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Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

  • Straciatella
  • 31. Juli 2008 um 22:56
  • Straciatella
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 31. Juli 2008 um 22:56
    • #1

    In dieser Mail wollte ich im Wesentlichen die Zusammenarbeit mit Dr. Aizpurua vom Instituto Bernabeu loben. Dazu komme ich dann aber erst später im Text. Ich musste doch noch ein wenig weiter ausholen.
    Um es vorweg zu nehmen: Wir sind mittlerweile eine 4köpfige Familie mit einem kleinen 2jährigen Sohn und einer kleinen Tochter (6Monate). Aber auch bei uns war der Weg dahin ziemlich lang und nervenaufreibend.
    Wir haben so ungefähr alles ausprobiert, was man nur tun konnte, um ein Kind zu bekommen. Von anfänglichem optimistischem Temperaturmessen und Verkehr nach Termin (auch nicht wirklich schön…) bis hin zu Insemination und diversen IVF und ICSI-Versuchen. Da waren schließlich ca. 5 Jahre herum, ohne Erfolg. Eine absolut deprimierende Zeit, die auch noch mit einer Fehlgeburt endete. (7. Woche). Diese Erfahrung war wohl das Allerschlimmste.
    Hätten wir nicht diese sehr kompetenten und aufgeschlossenen Ärzte gehabt und hätten wir selbst nicht immenses Durchhaltevermögen gezeigt, dann wären wir vermutlich heute keine so glückliche kleine Familie.
    Wir stießen im Internet auf weitere medizinische Möglichkeiten, die allerdings leider in Deutschland verboten sind. Es fiel zunächst schwer, sich mit dem Gedanken anzufreunden, eine fremde Eizelle einsetzen zu lassen. Das Problem lag aber mit ziemlicher Sicherheit bei mir (vorzeitige Wechseljahre, Low Responder, die Eizellen waren offensichtlich nicht wirklich geeignet) Es gab wohl keine andere Möglichkeit mehr - also haben wir uns für eine Eizellspende entschieden. Unser Arzt in einer Klinik für Reproduktionsmedizin in Deutschland hat uns dabei unterstützt, die richtige Klinik im Ausland zu finden.
    Wir gingen also nach Valencia, zum IVI. Das machte alles einen hochprofessionellen Eindruck.
    Die Kommunikation mit der Klinik von Deutschland aus hatte aber ihre Tücken. Man bekam auf Fragen per E-mail oft sehr spät eine Antwort oder gar keine. Der erste Versuch einer Eizellspende hat nicht geklappt. Negatives Ergebnis beim Schwangerschaftstest.
    Beim zweiten Versuch ging zunächst auch einiges schief: einmal setzten kurz vor dem Transfer Blutungen ein, weil die Wartezeit viel zu lang gewesen war, das nächste Mal mussten wir wieder nach Hause zurückfahren, ohne Transfer, weil die Eizellen der Spenderin nicht in Ordnung waren. Hätte sich damals Dr. Aizpurua nicht schließlich um uns gekümmert, ich weiß nicht, ob es überhaupt irgendwann einmal geklappt hätte.
    Beim nächsten Besuch in Spanien hat er sich nämlich unserer angenommen - und zum ersten Mal hatten wir den Eindruck, jemand bemüht sich wirklich, uns zuzuhören und Antworten zu geben. Er fand die richtige Medikation, hat persönlich die Spenderin ausgesucht. Das Ergebnis: ich wurde schwanger, die Schwangerschaft verlief ohne größere Hindernisse, unser Sohn kam im Oktober auf die Welt.
    Beim zweiten Kind wollten wir eigentlich unbedingt dieselbe Spenderin haben. Auch hier war die Kommunikation mit der Klinik in Valencia nicht erfreulich. Zunächst hieß es, es sei kein Problem, die Spenderin sei bereit, ich solle schon mit der Decapeptylspritze anfangen - und auf einmal, nachdem ich das Medikament schon bekommen hatte, hieß es lapidar, nein, sie wolle doch nicht. Das war äußerst merkwürdig und wir fühlten uns nicht besonders ernst genommen. Auf nähere Fragen dazu bekamen wir keine Antwort. Dr. Aizpurua war mittlerweile nicht mehr in Valencia, wie wir erfuhren und fanden ihn schließlich in Alicante wieder, beim Instituto Bernabeu . Für uns war nun klar, dass wir mit keinem anderen Arzt weitermachen würden.

