Hallo,
nach erfolglosen eigenen Versuchen in Deutschland haben mein Mann und ich im letzten Spätsommer in Verbindung mit einem Urlaub in Spanien das IVI Valencia zum Erstgespräch (per e-mail vorher vereinbart) aufgesucht. Wir wurden sehr freundlich empfangen von einer deutschsprechenden MTA namens Katia. Wir mussten einen Berg von Papieren lesen und unterschreiben und unsere bisherigen Kinderwunschbehandlungen aus Deutschland schildern. Mein Mann musste seine Spermien abgeben, die dann untersucht und eingefroren wurden.
Gleichzeitig wurde ein HIV Test u.ä. von uns beiden verlangt. Da mein Mann keinen HIV Test dabei hatte, wurde ihm noch Blut dafür abgenommen.Dann wurden wir einer spanischen Ärztin vorgestellt namens Dr. Vidal. Sie spricht nur spanisch und englisch. Katia war die ganze Zeit dabei und hat übersetzt.Frau Dr. Vidal hat dann eine gynäkologische Untersuchung per Ultraschall durchgeführt und mit einem dünnen Katheter einen "Transfer" probiert. Alles verlief reibungslos.
Katia und Frau Dr. Vidal nahmen dann unsere Äußerlichkeiten (Größe, Haarfarbe, Augenfarbe, Gewicht, auch Charaktereigenschaften wie "ruhig", "sportlich", "musisch" u.ä.) auf. Sie meinte, die Wartezeit auf eine Spenderin würde ca. 40 bis 50 Tage dauern, wäre aber mit einer Downregulierung, was den Erhalt der Gebärmutterschleimhaut betrifft, kein Problem. Es machte alles einen sehr guten und professionellen Eindruck. Wir bakamen einen Behandlungsplan mit und mussten dann die Kosten für das Erstgespräch von EUR 338,00 bezahlen. Alles dauerte etwa 3 Stunden.
Im darauffolgenden Zyklus sollte ich ca. am 20. Zyklustag zu meinem Gynäkologen und Ultraschall machen lassen, ob eine Zyste da sei. Außerdem mussten EUR 4.000,00 als Vorschusszahlung überwiesen werden. Die Ergebnisse sollten dann per e-mail nach Valencia. Ich bekam grünes Licht für die Downregulierung am 23.Zyklustag. Valencia verlangte die Downregulierung mit Decapeptyl 3,75 mg (als Depotspritze). Das Medikament steht auch so auf dem Behandlungsplan. Valencia meinte, die Spritze hätte eine Depotwirkung von 90 Tagen. Mein Gynäkologe und eine Apothekerin waren da schon skeptisch. Mit Einsetzen der Regelblutung sollte ich wieder ein Ultraschall machen (wg.evtl.Zystenbildung nach Decapeptyl) und Ergebnisse per e-mail nach Valencia schicken.
Dann begann die Einnahme von Progynova: 1 Tabl. von 2 mg 8 Tage lang, dann 3 Tage lang 2 Tabl.(morg.u.abends jew.1 Tabl.) und dann fortlaufend 1 Tabl. morgens, mittags, abends. Diese Dosis sollte so lange eingenommen werden, bis eine Spenderin gefunden wird. So um den 15. Zyklustag sollte ein Ultraschall gemacht werden wegen Dicke der Gebärmutterschleimhaut und außerdem Blutabnahme wegen des E2 Wertes(= Östradiolwert) und dann alle 15 Tage wieder dasselbe. Die Werte sollten möglichst immer per e-mail geschickt werden, da ein telefonischer Kontakt sehr schwierig ist. So um den 15. Zyklustag war meine Gebärmutterschleimhaut auf 10mm aufgebaut, was ok war für den Transfer, auch der E2 Wert war in Ordnung. Dann begann die Wartezeit. Valencia fing jetzt erst an, eine geeignete Spenderin zu suchen, die dann auch noch stimuliert werden muss!!! Ich war zu diesem Zeitpunkt schon längst für den Transfer aufgebaut/bereit!
Telefonisch konnte man nie einen erreichen, nur spanisch sprechendes Personal am Empfang. Einen Arzt bekam man überhaupt nicht zu sprechen! Frau Dr. Vidal war nie da! So verlief der Kontakt ausschließlich per e-mail. Dieser Kontakt klappte zwar, war aber doch recht unpersönlich, da immer wieder andere Helferinnen (es gibt dort wohl so um die sieben, die deutsch sprechen) antworteten.
Am 39. Tag traten dann bei mir Schmierblutungen auf. Ich mailte es nach Valencia und bekam die Anweisung, sofort wieder Decapeptyl zu spritzen, 5 Tage lang Utrogest einzuführen und dann die Blutung abzuwarten.
Wieder neues Ultraschall (wg.Zyste) am 1. Blutungstag und wieder Einnahmebeginn mit Progynova nach bekanntem Schema. Die Wartezeit sollte nun max. 30 Tage sein. Darauf sollte ich mich verlassen.
