1. Forum
    1. Unerledigte Themen
  2. Dashboard
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Kalender
    1. Termine
  5. Lexikon
  6. News-System
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Termine
  • Lexikon
  • News
  • News Update
  • Erweiterte Suche
  1. Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺
  2. Eltern
  3. Glückliche Eltern

ob mir das herz bricht oder nicht, schreit mein kind weiter...

  • maria
  • 23. Juni 2006 um 22:05
  • maria
    8-Zeller
    Beiträge
    108
    • 23. Juni 2006 um 22:05
    • #1

    liebe mütter,

    es ist nicht das erste mal, daß mich ein gefühl der befremdheit überkommt, wenn ich lese, wie "andere" eltern und "andere" kinder sich verhalten. auf diesen seiten schwebt eine aura der harmonie und des mutterzaubers, die ich leider in meinem leben vermisse. ihr scheint immer genau zu wissen, was eure kinder brauchen, warum sie weinen (mit all den variationen von zorn, hunger, liebesbedürftigkeit, physisches unwohlsein usw.) und vor allem habt ihr immer die richtige antwort darauf.
    ich lasse "selbstverständlich" meine tochter nie allein weinen, habe es nie getan, auch als sie ein amtlich anerkanntes schreikind war (was eigentlich nicht stimmte, die arme litt einfach unter reflux und koliken und wenn sie das nicht hatte, war sie ein goldiges kind). manchmal denke ich, das tue ich eher meinen ohren zuliebe... jedenfalls ist es mir nie gelungen, durch bloßes in die arme nehmen, kuscheln, spielen usw. sie vom weinen abzuhalten. und oft verstehe ich einfach nicht, was ihr fehlt.
    ein kuschelkind war sie übrigens nie, nicht einmal in den ersten wochen ihres lebens... eher immer ein sehr neugieriges, aktives, nach "außen" orientiertes baby, das schon mit zwei wochen mit dem gesicht "nach vorne" getragen werden wollte...
    ich habe den eindruck, sie ist im forum das absolute einzelfall. und ich mit ihr. denn ich besitze definitiv nicht jene zauberkräfte, die ich bei euch zu erkennen vermute. daß ich neidisch bin, versteht sich von selbst...

    seid ihr nie (zumindest innerlich) genervt?
    habt ihr nie das gefühl, unzulänglich zu sein?
    freut ihr euch nie auf ein paar stunden allein, mit einer ganz anderen beschäftigung?

    ich gebe zu, ich habe sehr wenig bücher zu kindererziehung, ernährung, entwicklung etc. gelesen. bücher lesen gehört zu meinem beruf; ich kann im moment so wenig zeit für meinen beruf aufbringen, daß ich es vorziehe, mir andere lektüren vorzunehmen...
    und wenn ich mal reingeschaut habe, habe ich feststellen müssen, daß meine tochter anders als dort beschrieben funktioniert. so habe ich es irgendwann gelassen.

    ich finde den beitrag von romy alles andere als empörend. ich kenne das buch nicht, aber eine minute weinen zu lassen (manchmal geht es beim besten willen nicht anders) scheint mir keine todessünde zu sein.

    vielleicht findet sich im forum irgendwo auch eine unvollkommene mutter (und ein unvollkommenes kind), die mir antworten möchte, um mich aus der "isolation zu retten"

    liebe grüße an alle
    maria

    ps. meine tochter ist 10 monate und sie ist einfach ein wunderbares (und fröhliches) wesen...

  • sasuna
    Morula
    Beiträge
    499
    • 23. Juni 2006 um 22:36
    • #2

    Re: ob mir das herz bricht oder nicht, schreit mein kind weiter...

    Hallo Maria,

    lass Dich mal knuddeln Du klingst ja ganz traurig.

    Ich möchte gleich sagen ICH habe KEIN Schreibaby und danke Gott 100 mal dafür.

    In den ersten Wochen lieferte meine Tochter "Ansätze" dazu und wir hatten ziemlich viele harte Abende und Nächte. Pünktlich gegen 20:00 gings los und dauerte oft bis ca. 02:00 in der Früh sie wollte einfach nicht so einfach "schlafen" sondern der getragen werden. Und wehe man versucht sie ins Bett zu legen. Wenn man den Zeitpunkt übersah und sie nicht herumtrug (sondern sich nur hinsetzte) dann war es extrem hart sie zu beruhigen.

    und oft verstehe ich einfach nicht, was ihr fehlt.

    Ich habe mich recht ausführlich danach gefragt warum schreit sie denn noch sie ist trocken satt hat keine Blähungen was will sie denn? Irgendwann war ich bei einem gescheiten Vortrag und dann wurde mir folgendes klar:

    Kinder können NUR schreien. Nicht reden und nicht jammern (zumindest ganz am Anfang) Vielleicht war ihr einfach was am Tag zu viel, zu viele Besucher zu viel Neues und jetzt beschwert sie sich wie wir wenn es z.B. in der Arbeit hart war.

    seid ihr nie (zumindest innerlich) genervt?

    oh doch und WIE z.B. heute wir wollen außer Haus ist aber müde weil er zu Mittag zu wenig geschlafen hatte (josi er wars der uns unterbrochen hat :)) und will herumgetragen werden was aber nicht geht weil ich 1.noch alles zusammen packen muss 2. auch noch angezogen werden soll 3. ich noch halbnackt und nicht ausgehfertig bin und 4. beide noch an der brust trinken sollten.................. und wir MÜSSEN in einer Stunde außer Haus ----- was tun?????????? :ertrink:

    Setz ich in in die Wippe :bindagegen: am Boden spielen :abgelehnt:

    Ich rufe dann einfach an sage wir kommen später trage ihn dann rum und meist reichen 5 Minuten und etwas zureden und es geht und wir sind dann doch pünktlich.

    Genervt bin ich da auch sehr sogar nur je nervöser ich werde desto grantiger werden die Kinder und es wird ein Teufelskreis.

    Immer wieder versuchen wir die Kinder an unseren Rythmus und Tagesablauf anzupassen statt dass wir uns versuchen an die Kinder anzupassen................Vor allem wenn unsere Arbeit ruft oder wir meinen wir müssen unbedingt staubsaugen etc....

    und wenn ich mal reingeschaut habe, habe ich feststellen müssen, daß meine tochter anders als dort beschrieben funktioniert.

    Kinder funktionieren nicht wie wir das wollen sie sind eigenständige Wesen die sehr früh eine eigene Persönlichkeit entwickeln.......

    Vielleicht magst Du Dir mal die Bücher von Emmi Pickler vornehmen, da sind echt gute tips drinnen.

    ich kenne das buch nicht, aber eine minute weinen zu lassen (manchmal geht es beim besten willen nicht anders) scheint mir keine todessünde zu sein.

    ich kenne es auch nicht aber ich habe davon gehört und es geht dabei um weit mehr als 1 Minute schreien lassen........Kinder haben keinen Begriff von zeit und Raum und wenn man sie schreien lässt geben sie halt irgendwann auf was sich aber bestimmt nicht positiv auswirkt.

    Kinder schreinen NICHT weil sie nerven wollen oder einen Machtkampf führen wollen sondern weil sie entweder ein Bedürfniss haben oder ein Bedürfniss zu einer Gewohnheit wurde die sie jetzt nicht ablegen wollen. (z.B. nachts essen brauchen sie eigentlich lt. medizin nicht mehr ab ca. 6 Monaten aber trotzdem wollen es viele)

    So und nun noch ein persönlicher Gedanke:

    Stell Dir vor Du liegst in einem Bett und kannst nicht raus und Deine Fähigkeiten sind sehr eingeschränkt. Reden kannst Du auch nicht nur schreien also tust Du das und der danebenstehende ist davon bloss genervt geht vielleicht noch in einen anderen Raum nutzt Ohrophax wie sogar hier schon gelesen......................und lässt Dich mit deinen Sorgen und Bedürfnissen alleine - wie fühlst Du Dich?

    uffff das wurde jetzt lang sorry....

    alles Liebe
    Sasuna

  • Josi
    Morula
    Beiträge
    596
    • 24. Juni 2006 um 00:14
    • #3

    Re: ob mir das herz bricht oder nicht, schreit mein kind weiter...

