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  3. Allgemeine Fragen

hilfe! allein mit 2 kindern. ist es zu schaffen?

  • maria
  • 29. März 2007 um 13:05
  • maria
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 29. März 2007 um 13:05
    • #1

    ihr lieben,
    nachdem ich monatelang mit meinem mann um ein ja zum zweiten kind gekämpft habe und er jetzt nun endlich einfach resigniert hat, greift mich die blanke panik.
    bei seinem nein wähnte ich mich in der absoluten sicherheit, ich würde mir nichts sehnlicheres wünschen als ein zweites kind, jetzt bin ich ganz durcheinander...
    ich bin faktisch - ohne abstriche - alleinerziehnd. mein mann ist bestenfalls im schnitt einmal im monat da, leistet keinerlei praktische hilfe, weder mit betreuung noch mit sonstigen besorgungen.
    die ganze zeit dachte ich, meine tochter darf nicht in meiner kinderlosen umwelt aufwachsen. noch merkt sie nichts und ist ein glkückliches kind, aber wie wird es später sein?
    die tatsache, daß ihre eltern relativ alt sind (ich mit 47 zwar in den besten jahren - ah!ah!, mein mann ist aber wesentlich älter- ohne ah! ah!), scheint mir ein zusätzlicher grund für ein geschwister.
    aber... ist es zu schaffen?
    selbstverständlich werde ich ein aupair-mädchen oder ein kindermädchen anstellen müssen. aber reicht es?
    ich bin berufstätig (ganztags) und beim ersten kind habe ich keine elternzeit in anspruch genommen (es hieß ja, auf gehalt zu verzichten). beim zweiten würde ich mind. ein jahr zu hause bleiben.
    ich brauche eure hilfe!
    sagt mir bitte nicht, ich soll den bauch entscheiden lassen, denn im moment rumort er in allen möglichen verschiedenen richtungen!
    danke für jede antwort
    eure
    maria (die in 10 tagen downregulieren sollte...)

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 29. März 2007 um 13:22
    • #2

    Re: hilfe! allein mit 2 kindern. ist es zu schaffen?

    Hallo Maria!

    Grundsätzlich muss das "irgendwie" zu schaffen sein, denn es gibt ja auch andere alleinerziehende Mütter mit zweien.

    Fragen:

    Gibt es eine Kinderkrippe/Minigruppe etc in der Nähe? (ist die entlastendere Wahl zum Au-Pair, und kontinuierlicher fürs Kind. Wenn du Pech hast mit dem Au-Pair, kriegst du ein drittes Kind dazu, und in jedem Fall musst du dich um ein Au-Pair auch kümmern, damit die nicht vereinsamt und auch was von ihrem Aufenthalt hat. Sprich: Ausflüge etc...).

    Hast du Familie in der Nähe oder sehr gute Freunde, die du mit einspannen kannst, bis dein Jüngstes ca. 2 ist?

    Gibt es bereits einen eingeführten Babysitter?

    Wie ist deine Finanzsituation? Könntest du auch eine Weile mit Teilzeit über die Runden kommen?

    Vom Vater ist definitiv nicht mehr zu erwarten als ein Besuchstag im Monat, auch nicht temporär für ein Jahr oder so? (So'n Pflaumenaugust! Sorry, das musste raus)

    Fühlst du dich unabhängig von Mann, Geschwister und anderen Gesichtspunkten, also nur du alleine, fühlst DU dich bereit für ein zweites Kind?

    Hast du hohe Ansprüche an Kindererziehung, Versorgung, Ernährung, Kleidung - oder kannst du auch damit leben, dass das Kind eine fleckige Hose trägt und vor 14 Tagen das letzte Mal gebadet wurde?

    Kannst du das Kind tragen? Ist dein Rücken ok, hast du bei deinem ersten Trageerfahrung gesammelt? (Ungeheuer hilfreich in den ersten Monaten)

    Hat mit dem Stillen alles gut geklappt beim ersten?

    Ist dein erstes ein schwieriges oder anspruchsvolles Kind oder ist es eher unkompliziert?


    Viele fragen, sind aber auch viele Aspekte zu bedenken.

    (Übrigens, ich habe auch mit mir gerungen, ob ich, oder ob ich nicht nochmal... Bin zwar nicht alleinerziehend, aber durch eine Selbstständigkeit stärker eingespannt als eine "normale" Beruftstätige... )

    Gruß Romy


    Ich sehe das auch wie du, dass vorgerücktes Alter ein Grund mehr für ein Geschwister ist. War auch für uns ein Grund, uns für einen 2. Versuch zu entscheiden. Nicht, dass unser Kind zu früh alleine in dieser Welt steht.

