Guten Morgen liebe Foris,
seit einigen Tagen lese ich hier still mit. Nun habe ich mich angemeldet,
Ich werde in ein paar Tagen 39 Jahre alt. Die letzten vier Jahre waren hart und momentan bin ich hin- und her gerissen.
Ich bin 2011 problemlos auf natür.l Weise schwanger geworden. Es war das absolute Wunschkind, aber ich war während der SS nur traurig und hatte Ängste: Werde ich das Kind lieben, werde ich wieder arbeiten können? Auch nach der SS ging es mir ca. 3 Monate bescheiden, dann wurde endlich besser. Im Jahr darauf bin ich wieder relativ rasch mit 34 wunschgemäß schwanger geworden. In den ersten drei Monaten bin ich schier am Stock gegangen, ich war müde, antriebslos und grätig. Im vierten Monat kamen Blutungen und zwei Wochen später war Schluss: Fehlgeburt.
Es ging mir danach richtig dreckig. Und alle meinten, dass ich die FG nicht verkraftet hätte. Innerlich wusste ich aber, dass es das nicht war. Irgendetwas stimmt nicht, der Zyklus war nicht mehr wie früher und psychisch ging es mir auch nicht gut. Im folgenden Jahr war der Kinderwunsch enorm. Ich war bei 5 verschiedenen Ärzten, alle meinten, ich würde mir zu viel Druck machen, es wäre doch alles optimal. Doch ich wurde nicht schwanger. Dann haben wir eine ICSI gemacht (mein Mann hatte plötzlich ein schlechtes SG), bei der ich beinahe gestorben wäre, weil der Arzt bei der Punktion eine Arterie verletzt hat. Die gewonnen Eizellen waren auch alle schlecht. Meine Welt brach zusammen und ich verstand nichts mehr. Warum klappte es nicht mehr?
Aufgrund der missglückten ICSI blieb nur noch die Eizellspende. Ich bin meinem Mann bis heute dankbar,
dass er das mitgemacht hat und dass wir nach Prag gefahren sind. Bei Pronatal Plus wurden wir gut beraten und es gab die Voruntersuchungen. Entschieden hatten wir uns noch nicht. Nach drei Tagen bekam ich eine Mail, in der stand, dass man bei mir Schilddrüsenantikörper entdeckt hat und dass ich mich behandeln lassen musste. In Deutschland ist kein Arzt auf die Idee gekommen, auf Hashimoto zu untersuchen, weil meine Blutwerte stets vorbildlich waren. Dabei sprachen aber alle anderen Symptome dafür. Wären wir nicht nach Prag gefahren, wäre es wahrscheinlich heute immer noch nicht diagnostiziert. Es gab nun endlich einen Grund, warum es nicht klappte.
Beim Endokrinologen bekam ich SD-Tabletten und die Einstellung begann. Doch ich hatte leider wieder einen inkompetenten Arzt erwischt. Für die Einstellung der SD ist eine gesunde Cortisolproduktion die Voraussetzung. Nur dann verträgt man auch die SD-Tabletten. Wenn man die HT aber schon seit 14 Jahren unerkannt mit sich herumträgt und dann noch unsubsitituiert schwanger war, ist die Cortisolproduktion am Ende. Der Grund für meine FG. Mein Arzt hat zwar den niedrigen Cortisol-Wert wahrgenommen, aber ihn nicht berücksichtigt. Ich bin während der Einstellungszeit durch die Hölle gegangen: Ängste, Dauerpanik und Depressionen. Blöderweise habe ich den Zusammenhang dieser Symptome mit der Steigerung der SD-Tabletten lange nicht erkannt, ich habe den Ärzten voll vertraut. Und so bin ich in die Psychopharmaka-Falle getappt und habe etwas gegen Ängste genommen.
Es hat fast weitere 2 Jahre und eine ganze Reihe weiterer, demütigender Arztbesuche gedauert, bis ich endlich alle diese Zusammenhänge erkannt habe (danke an Google) und nun seit Juli 2016 eingestellt (und psychopharmakafrei) bin, allerdings nehme ich Cortison, da meine Nebennieren sich nicht so schnell erholt haben. Doch nun bin ich eben 39 Jahre alt. Mein Mann ist 53. Und die letzten 5 Zyklen waren erfolglos, was in dem Alter ja aber normal ist. Meine fruchtbarere Zeit habe ich in den Wartezimmern einiger inkompetenter Ärzte verbracht.
Seit die Einstellung nun beendet ist, merke ich, wie ich viel ruhiger beim Thema Kinderwunsch bin. Es gibt Tage, da denke ich wieder darüber nach. An den anderen Tagen ist es mir egal und ich bin glücklich mit meiner kleinen Familie, ich kann es auf mich zukommen lassen. Dieser Wechsel ist sicher hormonell bedingt. Ich weiß auch, dass ICSI und Co. für mich keine Optionen mehr sind und das, obwohl ich einen AMH-Wert von 5 habe (aber kein PCO)und damit ev. erfolgreich sein könnte. Aber die Erfahrungen der Vergangenheit waren zu traumatisierend und ich weiß nun, wie sehr ich psychisch auf hormonelle Dysbalancen reagiere. Ein künstl. hormoneller Eingriff kommt nicht mehr in Frage. Deswegen bin ich nun wieder bei der EZP.
Wir wollen es noch ein paar Zyklen so probieren, bevor wir nach Prag reisen. Und in der Zeit überlege ich nun hin und her: EZP ja oder nein?
Vielleicht gibt es jmd. hier, der seine Erfahrungen oder Beweggründe für eine EZP für ein Geschwisterkind schildern mag.
Lieben Dank fürs Lesen.
Leni