    Liebe Maria,

    nein, vollkommene Mütter sind wir hier sicher auch nicht - es gibt auch DIESE Tage, an denen das Beste KInd von Allen einfach mal schlechtgelaunt ist und quengelt, die Mama Kopfschmerzen oder Streß mit dem Besten Ehemann hat und sich mal für fünf Minuten ganz weit weg auf die Bunte Insel wünscht.........;-)


    Natürlich bin ich genervt, wenn die Prinzessin den letzten Bissen Nudeln mit Tomatensauce aus dem Mund über das neue weiße Sweatshirt fließen läßt :( und das im Restaurant auf Opas Geburtstag, nachdem mein Bester Ehemann grade erzählt, wie schön sie schon alleine essen kann.........


    Und das Gefühl der Unzulänglichkeit hat mich in den ersten Lebenswochen oft begleitet, wenn alles noch Neuland ist und du deinen neuen "Lebenspartner " erst genau kennenlernen mußt - immerhin sollt ihr den Rest eures Lebens zusammen verbringen ;) - mittlerweile gebe ich dem Gefühl keinen Raum mehr, ICH bin die Mutter, und ich weiß alles am besten ;) ;) .................

    Ich für mein Teil denke heute im Rückblick, das bei uns das gemeinsame Schlafen einen Großteil zur raschen "Verständigungsebene" beigetragen hat. Es geht mir oft heut noch so, daß ich ein paar Augenblicke vor ihr oder mit ihr wachwerde, sie kurz beruhige oder andocken lasse, und dann schlafen wir gleich weiter. Diese Verläßlichkeit bei Tag und Nacht hat denke ich mal bei uns die Beziehung recht stabil gemacht. Dazu kommt, daß meine nun wirklich ein Kuschler ist, auch heute, wenn sie nur bei mir auf dem Schoß sitzt, krault sie meinen Arm oder fährt mir durchs Haar, Körperkontakt war immer wichtig und ein Hauptberuhigungsmittel.

    (Und oft, wenn ich abends im Bett noch lese, kann ich beobachten, wie sich sich im Schlaf suchend herumdreht, mit ihren dicken kleinen Krabbelfingern herumtastet, sich unter mein T-Shirt grabbelt oder meine Hand sucht, und dann mit einem Seufzer weiterschläft :) )

    Das sind aber nun wirklich die einzigen "Zauberkräfte" die ich je eingesetzt habe ;)

    Wenn das nicht so gewünscht ist oder nicht gefordert wird, kann ich mir schon vorstellen, das es oft schwieriger ist. Aber ich bin sicher, daß du für dein Töchterchen genau das Richtige tust, so wie sie es haben will, sie scheint ja ein sehr aktives munteres Mäuschen zu sein.


    Bücher, naja......habe ich einige gelesen, in der Zeit hätte ich wirklich sinnvolleres tun können - die wirklich guten Bücher, die man an einer Hand abzählen kann, habe ich leider erst viel zu spät entdeckt.

    Will sagen, ich habe mich nach meinen Instinkten und meinem Bauch gerichtet, später erst habe ich dann die Bücher gelesen, in denen vermittelt wurde, warum der mütterliche Instinkt so wertvoll ist, und warum man sich auf ihn - als Verantwortung tragender Partner in einer Liebesbeziehung - schon verlassen kann.


    Sasuna hat ja die Gefühlswelt eines Säuglings schon wunderbar beschrieben - und es geht wirklich nicht um mal eine Minute schreien lassen, das passiert auch solchen "Zaubermüttern " ;) wie mir, es gibt Situationen, in denen man keine Wahl hat - muß ich jetzt nicht näher erläutern, oder ;)


    Nochmal zu diesem .......Buch :( . (Du würdest nie draufkommen, ein absolutes Lieblingsthema von mir ;-))

