, aber um nicht alles noch komplizierter zu machen und den totalen Kliniktourismus durch ganz Europa zu betreiben, wollten wir mit diesen beiden beginnen. Ich fand von den Berichten her auch das IVI in Valencia interessant, jedoch war die Kommunikation im Vorfeld leider etwas schleppend und gefühlt etwas "fabrikmäßig" und ausserdem hatten sie im Sommer zu.

    Ein kurzes Fazit der Klinikbesuche: meine Betreuerin beim IM Barcelona war sensationell, der Arzt dagegen eine große Enttäuschung. Er sprach zwar fliessend Deutsch, das war aber schon alles. Er hat uns sage und schreibe 2,5 Stunden warten lassen, schrie dann unseren Namen quer durchs volle Wartezimmer, hatte weder meine Unterlagen studiert, noch hat er sich einen Funken Mühe bei der Erstvisite gegeben. Nach 25 Minuten war der gute Mann fertig (und dass, obwohl er bei jeder meiner Fragen erst einmal in meinen Unterlagen nachlesen musste und inkl. eines sehr schmerzhaften Probetransfers). Wir waren unglaublich enttäuscht, hatte das IM doch einen so guten Ruf. Unsere Erfahrung dort war leider ganz schlecht.

    Dann ging es auf zum IVF Spain nach Alicante.

    Auf den ersten Blick erschien uns die Klinik ehrlich gesagt etwas "klein" und "posh" (ehr wie ein SPA :-)), aber von Herrn Dr. Aizpurua waren wir beide total angetan und haben uns dann auch relativ schnell entschieden, ihm und seinem Team zu vertrauen. Er hat sich unglaublich viel Zeit genommen, hat alle meine Fragen (und es waren viiiiieeeele) ruhig und mit viel Geduld beantwortet und kannte alle meine Werte auswendig! Plus: die Klinik und die Mitarbeiter waren sehr ruhig, angenehm und diskret. Nach der Erstvisite waren viele der Ängste und Bedenken fast weggeblasen und ich war (fast :) sicher, dass wir das richtige tun. Mein Mann war ja wie gesagt eh schon weiter und viel pragmatischer: wir wollen noch ein Kind, brauchen dazu eine EZSP, Herr Dr. Aizpurua macht einen tollen Job, ich mag ihn menschlich - also los.

    Geplanter Behandlungszeitraum war die 2te/3te November-Woche 2010 (also vor ca. einem Jahr :-)). Im Probezyklus super Aufbau der Schleimhaut, Spenderin gefunden, es konnte also losgehen.

    Nachdem meine Schleimhaut beim Aufbau im Behandlungszyklus auf halber Strecke schlapp gemacht hat (bei ca. 5,5 - 6 mm riet mir meine Ki-Wu-Ärztin in Deutschland sogar dringend von einem Transfer ab), haben wir uns spontan in den Flieger gesetzt und haben alles vor Ort bei Herrn Dr. Aizpurua kontrollieren und begleiten lassen (schliesslich war die Spenderin mitten in der Stimulation, der Urlaub bei unseren beiden Arbeitgebern geplant und eingereicht und wir hätten das beide nicht so spontan ändern und verschieben können).

    Als wir in Alicante ankamen, hatte meine Schleimhaut glaube ich nur 6,2 mm und beim Transfer glaube ich so um die 8 mm war aber schoen dreischichtig. Aber das wichtigste war, dass es mir unglaublich gut getan hat "vor Ort" zu sein und alles direkt im Zentrum bewerten zu lassen (die machen schliesslich den ganzen Tag nix anderes und wissen, wovon sie reden). Dr. Aizpurua war die ganze Zeit über mein direkter Ansprechpartner und strahlte die mir fehlende Zuversicht aus, dass einem Transfer nichts im Wege steht.

    Bei der Spenderin konnten dann 19 Eizellen punktiert werden. Wir hatten uns ausdrücklich eine Mischbefruchtung gewünscht (halb ICSI, halb IVF) weil ich irgendwie wollte, dass die Natur bei einer IVF "mitentscheiden" kann - auch auf die Gefahr hin, dass wir weniger Embryonen haben würden. Es war einfach ein Wunsch, den wir hatten.

