Embryonen-Spende, ZDF sucht (anonyme) Interviewpartner
6) Eine Forumsteilnehmerin schrieb ein Arzt habe ihr erklärt, dass es sich bei der Eizellspende rechtlich gesehen um eine Körperverletzung handle.
Welches veraltete Frauenbild liegt denn hier zugrunde?
Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Frauen als nich fähig angesehen über ihr eigenes Leben und ihren eigenen Körper zu entscheiden.
Die Gesetze oder die Eltern junger Frauen entschieden ob diese zur Abtreibug geschafft oder ihre unehelichen Kinder nach der Geburt zwangsadoptiert wurden.
Eine Vergewaltigung bleib lange Zeit straffrei wenn der Täter hinterher nach Absprache mit den Eltern das Opfer heiratete.
Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.
Natürlich wäre es schlimm, wenn Frauen von Eltern und Schwiegereltern dazu gedrängt würden eine Eizellspende zu akzeptieren,
oder Eizellen zu spenden.- (Ich finde es im übrigen genauso schlimm, wenn Frauen sich dazu drängen lassen genetisch eigene Kinder zu bekommen)
Da müssten sich die Gesellschaft, Selbstwertgefühl und Möglichkeiten der Frauen ändern.
Aber zum Glüch ist es nicht so.
Fazit ist: es gibt kaum begründete Argumente gegen die Eizell- oder Embryonenspende.
Sicher ist die Eizell, Samen- oder Embryonenspende nicht für jedes Paar die richtige Lösung. und wenn die die Wahl haben, so werden sich wohl die weitaus meisten Paare für den traditionellen Weg entscheiden, d. h. für ein Kind, das je 50% der Gene beider Partner hat.
Jedoch sind die genannten Fortpflanzungsarten nicht im Zusammenhang mit dem Klonen zu sehen. Im Gegenteil, sie stehen auf der anderen Seite der Skala.
Ein Klon soll ein 100% Abbild eines anderen Menschen sein, sozusagen ein zeitlich versetzter Zwilling, was die Gefahr mit sich bringt das dieser Mensch noch stärker als es früher bei Kindern üblich war, in eine bestimmte Richtung gedrängt, und an seiner freien Persönlichkeitsentfaltung gehindert wird. Ausserdem sollte man nicht glauben sich durch einen Klon ewiges Leben erkaufen zu können.
Die Embryonenspende steht in Opposition dazu.
Die Eltern bekommen die Entwicklung von Anfang an mit und sind bereit es darin zu unterstützen, haben aber nicht zuviele bestimmte Erwartungen, da sie ja die Gene nicht kennen.
Ich selbst kann mir eine Embryonenadoption vorstellen. Leichter würde uns die Entscheidung aber fallen, wenn wir in einem Land leben würden, in dem das Thema kein Tabu ist.
Vor einigen Jahren, als wir zu einem Vorgespräch in einer Spanischen Klinik waren machte man uns darauf aufmerksam, das das spanische Gesetz die Vernichtung von Embryonen verbietet. Wenn für uns also Embryonen erzeugt würden, so müssten wir einwilligen, das überzählige nach 2 Jahren an adoptionswillige Paare weitergegebenwerden.
Dieses Gesetz entspricht voll und ganz meinem Rechsempfinden. Wenn ein Kind eine Lebenschance hat, so hat niemand das Recht sie ihm zu nehmen.
Im übrigen habe auch ich Ihre Reportage zur Eizellspende nicht als überwiegend positiv empfunden.
Schon mit dem Titel "Ein Kind um jeden Preis" wird doch Fanatismus und Rücksichtslosigkeit assoziert. Passender fände ich für die nächste Sendung "Unser Kind soll leben, auch wenn es nicht unsere Gene hat".
Ausserdem gab es, soweit ich mich erinnern kann, von einigen Politikern sachlich falsche Aussagen, die unkommentiert stehen gelassen wurden.
Also, wie kann ich Ihnen nun bei der neuen Reportage helfen, da ich mich ja mit Rücksicht auf unser Kind nicht zu erkennen geben möchte? (Das Kind hat im Übrigen überhaupt nichts mit Frankensteins Monster gemein. Es ist hübsch, fröhlich und gesund, manchmal eigenwillig und wird von allen Menschen geliebt).
Manchmal denke ich darüber nach, ob es eine Möglichkeit gibt beim europäischen Gerichtshof anonym gegen das Verbot der Eizell und Embryonenspende zu klagen. Haben Sie eine Vorstellung, wie so etwas gehen könnte ?
Klapaucius