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Was soll man dazu sagen ......

  • C+C_Schmid
  • 7. März 2012 um 19:59
1. offizieller Beitrag
  • C+C_Schmid
    Administrator
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    394
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    1
    • 7. März 2012 um 19:59
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Spätes Mutterglück, große Empörung

    Kritiker werfen ihr Egoismus und mangelndes Verantwortungsbewusstsein vor: In der Schweiz hat eine 66-Jährige nach einer künstlichen Befruchtung Zwillinge entbunden und damit eine hitzige Debatte über späte Mutterschaft ausgelöst. Noch ist über die Frau nur bekannt, dass sie als Pastorin gearbeitet hat - doch mit ihrer Anonymität könnte es bald vorbei sein.
    Nein, eine Sünde ist es sicher nicht, wie das Schweizer Boulevardblatt Blick beklommen seine Leser fragte. Als die zehn Gebote verabschiedet wurden, war künstliche Befruchtung noch kein Thema, schon gar nicht für Mütter in einem - für damalige Verhältnisse - biblischen Alter. Aber gegen Schweizer Recht könnte die pensionierte protestantische Pastorin aus Graubünden durchaus verstoßen haben, die nun mit 66 Jahren per Kaiserschnitt von gesunden Zwillings-Jungen entbunden wurde und damit die älteste Mutter der Schweiz wurde.
    Der Fall erregt die Eidgenossen, seitdem ihn der Sonntags-Blick bekanntgemacht hatte. Dabei überwiegen bei weitem Kritik und Ablehnung. Von "narzisstischer" Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Verantwortungslosigkeit ist die Rede. Nur wenige Leser- und Hörerkommentare auf Zeitungswebseiten und in Radioprogrammen zeigen Verständnis für den "Mut" der Frau.

    Die Identität der Mutter ist bislang nicht bekannt. Sie wolle "dieses Ereignis jetzt in aller Stille genießen", wurde sie von der Presse zitiert: "Das ist meine Privatangelegenheit." Doch mit der Diskretion dürfte es bald vorbei sein: Da die Ex-Pfarrerin in einem 1300-Seelen-Dorf im Prättigau lebt und bis zu ihrer Pensionierung eine noch kleinere Gemeinde im Engadin leitete, dürfte sie leicht zu identifizieren sein. Derzeit befinden sich Mutter und Söhne noch im Kantonskrankenhaus Chur, wo sie entbunden hatte.
    Für den Kinderwunsch in die Ukraine

    Soweit bekannt ist, erfüllte sich die unverheiratete Pastorin ihren Kinderwunsch in der Ukraine, wo ihr eine gespendete Eizelle eingesetzt wurde, die zuvor im Reagenzglas befruchtet worden war. Ein solcher Vorgang ist in der Schweiz wie auch in Deutschland verboten. Hier dürfen nur eigene Eizellen der Mutter verwendet werden.

    Etwa jedes 100. bis 150. Baby entsteht europaweit durch künstliche Befruchtung. Anders als in Deutschland gibt es in der Eidgenossenschaft zudem eine Altersbegrenzung für derartige Eingriffe. Nach geltendem Recht ist künstliche Befruchtung dort nur gestattet, wenn die Eltern "aufgrund ihres Alters und ihrer persönlichen Verhältnisse voraussichtlich bis zur Mündigkeit der Kinder für deren Pflege und Erziehung sorgen können".
    Im gegebenen Fall wäre die Mutter 84 Jahre alt, wenn ihre Söhne volljährig werden. Das entspricht der durchschnittlichen Lebenserwartung von Frauen in der Schweiz, sagt aber nichts darüber aus, in welcher Verfassung sich die neue Mutter zu diesem Zeitpunkt befinden wird.

    Quelle: http://www.sueddeutsche.de

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  • STA
    8-Zeller
    Beiträge
    178
    • 7. März 2012 um 22:05
    • #2

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    naja ist mal wieder typisch, man greift halt das Thema nicht unvoreingenommen auf, sondern sucht sich das "skandalöseste" Beispiel raus. Nicht die Frauen mit 30, denen die Eierstöcke aufrgund einer Krebserkrankung entfernt wurden oder die mit 32 erfahren dass sie einen genetischen Defekt haben, der sie unfruchtbar macht und in die vorzeitigen Wechseljahre treibt. Auch nicht die Frauen mit 44, die seit 7 oder 8 Jahren versuchen ein Baby zu bekommen. Das alles würde doch viel zu viel Verständnis erzeugen.
    Mich erstaunt jedesmal wieder dass in einem erzkatholisch und konservativem Land wie Spanien die Eizellspende zu einem absolut gängig und akzeptablen Teil der Repromedizin gehört, während es hier immer wieder selbst in der so genannten seriösen Presse eine Polemik hagelt, die die Bild nicht besser hinkriegen würde. Betrachtet man die Geschichte der Repromedizin in Deutschland war vor 15 jahren da auch noch ein Riesenberg an Vorurteilen, mittlerweile kann man da offen zu stehen und darüber reden, dass man Hilfe braucht, ohne dass einem gleich der Wunsch nach einem "Designerbaby" unterstellt wird. Ich hoffe über kurz oder lang wird man auch der EZS unvoreingenommen gegenübertreten.
    Mal ganz abgesehen davon - find ich 66 Jahre auch etwas zu heftig.

