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  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
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Argumentation für EZS

  • tigerwelzheim
  • 22. März 2011 um 21:05
  • tigerwelzheim
    Eizelle
    Beiträge
    6
    • 22. März 2011 um 21:05
    • #1

    Hallo an alle hier,

    meine Frau und ich haben gestern auch schlechte Nachrichten erhalten. EZS ist wohl das angesagt!

    Klar ist es jetzt schwer, sich mit so einer Arztaussage abzufinden. Werden und wollen aber auch noch nicht aufgeben, da sich ja immer wieder was tun kann (wird). Zumal hat meine Frau auch keinerlei sonstige anzeichen und das das innerhalb drei Monate mit eigenen EZ beendet sein soll, können wir irgendwie nicht verstehen.

    Wollen jetzt aber trotzdem erstmal etwas abschalten und dann wieder voll einsteigen.

    Hat jeman gute Argumente für eine EZS (z.B. - Sie trägt das Kind unter ihrem Herzen, Sie stillt es, Sie zieht es auf, etc.). Brauch wahrscheinlich noch etwas überzeugungsarbeit (Sie sagt, dass Ihr Gen fehlt und Sie dadurch quasi ausstirbt).

    Danke an alle die mir antworten und mit Rat zur Seite stehen! :)

  • Baklava
    4-Zeller
    Beiträge
    53
    • 22. März 2011 um 22:10
    • #2

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo,
    ich kann deine Frau verstehen, ich hatte auch Bedenken, dass das Kind mir nicht ähnlich sieht und nicht meine Gene trägt. Ich habe aber dennoch eine EZS gemacht und bin inzwischen Mutter von Zwillingen. Und ich habe festgestellt, dass es ganz egal ist, dass die beiden genetisch nicht von mir sind, denn es sind meine Kinder.
    Ich kann es schwer beschreiben, aber es war die beste Entscheidung meines Lebens, dass ich eine EZS habe machen lassen.
    Die Neuigkeit dass deine Frau keine eigenen Kinder bekommen kann scheint ja noch ziemlich frisch zu sein. das muss man auch erst einmal verkraften und es dauert einige Zeit. Das muss jetzt erst einmal sacken und verarbeitet werden.
    Aber ich würde jeder Frau, die selber keine Kinder bekommen kann zu einer EZS raten. Sie trägt das Kind neun Monate in ihrem Bauch, fühlt die Tritte, sieht es auf dem Ultraschall. Dann hält sie es in den Armen, stillt es, sieht jeden Tag die Fortschritte, das erste Lächeln, die ersten Laute, die ersten Zähnchen. Und für das Kind ist sie die Mama. Die Gene werden meiner Ansicht nach maßlos überschätzt.
    Ich wünsche euch alles Gute

  • dtift
    Morula
    Beiträge
    347
    • 22. März 2011 um 22:28
    • #3

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo,
    ich habe einen Sohn ("mein Fleisch und Blut") und ducrh EZP eine Tochter. Beide sind MEINE Kinder, Gene hin oder her.
    Wenn man nichts mehr möchte, als ein Kind, dann ist die EZP ein Geschenk. Ein Kind ab dem 3. od. 4. Tag der Befruchtung bei sich zu haben, was sind dann die Gene? Das ist alles Quatsch, ich hab hier noch keine gesehen, die den Schritt bereut hat.

    Laßt die Nachricht erst einmal sacken. Glückwunsch zu dem Arzt, der zumindest die Wahrheit gesagt hat, hier gibt es unzählige, die eine jahrelange sinnlose Behandlung hatten, bevor die EZP kam.
    Wenn etwas Zeit vergangen ist, dann fragt Euch, wie wichtig ein Kind ist. Warum wollt Ihr eines haben, dem Kinde willen mit allen Vor- und Nachteilen? Oder weil es Eure Gene hat? Die Gene rücken in den Hintergrund, anfangs ist es komisch, man denkt immer dran, dann hält man nach der Geburt dieses Wesen im Arm und weiß, dass man alles richtig gemacht hat.

    Bin nur hin und wieder hier.

    Habe eine Tochter Ende 2008 dank Eizellspende bekommen.

