Hallo Ihr Lieben!
Nach sehr langer Zeit melde ich mich aus der Versenkung zurück, überraschend aber super glücklich mit unserer Tochter Anna in den Armen.
Wir haben eine echt turbolente Zeit hinter uns. Es kommt leider manchmal anders, als man denkt. Aber alles gut gegangen.
Hier schnell die Kurzfassung:
am 5.5. zur Ärztin zum CTG, hatte da schon einen Tag Schmerzen im Oberbauch (so als wenn man sich einen Nerv eingeklemmt hat)
die Ärztin hat US mit Doppler gemacht, wobei ihr die Duchblutung der Nabelschnur nicht gefiel
daraufhin sollte ich in die Klinik, damit die sich das mal anschauen
auch denen gefiel das Ergebnis nicht, Verdacht auf Help-Syndrom
musste dann gleich im KH bleiben
Untersuchung am nächsten Tag war ok, Werte waren wieder gut, Help-Verdacht war ausgeräumt
aber Doppler Werte schwankten weiter, daher weiter zur Kontrolle stationär
nach einer knappen Woche sollte ich nach Abschlussuntersuchung heim - katastrophale Werte - Kreislaufzentralisation (Durchblutung nur noch von lebenswichtigen Organen)
man hat mir schnellstmöglichen Kaiserschnitt nahe gelegt, das Kind sei zu schwach für normale Geburt - Schätzgewicht von 2500 gr
ich war total fertig, hatte solche Angst und wollte doch so gerne normal entbinden
die Ärztinnen von meiner Station wollten das Ergebnis aus der US-Abteilung nicht glauben und haben mich selber erneut untersucht
kamen zum selben Ergebnis aber waren der Ansicht, dass wir eine normale Geburt versuchen können, ein Dauer-CTG geschrieben wird dabei und wir so schnell reagieren können, falls Werte vom Kind schlecht werden
also gleich mit Einleitung mit Tabletten angefangen
ich habe drei Tage mit Wehen gekämpft, immer wieder Muttermund untersucht, aber es hat sich nichts getan
am dritten Tag liefen mir vor Erschöpfung nur noch die Tränen, ich hatte keine Kraft mehr, war total müde
also alles abgebrochen
da sich unsere Kleine erstaunlicher weise unter den Wehen super stabilisiert hat (Klasse CTG, keinerlei Auffälligkeiten bei der Herzaktivität) wollten die Ärzte erneut abwarten
einen Tag später klärte man uns dann aber auf, dass während der nun fast zwei Wochen KH kleinerlei Gewichtszunahme bei unserer Kleinen festzustellen sei
ihr ging es zwar relativ gut, aber sie hat nun keinen Nutzen mehr am "drinne bleiben", draußen wäre es jetzt besser
Thomas und ich haben daraufhin entschlossen, dass wir die SS nun beenden, auch weil wir keine Kraft mehr hatten, täglich ängstlich auf das Dopplerergebnis zu warten und vielleicht irgendwann eine übereilte Entscheidung treffen zu müssen
die Ärzte rieten erneut zu einer natürlichen Geburt, diesmal mit Gel
zwei Tage Wehen, dann konnte ich nicht mehr
der Chefarzt hat sogar versucht, den Muttermund aufzudehnen (ich hätte ihm eine gescheuert, wenn ich vom Stuhl rangekommen wäre!)
schweren Herzens und mit viel Tränen hatten wir dann am 20.05. einen Kaiserschnitt
glücklich halten wir seitdem unsere Anna mit ihrem Geburtsgewicht von leider nur 2240 gr und 50 cm in den Armen
dazwischen liegen Tage auf der Neo-Intensivstation und auf der Kinderklinik
seit 27. Mai sind wir zu Hause, stehen allerdings noch unter strenger Kontrolle, müssen regelmäßig zur Gewichtskontrolle
sie haben uns auch nur gehen lassen (Entlassung mit 2185 gr), da das Stillen gut klappt und ich mit ihr sehr gut klar komme
außerdem haben sie gesehen, dass es mir in der Klinik echt dreckig ging, hätte dort nicht mehr lange durchgehalten
inzwischen wiegen wir schätzungsweise 2700 gr, haben also schon mehr als 500 gr zu Hause zugenommen
Bis dann und liebe Grüße
Bell
Ach ja, wer neugierig ist, hier kann man unser Pünktchen sehen!