Re: Wie lange Stillen
Josi.
Hallo.
Hmm,gegen Euch bin ich ja nur eine Kurzzeitstillerin.
Ich habe Deinen Beitrag gelesen. Und ich lese nur Vorteile für das Kind. In den Entwicklungsländern werden überwiegend die Kinder eben sehr lange gestillt(mehrere Jahre),da wird das auch als natürliches Verhütungsmittel genutzt(was aber nicht immer klappt). Und da es dort nicht viel zu essen gibt haben die kinder so eine gute-Überlebens-Chance auch gegen Krankheiten einigermaßen geschützt zu sein)
Ich kenne keinen der sein Kind bis es in die Schule kam stillt. Ich denke das hat sicher in unserer Gesellschaft neg.Folgen.
Nun zu meiner Stillbeziehung:
Mein Kleiner wurde 40h nach Blasensprung inkl.Einleitung per KS geholt.
Ich machte sofort Rooming in und wollte auch stillen. Der Milcheinschuß kam verspätet aber heftig.
Alle haben mich unterstützt. Aber so hat es dann gut geklappt.
Ich hatte meinen Sohn von Anfang an in unserem Bett. Ich stillte immer nach(seinem) Bedarf. Es waren immer 6-12 mal am Tag. Sicher gibt es bei vielen kindern schlechte Schlafphasen. Aber wir hatten nur anstrengende Nächte. Der dauerhafte Schlafentzug,das Dauernuckeln an der Brust haben sehr an mir/uns(mein Mann)gezehrt. Seit der Entbindung hatte ich nun die 4.Erkältung(Dauer 4Wo)
Diese mußte antibiotisch behandelt werden. Viele rieten mir zum Abstillen. Ich nahm ein für die Stillzeit geeignetes Antibiotika,und stillte direkt vor der Einnahme. Vor der Geburt war ich fast nie erkältet gewesen.
Vor 6 Wo kam unser Kleiner in sein eigenes Bett(aber noch in unserem Schlafzimmer). Ich hatte in den Nächten davor 9x gezählt,davon 4-5xgestillt. Ich hatte 1 Wo Schlafprotokoll geführt und deshalb sind wir zu diesem Entschlúß gekommen. Mir war es schwer gefallen,aber es war die bessere Lösung. Immerhin waren es fast 6M Elternbett. Aber er schlief direkt besser,wir hatten ihn die ganze Zeit in seiner Nachtruhe gestört,und es nicht geahnt. Er kam dann nur noch 3-4 Mal nachts.
Unsere Stillbeziehung wurde am Ende sehr anstrengend,ich stillte alle2-3h. Da wir dann Beikost einführten reduzierten sich die Mengen und es konnten Stillmahlzeiten ersetzt werden.
Ich wollte abends,nachts und morgens stillen aber da reicht nun die Milch nicht mehr. Mit der Kunstmilch probierten wir Pre,1er und sind nun bei der 2er Nahrung angelangt. Ich weiß,keine Kunstmilch kann Muttermilch ersetzen. Als er vor 3 Wo krank wurde mit Mittelohrentzündung und Bronchitis,hatte er wieder mehr gestillt(Brei und flasche kaum genommen). Das ging noch mal ein paar Tage gut und reichte auch. Aber seit ein paar Tagen merke ich keinen Milchspendereflex mehr.
Ich wollte gerne ein halbes Jahr voll gestillt haben,was ja auch fast klappte. Ich genoss auch die intensive Mutter-Kind-Beziehung durch das Stillen. Es machte mir nichts aus auf viele Dinge zu verzichten(Ernährung). Ich fand es toll mich nicht um Flaschen usw.kümmern zu müssen.
Mein Kleiner war erst 1x seit der Geburt krank,er hatte sich durch mich angesteckt.
Mir fällt es auch nicht so leicht abzustillen aber nun ist bei uns ein geregelteres Leben,ein Rhythmus da.
Ich bin auch froh darüber dass ich so lange stillen konnte. Viele wundern sich das ich es überhaupt noch mache.
Mir war besonders aufgefallen das im PEKIP,Baby-schwimmen und Rückbildungskurs die Mütter die ihre Kinder mit Flaschennahrung füttern,ein geregelteres Leben haben und deutlich ruhigere Nächte.
Sicher kamen da Zweifel in mir hoch,ob meine Entscheidung zum Stillen so richtig war(besonders wenn ich müde war).
Aber ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.
Vieleicht klappt es ja noch ein paar Wochen. Ich lege ihn jede Nacht zu mir ins Bett,wenn er sich meldet.
Er bekommt dann beide Seiten und schläft dann für 2-3h weiter.
Aber so lange wie Ihr werde ich nicht stillen. Wir wollen dieses Jahr ein Geschwisterchen planen. 2-3Monate sollte man abgestillt haben,damit dann auch hormonell alles wieder im Lot ist und der Körper für eine SS bereit ist.
Wenn es noch mal bei uns klappen sollte werde ich wieder stillen wollen.
L.G.IVF-Baby