    Um mich nicht zu wiederholen , ein paar Sätze , diesmal von der sehr schönen homepage:


    http://das-kind-muss-ins-bett.de/hints_kastmor.html

    Inhalt und Ratschläge des Buches

    Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, in der Annette Kast-Zahn das Schlafproblem ihrer jüngsten Tochter schildert. Dr. Hartmut Morgenroth, ihr damaliger Kinderarzt, berichtete ihr von seinen Erfahrungen, die er auf seiner Fortbildungsreise in den USA gemacht hatte. Er hatte in Boston Dr. Ferber besucht, der dort ein Kinderschlaflabor leitet und die mittlerweile auch hier bekannte Ferber-Methode entwickelt hat. Annette Kast-Zahn war von diesem "Behandlungsplan" begeistert und arbeitet seitdem mit Dr. Morgenroth zusammen. Beide verfassten daraufhin das vieldiskutierte Buch, in dem sie versprechen, dass Babies ab einem halben Jahr schnell lernen können, durchzuschlafen.

    Das folgende Kapitel umfasst grundlegende Informationen über den kindlichen Schlaf. Die Autoren erläutern, wie sich im Laufe der Monate das Schlafbedürfnis von Kindern verändert. Dabei stellen sie die Hypothese auf, dass ein Baby spätestens mit sechs Monaten in der Lage ist, nachts elf Stunden am Stück ohne Mahlzeiten auszukommen. Es folgt eine Beschreibung des Schlafzyklusses von Babies und eine Erklärung der Phasen des leichten Schlafs im Zusammenhang mit der Stammesgeschichte des Menschen. Dabei wird erläutert, dass es gerade in der Vergangenheit, wo die Menschen noch nicht sesshaft waren, notwendig war, dass sie nicht tief schlafen, um schnell aufzuwachen, wenn sie in Gefahr geraten.

    Die Autoren weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aus diesem Grund ein Kind erwartet, beim Erwachen die gleichen Bedingungen vorzufinden wie beim Einschlafen. Daraus leiten sie eine ihres Erachtens wichtige Grundregel ab, die bestimmend für alle folgenden Empfehlungen in ihrem Buch ist. Sie schlussfolgern, dass ein Kind alleine einschlafen sollte, da es dann auch bei nächtlichem Erwachen wieder allein in den Schlaf finden kann, ohne seine Eltern zu wecken. Einschlafhilfen wie Umhertragen oder Stillen führen ihrer Meinung nach zur Gewöhnung und haben zur Folge, dass das Kind bei jedem Aufwachen danach verlangt.

    Es folgen allgemeine Empfehlungen, die dem Baby bei der Unterscheidung zwischen Tag und Nacht behilflich sein sollen und einige Tipps zur Beruhigung bei Kindern, die viel schreien.

    Andere Ratschläge sind offensichtlich auf ein möglichst frühes Durchschlafen des Babys ausgerichtet. Von sehr häufigem Stillen wird abgeraten, ebenso wird empfohlen, das Baby nicht sofort zu trösten, wenn es nachts weint, damit es lernen kann, sich selbst zu beruhigen. Auch legen die Autoren nahe, das Baby von Anfang an stets wach ins Bett zu legen, damit es lernt, alleine einzuschlafen.

    Um das Kind an einen Rhythmus zu gewöhnen, raten Kast-Zahn und Morgenroth, eine Abendmahlzeit zu festen Zeiten einzuführen. Beim nächsten Erwachen soll man das Baby nicht sofort füttern, sondern mindestens eine Stunde lang ablenken. Dabei erlauben sie Einschlafhilfen wie Herumtragen oder Schnuller geben, von denen in dem Buch ansonsten abgeraten wird. Durch dieses Verzögern soll dem Baby angewöhnt werden, ohne Nachtmahlzeit auszukommen.

    Ab dem sechsten Monat empfehlen die Autoren, auf jeden Fall feste Zeiten einzuhalten. Vor allem wird geraten, das Kind am Nachmittag nicht zu lange schlafen zu lassen, damit es abends nicht allzu wach ist. Hilfreich kann auch das im Buch vorgestellte Schlafprotokoll sein, in dem die Eltern über einen oder mehrere Tage notieren, wie der Schlaf ihres Kindes über die gesamten 24 Stunden eines Tages verteilt ist. Manche Eltern stellten daraufhin fest, dass ihr Kind nachts munter wurde, weil sein Schlafbedürfnis aufgrund zu ausgedehnter Ruhe am Tag mehr als gedeckt war.

