Das kam heute in den Kinderwunsch-News, ist wohl nicht wirklich etwas Neues dabei, aber vielleicht zum Nachlesen ?
Von: Kinderwunsch-News <newsletter2@wunschkinder.de>
Kinderwunsch-News: Schilddruese und Fruchtbarkeit: Eine Uebersicht
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Der Einfluss der Schilddruesenfunktion auf die weibliche Fruchtbarkeit ist nicht
zu unterschaetzen. Dieser Zusammenhang wird in einem Uebersichtsartikel
beschrieben, dessen wichtigste Aussagen hier zusammengefasst werden:
Die Schilddruesenhormone haben einen direkten Einfluss auf die Eizellreifung und
damit auch auf den Zyklus. Schwankungen der Zykluslaenge bis hin zum Ausbleiben
der Blutung sind moeglich.
Da die Schilddruesenhormone auch die Produktion von Hormon-Transportproteinen
und Prolaktin veraendern sowie von Steuerhormonen in der Hirnhangsdruese (GnRH),
koennen sich Stoerungen hier auch indirekt auf den weiblichen Hormonhaushalt
auswirken. Auch die Blutgerinnung ist von der Schilddruesenfunktion
beeinflussbar und somit indirekt auch der Verlauf einer Schwangerschaft.
Bei Frauen mit Kinderwunsch treten Antikoerper gegen die Schilddruese
(Autoimmunthyreopathie - Hashimoto-Thyreoditis) signifikant haeufiger auf als
bei Frauen, die problemlos schwanger werden. Insbesondere findet sich diese
Erkrankung haeufig vergesellschaftet mit dem PCO-Syndrom und Endometriose.
Ob die Einnistung durch Antikoerper gegen die Schilddruese beeinflusst wird, ist
umstritten; Beweise dafuer gibt es nicht. Der weitere Verlauf der
Schwangerschaft ist jedoch signifikant durch eine solche Problematik
beeinflusst, denn es finden sich haeufiger Fehlgeburten im Vergleich zu
schilddruesengesunden (euthyreoten) Frauen.
Eine Hormonbehandlung oder Schwangerschaft kann den Hormonhaushalt der
Schilddruese beeinflussen. Vor allem bei Frauen mit Antikoerpern gegen die
Schilddruese kann es passieren, dass sich aus einer eingeschraenkte Reserve der
Schilddruesenaktivitaet (latente Unterfunktion mit noch normalen
Schilddruesenhormonwerten) durch die hormonelle Belastung eine echte
Unterfunktion (Hypothyreose) entwickelt. Und dadurch spaeter eine Neigung zu
Fehlgeburten.
Insbesondere also bei Vorliegen von Schilddruesenantikoerpern ist bei
Kinderwunsch eine grosszuegige Indikation fuer eine Behandlung mit
Schilddruesenhormonen zu stellen. Ein wichtiger Parameter ist hier das TSH (frei
uebersetzt: Schilddruesenstimulierende Hormon). Wenn eine
Schilddruesenunterfunktion besteht, dann reagiert die Hirnanhangsdruese mit
einer staerkeren Ausschuettung des TSH, um die Schilddruese zu einer
verstaerkten Taetigkeit anzuregen. Eine Behandlung mit Schilddruepsenhormonen
ist in solchen Faellen angezeigt.
Es fehlen jedoch aussagefaehige kontrollierte Studien, die belegen, dass eine
Behandlung von euthyreoten Patientinnen mit Schilddruesenantikoerpern die
Schwangerschaftsrate verbessert und die Fehlgeburtsrate mindert.
Ergaenzung: Die Normwerte vieler Labors sind hier jedoch sehr grosszuegig
bemessen und reichen je nach Messmethode bis zu 4,5 mU/l. Dies wurde auch in
einer grossen Studie mit 5000 Probanden belegt. Liegt der TSH-Wert demnach ueber
2,5 mU/l, sollte bei Frauen mit Kinderwunsch eine Behandlung mit
Schilddruesenhormonen in Erwaegung gezogen werden, bei Frauen mit Antikoerpern
und Kinderwunsch ist diese Grenze bereits bei 2,0 mU/l zu ziehen. IN diesen
Faellen sollte eine evtl. bestehende Behandlung mit Jod abgesetzt werden, da
diese die Immunsituation eher verschlechtern wuerde.
Poppe K, Velkeniers B, Glinoer D
Thyroid disease and female reproduction
Clin Endocrinol (Oxf). 2007 Mar;66(3):309-21
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