Rechtsposition des EZS-Kindes in Deutschland
Hallo, Susa,
ja, juristisch ist die Sache klar: Das EZS-Kind hat Anspruch auf die Wahrheit!
(Strafrahmen bei Missachtung? - entzieht sich derzeit meiner Kenntnis...).
Moralisch???
Hm, sollte das was rechtens ist, womöglich unmoralisch sein?
In jedem Fall bin ich auch Deiner Meinung, dass es wohl überlegt sein sollte, wann und wie man "damit rauskommt".
Hierzu zitiere ich mich mal eben selbst aus einem posting im "Sagt man´s dem Kind?"-Ordner:
"MEIN BUCHTIPP
"Wie viel Wahrheit braucht mein Kind? - Von kleinen Lügen, grossen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie"
Taschenbuch, rororo, IBN 3-499-60956-8, Euro 10,50
(vielleicht günstiger über http://www.elbeteam.de oder gebraucht über http://www.amazon.de)
Nur ein kleiner, aber recht interessanter Abschnitt widmet sich der Zeugung durch sog. donogene Insemination (ein bisschen irreführend, bezieht sich hauptsächlich auf die Samenspende, weil EZS + Insemination, das geht wohl irgendwie nicht, oder...höchstens per InVitroInsemination - also EZS OHNE ICSI, hä??, hm, hat sich mal wieder jemand am Thema versucht, der sich nicht wirklich damit auskennt...) egal, folgende Passage ist aber hoch interessant (Seite 149, 3. Absatz):
Quote:
ZitatThorn berichtet, dass ....."Erfahrungsberichte ausländischer Selbsthilfegruppen verdeutlichen, dass Menschen, deren Zeugung mithilfe von Spendersamen verheimlicht wurde, als Kind durchaus einen eigenartigen Umgang mit bestimmten Familienthemen wahrnehmen konnten, wie dies eine Frau sehr plastisch ausdrückte: < Das Merkwürdige ist nicht, dass es auf etwas zurückzuführen ist, was meine Eltern sagten, sondern dass es das Ergebnis von dem war, was sie nicht sagten. Sie sagten zum Beispiel nie: Du hast die Augen Deines Vaters und die Persönlichkeit Deiner Grossmutter>"....
Die meisten Menschen glauben, es sei einem Kind nicht zuzumuten seine ungewöhnliche Entstehung zu kennen. Hinzu kommt die Befürchtung, dass ein Kind Dritten gegenüber etwas weitersagen könnte, wenn es "Bescheid weiss".
Hier stehen traditionelle und irrationale Aspekte den psychologischen Konsequenzen aus der modernen Reproduktionstechnologie gegenüber.
Viele DI-Eltern wagen es noch nicht, sich offen zur Herkunft ihres Kindes zu bekennen, wie es bei Adoptiveltern seit vielen Jahren immer selbstverständlicher wird. Diese Eltern stehen erst ganz am Anfang.
Die anschliessende Zeugungserklärung für das Kind gefällt mir allerdings nicht so... viel eher, denke ich, sollte man es en passant in die allgemein übliche elterliche "Aufklärungsarbeit" einbinden - am besten vielleicht unter vorheriger Konsultation von Kinderpsychologen, die sich mit der Thematik bspw bei Samenspenderkindern oder Adoptivkindern auskennen.
Wen die Arbeit von Petra Thorn sowie der Initiative Donogene Insemination interessiert, findet mehr unter:
http://hometown.aol.com/thorn64546/myhomepage/index.html
Petra Thorn
Dipl. Sozialarbeitern
Dipl. Sozialtherapeutin
Familientherapeutin DGSF "
Ich hoffe, ich habe mal wieder was für die kleinen grauen Zellen (ich meine natürlich die im Kopf :wink: ) beigesteuert...
frowlein ![]()
Kniffeln hat ja auch was mit Würfelglück zu tun, oder?