  • roni42
    Eizelle
    Beiträge
    19
    • 23. März 2011 um 06:43
    • #4

    Re: Argumentation für EZS

    ich bin ss nach ezs und verspüre dankbarkeit für die spenderin, aber das kind in mir war von der ersten sekunde an meins.... daß die gene nicht aussterben sollen verstehe ich nicht, finde es ehrlich gesagt, zu dramatisch... ich wußte, daß es soweit ist als ich mich fragte ob ich kinderlos bleiben möchte. die antwort war nein, also fing ich an 10 sekunden später nach kliniken zu suchen... alles liebe, roni

  • tigerwelzheim
    Eizelle
    Beiträge
    6
    • 23. März 2011 um 08:04
    • #5

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo,

    dass geht ja zügig hier im Forum! :o

    Danke Euch allen bereits für Eure Antworten und für Eure MUT machenden Worte.
    Freue mich natürlich auch noch über mehr Feedback.

    Sacken lassen wir das ganze jetzt erst einmal. Einfach etwas auszeit und nach uns selbst schauen.

    Nochmals DANKE.

  • cholita
    Morula
    Beiträge
    345
    • 23. März 2011 um 08:40
    • #6

    Re: Argumentation für EZS

    Hmmmmmmmmmm,

    wahrscheinlich muß man so eine Nachricht wirklich erst sacken lassen. Für mich kam das damals nicht überraschend. Erstens wußte ich, dass sowas existiert und es vielleicht meine letzte Chance sein könnte, denn irgendwas schien mit meinen eigenen Embyronen nicht zu stimmen. Deswegen war die Nachricht nicht weiter dramatisch (also doch dramatisch mit Tränen und allem, aber innerlich habe ich es geahnt) für mich und wir haben uns sofort zu dem Schritt entschlossen

    Es hat sofort geklappt. Klar, während der Schwangerschaft denkt man schon drüber nach. Auch nach der Geburt war ich etwas verunsichert, aber doch unheimlich glücklich über mein Kind. Meine Tochter wird jetzt 2. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie nicht "meine" Tochter ist. Es ist das Kind auf das ich Jahre lang gewartet habe. Der liebe Gott hat genau sie für uns ausgewählt. Das werden Dir alle EZS-Eltern sagen. Man kann es sich gar nicht anders vorstellen.

    Ich habe hier auch noch nie jemanden getroffen der den Schritt bereut hat. Alle sind ganz euphorisch wenn sie endlich schwanger sind.
    Das ist vielleicht jetzt eine anmaßende, dreiste Behauptung: Aber ich glaube EZS-Kinder werden mehr geliebt. Halt einfach weil sie etwas besonderes sind. Weil man einen steinigen Weg gegangen ist, weil man sehr viele Jahre gelitten hat, weil endlich der sehnlichste Wunsch in Erfüllung gegangen ist.


    Ich bekomme in wenigen Wochen mein 2. Kind. Mein genetisch eigenes! Die Überraschung meines Lebens. Erst dann kann ich Dir sagen, ob man wirklich einen Unterschied macht.

    Gruß
    Choli

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  • sunny-hope
    Morula
    Beiträge
    528
    • 23. März 2011 um 09:44
    • #7

    Re: Argumentation für EZS

    Hallole,
    mir hat im Frühjahr 2009 mein KiWu-Arzt auch nach drei neg ICSI gesagt, daß ein weiterer Versuch keinen Sinn macht. War ziemlich hart und ich denke sehr ungern an diese Zeit zurück.
    Mir hat damals geholfen mich über andere Möglichkeiten schwanger zu werden zu informieren. Hab ja von m einem Doc den Hinweis bekommen.

    Tja, und nun bin ich schwanger mit Zwillingen und ich kann nur sagen ich liebe Beide über alles. Seit dem positiven Test, dem 1. US.... eine so tiefe Zuneigung, Dankbarkeit...
    Es sind meine Kinder, die in mir heranreifen, die ich auf die Welt bringe, die ich begleite, unterstütze und liebe.....und meinem Mann geht es durch das Miterleben der SS genauso.


    Ich wünsche Euch alles Gute
    Britta

    EMS PP+: 09/2010 pos

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  • tigerwelzheim
    Eizelle
    Beiträge
    6
    • 23. März 2011 um 10:31
    • #8

    Re: Argumentation für EZS

    Danke für die rührenden / anteilnehmenden Worte.
    Muss mich hier beherrschen, dass mir die Tränen nicht aus den Augen schießen :cry:.

