Hallo, ihr alle,
ich kann Vollzug melden. Unsere beiden Jungs erblickten am 16.12. das (in diesem Fall OP-grüne) Licht der Welt. Es war 37+3; die Knirpse wogen 28oo und 3ooog und sind beide fit und gesund. Seit vorgestern sind wir daher alle wieder zuhause.
Es sind zwei völlig unterschiedliche Kinder geworden. Nur dieselben Ohren haben sie. Der eine ist fast mädchenhaft hübsch und wirkt irgendwie – ihr dürft grinsen – intellektuell. Knabe Nr. 2 ist ein ganz Knuffiger mit Sattelnase und einer irren Babymähne. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie er auf einem ungesattelten Pony durch tatarische Steppen galoppiert. War mir erst ein bisschen fremd. Aber hols der Teufel, er passt zu meinem Mann, und diesem Jungen scheinen die Herzen nur so zuzufliegen. Alle stürzen sich auf ihn. Ich glaube, das wird interessant.
Ja, so ein Kaiserschnitt – schon ein ziemliches Gemetzel. Und eine eher technische Angelegenheit, die wenig mit der Dramatik und Emotionalität einer natürlichen Entbindung zu tun hat. Aber in meinem Fall die richtige Entscheidung – ich habe bei der 1. Geburt eine kritische Nachblutung gehabt und wollte nichts riskieren; zwei Plazenten bedeutet: doppelte Wundfläche. Doppelter Blutverlust wäre vermutlich nicht mehr zu verkraften gewesen.
Ansonsten der KH-Auftenthalt eine Katastrophe – erst ca. 3o Versuche für die Spinal-Narkose notwendig. Dann eine Proll-Familie auf dem Zimmer, samt unaufhörlich sabbelnder Ehefrau, hysterischem Säugling, vernachlässigten Kindern, die sich mit dem Ehemann zusammen lebhaft für meine Brüste und Thrombosestrümpfe interessierten… Dann ein Abführmittel, das ich nicht vertrug und dass mich in der 2. Nacht nach OP zu olympiareifen Spurts zwang, die meiner Wunde nicht gut taten – ganz und gar nicht gut. Keine Nacht mehr als 1,5Std. Schlaf bekommen, am Tag 4 dann abgehauen.
Ja, Zwillinge. Das bringt die Familientektonik doch ganz schön in Bewegung. Gut so. Wie sagte eine Freundin heute – ein Kind alleine hätte es neben deiner Tochter nicht geschafft. Die ist nämlich ein ziemliches Kaliber, in jeder Hinsicht. Sie ist sowohl körperlich als auch geistig sehr weit; mit 2 wurde sie jetzt im Krankenhaus auf 5 geschätzt. Ihre erste Amtshandlung war, ihre Brüderchen anzuspucken. Im Moment wechselt sie zwischen „Liebenswürdigkeit in Person“ und „Terror Queen“ hin und her. Es sei ihr (in Maßen) zugestanden. Sie hat bisher viel Aufmerksamkeit bekommen. Mit einem Kind hat man halt automatisch eine Dreiecksbeziehung, mit mehreren teilt sich die Familie in eine Eltern- und eine Kinderfraktion. Was ich sehr viel angemessener finde.
Ich stille übrigens (synchron) und füttere nachts bei; das lässt sich ganz gut an. Hatte ich mir schlimmer vorgestellt.
So, und nun muss ich mich um meine Brut kümmern. Da keckert schon wieder was. Ich wünsche euch allen hier ein fröhliches Weihnachtsfest!
Gruß Romy