Als ich dann am 15. Tag wieder mailte, dass meine Gebärmutterschleimhaut 10mm hoch sei, der E2 Wert stimmte auch, bekam ich zunächst gar keine Antwort. Ich mailte immer wieder und bekam am 28.Tag per mail die Antwort, ich sei nun an die Spendeabteilung abgegeben worden. Es würde nun aber doch noch etwas dauern, da keine geeignete Spenderin vorhanden sei. Die 30 Tage Wartezeit wurden nicht eingehalten und es setzten wieder Schmierblutungen ein. Es war an einem Samstag. In Valencia war weder per e-mail noch telefonisch einer erreichbar. Decapeptyl bekam ich an diesem Wochenende nicht (Geschäfte und Ärzte geschlossen). Ich fing nun wieder an, Utrogest 2x einzuführen. Am Montag erhielt ich dann aus Valencia eine mail, ich müsste jetzt abbrechen, weil ich nicht sofort Decapeptyl gespritzt hätte. Ich sollte Utrogest absetzen und die Blutung abwarten. Im darauffolgenden Zyklus sollte ich wieder so um den 21. Zyklustag Decapeptyl spritzen und wieder, wie hier jetzt ausführlich berichtet, von neuem beginnen.
Da ich inzwischen reichlich genervt war von der Art und Weise der Behandlung, nie bekam ich mal einen Arzt zu sprechen, mailte ich so um den 21. Zyklustag nach Valencia, ob es überhaupt Sinn macht, jetzt schon wieder zu starten. Ich fragte per mail, ob sie z.Zt. ein Problem mit Spenderinnen hätten. Da bekam ich die Antwort, es sei so. Valencia hätte zur Zeit keine Spenderinnen.
Ich war doch recht geschockt über die Antwort. Wenn ich nun wieder gestartet hätte, wäre es wieder nichts geworden. Hätte Valencia einen nicht von allein darüber informieren können! Auch die Spritze wäre unverantwortlich gewesen am 21. Zyklustag. Der erste Zyklus dauerte nach der Behandlung 52 Tage, der Eisprung war erst so um den 35. Zyklustag. War natürlich laufend bei meinem Gynäkologen zwischendurch, ob alles ok ist. Berichten aus diesem Forum habe ich entnommen, dass der erste Zyklus bei anderen nach solch einer Behandlung auch so lange gedauert hat. Ist wohl normal. Wie kann Valencia dann am 21. Zyklustag schon wieder Decapeptyl verordnen und neu beginnen, zumal sie auch nicht mal Spenderinnen haben.
Ich habe mich daraufhin per e-mail von Valencia verabschiedet und meine Vorschusszahlung zurückverlangt.
Von Spanien haben wir daher die Nase voll. Nie wieder dorthin! Wir haben daraufhin Kontakt zu Dr. Lewandowski aufgenommen und waren dort vor kurzem zum ersten persönlichen Gespräch. Wir sind begeistert von ihm. Er ist ein sehr engagierter und erfolgreicher Arzt, der sich um seine Patienten persönlich kümmert, immer telefonisch erreichbar ist (spricht perfekt deutsch) und eine sehr positive Ausstrahlung hat. Er ist Arzt aus Berufung und man merkt sofort, dass er seinen Patienten helfen möchte. Sein Ziel ist es, Erfolge zu haben, d.h. seine Patienten schnellstens glücklich schwanger zu kriegen. Uns hat er jedenfalls wieder aufgebaut und Mut gemacht. Obwohl er eigentlich von Valencia etwas hielt, war er doch sehr geschockt über das, was uns dort passiert ist. Er meinte, ich sei völlig falsch downreguliert worden. Man müsse bei diesen Behandlungen unterscheiden zwischen noch intakten Zyklen und denjenigen, die keinen mehr haben. Hat Valencia überhaupt nicht berücksichtigt! Ich hätte nach 30 Tagen schon wieder neu Decapeptyl spritzen müssen oder aber täglich (andere Konsistenz!) bzw. Synarela in die Nase. Daher bekam ich meine Blutungen, weil nach 30 Tagen schon wieder mein eigener Körper "arbeitete".
Ich kann Goldmaries Ausführungen über Warschau (siehe Ordner Osteuropa) nur bestätigen und jedem nur empfehlen, mit Dr. Lewandowski Kontakt aufzunehmen und von Valencia fernzubleiben!
Er ist immer persönlich für einen da, beantwortet alle Frage und ist ausgesprochen sympathisch. Man hat sofort Vertrauen zu ihm.
Im übrigen ist seine Klinik genauso groß wie das IVI in Valencia und man wird dort vom Chef persönlich behandelt und hat immer Kontakt zu ihm.
Valencia ist im Vergleich dazu sehr unpersönlich, oberflächlich und man ist dort nur eine "Nummer" unter vielen!
Die Klinik von Dr. Lewandowski ist sehr überzeugend und kaum zu übertreffen.
Ich berichte demnächst noch dazu im Ordner Osteuropa.
Bis bald,
Golfi :ja: