Hallo,
bin letzte Nacht erschöpft vom vielen Zug- fahren endlich wieder daheim angekommen. Hier nun mein Bericht von Pronatal für die die es interessiert:
Mein Mann war ja zwei Tage vor mir nach Prag gefahren, um seinen „Beitrag“ zu leisten. Er musste dann erst noch eine Stunde dableiben, um das Ergebnis der Spermauntersuchung abzuwarten. Und das war dann der erste Dämpfer: Das Spermiogramm war so schlecht wie noch nie, und ohne ICSI wäre gar nichts gegangen.
Am gleichen Tag war dann ja auch die Punktion der Spenderin: 8 Eizellen.
Ich bin dann zwei Tage später nach Prag. Ich musste stundenlang im hoffnungslos überfüllten Wartezimmer warten, z.T, stehend, weil viel zu wenig Stühle da waren.
Als dann endlich Frau Brecinova auftauchte, der nächste Dämpfer: Von 8 Eizellen ließen sich (angeblich) nur 4 befruchten, davon wurden 2 (ohne mit mir abzusprechen ob ich das so will) eingefroren und zwei sollten zurück transferiert werden.
Ab 10.30 Uhr sollte ich dann viel trinken, und nicht mehr zur Toilette gehen. Der Transfer sollte um 12.00 Uhr sein. Tatsächlich war der Transfer dann aber erst um 12.40 Uhr, wie angenehm die Wartezeit war mit voller Blase, kann sich ja jeder vorstellen.
Angenehm ist auch gewesen, daß ich ab 12.00 Uhr nur noch mit Flügelhemd bekleidet, ohne Decke etc. auf einer harten Pritsche im Vorraum des OP saß und frierend wartete (außer mir noch eine tschechische Patientin).
Da im OP scheinbar niemand Deutsch oder Englisch verstand, wurde ich auch nicht informiert. Um 12.15 Uhr kam dann eine Schwester mit einer Spritze, die sie mit gab, allerdings ohne mir genauer zu erklären wozu die war.
Erst hinterher, als Frau Brecinova auch in den OP kam, wurde ich darüber aufgeklärt, das es eine Beruhigungsspritze war.
Der Transfer selbst war ok, erst wurde nochmals die Gebärmutterschleimhautdicke gemessen (die Schleimhaut war gegenüber der letzten Messung hier in Deutschland erheblich niedriger, aber angeblich noch ok), dann wurden die Reste des Utrogests entfernt (Frau Brecinova übersetzte mir dies mit „Gebärmutterhals auskratzen“) , was recht unangenehm war, danach kam dann der Katheder mit den Eizellen. Danach wurden noch mehrere Utrogest- Tabletten eingeführt und dann musste ich mich auf die neben dem OP- Tisch stehende Trage rollen.
Danach blieb ich 1 h im Vorraum des OP auf dem Bauch liegen.
Dann war alles vorbei. SS- Test soll ich am 24.02 machen.
Was mir noch aufgefallen ist: Ich hatte ja schon in den diversen deutschen KIWU- Praxen das Gefühl; das die Ärzte nichts von Datenschutz, Intimsphäre etc. halten bzw. dies ignorieren. Was ich diesbezüglich jedoch in Prag erlebt habe, stellt alles in den Schatten: Zum Beispiel wurden wichtige Gespräche zwischen Arzt und Patientin inmitten des überfüllten Wartezimmers geführt, wo also jeder genau zuhören kann. Auch meine 3500 Euro wurden mir inmitten der Menschenmassen abkassiert. Und als ich dann noch endlose Diskussionen wegen der falschen Rechnung führen musste, konnte jeder zuhören (zumindest die deutschsprechenden Patienten).
Alles in allem war mein erster Eindruck in Prag beim Erstgespräch wesentlich besser, als das was ich jetzt erlebt habe.
Wobei mein Mann jedoch meinte, er fände das alles ganz normal für tschechische Verhältnisse. Tschechien sei halt nicht mit Deutschland vergleichbar. Und er hatte früher mal beruflich mit Tschechien zu tun.
Und wahrscheinlich ist es auch so, wenn der Versuch klappt, ist hinterher alles vergessen. Also hoffe ich mal. Wenn nur die Wartezeit bis zum Test nicht so lang wäre, ich suche schon ständig nach irgendwelchen Anzeichen (lächerlich – ich weiß), ob was angedockt hat. Ich habe ein ständiges Ziehen im Unterleib. Ob das vom „Auskratzen „ bzw. dem Transferkatheder kommt? Oder könnten das Anzeichen einer Einnistung sein??