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"Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

  • Ines + Chris
  • 17. Juni 2009 um 20:18
  • Ines + Chris
    Blastozyste
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.339
    • 17. Juni 2009 um 20:18
    • #1

    Mal wieder ein furchtbar netter Bericht über Eizellspende, mehr in dem Link.

    http://www.radiobremen.de/nordwestradio/…nuskript116.pdf

    Die Verfasserinnen sind Prof. Dr. Konstanze Plett und Julia Diekämper

    Falls ihr den Damen mal Eure Meinung schreiben möchtet, sucht einfach in der Uni Bremen nach den beiden Damen.

    Wir halten uns zumindest an das was Radio Bremen schreibt:
    © Radio Bremen 2009
    Dieses Manuskript ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des
    Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung von Radio Bremen unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript weder vervielfältigt,
    verbreitet noch öffentlich wiedergegeben werden

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 18. Juni 2009 um 19:41
    • #2

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Hallo Ines und Chris,
    vielen Dank für die Info. Das war doch eine Antwort wert. Ich stelle sie hier ein.
    Viele Grüsse, Maria.


    Sehr geehrte Frau Plett,

    ich habe soeben das Manuskript Ihres Beitrages ""ALL INCLUSIVE – CHILD INCLUDED?
    Reproduktionstourismus als Gratwanderung zwischen Hotel und Hospital"" für Radio Bremen gelesen.

    Der von Ihnen gewählte Titel zeigt ja schon den Ton, in dem ein grosser Teil Ihres Essays abgefasst ist. Provozierend ist nur eines der Worte, die mir dazu einfallen.
    Im Text lese ich dann einige klar gut recherchierte Fakten, und immer wieder dazwischen Begriffe, die gar nicht neutral sind, sondern eher die Nutzung von Reproduktionsmedizin im Ausland als verwerflich darstellen und ins Lächerliche ziehen.

    Vielleicht kurz ein paar Worte zu mir selbst.
    Ich bin Deutsche, Jahrgang 1961, verheiratet (mit einem Mann, muss frau ja heutzutage hier hinzufügen) und lebe in Brüssel.
    Im März 2006 habe ich mein/unser erstes Kind (ganz altmodisch auf natürlichem Wege gezeugt) drei Wochen vor dem errechneten Termin totgeboren. (Was das emotional und psychisch bedeutet hat, will ich hier nicht weiter ausführen.)
    Danach haben meine Eierstöcke ihre Funktion nicht mehr aufgenommen, und bereits im Oktober 2006 haben die Ärzte hier mir eine Eizellenspende empfohlen.

    Zurück zu Ihrem Essay.
    Ich weiss nicht, wie sehr Ihnen bewusst ist, dass es eine Reihe europäischer Länder gibt, in denen die Eizellenspende ganz einfach eine der vielen Behandlungsmethoden bei Unfruchtbarkeit eines Paares ist: z.B. Belgien, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Spanien, Griechenland und dann die von Ihnen angesprochenen Länder im Osten Europas (von den aussereuropäischen Ländern mal ganz zu schweigen).

    Die Tatsache, dass diese Behandlung in Deutschland illegal und damit kriminalisiert ist, sagt meiner Meinung nach wenig aus über den kriminellen Inhalt dieses Weges oder das kriminelle Verhalten derer, die ihn beschreiten, sondern vielmehr eine Menge über die deutsche Gesellschaft, die durch ihr Parlament eine gewisse Entscheidung getroffen hat, die sicher auch ihren Grund in der Geschichte Deutschlands hat.

    In ihrem Essay klingen immer wieder feministische Töne an, mit denen ich durchaus einverstanden sein kann. Interessanterrweise gab es im belgischen Senat auch Änderungsanträge am hiesigen Gesetz, die darauf abzielten, die Regeln für Samenspende, die sehr locker sind, und die für Eizellenspende, die sehr viel strikter sind, aufeinander anzugleichen. Leider wurden diese Änderungsanträge nicht von der Mehrheit unterstützt.

    Zurück zum Begriff des Reproduktionstourismus.
    Deutsche Frauen, die die Möglichkeiten der Reproduktionmedizin in Anspruch nehmen möchten, die in Deutschland verboten sind aber in anderen Ländenr ganz selbstverständlich angeboten werden, müssen dafür ins Ausland gehen. So einfach ist das.
    Wenn man nun jede Person, die sich ins Ausland begibt, als Tourist bezeichnet, und wenn man der Genauigkeit halber den Grund für die Reise ins Ausland angeben möchte, so kann man natürlich von Urlaubstouristen, Bildungstouristen, Geschäftstouristen und eben auch Reproduktionstouristen sprechen. Nur ist diese Genauigkeit in den anderen Fällen doch eher selten, oder?
    Ja, und Touristen übernachten meist in Hotels und gehen dann von dort an den Strand, ins Museum oder eben zum Institut für Reproduktionsmedizin, für das es übrigens keinen logischen Grund gibt so auszusehen wie ein Krankenhaus.