    So wie Ihr, sehe ich das auch.

    Toi Toi Toi dass alles klappen wird, so oder auch so.
    Da bin ich der felsenfesten Überzeugung (die kann mir auch keiner nehmen).

  • Nightwish
    Blastozyste
    Beiträge
    1.255
    • 23. März 2011 um 10:35
    • #9

    Re: Argumentation für EZS

    hallo...
    bei uns war es ähnlich...in zweiter ehe wollten wir gern ein gemeinsames kind haben..aufgrund von meinem alter haben wir einen fruchtbarkeits-blutstatus machen lassen..man hätte die eierstöcke bis zum letzten quasi ausquetschen müssen und dann die unsicherheit, ob das kind gesund ist...von den gesundheitlichen risiken mal abgesehen..
    nach diesem gespräch mit unserem gyn mussten wir das auch erstmal sacken lassen und haben vom eigenen kind abschied nehmen müssen..da waren wir schon sehr traurig..da wir von einer eizellspende abgeneigt waren, haben wir uns dann mit einer auslandsadoption auseinandergesetzt und sind dann recht schnell zu der embryonenadoption/embryonenspende gekommen...da wir beide kinder aus erster ehe haben, war uns der genetische aspekt egal...und wir wußten sofort das ist unserer weg, wir haben eine ausgewogenheit in unserer beziehung, beide sind genetisch nicht vertreten..dazu kam auch der finanzielle aspekt..und heute sind wir überglücklich diesen weg gegangen zu sein, und nochmals gehn werden..wir lieben dieses kind über alles und es ist zu 100 % unseres..es gibt einen unterschied zu den genetisch eigenen bei uns..wir erleben dieses kind intensiver und sind uns unseres glückes und kleinen wunders sehr bewußt..sie ist unsere prinzessin und ein -wenn wir nicht aufpassen- absolutes verwöhnkind :D

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  • torra
    Morula
    Beiträge
    182
    • 25. März 2011 um 13:51
    • #10

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo tigerwelzheim!

    Ich kann deine Frau gut verstehen. Für mich war die Aussage meines Arztes, dass es mit meinen Zellen nciht klappt, so ein Schock, dass ich seinen Vorschlag zur Eizellspende einfach vom Tisch gewischt habe. Nach ein paar Tagen hatte sich dies aber in Neugierde verwandelt und ich habe ihn um einen neuen Termin gebeten. Er erläuterte uns den genauen Ablauf der EZS und erklärte auch, dass ja nur die erste Zelle nicht von mir stammt, aber meine Gebährmutterschleimhautzellen das Kind nähren und meine Blutzelle durch das Kind fließen. Er ist als Professor oft im Ausland und berichtete von Beobachtungen, dass Kinder aus EZS ihren austragenden Müttern sehr viel ähnlicher sind als deren Neffen und Nichten oder deren Adoptivkinder.
    Von einem anderen Arzt habe ich mich dann doch noch zu einer ICSI bequatschen lassen, natürlich wie alle Behandlungen zuvor nur teuer, aber ohne Erfolg. Nun hatte ich den Beweis (ein Foto mit verkümmerten Ein- und Zweizellern in der Petrischale), dass die eigenen Eizellen zu alt sind und ich startete voller Elan in die Eizellspende. Mein Mann hat mich immer unterstützt. er hat schon zwei leibliche Kinder und ihm war ein gemeinsames Kind wichtig, unabhängig von der Herkunft der Zellen, also auch Samenspende oder Embryonenspende wäre kein Thema für ihn gewesen.
    Ich bin nun in der 11. Woche schwanger und es ist MEIN Kind. Ohne Vorbehalte, ohne Sorgen, ohne schlechtes Gewissen. Die Spenderin ist ja viel jünger als ich, also muss ich auch nicht so viel Angst vor einer Fehlgeburt oder wegen Fehlbildungen haben.

    Ich bin der Spenderin sehr dankbar, sie hat durch ihre Spende Leben geschenkt. Aber das tue ich auch, denn ich bin Blutspenderin, habe einen Organspendeausweis und stehe in der Knochenmarkspenderdatei. Wenn ich als Studentin von EZS erfahren hätte, wäre ich wohl auch zur Spenderin geworden.