    Um das Kind am Abend zur Ruhe kommen zu lassen und es positiv aufs Einschlafen einzustimmen, wird ein Einschlafritual vorgeschlagen. Hinterher soll das Kind dann auf jeden Fall allein einschlafen. Eine kurze Äußerung zum Schlafen im Elternbett folgt, in dem die Vorteile des gemeinsamen Schlafens von Mutter und Kind allerdings nicht erwähnt werden. Kast-Zahn und Morgenroth haben jedoch auch nichts dagegen einzuwenden, wenn die Familie sich mit dieser Lösung wohlfühlt.

    Das nächste Kapitel umfasst den bekanntesten und umstrittendsten Teil des Buches, die Ferber-Methode, in der dem Kind angewöhnt werden soll, alleine einzuschlafen, indem man es schreien lässt und nur in kurzen Abständen zu ihm geht. Dabei sollen sich die Zeiten, in denen das Baby alleine ist, kontinuierlich verlängern.

    Ferber empfiehlt seine Methode allerdings erst bei Kindern über einem Jahr. Nach "Jedes Kind kann schlafen lernen" soll dieser Behandlungsplan bereits bei Babies ab einem halben Jahr anwendbar sein.

    Am Schluss des Buches werden Tipps bei Kindern gegeben, die nachts im Elternbett schlafen wollen, obwohl die Eltern dagegen sind. Weiterhin werden besondere Schlafprobleme behandelt, wie beispielsweise der sogenannte Nachtschreck, der ein unvollständiges Erwachen aus dem Tiefschlaf darstellt, bei dem das Kind schreit und um sich schlägt. Auch Schlafwandeln, Alpträume und andere Themen werden besprochen.


    Kritik und Bedenken

    Nach Durchlesen des Buches sind auch unsere Gefühle sehr zwiespältig. Auf der einen Seite ist diese Lektüre sicherlich aufschlussreich und informativ. Sämtliche Ansichten und Tipps der Autoren sind ausführlich und leicht verständlich erklärt. Anschaulich sind auch viele Beispiele, in der konkrete Schlafprobleme und eine erfolgreiche Lösung vorgestellt werden. Die Ausführungen zu den Schlafphasen der Kinder sind informativ, ebenso wertvoll und einleuchtend fanden wir einige der allgemeinen Ratschläge, die sich zum Teil auch in unseren persönlichen Erfahrungen bestätigt haben.

    Auf der anderen Seite erscheint uns das Buch jedoch als eine Anleitung, durch welche ein Kind vorwiegend lernen soll, seine Bedürfnisse an die Anforderungen unserer Gesellschaft anzupassen.

    Daher finden wir beispielsweise die Ratschläge, ein kleines Baby von nur wenigen Wochen bereits zum Durchschlafen bringen zu wollen, fragwürdig. Gerade in den ersten Wochen ist das Stillen nach Bedarf wichtig. Es gewährleistet, dass die Brust durch die stetige Nachfrage genügend Milch für das Kind bildet. Auch Phasen, in denen ein Baby stündlich stillen will, sind normal, auch wenn das Buch bis auf wenige Ausnahmen davon abrät. Gerade bei Wachstumsschüben braucht das Baby häufiges Stillen. Auch meine Tochter wollte in dem Alter tagsüber alle ein bis eineinhalb Stunden an die Brust. Nach wenigen Tagen hatte sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wieder reguliert, so dass die Abstände von alleine wieder größer wurden.

    Das nächtliche Stillen sollte unserer Meinung nach ebensowenig einfach abgeschafft werden. Junge Säuglinge sind noch nicht in der Lage, große Nahrungsmengen aufzunehmen, die eine ganze Nacht vorhalten sollen, und es ist für ihr Gedeihen wichtig, dass sie Nahrung stets dann erhalten, wenn sie sie auch wirklich brauchen. Warum also ein Kind durch Verweigerung einer in diesem Alter sinnvollen Mahlzeit schon so früh einer unnötigen Frustration aussetzen?