    Der Transfer hatte sich trotz guter Planung (die Natur lässt sich halt nicht alles aufdiktieren) um zwei Tag verschoben, sodass mein Mann schon vorzeitig abreisen musste) und ich mit unserer Tochter alleine in Alicante geblieben bin und wir direkt nach dem Transfer zum Flughafen mussten, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten sollte und das mit den Flug-Verbindungen sonst nicht geklappt hätte.

    Am Tag des Transfers bin ich mit meiner kleinen und sehr lebendigen Tochter früh morgens in der Klinik erschienen und in einem kurzen Vorgespräch mit Frau Dr. Wegemann und Herrn Dr. Aizpurua habe ich erfahren, dass es lediglich 4 Embryonen bis zum Tag 5 geschafft haben - 3 aus der ICSI, 1 aus der IVF (war ich natuerlich enttäuscht, konnten doch zunächst 19 EZ punktiert werden).

    Aber nun war es es wie es war und dann kam die Frage: wie viele Embryonen sollen denn transferiert werden?

    Für meinen Mann und mich stand fest, dass wir "uns" eine Zwillingsschwangerschaft nicht zutrauen (beide über 40!). Ich bewundere Frauen mit Zwillingen, aber für uns wäre das undenkbar gewesen und das hat Frau Dr. Wegemann dann auch ganz knallhart auf den Punkt gebracht:

    "Wenn Sie keine Zwillinge bekommen können und möchten, dürfen Sie sich auch nur einen Embryo transferieren lassen".

    Ich haderte dennoch mit mir, weil ich mir natürlich der viel höheren Chancen beim Transfer von zwei Embryonen bewusst war und es waren ja auch nicht mehr so viele da (mein Mann war wie gesagt schon weg und in diesem Moment telefonisch nicht zu erreichen und nun sass ich da mit so einer Entscheidung). Wir hatten uns zwar schon für den Transfer nur eines Embryos entschieden, aber bei dem Ergebnis von nur 4 Embryonen an Tag 5 kam ich doch ins grübeln. Als Herr Dr. Aizpurua jedoch bei einem der kleinen Kandidaten ein "besonders gutes Gefühl" hatte (war übrigens der Kandidat aus der IVF), entschied auch ich mich zum Transfer nur eines Embryos (die Klinik ist auf den zweiten Blick übrigens alles andere als klein, sondern recht gross und HOCHmodern!).

    Dr. A hat sich beim Transfer ganz viel Zeit genommen, hat alles Schritt für Schritt erklärt (Frau Dr. Wegemann war die ganze Zeit dabei) und genau den richtigen "Platz" gesucht und erst dann war der Transfer abgeschlossen.

    Der ganze Morgen war irgendwie irreal, denn da lag ich nun mit voller Blase nach einer Eizellspendebehandlung mit anschliessender Fussmassage und Single-Embryotransfer und vorne an der Rezeption turnte meine Tochter mit den lieben Mitarbeitern rum und mein Mann war schon wieder im Büro und wartete auf einen Bericht. Und ich dachte nur: "Hilfe, was machst Du hier?" (von wegen alle Zweifel waren weg....).
    Von Romantik und innerlicher Ruhe keine Spur.

    Die Rückreise war dann auch noch eine totale Tortur mit Gepäckschlepperei (von wegen nicht Heben...), chaotischer Leihwagenrückgabe (vorher noch mit völliger Verspätung tanken), einem quängeligen Kind, dass in den Laufstreik getreten ist, 2 x umsteigen und noch schlimmer: 1,5 h Dauerturbulenzen vom Feinsten (mit 2 x Durchstarten im Landeanflug). Ich hatte die Nerven total blank liegen und war unendlich wütend und traurig, dass ich nicht noch länger in Alicante geblieben bin. Arbeit hin, Arbeit her.

    Aber all dies konnte unseren Sohn nicht davon abhalten zu uns zu kommen, denn beim Transfer+10 war mein HCG tatsächlich bei 340. Unfassbar!!

    Heimtest übrigens negativ..... Daher: bitte immer bis zum Bluttest warten.

    Da immer wieder im Forum nach den ersten Anzeichen gefragt wird: ab so ca. 5 - 6 Tage nach dem Transfer war ich UNENDLICH und komatös müde. Hätte im Stehen schlafen können. Ansonsten: kein Ziehen, kein Nix. War bei meiner ersten Schwangerschaft anders... da nur Brustspannen.

