Interessant?
Beeinflusst die Endometriumdicke den Erfolg des Embryotransfers?
Gynäkologie/Geburtshilfe
Paulus WE, Strehler E, Zhang M, Jelinkova L, Sterzik K
Christian-Lauritzen-Institut; Ulm, Deutschland
Fragestellung: Neben der Qualität der Embryonen stellt die uterine Rezeptivität den entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche Implantation nach Embryotransfer im Rahmen der IVF-/ICSI-Therapie dar. Über die Bedeutung der Endometriumdicke zum Zeitpunkt des Embryotransfers liegen widersprüchliche Aussagen vor. Methodik: Im Rahmen des IVF-/ICSI-Programmes unseres Zentrums wurden zwischen März 2000 und März 2001 bei 254 Patientinnen unmittelbar vor dem Embryotransfer vaginalsonographische Messungen des Endometriums durchgeführt (LOGIQ 400, GE Medical Systems). Berücksichtigung fanden nur Patientinnen mit guter Embryonenqualität. Als Endometriumdicke wurde die maximale Distanz der Grenzschichten zwischen Endometrium und Myometrium in der Längsachse gewählt. Aus diesem Kollektiv ermittelten wir die 10%- und die 90%-Perzentile für die Endometriumdicke. Als Hauptzielgröße wurde der Eintritt einer klinischen Schwangerschaft (sonographischer Nachweis einer Fruchthöhle 6 Wochen nach Embryotransfer) definiert. Mit Hilfe von 4-Felder-Tafeln ließen sich die Schwangerschaftsraten zwischen den Gruppen mit unterschiedlicher Endometriumdicke vergleichen (Chi-Quadrat-Test). Ergebnisse: Für die 10%-Perzentile der Endometriumdicke ergab sich in unserem Kollektiv ein Wert von 6,3mm, für die 90%-Perzentile ein Wert von 12,5mm. Nimmt man die 10%-Perzentile als minimalen Grenzwert an, ergibt sich in der Schwangerschaftsrate kein signifikanter Unterschied zwischen Patientinnen mit geringerer bzw. höherer Endometriumdicke (11/30=36,7% vs 80/224=35,7%). Ebensowenig fand sich ein signifikanter Unterschied bei Überschreiten der 90%-Perzentile (9/25=36,0% vs 82/229=35,8%). Schlussfolgerung: Die Endometriumdicke zum Zeitpunkt des Embryotransfers lässt keine Aussage über den Erfolg einer Implantation im Rahmen der IVF-/ICSI-Therapie zu.