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Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

  • peg
  • 15. Juli 2007 um 11:12
  • nur
    4-Zeller
    Beiträge
    43
    • 13. Dezember 2007 um 01:05
    • #41

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    auch wenn diese diskussion schon länger nicht mehr geführt wird, würde ich gern etwas dazu schreiben... ich habe die seite von di-kind gelesen und natürlich macht es mich nachdenklich, ob die entscheidung es nicht sagen zu wollen, der richtige weg ist...

    ich weiss aber nicht, ob eine samenspende mit einer eizellspende unbedingt vergleichbar ist, di-kind schreibt, dass sein vater, bzw. auch andere väter wahrscheinlich wegen der samenspende unbewusst unsicher im umgang mit ihren kindern waren, bzw. sie führen dies auf die samenspende zurück.

    m.e. ist auch bei einer "normalen" schwangerschaft der vater in bezug auf die körperlich/emotionale bindung zum kind ohnehin etwas im "nachteil" (ich versuche es ganz behutsam zu schreiben, da ich nicht diskriminierend sein will...) zur mutter, die das kind schließlich 9 monate bei sich hat und dann austrägt..

    wenn dann noch das kind durch eine samenspende erzeugt wurde, kann ich gut verstehen, wenn sich der "soziale" vater ganz außen vor sieht und bewusst oder unbewusst nicht ganz unbekümmert mit der situation umgehen kann.

    trifft dies aber auch genauso auf eine eizellspende zu? ich weiss es nicht, aber ich hoffe nicht, bzw. nicht in dem maße

    wir haben vor durch eine eizellspende ein kind zu bekommen und ich habe als potentielle mutter schon ängste, dass ich evtl. emotional nicht so unbekümmert und frei sein werde, wie bei meiner leiblichen tochter.

    ich denke nicht, dass ich dieses kind - sollten wir es bekommen - ablehnen würde, sonst würde ich es gar nicht machen. ich erhoffe mir aber von der schwangerschaft, dass sie mir zeit geben wird die emotionale bindung aufzubauen.

    die situation ist insofern eine andere als die bei einer samenspende, glaube ich.

    und ich denke im weiteren, dass dieses gefühl von di-kindern, dass irgendetwas verheimlicht wurde, bei diesen eher aufteten kann, als bei eizellspende-kindern, da die mutter, das "defizit" eigene eizelle emotional viel besser dadurch auffangen kann, weil sie aufgrund des umstandes der schwangerschaft viel mehr und direkter involviert ist, als ein vater eines samenspenden-kindes.

    jedenfalls was die emotionale bindung anbelangt. dass allein durch die schwangerschaft die genetische herkunft nicht ersetzt werden kann, ist klar.

    fraglich ist aber m.e., ob auf der emotionalen ebene nicht andere situation ist, als bei der samenspende.

    und die frage, sag ich es meinem kind hängt von mehreren faktoren ab, die jeder für sich beantworten muss. es hat sicher etwas von verdrängen, wenn man es nicht sagt, ganz so, als wenn es nicht passiert ist, wenn man nicht darüber redet. ob ich es aber im erwachsenenalter sagen würde, weiss ich auch nicht. wenn, dann ist das dann wohl auch etwas spät. auf der anderen seite halte ich aber auch nichts von der "spielerischen" variante (du kommst vom arzt, aus dem ausland etc.), dafür ist das thema zu ernst, jdf. für mich.

    ich habe auch eher bedenken, dass es später aus zufall z.B. bei einer genetischen untersuchung erfahren könnte, dass es genetisch nicht von mir abstammt und dann hätten wir natürlich ein problem.

    wenn ich aber wüsste und die sicherheit hätte, es könnte nicht rauskommen, dann würde ich es z.Zt. eher nicht sagen wollen, da m.e. die nachteile (unsicherheit des kindes) die vorteile (kenntnis über teilweise anderweitige genetische herkunft) überwiegen

    was meint ihr?

  • peg
    Morula
    Beiträge
    289
    • 13. Dezember 2007 um 12:06
    • #42

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    Hallo,

    für Mutter bzw Vater ist es ganz sicher ein Unterschied, ob es sich um Samenspende oder EZS handelt. Da gebe ich Dir absolut recht: Die Frau ist immer in gewisser Weise im Vorteil, da sie ja das Kind austrägt, selbst wenn die EZ nicht von ihr ist.
    Das ist wohl auch der Grund, weshalb mein Mann z.b. völlig gegen DI wäre (kommt bei uns medizinisch eh nicht in Frage), aber nichts gegen EZS oder auch EMS hat. Bei DI ist irgendwie ein besonders starkes Ungleichgewicht zwischen Mutter und Vater vorhanden.