    Lasst euch Zeit und falls ihr euch entscheidet: nehmt euch noch mehr Zeit für die Auswahl der für euch richtigen Klinik.

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  • meg19
    Morula
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    Beiträge
    425
    • 26. März 2011 um 00:56
    • #11

    Re: Argumentation für EZS

    [quote author=torra link=topic=7162.msg106767#msg106767 date=1301057502]
    ...Er erläuterte uns den genauen Ablauf der EZS und erklärte auch, dass ja nur die erste Zelle nicht von mir stammt, aber meine Gebährmutterschleimhautzellen das Kind nähren und meine Blutzelle durch das Kind fließen. Er ist als Professor oft im Ausland und berichtete von Beobachtungen, dass Kinder aus EZS ihren austragenden Müttern sehr viel ähnlicher sind als deren Neffen und Nichten oder deren Adoptivkinder... [/quote]

    Das Thema Epigenetik ist immer noch in den Kinderschuhen. Bisher gehen die Biologen davon aus, dass das Lernen von Nachbarzellen sich auf die Teilungsgeschwindigkeit und die Immunabwehr bezieht. Damit ist zu vermuten, dass die leiblische Mutter ihre Zellinforationen auch an das Kind weiter gibt. Eine Vererbung von Eigenschaften und Talenten ist jedoch nicht zu erwarten.

    Aber die genetische Übereinstimmungsabsicht relativiert sich m. E. sehr schnell, wenn man sich vor Augen führt, dass wir wohl zu 60 % mit der Genetik der Fruchtfliege übereinstimmen und die Erbsubstanz von Menschen und Schimpansen zu 98,7 % gleich sind.

    Und wenn man sich jetzt noch die Zahl der möglichen Kombinatinen bei der 'Verschmelzung' von zwei DNA-Strängen vor Augen führt, dann ist eigentlich bei jeder Eizell-Samen-Kombination, auch jede Form von Ausprägung möglich. Und da es wesentlich mehr Kombinationen als für uns beschreibbare Talente und Eigenschaften gibt, wird man auch bei jeder Kombination Gleiches, also im Volksmund auf Vererbtes treffen. Aber eben auch Fremdes sehen, für das dann der Großonkel herhalten muss. :D

    LG, Meg

    PS: Das größte Argument für EZS ist LIEBE! Warum sollten Eltern ein EZS-Kind weniger lieben als ein Adoptiv- oder Pflegekind?

    [Blockierte Grafik: http://www.wunschkinder.net/forum/ticker/tick/12/11/2009/32/15//0/0/0/204.png]
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  • fiskan
    Morula
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    463
    • 26. März 2011 um 08:05
    • #12

    Re: Argumentation für EZS

    hallo tigerwelzheim
    gebe dir jetzt auch noch meinen senf dazu :D
    ich hatte mit 30 eine krebserkrankung und war nach der chemo in den wechseljahren. schon bei therapiebeginn hiess es, dass wir unseren kiwu beerdigen sollten. war zu dem zeitpunkt auch ok so, schliesslich wollten wir (frisch verheiratet), dass ich überlebe. zum erstaunen aller ärzte wurde ich 2 jahre nach therapie-ende spontan ss, verlor das kind aber im 4. monat. der kiwu war geweckt doch leider war nichts mehr zu machen. die fa riet mir auch zur ezsp. das war für mich zuerst ein schock. ich hatte mich überhaupt noch nicht mit dieser thematik befasst - obwohl wir ja wussten, dass ich ja eigentlich keine chance mehr hätte mit meinen ez ss zu werden, weil da einfach kaum noch ez vorhanden sind. ich hatte das gefühl, das kind einer anderen frau auszutragen!
    für meinen mann, wäre es von beginn weg ok gewesen, diesen weg zu gehen. ich brauchte noch etwas zeit dazu. versuchte den kiwu abzuhaken. ado war leider bei meiner gesundheitlichen vorgeschichte auch nicht möglich. nun ja, als ich den kiwu nicht "los" wurde, sondern sich immer mehr verstärkte, begann ich mich zu informieren. stellte mir die frage, wie es denn sein würde für mich, ohne kinder zu bleiben. das wäre für mich ganz schlimm gewesen. ich hatte etliche bedenken, nicht nur genetischer art. nach einiger zeit hatte ich mich dazu entschlossen - ab dem zeitpunkt waren diese bedenken weg gewischt. und ich habe es nie bereut - wie du aus dem ticker ersehen kannst, bin ich glückliche mama von twins :D

    ich kann euch nur mit auf den weg geben: lasst euch zeit! lasst erst mal den schock sacken, wägt ab, wie es wäre mit und ohne kinder für euch. wie wichtig sind kinder? informiert euch.

