Warum ist das Schiksal nur gegen uns? Tja, das werden sich sicher viele von Euch fragen...
Ich war nun schon seit einiger Zeit nicht mehr in diesem Forum unterwegs, denn ich gebe zu, ich konnte es langsam nicht mehr ertragen, eine Wegbegleiterin nach der anderen konnte vom Klapperstorch berichten. (Gefühlt) nur bei uns blieb die gute Nachricht immer aus.
Wenn ich kurz unsere Geschichte erzählen darf: Mit 38 Jahren kam ich in die Wechseljahre und das SG meines Mannes war sehr schlecht. Drei Versuche ICSI in Deitschland scheiterten schon daran, dass ich keine Eizellen produzierte. Also entschlossen wir uns zur Eizellspende, wozu ich in diesem Forum viele nützliche Informationen sammeln konnte.
Wir planten zwei Versuche, da ich davon ausging, dass es bei einer beworbenen Chance von ca. 50 % ja einmal funktionieren müsste.
Also starteten wir unseren ersten Versuch in Tschechien... Negativ.
Zum zweiten Versuch gingen wir nach Spanien. Dort wurden die Spermien meines Mannes nochmal gründlich untersucht, wobei festgestellt wurde, dass diese multiple Chromosomenfehler aufwiesen. Also entschlossen wir uns zu Eizell- und Samenspende. Mit neuem Mut gingen wir in unseren zweiten Versuch... negativ. Der Kryoversuch als dritter Versuch... Wieder negativ. Da wir den ersten Versuch wegen der fehlerhaften Samenzellen als "ungültig" werteten entschlossen wir uns zu einem weiteren Versuch, der Kosten wegen wieder in Tschechien. Vorher ging ich zu vielen Heilpraktikern und insbesondere zur Ostheopathie. Der vierte Versuch, siehe da: positiv. Der HCG-Wert ging zwar dann schon nach einer Woche wieder zurück und verwandelte den Versuch dann ebenfalls in ein Negativ, aber ich war zum ersten Mal überzeugt, das Problem beseitigt zu haben. Also entschlossen wir uns nochmals zu einem Frischversuch in Spanien. Der fünfte Versuch... Wieder negativ. Aber wir hatten ja noch Kryos. Also starteten wir den sechsten Versuch mit Kryos und vielen Heilpraktikern und Ostheopathie... Man glaubt es kaum: positiv mit super Werten. Dann der erste Ultraschalltermin... Die Fruchthöhle war leer... Nach der Ausschabung erfuhren wir, dass der Embryo einen Gendefekt hatte, Trisomie 16. Aber wir hatten ja noch Kryos. Also gingen wir wieder mit neuer Hoffnung in den siebten Versuch mit unseren Kryos... Lange Rede, kurzer Sinn: Negativ.
Auf Drängen der spanischen Klinik ließ ich mich untersuchen. Einen weiteren Versuch machten wir nun davon abhängig, ob dabei irgend etwas heraus käme. Und tatsächlich fanden die Ärzte einen kleinen Polypen in meiner Gebährmutter, der die Einnistung vielleicht gestört haben könnte. Da dieser natürlich entfernt wurde entschlossen wir uns zu einem weiteren Frischversuch. Dieser achte Versuch fand nun vor zwei Wochen statt und was das Ergebnis war steht ja schon in der Überschrift...
Irgendwie habe ich den Eindruck, das Schiksal ist manchmal besonders grausam. Da gibt es einem ein kleines Positiv, nur um die Hoffnung im nächsten Aukenblick gleich wieder zunichte zu machen... Und einem aber auch das Aufgeben zu erschweren. Da wir nun schon einmal so weit gekommen sind, sollten wir da schon alle Hoffnung fahren lassen? Nun, wir haben nun noch fünf Kryos in Spanien. Versuch neun und vielleicht 10???
Oder vielleicht doch stattdessen in eine ganz andere Klinik gehen? Vielleicht haben die ja noch eine Idee...?
Ich möchte mich nun nochmal in einer anderen Klinik erkundigen, in der eine entfernte Bekannte von mir mit 54 erst einen Jungen, und dann noch Zwillis bekommen hat. Wenn die aber auch nichts anderes machen als die Spanier, dann holen wir uns unsere Kryos noch ab, und egal wie das Ergebnis ist, dann gibt es keinen weiteren Versuch mehr. Ich habe meinem Körper vielleicht sowieso schon zu viel zugemutet...
Nun, vielen Dank, dass ich mir meinen Frust von der Seele schreiben durfte, vielleicht kann ich jetzt auch schlafen...
Gute Nacht wünscht Euch
Hechtlein