    LG

    STA

    Kinderwunsch seit 03/2009
    2011 2x IVF (Abbruch)
    AMH: 0,02, FSH > 30, Diagnose POF

    7.7.2012 1.EZS/Reprogenesis: negativ
    8.10.2012 K-SET/ Reprogenesis: negativ

  • LiVita
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 8. März 2012 um 10:45
    • #3

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Hallo an alle,
    Nach mehreren Vorfällen ( die älteste Frau wurde mit 66 Mutter ) wurde die Altersgrenze für Eizellspende gesetzt. Nun ist es, hier in der Ukraine, kaum möglich, wenn man älter ist als 49, die Eizellspende durchzuführen.
    Auserdehm, wurden die Bestimmungen für die Leihmutterschaft verschärft.
    Grüsse aus Kiev,
    LiVita

  • Elana
    8-Zeller
    Beiträge
    154
    • 8. März 2012 um 20:54
    • #4

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Und was soll man insbesondere zu dem anderen Artikel sagen, der auf der gleichen Seite in der Süddeutschen stand, genau darüber, fast noch länger, unter der Überschrift "Menschenskinder": Nämlich der über Abtreibungen.

    "Nur noch" 108.900 Abtreibungen pro Jahr sind es in Deutschland.
    Weiter ging es dann im Text um den "Zugang zum sicheren Schwangerschaftsabbruch".

    66 finde ich auch alt. Aber offensichtlich ist es normal, daß in Deutschland täglich 300 Babys abgetrieben werden. Keiner regt sich auf.
    Dafür dürfen auf diese Frau alle mit dem Finger zeigen? Das paßt bei mir wirklich nicht zusammen.

    Offensichtlich ist es bei uns gesellschaftlich akzeptiert zu sagen "ich habe abgetrieben". Wohingegen der Satz "ich hatte eine Eizellspende" für moralische Entrüstung sorgt.

    Elana

    10/2009 ICSI in D, neg.
    01/2010 ICSI/IMSI IVF Pilsen, neg.
    06/2010 EZS IVF Pilsen, positiv
    02/2011 Geburt unseres Lieblings
    06/2012 EZS IVF Pilsen, positiv

  • Asti
    Morula
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    497
    • 12. März 2012 um 11:23
    • #5

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Also mit 66 find ich es auch etwas bedenklich, die Frau wird 81 sein, wenn die Kinder 15 Jahre alt sind, falls sie dann überhaupt noch lebt......

    VG Asti

    2x EZS + 3 x Kryo Gennet Liberec

    Geburt unserer süßen Tochter im August 2011

  • dtift
    Morula
    Beiträge
    347
    • 12. März 2012 um 18:22
    • #6

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    mit 66 ist es zu spät.
    jeder mag über seine altersgrenze individuell entscheiden, für mich liegt diese jenseits der 40-45, wie gesagt für mich. mit 66 ist für mich verantwortungslos, das kind braucht eine mutter und keine uroma.

    Bin nur hin und wieder hier.

    Habe eine Tochter Ende 2008 dank Eizellspende bekommen.

  • ria44
    Morula
    Beiträge
    643
    • 13. März 2012 um 10:20
    • #7

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Ja, sie ist zu alt mit 66 - sage ich, 17 Jahre jünger und mit erfüllten Kinderwunsch.
    Ich kann sie aber nicht verurteilen. Was hätte ich in ihrer Stelle gemacht?
    Ich kann sie verstehen, und bin sicher, sie gibt ihren Kinder das Wichtigste; unendliche Liebe.
    Hoffentlich können die Kinder es lange genießen. Ich wünsche der Pastorin ein langes,
    gesundes Leben.
    Ria

  • moana
    Morula
    Beiträge
    299
    • 13. März 2012 um 14:52
    • #8

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Jetzt habe ich tagelang überlegt, wie ich mein Empfinden in Worte fassen soll......
    und dann hat Ria für mich gesprochen.
    Genau wie Ria so empfinde ich es auch.
    Mich wundert, dass selbst hier Worte wie unverantwortungslos kommen.........
    weiß irgendjemand die Hintergründe?
    Vielleicht hat die Pastorin eine sehr viel jüngere Lebenspartnerin?
    Ich mag Verurteilungen nicht, schon gar nicht, wenn in unserer Gesellschaft im Gegenzug alte Väter liiert mit jungen Müttern völlig akzepiert sind.
    LG Moana

    Grüße von der Zwillingsmama
    Dank RF haben wir jetzt 5 wunderbare Kinder

    [Blockierte Grafik: http://www.wunschkinder.net/forum/ticker/tick/23/11/2012/37/19/unsere%20kleinste%20Prinzessin/0/255/0/153.png]