    Beim Ultraschall 5+4 (Transfer + 20) (ich hoffe, ich rechne das jetzt alles richtig) konnten wir einen ganz zartes kleines Flackern sehen - der Herzschlag. Ich war sprachlos: beim ersten Versuch - nach den ganzen Zweifeln und Ängsten - der furchtbaren Rückreise - tatsächlich ein kleines, schlagendes Herz. Ich war glücklich und geschockt zugleich, denn klammheimlich waren die Ängste wieder da, das richtige getan zu haben.

    Die Schwangerschaft entpuppte sich weiter als 8ter Bahnfahrt. Sie war schwierig, weil ich in den ersten 3 Monate häufig in die Klinik an den Tropf musste. Ich habe von morgens bis abends gespukt, habe permanent gefroren und hatte abends unbeschreibliches Schüttelfrost - all dies hat mehr oder weniger bis zur Entbindung angehalten. Auch waren alle Bedenken, Zweifel und Ängste wieder sehr, sehr präsent. Was ganz schlimm für mich war, denn ich war ja schwanger und kam mir sooo undankbar vor. Aber das Gefühl "Hilfe, was hast Du gemacht" war nun mal da und ich war unendlich traurig (mein Mann verstand die Welt nicht mehr.....).

    Während der gesamten Schwangerschaft hatte ich Kontakt zum Team nach Alicante - genauer gesagt zu Herrn Dr. Aizpurua. Er war auch der einzige, mit dem ich ganz offen über diese Gedanken gesprochen habe und der mich einigermassen beruhigen konnte. Er hat mich bis zur Entbindung moralisch begleitet und war wirklich immer für mich da. Natuerlich nicht 24 Stunden am Tag, aber je nach Dringlichkeit sehr sehr schnell.

    Tja, und dann kam das, was jeder sagt und ich doch nie geglaubt habe: mit dem Tag der Geburt (gewünschter und geplanter Kaiserschnitt) waren alle Zweifel komplett vergessen und Schnee von gestern. Ebenso wie die Entstehungsgeschichte und die Sorge, ob ich dieses Kind genauso lieben koennte, wie mein erstes. Mit dem Tag seiner Geburt war es nur noch mein Kind, dass ich über alles liebe und mir seiner Besonderheit sehr, sehr bewusst bin.

    Unser Sohn ist ein ganz zauberhafter und verschmuster kleiner Mensch (der meinem Mann übrigens sehr ähnlich sieht) und ich bin unendlich glücklich und voll tiefer und unbeschreiblicher Dankbarkeit. Bis auf ganz wenige Momente, ist die Behandlung komplett "vergessen". Ich bin der Spenderin dankbar - sehr, sehr dankbar - aber das war's dann auch. Mein Mann denkt überhaupt nicht mehr daran. Es ist so, als wäre der Kleine schon immer bei uns.

    Ich würde - aus heutiger Sicht - diesen Weg immer wieder gehen, aber es hat eine Zeit gedauert, bis sich alles gefunden hat. Heute weiss ich, das dies mit die beste Entscheidung meines Lebens war - aber diese Gewissheit hatte ich nicht immer!

    Dies war unser Weg und er muss nicht für jeden passen, aber vielleicht hilft ja mein Bericht ein wenig bei der ein- oder anderen Entscheidungsfindung bzw. schlaflosen Nacht. Für mich war das allerschlimmste, selbst nach dem positiven Test Zweifel zu haben.

    Wie gesagt: alles Schnee von gestern. Mein Sohn ist neben meiner Tochter das größte Geschenk und ich mache und fühle absolut keinen Unterschied in der Liebe zu meinen Kindern. Ganz im Gegenteil....

    Herzliche Grüße und allen viel Glück,

    M.

  • IVI Alicante - ist jemand derzeit beim IVI in Alicante?

    • mumtobe2011
    • 25. Juni 2010 um 13:52

    Re: IVI Alicante - ist jemand derzeit beim IVI in Alicante?

    Hallo und vielen Dank,

    aber ich wollte wissen, wer derzeit beim IVI in Alicante ist.... Nicht nur bei Dr. Aizpurua...

    Viele Grüße :)

  • IVI Alicante - ist jemand derzeit beim IVI in Alicante?

    • mumtobe2011
    • 23. Juni 2010 um 09:46

    Hallo Zusammen,

    ist jemand derzeit beim IVI in Alicante?

