Liebe Melpro
danke für Deinen Text. Wenn mich vor 10 Jahren jemand zum Thema Eizellspende befragt hätte, hätte ich das etisch vielleicht auch anders bewertet als heute.
Selbst bei anonymer EZS hatte ich vor einem Jahr noch Bedenken.
Wie ich selbst an mir sehe, unterliegen diese Vorbehalte einem Wandel und sind nicht wirklich stabil. Insbesondere wenn es nicht klappt.
Will sagen: Ich habe durch den Kinderwunsch auch gelernt, wie wichtig Toleranz für mich ist.
Wenn es stimmt, dass BioTex fahrlässig Überstimulationenen in Kauf nimmt, so wäre dies aus zwei Gründen nicht ok:
1) Sie gefährden die Gesundheit der Spenderin zu ihrem eigenen wirtschaftlichen Vorteil. Das ist unfair.
2) Sie befeuern damit die ohnehin schon in der Gesellschaft vorhandenen Vorbehalte gegen EZS. Auch Kliniken, die diesbezüglich vorbildlich sind, unterliegen dadurch dem Generalverdacht, ihre Spenderinnen nicht ordentlich zu behandeln.
Letztlich sehe ich es so: Überall wo EZS praktiziert wird, ist man als Wunscheltern drauf angewiesen, zu glauben, dass die Spenderinnen der jeweiligen Klinik gut behandelt werden. Kontrollieren lässt es sich leider nicht.
Im Grunde ist das ja auch einer der Hauptaspekte des Dilemma: Kann ich diese Form der Unsicherheit akzeptieren und später noch vertreten?
Ich habe für mich beschlossen, dass ich mit dieser Unsicherheit leben muss und meinem Bauchgefühl vertrauen muss, dass die Klinik ehrlich ist und ihre Spenderinnen gut behandelt.
Allerdings enthält die BioTex-Vorgehensweise für mich folgenden Lücke in der Logik:
Wenn sie ohnehin immer die Spenderin nach einem Negativ wechseln, verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum dann hoch stimuliert wird....
Ehrlich gesagt, habe ich schon ein paar mal versucht zur Thematik BioTex was zu schreiben. Ich hab's aber immer wieder verworfen, weil ich das sehr schwer finde, zu etischen Aspekten der EZS zu schreiben. Es kann leicht zu Missverständnissen kommen.