Liebe alle,
erst einmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, meine Geschichte zu lesen und mir vielleicht mit euren Erfahrungen oder Meinungen weiterhelfen könnt. Ich bin momentan ziemlich verzweifelt und würde mich sehr über einen Austausch freuen. ❤️
Kurz zu meiner Situation: Ich bin 42 Jahre alt und habe seit etwa zwei Jahren einen Kinderwunsch. Zunächst haben mein Partner und ich es fast ein Jahr auf natürlichem Weg versucht. Danach wurde mein Hormonstatus untersucht, wobei lediglich ein erhöhter Prolaktinwert festgestellt wurde. Ursache dafür ist ein kleines Prolaktinom, das medikamentös behandelt wurde. Die Werte normalisierten sich, eine Schwangerschaft blieb aber leider weiterhin aus.
Daraufhin wandten wir uns an eine Kinderwunschklinik. Nach einer erfolglosen Insemination starteten wir eine ICSI. Dabei konnten nur zwei Eizellen gewonnen werden, von denen eine befruchtet werden konnte und es tatsächlich bis Tag 5 schaffte. Leider nistete sich der Embryo nicht ein.
Nach diesem Versuch wollte ich erst einmal einen Monat Pause machen. Und genau in diesem Monat passierte das, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Ich wurde völlig überraschend auf natürlichem Weg schwanger! In der 6. Schwangerschaftswoche war sogar bereits ein Herzschlag zu sehen. Umso schlimmer war es, als bei der Kontrolle in der 9. Woche plötzlich kein Herzschlag mehr festgestellt werden konnte. Ich hatte eine Fehlgeburt, die mich emotional sehr mitgenommen hat.
Mein Partner und ich beschlossen deshalb, uns zwei Monate Zeit zu geben, um das Erlebte einigermaßen zu verarbeiten, bevor wir einen neuen Versuch starten.
Als ich nun wieder zu meiner Frauenärztin ging, kam allerdings der nächste Schock: Meine Eierstöcke zeigen derzeit kaum noch Aktivität, es sind keine Follikel zu sehen und meine Hormonwerte sind so niedrig, dass meine Ärztin meinte, es sehe bereits nach Wechseljahren aus. Und das, obwohl ich in den beiden Monaten nach der Fehlgeburt noch ganz regelmäßig meine Periode hatte!
Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlt. Gefühlt war ich gerade noch schwanger, hatte einen Herzschlag gesehen und voller Hoffnung in die Zukunft geblickt – und nur wenige Monate später soll plötzlich kaum noch etwas möglich sein? Dieser abrupte Wechsel von Hoffnung zu völliger Perspektivlosigkeit macht mir unglaublich zu schaffen.
Mittlerweile beschäftigen mein Partner und ich uns intensiv mit dem Thema Eizellspende. Wir sind uns beide einig, dass wir diesen Weg gehen möchten, wenn es mit meinen eigenen Eizellen tatsächlich nicht mehr möglich sein sollte.
Trotzdem würde mich sehr interessieren, ob jemand von euch schon einmal etwas Ähnliches erlebt hat. Kann es tatsächlich sein, dass sich die Eierstockaktivität innerhalb so kurzer Zeit derart verändert? Hat jemand trotz extrem niedriger Hormonwerte noch einmal eine Verbesserung erlebt oder ist vielleicht sogar noch einmal auf natürlichem Weg schwanger geworden?
Und vor allem: Welche Erfahrungen habt ihr mit einer Eizellspende gemacht? Würdet ihr diesen Weg wieder gehen? Wie waren eure Erfolgsaussichten und wie habt ihr die Behandlung erlebt?
Ich weiß, dass ich mit 42 nicht mehr die Jüngste bin, aber dass sich innerhalb weniger Monate scheinbar alles so drastisch verändern kann, hätte ich niemals erwartet. Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich mit meiner Geschichte eine absolute Ausnahme bin oder ob es anderen Frauen ähnlich ergangen ist.
Ich würde mich von Herzen über eure Erfahrungen, ehrlichen Meinungen und vielleicht auch ein bisschen Hoffnung freuen. Momentan fällt es mir nämlich wirklich schwer, das alles einzuordnen.
Vielen lieben Dank an alle, die sich die Zeit nehmen, mir zu antworten! ❤️
Liebe Grüße
Dia