    Eine weitere Hypothese, die kritisch hinterfragt werden sollte, ist die Behauptung, dass alle Babies ab sechs Monaten elf Stunden am Stück ohne Mahlzeit auskommen können. Das Buch begründet dies mit dem Hinweis auf das Schlafmuster, das in diesem Alter dem eines Erwachsenen recht ähnlich ist. Die Zusammensetzung der Muttermilch scheint dieser Theorie jedoch zu widersprechen. Sie ist bereits nach etwa einer Stunde vollständig verdaut, so dass die Natur offensichtlich nicht vorgesehen hat, dass Babies über einen derart langen Zeitraum nichts benötigen sollen, zumal ein Kind im ersten Lebensjahr enorm wächst.

    Leider gehen Kast-Zahn und Morgenroth nicht darauf ein, dass das Familienbett auch eine Hilfe bei der nächtlichen Betreuung bedeuten kann. Sie sprechen es zwar an und akzeptieren es, jedoch äußern sie gleichzeitig Bedenken, dass dies in unserem Kulturkreis den Schlaf von Kindern angeblich verschlechtert. Einige Experten sehen darin jedoch eine mögliche Prävention gegen SIDS und warnen, dass ein völlig allein schlafendes Baby in einen nicht unbedenklichen Tiefschlaf fallen kann, in dem es möglicherweise das Atmen einstellt. Daher sollte ein häufigeres Erwachen bei kleinen Babies nicht allzu oberflächlich einem schlechten Schlaf zugeordnet werden, sondern auch bedacht werden, dass dieser auf den ersten Blick vielleicht negative Aspekt gut und sinnvoll sein kann.

    Einen weiteren schwierigen, zwiespältigen Punkt stellt unserer Meinung auch der Grundsatz dar, dass ein Kind auf jeden Fall allein einschlafen sollte. Die Beschreibung der Einschlafbedingungen, die ein Kind beim nächtlichen Erwachen vorfinden will, liest sich in der Tat logisch und einleuchtend. Allerdings erscheint es uns zu undifferenziert, das generelle Bedürfnis eines kleinen Kindes nach nächtlicher Zuwendung lediglich als Angewohnheit zu bezeichnen.

    Die Autoren vergleichen dieses Bedürfnis mit der Forderung eines trotzenden Kleinkindes nach Süßigkeiten im Supermarkt. Doch will ein Baby, das beim Einschlafen nicht alleine sein möchte, lediglich seinen Willen durchsetzen? Wir stimmen Kast-Zahn zu, wenn sie meint, dass ausgefallene, kräftezehrende Einschlafhilfen nicht unabdingbar sind. Nähe kann man dem Kind auch anders vermitteln. Und selbstverständlich ist es auch einleuchtend, dass übermäßige Erschöpfung bei den Eltern zu Lasten des Familienlebens geht und sich so auch wiederum zum Nachteil des Kindes entwickelt.

    Daher ist es natürlich verständlich, wenn in problematischen Schlafsituationen ein Ausweg gefunden werden muss. Auch bei einem konkreten Beispiel des Buches, in dem ein fünfzehn Monate altes Kind nachts einen Liter dicken Milchbrei trinken wollte, ist uns klar, dass dies weder sinnvoll noch gesund ist. Die Autoren haben recht, wenn sie davor warnen, dass derartige Fütterungen die Verdauung übermäßig belasten, so dass das Kind nicht mehr schlafen kann. Leider geben manche Eltern bereits sehr jungen Babies abends Flocken ins Fläschchen, ohne zu berücksichtigen, dass der Verdauungstrakt im zarten Alter noch nicht ausgereift ist.

    Aber ist auch der allgemeine Wunsch nach Nähe mit Trotz gleichzusetzen? Ist es nicht eher ein natürliches Bedürfnis, dass ein hilfloses Baby, das sich der Tatsache bewusst ist, allein nicht überleben zu können, seine Eltern auch nachts benötigt?