    Allerdings glaube ich nicht, daß es aus der Sicht des Kindes kein so großer Unterschied ist. Da ist wohl EZS ähnlich zu bewerten wie SP: ein Teil der Genetik stammt von einem fremden Menschen.

    Habt ihr die Sendung "Lebe Deinen Traum" gesehen, wo von einer EZS in Brünn berichtet wurde? Da ist das Paar erstaunlich offen mit der Sache umgegangen. Auch dem 12jährigen Sohn wurde genau erklärt, wie die Eltern versuchen, ein Geschwisterchen zu zeugen. Ich fand die Formulierungen nicht schelcht: der Sohn fragte die Mutter: "also ist das dann gar nicht dein Kind?" Die Mutter antwortete: "Naja, ich werde es 9 Monate im Bauch tragen und zur Welt bringen. Da ist doch die Tatsache, daß die EZ nicht von mir ist, nicht so wichtig. Oder was meinst du?"

    Nun war hier der Sachverhalt nochmal ein wenig anders: Der Junge war schon 12 und es ging nicht um seine eigene Zeugung. Aber trozdem fand ich das Gespräch sehr interessant und auch gut von der Mutter geführt.

  • nur
    4-Zeller
    Beiträge
    43
    • 13. Dezember 2007 um 18:12
    • #43

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    Stimmt, der Umstand, dass die Eizelle genetisch nicht meine ist, ist allein durch die Schwangerschaft nicht zu kompensieren und weg zu reden. Für das Kind ist es im Ergebnis auch nicht anders zu bewerten. Ich glaube, bzw. hoffe nur, dass die emotionale situation eine andere ist und somit auch bei fehlender aufklärung eigentlich keine großen probleme, die jdf auf die ezs zurück zu führen sind, zu befürchten sein müssten (außer natürlich der gefahr, dass zufällig die ezs herauskommt)... :-?

  • Tapabo06
    8-Zeller
    Beiträge
    121
    • 13. Dezember 2007 um 21:56
    • #44

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    Hallo,

    ich möchte jetzt garnicht in die To-tell-or-not-to-tell-Debatte einsteigen, nur etwas zum Thema "gefühlte Mutterschaft" sagen. Es sind ja nicht nur 9 Monate "austragen", sondern auch ganz viel Materie, die mich mit meinen beiden Kindern verbindet. Beide wogen fast 4 Kilo als sie geboren wurden und bei Beginn der Beikost hatte meine Tochter durch meine Milch noch einmal 4, mein Sohn 3 Kilo zugelegt. Mit jeweils einem halben Jahr empfand ich sie komplett als mein Fleisch und Blut.
    Mittlerweile ist meine Tochter fast 3 und ihr Fleisch und Blut "besteht" aus Gummibärchen, Milch, Salami und Schinken, aber nun verbinden uns andere Dinge.

    Liebe Grüße,
    Tapabo

    ------------------------------------------------------------
    2 Kinder durch EZS - Tochter 01/05, Sohn 05/07

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 13. Dezember 2007 um 22:31
    • #45

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise


    Gefühlte und voll gelebte Mutterschaft, meiner Meinung nach ist auch dies ein Aspekt, der die Entscheidung sehr beeinflussen kann.
    Das habe ich schon des öfteren auszudrücken versucht, nämlich, daß eine Schwangerschaft, eine Geburt und das Wachsen und Nehmen des Kindes eine Denkrichtung stark beeinflussen oder prägen können. Und so wie es Tapabo schrieb, dieses unzerreißbare "mein Fleisch und Blut-Gefühl " entsteht.

    Was ich deshalb allen Sagen-Wollenden oder allen Noch-Unentschlossenen ans Herz legen würde, wäre es, sich auf jeden Fall die Optionen offen zu halten, vor der Geburt möglichst niemanden oder nur wirklich vertrauenswürdige Personen einzuweihen, falls man seine Entscheidung nochmals überdenken oder revidieren möchte.


    .

  • nur
    4-Zeller
    Beiträge
    43
    • 13. Dezember 2007 um 23:12
    • #46

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    Danke für eure antworten. ich fühle mich schon sicherer in der z zt bestehenden entscheidung, nichts sagen zu wollen. ich denke auch nicht, dass die wahrheit immer und um jeden preis immer das beste ist.. gute nacht :)

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 14. Dezember 2007 um 09:03
    • #47

    Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise

    Liebe Nur,


    sehr gut fand ich dazu Romy´s Beitrag vom 11. Dezember in diesem Thread :

    http://www.eizellspende.de/forum/index.php?topic=3370.0


    Lieber Gruß

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