Aus aktuellem Anlass und zum besseren Verständnis für den einen oder anderen stelle ich mal folgendes hier ein:
ZitatAlles anzeigenPräimplantationsdiagnostik (PID, PGD)
Die Möglichkeit - vor der Übertragung in den Uterus - zu überprüfen, ob ein Embryo genetisch normal ist oder nicht, stellt ein wichtiges Prinzip zur Vermeidung genetischer Erkrankungen wie auch zur Erhöhung der Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft für sterile Paare dar. Dabei setzt jedes reproduktionsmedizinische Zentrum seine eigenen Techniken ein.
Das IVI-Team hat die PGD-Technik so weit entwickelt, dass es heute - zusammen mit der Freien Universität Brüssel - ohne Zweifel das breiteste Spektrum an Untersuchungsmöglichkeiten anbieten kann.
Ein Team klinischer Genetiker ist dafür zuständig, jeden einzelnen Patientenfall genau zu untersuchen. Unsere Genetiker arbeiten zusammen mit einem Team von Biologen, die sich auf Genetik und Molekularbiologie spezialisiert haben. Dadurch besteht die Möglichkeit die Chromosomen des Embryos zu untersuchen und damit Mutationen und andere Gründe für genetische Erkrankungen aufzudecken. Im Moment sind wir in der Lage – unabhängig von numerischen und strukturellen chromosomalen Störungen – mehr als 30 verschiedene Erkrankungen zu erfassen. Während der Untersuchung werden die Embryonen weiter kultiviert, um dann - nach Diagnosestellung - übertragen werden zu können.
Diese Techniken können jedoch zu mehr eingesetzt werden, als nur zur Erkennung genetischer Erkrankungen. Vielmehr benutzen wir PGD mittlerweile auch bei normalen IVF und ICSI-Fällen, um Paaren zu helfen, die bereits mehrere Fehlversuche in anderen Zentren hatten oder bei Patienten, bei denen primär erfolgversprechende Embryotransfers nicht zum erwünschten Ergebnis geführt haben. Wird in solchen Fällen erneut eine Behandlung durchgeführt, werden bei uns die dabei entstehenden Embryonen untersucht und man kann dabei in 70% (normalerweise sind es nur 30%) der Fälle chromosomale Störungen nachweisen. Des Weiteren gibt es Paare, bei denen praktisch alle Embryonen chromosomale Störungen aufweisen. Dies kann eine mögliche Erklärung für frühere Fehlversuche sein und stellt eine Basis für die weitere Therapiestrategie dar, um doch noch eine Schwangerschaft zu erzielen. In 40% der Fälle kann so doch noch eine Schwangerschaft erzielt werden.
Das gleiche Problem haben Frauen im Alter von 37 Jahren oder höher. Es gilt als gesichert, dass die Rate an embryonalen oder fötalen Anomalien (die oft auch ein Grund für das Auftreten von Aborten oder frühkindlichen Problemen sein können) mit dem Alter der Frau zunehmen. Besonders deutlich kann dies bei Frauen über 40 nachgewiesen werden. Gegenwärtig erfüllen sich Frauen in den entwickelten Ländern immer später ihren Kinderwunsch. Dies ist ein Grund dafür, dass sich immer häufiger Paare mit solchen Fragen an eines unserer Zentren wenden. Unter diesen Rahmenbedingungen stellt die frühzeitige Diagnose von genetischen Störungen mittels PGD einen großen Fortschritt dar, mit dem das Auftreten von Fehlgeburten und chromosomalen Störungen, die sonst in bis zu 60% der Fälle nachweisbar sind, deutlich reduziert werden kann.
Des Weiteren konnte unser Team erstmals zeigen, dass der Einsatz von PGD bei wiederholten Aborten nützlich ist, da diese Fälle häufig (über 70%) auf anormale Embryonen zurückgeführt werden können. So können durch die Selektion von Embryonen viele Aborte vermieden werden. Wir sind überzeugt davon, dass in diesem Bereich der Reproduktionsmedizin in Zukunft noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und das IVI-Team ist zuversichtlich, diese aussichtsreichen Verfahren einsetzen zu können.
Quelle: http://www.ivi.es/deu/tratamientos/diagnostico.htm
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