    zu mir kann ich dir noch kurz erzählen, wie ich die ezsp erlebt habe:
    ich konnte es kaum abwarten bis es endlich soweit war. hatte glück und eine klinik ohne wartezeit gefunden. war etwas teurer aber ok. bei transfer wurden uns die zwei befruchteten und geteilten ez über monitor gezeigt, von da an wusste ich, dass ich gerade den ersten blick auf unsere kinder werfe - es war ein unbeschreibliches gefühl und ist noch immer sehr präsent, wenn ich an den moment zurückdenke. als sie mir eingesetzt wurden, kehrte eine unbeschreibliche ruhe in mir ein, ein vertrauen, dass es nun gut kommen würde! zwei wochen später testete ich positiv (ja, es war der erste versuch-wir gehören zu den glücklichen!). die ss hindurch fühlte ich wie die zwei heranwuchsen, fühlte ihre stupser, tritte - ich war sooo glücklich, denn ich trug ja meine kinder aus! auch als sie dann geschlüpft waren, leider etwas zu früh, mussten 3 wochen auf der neonatologie bleiben, sah ich sie an, fühlte sie und war so stolz! ich liebe sie - ich habe sie in mir heranwachsen lassen, ausgetragen, habe sie zur welt gebracht, gestillt. die genetik ist ein kleiner teil. sie bekommen so viel mit von mir, schon während der ss beginnt es, mit den emotionen, den hormonen, die wir dabei ausschütten. das geht ja auch alles an die babies über! zoe-mia lacht genau wie ich - ich ziehe immer so seltsam die nase kraus dabei - sie tut es genaugleich! die kleinen übernehmen so viel mimik und gestik von uns, das prägt auch mehr als man glaubt... die spenderin muss mir sehr ähnlich gesehen haben, denn das mädel sieht mir auch sonst sehr ähnlich. bjarne ist ganz der papa 8) und auch wenn es nicht so wäre: ich habe meinen eltern kein bisschen geähnelt :wink: sah einer tante ähnlich. also: was solls?! wichtig ist, was wir ihnen von unseren werten, lebensansichten, -einstellungen mitgeben, ist doch viel wichtiger als ein paar kleine gene?
    so sehe ich es, jedenfalls. und meg schreibt dazu ja auch ganz passendes mit der übereinstimmung zu verschiedenen anderen tierarten...

    ich wünsche euch alles gute auf eurem weiteren weg :)
    alles liebe
    fiskan

    vorzeitige WJ nach Chemo
    EZS 7.09 IVI Madrid - POSITIV!!!

    [Blockierte Grafik: http://www.ticker.7910.org/as1cHji0g410012MjQyZHw1NTY4OGR8dW5zZXJlIHp3ZWkgU29ubmVuc2NoZWluZSBzaW5kIA.gif]

  • Elana
    8-Zeller
    Beiträge
    154
    • 1. April 2011 um 22:01
    • #13

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo Tigerwelzheim,

    klar muß man das erst mal verdauen. Als meine zweite ICSI mit eigenen EZ negativ getestet war, war ich fix und fertig. Weil mir war sofort klar, daß das mit meinen eigenen EZ nicht mehr klappt (war damals 42 Jahre) und ich wollte auch keine ICSI mehr durchmachen. Bei der "zweiten Runde" hatte ich echt hohe Dosis von Medikamenten, das habe ich sehr schlecht vertragen und körperlich gelitten, mit Überstimulation und Nierenschmerzen, ich wußte ich schaffe das nicht nochmal.

