Re: Aufklärung des Kindes? andere Sichtweise
auch wenn diese diskussion schon länger nicht mehr geführt wird, würde ich gern etwas dazu schreiben... ich habe die seite von di-kind gelesen und natürlich macht es mich nachdenklich, ob die entscheidung es nicht sagen zu wollen, der richtige weg ist...
ich weiss aber nicht, ob eine samenspende mit einer eizellspende unbedingt vergleichbar ist, di-kind schreibt, dass sein vater, bzw. auch andere väter wahrscheinlich wegen der samenspende unbewusst unsicher im umgang mit ihren kindern waren, bzw. sie führen dies auf die samenspende zurück.
m.e. ist auch bei einer "normalen" schwangerschaft der vater in bezug auf die körperlich/emotionale bindung zum kind ohnehin etwas im "nachteil" (ich versuche es ganz behutsam zu schreiben, da ich nicht diskriminierend sein will...) zur mutter, die das kind schließlich 9 monate bei sich hat und dann austrägt..
wenn dann noch das kind durch eine samenspende erzeugt wurde, kann ich gut verstehen, wenn sich der "soziale" vater ganz außen vor sieht und bewusst oder unbewusst nicht ganz unbekümmert mit der situation umgehen kann.
trifft dies aber auch genauso auf eine eizellspende zu? ich weiss es nicht, aber ich hoffe nicht, bzw. nicht in dem maße
wir haben vor durch eine eizellspende ein kind zu bekommen und ich habe als potentielle mutter schon ängste, dass ich evtl. emotional nicht so unbekümmert und frei sein werde, wie bei meiner leiblichen tochter.
ich denke nicht, dass ich dieses kind - sollten wir es bekommen - ablehnen würde, sonst würde ich es gar nicht machen. ich erhoffe mir aber von der schwangerschaft, dass sie mir zeit geben wird die emotionale bindung aufzubauen.
die situation ist insofern eine andere als die bei einer samenspende, glaube ich.
und ich denke im weiteren, dass dieses gefühl von di-kindern, dass irgendetwas verheimlicht wurde, bei diesen eher aufteten kann, als bei eizellspende-kindern, da die mutter, das "defizit" eigene eizelle emotional viel besser dadurch auffangen kann, weil sie aufgrund des umstandes der schwangerschaft viel mehr und direkter involviert ist, als ein vater eines samenspenden-kindes.
jedenfalls was die emotionale bindung anbelangt. dass allein durch die schwangerschaft die genetische herkunft nicht ersetzt werden kann, ist klar.
fraglich ist aber m.e., ob auf der emotionalen ebene nicht andere situation ist, als bei der samenspende.
und die frage, sag ich es meinem kind hängt von mehreren faktoren ab, die jeder für sich beantworten muss. es hat sicher etwas von verdrängen, wenn man es nicht sagt, ganz so, als wenn es nicht passiert ist, wenn man nicht darüber redet. ob ich es aber im erwachsenenalter sagen würde, weiss ich auch nicht. wenn, dann ist das dann wohl auch etwas spät. auf der anderen seite halte ich aber auch nichts von der "spielerischen" variante (du kommst vom arzt, aus dem ausland etc.), dafür ist das thema zu ernst, jdf. für mich.
ich habe auch eher bedenken, dass es später aus zufall z.B. bei einer genetischen untersuchung erfahren könnte, dass es genetisch nicht von mir abstammt und dann hätten wir natürlich ein problem.
wenn ich aber wüsste und die sicherheit hätte, es könnte nicht rauskommen, dann würde ich es z.Zt. eher nicht sagen wollen, da m.e. die nachteile (unsicherheit des kindes) die vorteile (kenntnis über teilweise anderweitige genetische herkunft) überwiegen
was meint ihr?