Hallo, ich bin neu hier und möchte meiner Schwester Eizellen spenden.
Meine Schwester wurde mit dem Ullrich-Turner-Syndrom geboren ( http://de.wikipedia.org/wiki/Turner-Syndrom ) und ihr Körper ist nicht in der Lage, selbst Eizellen zu bilden, eine normale Schwangerschaft ist mit hormoneller Unterstützung aber möglich laut Aussage der Gynäkologin meiner Schwester, die die Idee einer Eizellspende unterstützt.
Ich bin 34 Jahre alt (hoffentlich nicht schon zu alt?) und habe einen fast 6jährigen Sohn und 3jährige (zweieiige) Zwillingstöchter. Bei der Schwangerschaft mit meinen Mädchen hatte ich eine Plazentafehlbildung (Placenta increta), aufgrund dessen kam es bei der Geburt (Kaiserschnitt) zu schweren Blutungen und mir mußte die Gebärmutter entfernt werden. Weitere leibliche Kinder werde ich also nicht bekommen können, mir reichen meine 3 von der Punkstelle :o
aber auch komplett und ich bin froh, daß wir schon aus "dem Gröbsten" raus sind.
Meine Schwester ist 32, falls die Info von Belang ist.
Wir suchen also eine Klinik, die mich als Spenderin akzeptieren würde.
Jetzt gibt es allerdings einiges, was uns (soweit ich mich schon eingelesen habe) zu einem Sonderfall machen würde.
1. Aufgrund der Auswirkungen des UTS ist meiner Schwester sehr klein, 1.56m trotz Hormongabe und sehr zierlich. Eine Zwillingsschwangerschaft sollte also vermieden werden und es sollte immer nur ein Embryo eingesetzt werden.
Wird das überhaupt irgendwo gemacht?
2. Und jetzt wird es richtig verworren. Meine Schwester ist lesbisch, mit ihrer Frau seit 9 Jahren zusammen und seit 5 Jahren verheiratet (Dieses Lebenspartnerschaftsdings mag ich nicht, die beiden haben geheiratet, basta). Mit ihrer Frau hat sie schon eine Tochter, biologische Mutter ist ihre Frau, die Stiefkindadoption ist seit Anfang des Jahres unter Dach und Fach, der Samenspender war ein (schwuler) Freund der beiden, der nicht unbedingt die Vaterrolle übernimmt, sondern so eine Art engagierter Patenonkel ist und - ihr ahnt es bestimmt - dieser Freund soll auch bei den geplanten Baby der Samenspender sein.
Wir brauchen also eine Klink, die ein lebisches Paar mit einem schwulen Samenspender und der leblichen Schwester als Eizellspenderin akzeptiert. Plan B ist, daß meine Schwester und der Freund sich als Paar ausgeben, beide haben aber wenig Lust, sie zu verbiegen und die Hete zu spielen, was ich verstehen kann.
Eine anonyme Spende kommt nicht in Frage, da die Frau meiner Schwester als Baby aus Vietnam adoptiert wurde ("Operation Babylift" http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Babylift) und bis heute darunter leidet, keine Informationen über ihre leiblichen Eltern zu haben.
Ich bin mir über die Konsequenzen einer Eizellspende bewußt, das Ganze wurde von meiner Schwester und mir auch durchdacht. Ich weiß, das das Baby nicht "mein" Kind sein wird, sondern dann 2 Mütter hat und einen Patenonkel/"Vater" hat und für mich die Rolle der Tante bleibt.
Evtl.Ähnlichkeiten machen mir keine Angst, meine Schwester und ich haben noch einen Bruder, der auch 2 Kinder hat und mein Sohn und mein Neffe sehen sich so ähnlich, daß sie von Aussenstehenden oft für Brüder gehalten werden.
Mit meinem Kinderwunsch bin ich auch wirklich durch und mit meiner Hysterektomie versöhnt. Besser ohne Gebärmutter als verblutet, eine andere Option gab es für mich nicht.
Und warum ich schreibe und nicht meine Schwester? Ich war schon immer die kommunikativere von uns beiden und leider manchmal unter dem "Grosse Schwester Syndrom", indem ich die Verantwortung übernehme.
Und jetzt schicke ich ab, obwohl es so viel geworden ist.