Hallo, ihr Lieben alle,
ich will mich doch mal wieder melden. Sozusagen ein Gruß aus der Versenkung – ich krieg zurzeit den Kopf nicht über Wasser. Zwei Babys, eine Dreijährige, 2o-3o Std. Büro, dazu das übliche „bisschen Haushalt“ und Garten… das ist schon eine Grenzerfahrung. Aber durch die Mutterschaft wächst einem auch viel Kraft zu und man schafft manches, was man ansonsten nicht hinbekäme. Wenn nur nicht einer meiner Söhnchen abends weinen würde - und zwar jeden einzelnen Abend seit seiner Geburt… Tagsüber ist er das sonnigste, süßeste Kind, das man sich nur vorstellen kann, abends packt ihn der Katzenjammer. Seine Welt ist erst wieder in Ordnung, wenn ich auch ins Bett komme. Das macht es wirklich schwierig und klaut mir die letzten Freizeitrestchen.
Ja, die Zwuckis sind jetzt schon 7 Monate – kaum zu fassen, wie dieses Babyjahr dahinrast. Während ich am Anfang der trauten Innigkeit mit nur einem Baby oft hinterhergeseufzt habe, macht es mir mittlerweile auch Spaß, Zwillinge zu haben. Jetzt, wo man mehr mit ihnen machen kann, zeigt sich manchmal das „spezielle Zwillingsglück“. Wenn sich zwei Windelpupser zärtlich angurren, sich in aller Unschuld die Sachen klauen, wenn man mit ihnen Ball spielt und dann 8 Extremitäten eifrig herumwackeln, und überhaupt, wenn man mit ihnen schmust und dann „Baby satt“ hat. Aber es war ein Weg bis dahin. Es ist vieles ganz anders als mit nur einem Baby. Um die Schwierigkeit zu verstehen, stelle man sich ein Rendezvous vor: Mit 2 Männern gleichzeitig, an denen man gleichermaßen interessiert ist.
Tagsüber komme ich gut klar, die Nächte sind eine ziemliche Katastrophe. In guten Nächten habe ich nur ca. 7 Einsätze. In schlechten sind es auch schon mal über 2o. Da ist dann manchmal Wachbleiben einfacher als der Schlaf in Minutenportionen. Einer meiner beiden Jungs, der Abendweiner, will sich seiner Mutter oft vergewissern und am liebsten die ganze Nacht an der Brust verbringen. Der andere ist ein kleiner Wüterich vor dem Herrn und kriegt die Motten, wenn es seinen Schnuller vermisst oder sonst irgendetwas nicht so ist wie es sein soll. Dann ist er sofort auf 18o. Und um Punkt 6.oo morgens will das Kerlchen gewickelt werden. Aber pronto! Da steht Mutter stramm.
Übrigens ist das mit dem Stillen richtig gut geworden. Zwei Kinder zu stillen geht fast schneller als eins (weil die die Brust noch ganz anders zum Fließen kriegen, wenn sie gleichzeitig saugen) und die Kinder sind beide groß und kräftig. Für eine Doppelmahlzeit brauche ich maximal 5 Minuten. Und schmusig ist es außerdem. Bin doch sehr froh, mich durch den schwierigen Anfang durchgekämpft zu haben, und werde mir mit dem Abstillen noch Zeit lassen.
Meine Tochter ist übrigens bislang bei ihrer Ablehnung der Brüder geblieben. Mittlerweile ist eine Art Neutralität erreicht, die das Familienleben nicht mehr so belastet. Sie ignoriert die beiden jedoch weitgehend. Wir haben viel ausprobiert, jetzt versuche ich, gelassen damit umzugehen. Gut, dass die beiden Jungs sich gegenseitig haben.
Ich bitte alle um Entschuldigung, die ein paar Worte von mir erwartet oder verdient hätten – es tut mir wirklich leid, euch hier so zu vernachlässigen. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
Viele Grüße
Romy