    Natürlich gibt es Kinder, die gut im eigenen Bett alleine einschlafen. Das wollen wir auch auf keinen Fall kritisieren. Leider liest man aber auch von Fällen, in denen Eltern bei ihren wenige Wochen alten Babies nach dem Buch vorgingen, sie allein ins Bett legten und lediglich zwischendurch zu ihnen gingen, obwohl sie schrien. Auch die Empfehlung, das Baby eine Weile quengeln zu lassen, ist unserer Meinung nach mit Vorsicht auszuführen, wobei es auch einleuchtend erscheint, das Kind, wenn es nicht vollständig erwacht ist oder vielleicht nur im Traum quengelt, nicht sofort hochzunehmen und dadurch endgültig aufzuwecken. Wenn es ohne die Hilfe der Eltern schnell wieder einschlafen kann, ist dies natürlich auch in Ordnung.

    Stillexperten und einige Kinderärzte sind sich jedoch einig, dass hilflose kleine Babies vor allem ein festes Fundament von Geborgenheit brauchen, die es ihnen ermöglicht, Vertrauen zu ihrer Umwelt zu fassen. Dazu gehören das schnelle Reagieren auf seine Bedürfnisse, da das Baby, wenn es alleingelassen wird, Angst und Stress empfindet. Dies führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Neurotransmittern wie Adrenalin und Noradrenalin, die wiederum die Entwicklung der Synapsen im Gehirn beeinflussen. So werden negative Gefühle, auch wenn das Baby noch nicht über ein richtiges Gedächtnis verfügt, dennoch gespeichert und können möglicherweise eine Beeinträchtigung des Vertrauens in die Umwelt und der Entwicklung nach sich ziehen, die sich auch Jahre später noch auswirken kann.

    Aus diesem Grund sollte auch die Ferber-Methode nicht als Mittel der Wahl angesehen werden. Kast-Zahn und Morgenroth vertreten die Theorie, dass selbst ein Baby von sechs Monaten schon gezielt beabsichtigen kann, eine bevorzugte Einschlafhilfe durch Schreien durchzusetzen. Dieser Hypothese wird jedoch ebenfalls von Kinderärzten heutzutage widersprochen. Die für das Gedächtnis zuständigen Zentren im Gehirn sind noch nicht ausreichend ausgebildet. Weiterhin sind die Bereiche, die planmäßiges Handeln steuern, noch nicht mit denen des assoziativen Systems verknüpft, so dass das Baby noch keinen Zusammenhang zwischen seinen Handlungen und den Folgen herstellen kann. In dieser Zeit dient als Ersatz, damit das Kind dennoch eine Bindung zu seinen Bezugspersonen aufbauen kann, der Bereich des Gehirns, der durch die Ausschüttung von Neurotransmittern bei Gefühlsregungen geformt wird, als emotionales Gedächtnis.

    Auch das Zeitgefühl ist in diesem Alter noch nicht ausgeprägt, so dass auch wenige Minuten Schreien für das Baby Stress bedeuten.

    Der "Behandlungsplan" wird in dem Buch leider geradezu überschwänglich gelobt. Auch viele Eltern berichten von einer erfolgreichen Durchführung. Vielleicht haben ihre Kinder auch keinen Schaden genommen, da ein Baby Schreien in vereinzelten Ausnahmen wahrscheinlich noch verkraften kann. Jedoch sind auch sehr negative Erfahrungen vorgekommen. Einige Kinder reagierten panisch, wurden auch tagsüber ängstlich und anhänglich und fürchteten sich fortan vor ihrem Bett. In schlimmen Fällen kam es sogar zu Erbrechen, Ohnmachten und Nahrungsverweigerung. Besonders betroffen macht uns dabei die Empfehlung mancher Befürworter, trotzdem konsequent zu bleiben, damit das Kind ja nicht seinen Willen durchsetzt.

    Bemerkenswert erscheint uns außerdem, dass es manchen Müttern sehr schwer fällt, das Schreien ihres Kindes zu ignorieren, so dass sie sich, wie in dem Buch erzählt wird, Kopfhörer aufsetzen oder vorher von ihrem Mann im Zimmer einschließen lassen. Hat es nicht seinen guten Grund, dass eine Mutter, die ihr Kind schreien hört, instinktiv das Bedürfnis verspürt, ihm zu helfen?