    Wir haben im Juli einen Termin für ein Erstgespräch bei Dr. Aizpurua und ich würde mir eigentlich gerne noch weitere Kliniken anschauen. Allerdings finde ich im Forum derzeit nur aktuelle Infos zu Behandlungen im IVI Valencia und nichts aktuelles aus Alicante (vielleicht habe ich es auch einfach noch nicht gefunden).

    Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte/Infos freuen.

    Viele Grüße!!

  • Geschwisterkind durch Eizellspende / Offenen vs. anonyme Spende

    • mumtobe2011
    • 21. Juni 2010 um 09:40

    Re: Geschwisterkind durch Eizellspende / Offenen vs. anonyme Spende

    Hallo Zusammen,

    zunächst einmal lieben Dank für Eure Beiträge.

    Nochmal kurz zur Klarstellung bezüglich der offenen vs. anonymen Spende:

    Mit offener Spende meinte ich nicht, dass ich überlege, ob ich es dem Kind einmal sagen werde oder nicht.
    Wir würden dem Kind gegenüber natürlich offen damit umgehen: sprich, es dem Kind auf jeden Fall sagen.

    Mit offener Spende meinte ich natuerlich, ob ich nicht doch den Weg gehen möchte, dem Kind einmal sagen zu können, wer die genetische Mutter ist. Ist denn eigentlich gesagt, dass man auch nach Jahren noch weiss, wo die Dame lebt? Was ist, wenn Sie umzieht und man nicht mehr rausbekommt, wo und wie sie lebt?

    Ist jemand hier, der schon in den USA war? Wie ist das gelaufen? Habt ihr noch Kontakt zu der Spenderin?

    Mein Mann ist nach wie vor strikt gegen eine offene Spende und sieht ehr mehr Probleme auf das Kind zukommen, weil man heute die Lebenssituation der Spenderin in 10, 20, 30 Jahren nicht einschätzen kann.

    Es bleibt spannend.....

    Sollten wir uns für eine anonyme Spende entscheiden, hat mir bis jetzt (nach telefonischem und schriftlichem Kontakt) Dr. Aizpurua (bzw. sein Team) gefallen.

    Eine schöne Woche und Grüße
    mum2be

  • Geschwisterkind durch Eizellspende / Offenen vs. anonyme Spende

    • mumtobe2011
    • 31. Mai 2010 um 22:17

    Hallo Zusammen,

    ich bin neu hier im Forum (vielen Dank an alle, die ein solches Forum möglich machen und füttern) und habe zwei brennende Fragen:

    Wer von euch hat ein Geschwisterkind durch Eizellspende bekommen und wie funktioniert das Familienleben heute?
    Wir haben bereits ein eigenes Kind und müssen für ein Geschwisterkind den Weg der EZSP gehen. Das ist leider überhaupt nicht leicht, da ich nicht weiss, wie sich diese Entscheidung später auf das Kind/die Kinder auswirken würde (leider habe ich auch im Internet nicht so viel dazu gefunden). Natuerlich/Hoffentlich wird man es genauso lieben und verwöhnen, aber davor habe ich auch Bedenken.
    Was, wenn es nicht so ist? Ist es bei euch allen wirklich kein Unterschied gewesen?

    Ich persönlich finde, dass es keine "größeren" Wunschkinder gibt als die, die durch EZSP/Embryonenspende entstanden sind, aber wird das Kind das auch so sehen. Man liest immer wieder, dass "Spenderkinder" spüren, dass sie nicht so ganz in die Familien "gehören".... bzw. dass sie spüren, dass etwas nicht stimmt.

    Zweitens:

    Habt ihr euch alle sehr bewusst für eine anonyme Spende entschieden? (die wenigsten im Forum haben eine offene Spende gewählt).
    Ich weiss immer noch nicht, ob ich eine offene oder anonyme Spende möchte. Man muss sich bei der anonymen Spende völlig dem Klinikteam aussetzen - das fällt mir schwer.

    Plus: wäre es nicht völlig unfair dem Geschwisterkind nie sagen zu können, wer die genetische Mutter ist?

    Andererseits habe ich mal probeweise auf einigen US-Seiten gestöbert und da war ich völlig überfordert. Irgendetwas stört immer... man ist ja anspruchsvoll :) und kommt nie auf einen grünen Zweig. Plus: der Grad der Selektion ist schon sehr geschäftsähnlich.

    Ich wäre sehr, sehr dankbar für viele Antworten - gerne auch per PN - wir ihr mit diesen Themen umgegangen seid.

    Grüße, Mumtobe2011

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