    Was ich wirklich interessant finde, ist die Frage, die Sie ganz am Ende Ihres Essays stellen:
    "Wir müssen uns also fragen, was es bedeutet, ein Kind um jeden Preis auf die Welt zu bringen."

    Wenn man da das kleine Wörtchen "wollen" anhängt, finde ich, dass das in der Tat die ganz richtige und wichtige Frage ist: Was bedeutet es, dass manche Frauen ein Kind um fast (würde ich hinzufügen) jeden Preis auf die Welt bringen wollen?
    Ich denke, auf diese Frage gibt es eine Menge Antworten, und sie sind sehr individuell und verschieden. Ob das soviel mit "Muttermythos" zu tun hat, wage ich zu bezweifeln.

    Schade, dass Sie diese Frage nur so einfach am Ende Ihres Essays aufwerfen, aber nicht darauf eingehen. Vielleicht sagen Sie dazu, dass Sie Rechtswissenschaftlerin sind und weder Soziologin noch Psychologin, aber in diesem Essay haben Sie durch die Wahl Ihrer Begriffe und Ihres Tones ja sehr deutlich Position bezogen, was weit über eine rein rechtliche Darstellung der Dinge hinausgeht.

    Ich würde mich wirklich freuen, wenn ich eine Antwort von Ihnen erhalten könnte!

    Mit freundlichen Grüssen, Maria ...


    P.S.: Ich werde dieses mail in einem der Foren einstellen, in dem Sie ja offensichtlich auch als Nicht-Betroffene aus wissenschaftlichem Interesse mitgelesen haben. Wenn Sie möchten können wir auch da eine Diskussion führen.

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 18. Juni 2009 um 19:50
    • #3

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Du sprichst mir aus dem Herzen, Maria! Sehr gut!
    Columbia

  • Astrid
    Morula
    Beiträge
    316
    • 18. Juni 2009 um 21:00
    • #4

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Malo,

    sehr gutes Antwortschreiben!!

    Viele Grüße Astrid

    [Blockierte Grafik: http://lbdf.lilypie.com/dPzSp1.png]

  • Ines + Chris
    Blastozyste
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.339
    • 18. Juni 2009 um 23:28
    • #5

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Wer die Zeit hat, sollte sich den Beitrag anhören.
    Der Sender/die Verfasserinnen nutzen bewusst die Aussprache mancher Wörter um ihre Sichtweise zu unterstreichen.

  • Annette K.
    8-Zeller
    Beiträge
    146
    • 19. Juni 2009 um 09:33
    • #6

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Ich mag solche Artikel eigentlich immer gar nicht lesen, hab's mir aber jetzt doch angetan. Ich find ihn wirklich nicht gut geschrieben, eher eine recht unstrukturierte Gedankenaneinanderreihung, auch noch gespickt mit nicht wirklich passenden pseudophilosophischen Anwandlungen.

    Aber wie verknöchert die Autorinnen scheinbar wirklich sind, zeigt sich doch am besten in dem Satz "Das Labor ersetzt das Bett als Zeugungsort." Na hoffentlich sind wir über die für sie wohl einzig mögliche Location schon ein kleines bisschen hinaus...
    :lol:

  • Malo
    Morula
    Beiträge
    215
    • 29. Juni 2009 um 18:44
    • #7

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Hallo allerseits,

    ich wollte Euch nur sagen, dass ich ein sehr freundliches und nichtssagendes mail von Frau Plett bekommen habe.
    Zusammenfassung: "wir sehen das halt anders"... und sie hätten nie in einem Forum mitgelesen, sondern alles auf offenen Webseiten gefunden...

    Naja, die Autorinnen vertreten ihre Auffassungen in dem Essay ja mit ziemlich viel Nachdruck, da war wohl nichts anderes zu erwarten...

    Viele Grüsse, Maria :hallo:

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Columbia
    Blastozyste
    Beiträge
    1.118
    • 30. Juni 2009 um 11:02
    • #8

    Re: "Furchtbar netter" Bericht über Eizellspende bei Radio Bremen

    Hmmm, wenn sie nicht in einem Forum mitgelesen haben, warum zitieren sie dann ines + Chris` Posting???
    Columbia

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