Hallo liebe Forumsfrauen und vielleicht auch -männer,
nach etlichen Monaten des Mitlesens möchte ich mich nun doch mal vorstellen.
Wobei das Lesen weder besonders still (Summen und Pfeifen, Fluchen über die Macken des PC, lautes Mitlachen, -weinen, -freuen) noch passiv war (das Hirn rattert stets auf Hochtouren mit ...).
Wie es mich hierher verschlagen hat?
Nach diversen Myom-OPs, einer spontanen und einer IVF-Schwangerschaft, die beide mit früher Fehlgeburt endeten, kam heraus, dass ich als "Mutantin" (Trägerin eines Chromosomenfehlers) mit Blutgerinnungsstörungen, vielleicht auch immunologischen Problemen (unter Medizinern offenbar ein höchst umstrittenes Thema) und erschöpfter Eizellreserve bereits am Ende der in Deutschland legalen Behandlungsmöglichkeiten angelangt bin. Und das mit süßen 40. An dieser Stelle ein aufrichtiges Danke an meine Krankenkasse, die wenigstens die Kosten für die Abortdiagnostik bereits nach "nur" zwei Fehlgeburten anstandslos übernommen hat!
So richtig konnte ich mich aber nicht mit der Kinderlosigkeit abfinden, und als im Sommer das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte kam, das ein Verbot der Eizellspende (bei gleichzeitiger Erlaubnis der Samenspende) für unzulässig erklärt hat, da hat es plötzlich "Klick" gemacht, und ich habe zusammen mit meinem Mann begonnen, das Thema für uns abzuklopfen. Als Kopfmensch hatte ich das starke Bedürfnis, meine spontane Bauchentscheidung mit möglichst vielen Informationen aus unterschiedlichsten Quellen zu unterfüttern, und so bin ich schließlich auch hier gelandet. Eure Erfahrungen, Infos, Ängste, Fragen, Zweifel, aber auch Freude, gegenseitige Unterstützung und Erfolge haben mir sehr geholfen, in dieses Tabu-Thema einzutauchen und mich nicht mehr so verlassen zu fühlen. Das war bitter nötig, denn wer im "normalen", sprich: nicht selbst betroffenen Freundeskreis hat sich schon je mit Eizellspende auseinandergesetzt?
Ergebnis: Im Oktober hatten wir unser Erstgespräch bei Sanatorium Pronatal in Prag, und Ende Februar startet der Behandlungszyklus. Wir können also langsam losrumpeln auf der emotionalen Achterbahn! Wie groß mein Mitteilungsbedürfnis in den nächsten Wochen tatsächlich wird, kann ich noch nicht sagen. Vielleicht wird es sich als wohltuender erweisen, die Behandlung und die damit verbundenen Fragen und Gefühlswallungen auszublenden und Ablenkung zu suchen. Aber wer weiß, was sich alles ergibt, und wenn es vielleicht sogar irgendjemandem nützt, bin ich natürlich gerne zum Austausch bereit.
In diesem Sinne wünsche ich Euch/uns allen einen aufregenden Frühling mit vielen positiven Überraschungen!
Pan Tau