  • dtift
    Morula
    Beiträge
    347
    • 13. März 2012 um 19:28
    • #9

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Also ich akzeptiere auch keinen der mit 66 Vater wird oder besser gesagt, finde das gut.
    Wenn die Pastorin eine viel jüngere Lebenspartnerin haben sollte, hätte diese ja schwanger werden können. Man muß sich mal in die Lage der Kinder versetzten.!!!!!! Wenn die 7 Jahre sind, kommt die Mutter mit 74 zum Elternabend oder eine 14 Jährige muß beim Treffen mit Freundinen die 80 jährige Mutter präsentieren. Wo ist eigentlich die Grenze? "Verurteilen" wir auch eine 80 jährige noch nicht, wenn sie in diesem Alter Mutter wird? Ich meine es soll auch noch rüstige 100 jährige geben.

    Bin nur hin und wieder hier.

    Habe eine Tochter Ende 2008 dank Eizellspende bekommen.

  • sunny79
    2-Zeller
    Beiträge
    31
    • 13. März 2012 um 20:05
    • #10

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Hallo,
    ich habe wirklich lange überlegt ob ich zu dem Thema was sage.
    Ich muss mich aber ria und moana anschließen.
    So lange man die Hintergründe nicht kennt kann mann keinen für seinen Kinderwunsch verurteilen, egal wie alt.
    Womöglich haben die Kinder nicht so viele Jahre mit ihrer Mutter wie die meisten, es kommt aber immer auf die "Qualität" der miteinander verbrachten Zeit an. Ich habe Personen im Freundes/Familienkreis die haben ihre Eltern bzw. einen Elternteil vor dem 20. Lebensjahr verlohren, nicht weil diese zu alt waren. Oder was ist wenn die Mutter Alkoholikerin oder drogensüchtig ist, spielt da das Alter noch eine Rolle?
    Die Pastorin hat diese Entscheidung sicher nicht leichtfertig getroffen, wer von uns tut das schon.

    Wer hat denn das Recht eine Grenze zu ziehen? Der Gesetzgeber? Wir?

  • dtift
    Morula
    Beiträge
    347
    • 13. März 2012 um 20:25
    • #11

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Wer hat denn das Recht eine Grenze zu ziehen? Der Gesetzgeber? Wir?

    Mutter Natur?

    Bin nur hin und wieder hier.

    Habe eine Tochter Ende 2008 dank Eizellspende bekommen.

  • sunny79
    2-Zeller
    Beiträge
    31
    • 13. März 2012 um 20:45
    • #12

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Ich (32 Jahre alt) brauche eine Eizellspende weil ich auf natürlichem Weg nicht schwanger werden kann.
    Danke Mutter Natur!

    Ich finde einfach gerade wir sollten da etwas tolleranter sein!?
    Wir überschreiten doch auch grenzen die für "nicht betroffene" nicht in ordnung sind!?

    LG
    Sunny

  • Annette K.
    8-Zeller
    Beiträge
    146
    • 13. März 2012 um 21:20
    • #13

    Re: Was soll man dazu sagen ......

    Woher wisst Ihr das mit der Lebenspartnerin? Ich hab immer nur von "lebt zurückgezogen" gelesen. Eigentlich ist es wirklich schade, dass wir zum überwiegenden Teil nicht mehr in größeren Gemeinschaften leben, dann wäre das Alter gar nicht mehr so ausschlaggebend, dann könnte man einfach glücklich Mutter sein und müsste sich keine Sorgen machen, dass man es irgendwann nicht mehr so schafft, nicht mehr ausreicht...

    Die Leserbriefschreiber einer der Schweizer Zeitungen machten sich mehrheitlich Gedanken darüber, dass sie mit ihren Steuergeldern für die Erziehung etc. der Kinder geradestehen müssen, wenn die Mutter relativ gesehen früh(er als andere) sterben oder ein Pflegefall würde. Soviel zum Verständnis von Solidargemeinschaft :-?

    Ich mag nicht über so eine höchstpersönliche Entscheidung urteilen, das kann ich einfach nicht. Jeder zieht wohl seine persönliche Altersgrenze nach eigenem Empfinden - meine liegt "um die jetzt", bei Ende 40. Jetzt fühl ich mich noch wohl mit meiner Schwangerschaft und auch mit den Gedanken daran, wie alt ich sein werde, wenn... irgendwas für die Kinder sein wird. Aber das ist wie gesagt "meine persönliche".

    Die Mutter-Natur-Karte ziehen natürlich vor allem gern Frauen, die es geschafft haben, ihre Kinder noch innerhalb des selbst gesteckten eher niedrigeren Altersrahmens zu bekommen. Wenn man die o.e. Leserbriefe so studiert, scheint das Thema auch irgendwie sowas wie Angst zu machen... warum sonst äußeren sich so viele hierzu so vehement? ;)

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