    Die Formalitäten im Instituto Bernabeu waren relativ problemlos. Man muss natürlich bestimmte ärztliche Diagnosen, Laborergebnisse etc. vorweisen. Z.B. auch eine Mammografie. Das ist aber alles kein wirkliches Problem. Man konnte alles von Deutschland aus erledigen. Einiges konnte man auch per E-mail senden, bestimmte Fragebögen z.B. Besonders gut fand ich, dass man sich mit der Terminplanung sehr gut auf unser vorgegebenes Zeitfenster eingestellt hatte. Wir mussten auch nicht ewig auf Antworten warten. Das internationale Department ist sprachlich superfit und sehr zuvorkommend. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, zu stören und ungelegen zu kommen.
    Die Klinik, die wir in Alicante vorfanden, machte - wie offensichtlich viele dieser Häuser - einen durchgestylten, schicken Eindruck: schöne Architektur, geradlinig und klar strukturiert. (übrigens mit dem Bus gut zu erreichen.) Alle Mitarbeiter, mit denen wir dort zu tun hatten, waren von ausgesprochener Freundlichkeit und Zuvorkommenheit. Wir hatten ein nettes und Hoffnung machendes Vorgespräch mit Dr. Aizpurua, am nächsten Tag war die Samenspende und 5 Tage später der Transfer der befruchteten Eizellen. Dr Aizpurua musste jetzt einschätzen, welche der verbliebenen Eizellen für einen Transfer die richtigen waren. Wahrscheinlich die schwierigste Entscheidung. Er erklärte uns aber sehr genau, warum er sich für diese und jene Zelle entschieden hatte und warum gegen eine andere, und alles so plausibel, dass man es auch als Laie gut verstehen konnte. Der Eingriff selber dauerte vielleicht 10 Minuten, alles verlief sehr konzentriert und professionell, dabei aber trotzdem sehr persönlich. Jeder Schritt wurde erläutert und man konnte alles auf dem Monitor beobachten. Wieder hatten wir den Eindruck, dass man sich hier für die Patienten interessiert, sie ernst nimmt und sich bemüht, die passende Behandlung zu finden.
    Das Zimmer, in dem man sich vor und nach dem Transfer aufhielt, war ebenfalls angenehm, nach dem Transfer sollte ich noch ein bisschen dort ausruhen, man bekam sogar etwas zu essen und zu trinken. All das ist natürlich kein Garant für eine Schwangerschaft, jedoch ist solch ein nicht zu unterschätzender Wohlfühlfaktor ein ganz wichtiges Element!
    Die Zusammenarbeit mit dem Instituto Bernabeu war alles in allem wirklich positiv. Nicht nur, weil der Schwangerschaftstest 14 Tage später auch positiv war. Die Schwangerschaft verlief noch problemloser als beim ersten Kind, unsere Tochter wurde im Januar geboren.
    Derzeit denken wir schon über ein drittes Kind nach.

  • Honey
    Morula
    Beiträge
    311
    • 1. August 2008 um 22:03
    • #2

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Hallo, liebe Straciatella, :blume:

    vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht, da ich ja Anfang September zu meiner allerersten EZSP ins IB fahre! Da beruhigt es ja sehr, schonmal etwas über den Transfer-Vorgang dort zu erfahren. Danke! :zustimm:

    Wenn du möchtest, schreib doch bitte in unserem Ordner "Allgemeine Fragen / Dr. Aizpurua" mit. Das würde uns alle bestimmt sehr freuen!

    Was mich interessieren würde, warum Dr. A. die Spenderin "persönlich" ausgesucht hat, und worauf er speziell geachtet hat? (Eigentlich ist dies ja die Aufgabe eines anderen Teams im IB.)