    Ferber selbst wies in einem Radio-Interview in Minnesota darauf hin, dass er seine Methode nur als absolute Notlösung vorgesehen hatte und sie frühestens ab einem Alter von einem Jahr angewendet werden sollte.

    Anscheinend kann doch nicht jedes Kind schlafen lernen, wie es in dem Buch verheißen wird. Alle Eltern werden bestätigen, dass ein Kind eine große Umstellung bedeutet. Natürlich benötigen Eltern, die aufgrund einer schwierigen Situation am Rande der Erschöpfung sind, Hilfe und Veränderung. Auch Gegner der Ferber-Methode geben zu, dass beispielsweise bei zehnmaligem Stillen pro Nacht dem Kind eine Veränderung zugemutet werden kann. Aber muss die Lösung gleich eine radikale Methode sein? Und ist es wirklich nötig, dass ein kleines Kind sich so perfekt in unsere Gesellschaft einfügt, dass es elementare Bedürfnisse verdrängen muss?


    Text Ende


    Also genervt ja ;) , unzulänglich eingeschränkt ;) und allein, ohne Kind, mit einer anderen Beschäftigung ? Das käme jetzt darauf an, was du mir vorschlagen würdest, ein Date mit Robbie Williams würde ich jetzt auf keinen Fall ablehnen ;-)........

    aber ansonsten - nein, ganz ehrlich, momentan kann ich mir eine regelmäßige längere Trennung von unserer Motte nicht vorstellen - aber vielleicht sollte ich ja mal das Kind fragen, obs mal was anderes tun will ;)


    Nein, Maria, der Heiligenschein ist nur aus Pappmache, und die Aura der Harmonie hat sicher auch mal einen Stich ins Grünviolette ;) - wir sind alle mal mehr oder weniger vollkommen, und was uns ALLE verbindet, ist die Liebe zu unseren Kindern.

    Würde mich freuen, öfters hier bei den Glücklichen Eltern von dir und deinem Mäuschen zu hören :)


    Herzliche Grüße

    von Josi

  • Vida Fertility Institute

    mehr erfahren
    Vida Fertility Institute
  • Klinik Eugin

    mehr erfahren
    Klinik Eugin
  • CRA Barcelona

    mehr erfahren
    CRA Barcelona
  • IVI Valencia

    mehr erfahren
    IVI Valencia
  • Clinica Tambre

    mehr erfahren
    Clinica Tambre
  • Institut Marques

    mehr erfahren
    Institut Marques

Registriere Dich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter.

Die Eingabe des Namen ist optional.
Verteilerlisten
Bitte bestätigen Sie die Datenschutzerklärung
Jetzt anmelden

Vielen Dank für Deine Anmeldung!

Du bekommst in wenigen Minuten eine E-Mail mit einem Bestätigungslink.

  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
Community-Software: WoltLab Suite™
💛 Du bist mit deinem Kinderwunsch nicht allein.
Der Weg zum Wunschkind ist oft voller Fragen – und Entscheidungen, die gut überlegt sein wollen.

Welche Klinik ist die richtige? Was, wenn es unterschiedliche ärztliche Meinungen gibt?


Auf www.deine-kinderwunschmanager.de findest du:

✅ Persönliche Begleitung durch erfahrene Kinderwunschberater*innen

✅ Hilfe bei der Auswahl der passenden Klinik – im In- oder Ausland

✅ Vertrauensvolle ärztliche Zweitmeinungen

✅ Ein offenes Ohr für all deine Sorgen


🎯 Buche jetzt dein kostenloses Kennenlerngespräch – und finde heraus, was dir wirklich weiterhilft.

👉 Jetzt entdecken

Jetzt entdecken
Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺 in der WSC-Connect App bei Google Play
Dein Kinderwunschforum – Erfahrungsaustausch & Expertenantworten für Deinen Weg zum Wunschkind! 💬🩺 in der WSC-Connect App im App Store
Download