    Wir sind dann erstmal in Urlaub gefahren und haben dann nochmal das Gespräch mit dem Arzt gesucht. Der sagte uns sehr deutlich, mit eigenem "Material" gibt er uns - nach den vorherigen Erfahrungen - eine Chance von maximal 5% daß es klappt. Fand ich sehr ehrlich. Dazu kommt, daß bei meinem Mann auch die Qualität recht schlecht ist.
    Und dann war es mir eigentlich sofort klar, ok ich mache das mit EZS. Ich finde es wunderbar, daß es Frauen gibt, die ihre Eizellen spenden, und daß die Medizin diese Möglichkeiten bietet! Denn ich wollte schon immer Kinder, und den Wunsch komplett zu begraben, das hätte ich nicht geschafft und wollte unbedingt auch diese Chance nutzen.
    Einen Termin haben wir gleich vereinbart und kurzfristig bekommen. Wie das Schicksal es so wollte: Als mein Mann dann "dran" war, war die Qualität der Spermien so miserabel daß gar nichts brauchbares dabei war. Und er hat dann sofort von seiner Seite auch entschieden ok, dann auch eine Sperma-Spende. Also ein Kind, das mit keinem von uns beiden genetisch verwandt ist.

    Wir hatten das unbeschreibliche Glück, daß es geklappt hat. Und wir haben unseren Sohn jetzt seit 5 Wochen, er ist einfach unbeschreiblich und wir sind seit der ersten Sekunde gnadenlos verliebt in den kleinen Kerl. Er ist das Beste, was ich in meinen 43 Jahren fertiggebracht habe! Und mein Mann und ich sind uns absolut einig: wenn wir ihn "selber gemacht" hätten, es hätte auch nix "besseres" dabei rauskommen können ..... Diesem Kind beim Stillen in die Augen zu schauen, ihm zuzuschauen wenn er im Schlaf lächelt, beim Wickeln mit den kleinen Füßchen zu spielen ... das öffnet mir das Herz und ich kann heulen vor Glück.

    Übrigens wissen auch unsere engeren Verwandten (Oma, Opa, Tanten + Onkel von dem Kleinen) über die EZS + Spermaspende Bescheid, und auch die künftigen Taufpaten. Wir wollten das, weil wir es auch dem Kind gegenüber nicht verbergen wollen. Dann soll er wissen, daß er auch von allen anderen von Anfang an herzlich willkommen war bei uns, so wie er ist. Und es ist allen, die es wissen, völlig egal: auch für sie ist es unser Kind, ihr Enkel, ihr Neffe, ein wundervolles neues Mitglied unserer Familie!

    liebe Grüße, und alles Gute für Euren weiteren Weg!
    Elana

    10/2009 ICSI in D, neg.
    01/2010 ICSI/IMSI IVF Pilsen, neg.
    06/2010 EZS IVF Pilsen, positiv
    02/2011 Geburt unseres Lieblings
    06/2012 EZS IVF Pilsen, positiv

  • Sanni73
    Morula
    Beiträge
    329
    • 4. April 2011 um 20:04
    • #14

    Re: Argumentation für EZS

    Hallo Tigerwelzheim,

    ich habe euren Beitrag gerade erst gelesen und möchte auch noch was sagen. Für uns hat sich - nach 6 erfolglosen IVF´s und zwei Fehlgeburten - bei der Entscheidung zur EZS vorallem folgende Frage gestellt: Will ich Gene weitergeben oder mit Kindern leben? Diese Frage konnten wir klar beantworten.
    Außerdem finde ich die Aussage, die Frau Dr. Wegmann hier mal gemacht hat, auch sehr treffend: "Das Kind wird vielleicht nicht ihren Mund haben, aber ihr Lächeln. Und es hat vielleicht nicht ihre Augen, aber ihren Blick:"

    Ich kann nicht leugnen, mich in den ersten Wochen anch der Geburt unseres Sohnes nicht manchmal gefragt zu haben, ob es sich anders anfühlen würde, wenn er meine Gene trüge. Aber die Liebe zu ihm, da bin ich sicher, könnte nicht größer sein. Und wie hier auch schon geschrieben wurde, was "Besseres" hätte nicht kommen können. Auch ich empfinde eine große Dankbarkeit für die Spenderin.
    Aber die Entscheidung will gut überlegt sei, denn ihr werdet das Kind euer Leben lang haben. Ich wünsche euch, dass ihr euch richtig entscheidet.

    LG Sanni

    11/10 Geburt unseres ersten Sohnes
    07/15 Geburt unseres zweiten Sohnes

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