    Liebe Grüße, Honey :flower:

    1. EZSP 2008: Fehlgeburt 9. SSW
    2. EZSP 2009: Versuch abgebrochen
    3. EZSP 2010: schwanger ... und Geburt eines süßen Töchterns :)

  • Straciatella
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 3. August 2008 um 22:29
    • #3

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Hallo Honey,
    mit "persönlich ausgesucht" meine ich, dass er vermutlich das letzte Wort gehabt hat. Klar, dass sich zunächst ein ganzes Team darum kümmert. Wir hatten ihn während der Vorbereitungsphase darauf angesprochen, denn wie gesagt, im IVI hatte er sich auch für uns stark gemacht und wir wollten wieder eine möglichst persönliche Betreuung haben. Liebe Grüße und viel Glück für September und folgende Monate!

  • Kris
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 11. August 2008 um 20:46
    • #4

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Ich schreibe auch noch mal hier in diesem Thread zum Thema Alicante. Auch bei uns hat es im ersten Anlauf geklappt (jetzt 17. Woche). Ich kann auch sagen, dass uns die Atmosphäre im Bernabeu überzeugt hat und zwar so, wie Straciatella beschrieben hat. Zwar lief die Konversation mit dem Int. Team ab und an etwas schleppend, aber am Ende hat alles geklappt (und manchmal ist man auch einfach sehr unsicher und erwartet natürlich sofortige Antwort auf alle Fragen). Überzeugt hatte uns der sehr geregelte Umgang mit den Spenderinnen, so dass wir hier auch ein gutes Gewissen haben konnten (zentral im Land registriert, max. Spendenzahl). Auch bei mir waren vorzeitige Wechseljahre (seit ich 24 bin) der Grund für die EZS. Nach fünf Jahren konventioneller KiWu-Behandlung war 2007 überhaupt kein Eisprung mehr zu verzeichnen und die Wechseljahresbeschwerden schlugen voll durch. Anfang Januar hatten wir uns für Alicante entschieden, im Februar unseren ersten Termin, haben sofort gestartet und im April war bereits der Transfer. Und erfolgreich.

    Also, allen Bernabeu-EZSlerinnen viel Glück und alles Gute!

  • Straciatella
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 17. August 2008 um 22:46
    • #5

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Hallo Kris,
    da gratuliere ich dir von Herzen und wünsche dir alles erdenklich Gute - 17. Woche, da kann man ja schon ziemlich sicher sein, dass alles gut gehen wird! Ich wünsche dir eine schöne weitere Schwangerschaft! Straciatella

  • Kris
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 20. August 2008 um 21:48
    • #6

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Hallo Straciatella

    Ja - das sieht alles ganz gut aus und wir staunen jeden Tag über dieses Wunder. Man hatte es schließlich schon abgehakt. Ich würde mich freuen, wenn wir alle auch als Eltern weiter in Kontakt stehen, über die ein oder andere Frage wird man sich mit den Jahren wohl austauschen wollen. Ich nehme an, beide Kinder sind aus EZS entstanden - war die Entscheidung für das zweite gleich klar?

    Grüße Kris

  • SusanneJournalistin
    Eizelle
    Beiträge
    4
    • 22. August 2008 um 15:30
    • #7

    Re: Erfahrungen mit dem Instituto Bernabeu/Dr. Aizpurua

    Liebe Straciatella, liebe Kris, liebe Honey,

    ich möchte mich gleich vorab dafür entschuldigen, dass ich mich in Ihren sehr privaten Austausch einmische. Ich halte die Themen, um die es geht, auch für wichtige gesellschaftliche Themen, und interessiere mich deshalb dafür. Ich bin Journalistin und schreibe gerade für eine große seriöse Zeitung einen Artikel über Reproduktionsmedizin. Dabei interessiert mich vor allem die Frage, wie leicht oder schwierig es ist, sich von dem Wunsch nach genetisch eigenen Kindern zu verabschieden. Viele Menschen gehen ja davon aus, dass eine Familie unbedingt genetische Verwandtschaft voraussetzt - ich persönlich vermute, dass es nicht so ist, und möchte über diese Vermutung gern mit Betroffenen sprechen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen würden.

    Herzliche Grüße

    Susanne

    susanne.journalistin[at]gmx.de

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