Hallo Ihr Lieben!
Genau 3 Wochen ist es her, daß mich meine kleine Tochter das erste Mal mit großen Augen anblickte! Das erste Baby in unserem Single-Ordner ist da:
LEA ist am 6. Februar 2007 um 13.41 Uhr auf die Welt gekommen mit 3110 g und 49 cm. :female:
Sie ist gesund, obwohl wir keine einfache Geburt hatten. Irgendwann kam es zum Geburtsstillstand und die Ärzte besprachen sich, ob sie das Kind mit der Saugglocke holen können oder ob ein Kaiserschnitt notwendig sei. Mit einem Mal lief ein Film vor meinen Augen ab: Der ganze steinige Weg zu diesem Wunschkind tauchte noch einmal auf, all die Mühen, die Ängste, die Sorgen ... dabei hatte sich das Kind in der Schwangerschaft so gut entwickelt (während es mir immer schlechter ging) ... ich bekam große Angst, daß auf dem letzten Stück Weg nun was passieren könnte und daß das Kind Schaden nimmt. Mit all meiner Kraft habe ich gepreßt und mitgeholfen so gut ich konnte. Vier Ärzte und mehrere Hebammen waren um mich herum. Mithilfe der Saugglocke kam sie gesund auf die Welt - ohne Sauerstoffmangel oder sonstige Schäden erlitten zu haben.
Sie haben sie mir sofort auf den Bauch gelegt. Da haben mich zwei große Augen angesehen und ich habe immer noch nicht gewußt, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, habe auch vergessen, danach zu fragen. Nicht vergessen werde ich diese großen Augen, die mich angeblickt haben und in dem Moment war die Verbindung zu dem Kind da, eine Verbindung, die ich während der gesamten Schwangerschaft nicht wirklich aufbauen konnte, weswegen ich auch oft betrübt war. Aber als ich gesehen habe, was ich da geboren habe, da war ich doch fasziniert von diesem kleinen Wesen.
Sie ist so wunderschön!
Jetzt kann ich darüber schreiben. Jetzt kann ich auch schreiben, daß ich keine schöne Schwangerschaft hatte. Ich habe mich für diese Gedanken und Gefühle geschämt und mich sehr zurückgezogen. Ich wollte die Eizellspende verdrängen, am besten die ganze Schwangerschaft. Dabei war doch alles so gewollt, das Kind so sehr gewünscht. Aber mit der körperlichen Veränderung bin ich kaum klargekommen. Dazu kamen die letzten Wochen so große Schmerzen, daß mir vollkommen klar wurde, warum chronisch Schmerzkranke nach Morphium verlangen. Und dann kam sie auch noch eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin - ich war nervlich am Ende. Und ich hatte solche Angst vor der Geburt.
In einer anthroposophischen Klinik hatte man mir gesagt, daß die Geburt ähnlich einer Bergbesteigung sei. Oben angekommen erlebe man etwas Wunderschönes. Nur: ich bin kein Bergsteiger!!! Ohne Aufstiegshilfe ging es nicht, so daß ich mir eine PDA habe setzen lassen (die Schmerzen hätten mich ohnmächtig werden lassen!) Ich habe noch genug gespürt und als sie dann da war, dachte ich: Das war der Mount Everest! Und ich sagte zu ihr: "Wenn wir das geschafft haben, schaffen wir alles im Leben."
Es gibt noch viel zu erzählen und Ihr werdet wieder von mir hören und vielleicht gelingt es mir auch bald 'mal, mich ein bißchen durch diesen Ordner zu lesen. Es interessiert mich sehr. Doch im Moment beansprucht mich Lea fast ununterbrochen. Wenn da 'mal ein paar Minuten Zeit sind, putze ich mir die Zähne oder dusche oder sorge für meine Nahrungsaufnahme. Nichts ist wie es vorher einmal war und mitunter bin ich sehr verzweifelt, wenn ich sie nicht beruhigen kann und dann kullern auch bei mir die Tränen, aber sie ist eine Kämpferin. Wundert uns das? Bei der Vorgeschichte???
Schluß für heute! Ich hoffe, ich bin bald wieder bei Euch!
Mit lieben Grüßen - ganz besonders an meine drei Mädels der "ersten Stunde": Andrea, Barbara und Ralfinchen -, aber auch an alle anderen
Anna :snoopy: