Hallo.
Nachdem der Ordner "Entschädigung der Spenderin" sich thematisch von den Fragen um das Befinden der Spenderin wegentwickelt und sich, mal wieder, alles um die Empfängerfamilie dreht, jetzt dieser Ordner.
Bei meiner jahrelangen Mitarbeit in einem Förderverein für Aidshilfeprojekte habe ich u.a. eines ständig vor Augen geführt bekommen:
Das Virus kennt weder Rassen- noch Klassenschranken!
(Wer geht denn bspw zu den Prostituierten "ohne Gummi" und trägt das Virus in sogenannte gutbürgerliche, weisse Verhältnisse?)
Obwohl ich vor 3 Jahren in das "Ehrenamt" Mutter wechselte und die tagesaktuellen HIV-Zahlen nicht mehr präsent habe, so ist mir doch bekannt, dass sich in einigen Ländern (u.a. Afrika) die Infektionsraten signifikant erhöht haben. Auch in Europa, in Deutschland sind die Zahlen wieder angezogen.
Ob eine (Spender-)Eizelle per se infiziert sein kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist: Sie wird nicht einem Vakuum entnommen, sondern ist von Körperflüssigkeit umgeben. Wie virulent diese Flüssigkeit - im Vergleich zu Sperma, Blut, Speichel, Schweiss etc. - sein kann, weiss ich allerdings nicht. Andererseits: Es werden auch immer wieder gesunde Kinder von infizierten Frauen zur Welt gebracht... auch durch entsprechende Vorbehandlungen und verschiedene Geburtsmethoden.
Aber hier geht´s ja auch um die Vermeidung einer Infektion der Empfängerin durch möglicherweise verseuchte Spenden.
Dass die Spenderin -nachweislich- auf HIV, Hepathitis etc. getestet wird, liegt auf jedem Falle im Interesse einer Klinik. Hierzu wären mindestens 2 Gründe zu nennen: Regreß und Reputation.
Eine Klinik für eine fehlerhafte medizinische Leistung in Regreß nehmen zu können, hängt allerdings auch vom länderspezifischen Rechtssystem (sowie der "Dehnbarkeit" desselben :-? ) ab, dem die jeweilige Klinik und ihre Ärzte unterliegen.
In Länder wie den USA bspw werden die infragekommenden Kliniken sowie u.a. die tatsächliche Durchführung der zugesicherten Testungen durch die sehr restriktive FDA überwacht. Ähnlich verhält es sich in einigen europäischen Ländern; manche Kliniken sind sogar entsprechend ISO-zertifiziert.
Kurz und gut: Seriosität und eine grosse Sicherheit bezügl. des Gesundheitsstandards der Spenderinnen hat meiner Meinung nach also durchaus etwas mit der geografischen Lage der jeweiligen Kliniken zu tun.
Um das Stichwort "Ost"-Kliniken noch mal aufzugreifen: Hier scheint mir eher die Tchernobyl-Problematik (erhebliche Erbgutschädigungen bis in die 3./4. Generation) ein noch wichtigeres Thema; zumal mögliche Schädigungen, soweit mir bekannt, erst NACH der Geburt festgestellt werden können....
Übrigens: Bei meinen zwei Versuchen im IVI Valencia mussten sowohl ich als auch mein Mann jedes Mal aktuelle Befunde zu HIV, Hep etc. vorlegen.
Mag es auch noch andere Gründe haben, ich werte das als Verantwortungsübernahme seitens der Klinik gegenüber dem Neuen Leben... wenn´s schon kein anderer tut..
By the way: IVI arbeitet eng mit der amerikanischen University of Cornell zusammen (s. USA/FDA).
frowlein