  • maria
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 29. März 2007 um 14:33
    • #3

    Re: hilfe! allein mit 2 kindern. ist es zu schaffen?

    liebe romy,
    tausend dank für deine schnelle antwort! ich versuche jetzt deine fragen durcheinander zu beantworten...

    vom mann ist definitiv nichts zu erwarten (was ist ein pflaumenaugust? wenn es was schreckliches ist, dann stimmt es .) er lebt nur für seine arbeit, die er in unterschiedlichen teilen dieser welt ausübt, wollte und will keine kinder (ist aber natürlich in seine tochter verliebt), so seine permanente litanei usw.

    familie und geschwister sind über tausend km weit weg. freunde haben entweder keine kinder (und kein verständnis) oder bereits erwachsene.

    auf der fremdbetreuung-front sieht es schon besser aus. tochter geht in den kindergarten, seitdem sie 1 jahr alt ist (seit september) und zwar bis 17 uhr nachmittag. es ist dort ihr zweites zuhause und sie fühlt sich sehr wohl. der kinderladen würde wahrscheinlich auch das geschwister aufnehmen. krippe wäre eventuell möglich. sollte aber das zweite genau so schwierig wie das erste sein (ach! wie neidisch habe ich damals deine postings über deine ruhige, nie klagende kleine gelesen....), kommt eine krippe - vor 12 monaten - gar nicht in frage (ich glaube, die betreuerinnen hätten irgendwann meine tochter aus verzweiflung geschlagen!).zwei babysitterinnen gibt es auch, zu denen ich ein großes vertrauen habe.

    nein, ich bin keine perfektionistin. flecken dürfen sein, schmirereien bringen mich nicht aus der fassung, allerdings wird täglich gebadet (kann man nicht die zwei wesen zusammen in die wanne stecken?)

    tragen war kein problem, bis auf handgelenkschmerzen.

    stillen, na ja... ein weites feld... die ersten monate waren sehr schwierig, reflux, koliken, wein krisen usw. später wurde es besser. ich habe fast ein jahr gestillt. am schluß hing ich viel mehr daran als meine tochter, die geräuschslos auf flasche umgestellt hat und nie wieder nach der brust verlangt hat. so ist sie halt... in manchem extrem einfach (die eingewöhnung im kindergarten dauerte nichteinmal zwei tage), in manchem sehr anstrengend (warum kann sie nicht mal eine minute ruhig sitzen und einen turm bauen, wie alle kinder auf der welt und auf allen fotos?).

    job... ich habe auch nicht einen job, wo ich um fünf uhr aufhören kann und bis zum nächsten tag nicht an meine arbeit denke. ich bin in der forschung tätig, wo arbeitszeiten sich wie ein kaugummi ausdehnen und die gedanken nie ganz frei davon sind... teilzeit würde bei mir faktisch nichts bringen, aber finanziell (fast) "ruinieren.

    trotzdem denke ich, finanziell ist es zu schaffen. es wird wahrscheinlich nichts übrig bleiben, aber ich werde auch keine zeit haben, um ausgeben zu können.

    der gedanke, meine piccola allein zu lassen, uns alten ausgeliefert, macht mich sehr traurig. ich denke, 2 kinder haben etwas "normaleres"... sicherlich hat es damit zu tun, daß meine geschwister für mich eine sehr große bedeutung haben, und wenn ich mir vorstelle, ich hätte meine pubertät allein am küchentisch meiner eltern verbracht, und ich sollte heute allein ostern mit meiner mutter feiern, wird mir ganz anders...

    so, wieviele punkte habe ich mit meinen antworten gesammelt?
    wie ist die ergebnistendenz?

    noch mal danke
    und sehr liebe grüße
    maria

  • romy
    Blastozyste
    Beiträge
    995
    • 29. März 2007 um 20:19
    • #4

    Re: hilfe! allein mit 2 kindern. ist es zu schaffen?

    Hallo Maria,

    in der Tat ist das nicht leicht einzuschätzen – vor allem, da du eine wichtige Frage nicht beantwortet hast: Wie steht es mit dem ureigenen KinderWUNSCH? Genauer: Wie sieht’s auf deiner Trieb-Ebene aus? Die ist für uns Frauen doch ausschlaggebend, wenn es ums Kinderkriegen geht. Gibt’s so was wie „Ach, noch mal so’n kleinen Babypo küssen“ oder „noch mal ein Baby stillen“ oder was sonst für dich so die libidinösen Highlights bei der Versorgung der Brut waren?

    Tendenziell würde ich schon sagen, versuchs mit einem zweiten. Ich glaube, du würdest dir das selbst ankreiden, wenn du es dir „einfach machen“ würdest und es bei einem belassen. Du nennst schon gute Gründe. Ich würde allerdings an deiner Stelle jeweils nur 1 Embryo zurücknehmen, oder max. 2, wenn einer nicht so gut aussieht. Zwillinge würdest du wohl alleine kaum „wuppen“ können.

    Die Arbeitsbedingungen in der Forschung kenne ich von einer Freundin – das ist in der Tat sehr familien-unfreundlich. Aber bestimmte Spitzenleistungen und Verantwortungen sind halt in Teilzeit auch kaum zu schultern. Kannst du von zuhause aus arbeiten oder musst du im Labor sein?

    Ein Jahr aussetzen, wenn das ginge, dann hättest du doch schon einen guten Teil des Weges geschafft. Das Babyjahr, das sollte man nicht verpassen, glaube ich. Es ist so unglaublich wichtig für die emotionale Substanz von Kind, Mutter/Vater und ihrer Beziehung. Da halte ich wenig von einem Übermaß an Fremdbetreuung. Die ganz Kleinen haben auch nichts von einer Gruppe. Da sagte mir auch mal eine Erzieherin, bei den ganz Kleinen ginge es betreuerisch nur darum, dass sie keinen Schaden nehmen. So mit einem Jahr oder anderthalb, da ändert sich das.

    „Pflaumenaugust“ kannst du dir etwa mit „Pfeife“ übersetzen. Kommt er wenigstens seinen finanziellen Pflichten nach? Hast du halbwegs klare Verhältnisse, wie die auch immer aussehen mögen? Also irgendwie innerlich abgeschlossen damit, dass von diesem Mann nun mal in einem ganz entscheidenden Aspekt deines Lebens nichts zu erwarten ist? (Ich hoffe, er taugt in anderen Bereichen mehr!) Oder haderst du? (Es klingt danach).

    In Sachen Fremdbetreuung sieht es doch ganz gut aus.

    Eine Freundin mit Kind/ern würde ich ganz ernsthaft versuchen zu finden, via Zeitungsanzeige oder Internet. Das braucht man. Und da kann man sich auch vielleicht mal helfen; und den Kindern tut das gut. Ein Stück Normalität.

    Tragen ist auf jeden Fall sehr hilfreich – ich meinte das Tragen im Tragesack oder –tuch, nicht das Tragen auf dem Arm. Nur das Tragen mit Tragehilfe entlastet ja, du brauchst ja die Hände frei. Und insgesamt versuchen, alles möglichst unaufwendig zu halten – keine Breichen kochen, sondern das Kind sofort auf geeignete Teile der Familienkost umstellen etwa. Täglich baden: wenn du dazu Lust und Zeit hast und die Haut deiner Kinder das mitmacht (bei meiner Tochter würde das nicht gehen). Aber das ist eine Frage des Spaßes und nicht der Sauberkeit. Von der Hygiene her ist einmal die Woche mehr als ausreichend; die Kleinen schwitzen weder noch werden sie nennenswert schmutzig. Zusammen baden: erst wenn das Kleine sitzen kann.

    Meine Tochter ist übrigens nicht ruhig. Sie ist schon ein eher lebhaftes Kind. Aber sie hat tatsächlich im ersten Lebenshalbjahr nicht geweint. Als sie fünf Monate alt war, hat sie mal in einer Gruppensituation geweint – da habe ich gar nicht reagiert. Ich kannte das Geräusch nicht.

    Danach kamen natürlich schon die Tränen. Je mehr sich der eigene Wille ausprägt, desto mehr kommt ja auch der Frust. Und dann die zahllosen „Dotzer“, mit denen die Bewegungsfreiheit schmerzhaft erarbeitet werden muss…

    Aber was sicher einfacher ist, sie ist nicht rätselhaft wie deine Tochter. Das macht es sicher leichter für mich. Vielleicht wird dein zweites ja auch so ein Sonnenscheinchen. Ist doch häufig so, wenn das erste Kind ein bisschen spröde (oder so) ist.

    Viele Grüße
    und triff eine gute Entscheidung für dich.
    Aber wenn du sie getroffen hast, dann höre sofort auf, darüber nachzudenken.

    Romy

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