Alles anzeigenHallo,
Ich hatte 2018 hormonabhängigen Brustkrebs 95%ER 80%PR, bin nach Chemotherapie und Bestrahlung wieder geheilt und fit. Ich hatte außerdem bis Letzten Sommer 2 Jahre Antihormontherapie, welche ich dann ausgesetzt habe um schwanger zu werden. Leider kam meine Regel nicht zurück (hatte sie das letzte mal 05/2018, da aber regelmäßig). Jetzt wurden meine Hormonwerte bestimmt, Fsh ist >80, Est2 <0,05, Ich bin also leider faktisch in den Wechseljahren. Ich bin jetzt 38, 2016 habe ich mein 1. Kind geboren (komplikationslose Schwangerschaft & einfache Geburt) und hätte gern noch ein weiteres.
Einzige Möglichkeit ist jetzt eine EZS im Ausland.
ich habe dazu ein paar Fragen:Da ich keine Menstruation habe, wie läuft die Stimulation mit Medikamenten ab? Welche Medikamente muss man wie lange nehmen? Wieviel Zyklen braucht es wahrscheinlich damit die SH dick genug ist? Und wie ist das mit der Hormongabe im Bezug zu meinem hormonell bedingten Krebs zu sehen? Ich glaube mein Onkologe sieht es sehr kritisch, ich würde es aber gern nochmal besprechen.
Gibt es Kliniken welche auf ehemalige Krebspatientinnen spezialisiert sind?
Außerdem wurde beim letzten Bluttest eine beginnende Schilddrüsen Unterfunktion festgestellt (TSH 7,5. T3 & T4 in Norm) - Termin beim endokrinologen steht noch aus, was bedeutet das für den Kinderwunsch? Hatte vorher nie Probleme mit der Schilddrüse.
Ich würde mich sehr über Antwort freuen.
Lotti
Liebe Lotti,
ich freue mich dass Sie den Brustkrebs besiegt haben. Es ist sinnvoll gewesen 2 Jahre nach der Behandlung abzuwarten und die antihormonelle Therapie durchzuführen. Besprechen Sie auch mit Ihrem Frauenarzt ob sie die antihormonelle Therapie nach der Schwangerschaft fortführen sollen (in der Regel wird empfohlen die Therapie insgesamt über 5 Jahre zu machen).
Bei der Eizellspende übernimmt die Spenderin der Part der ovariellen Stimulation. Bei Ihnen muss lediglich die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut werden, dies geschieht mit Estradiol-Präparaten (Tabletten oder Pflaster). Da Sie keinen Menstruationszyklus haben, kann der Schleimhautaufbau Zyklusunabhängig begonnen werden, es sollte jedoch zu Beginn immer eine Ultraschalluntersuchung stattfinden. Bis zum Transfer wird die Schleimhaut über 2-3 Wochen aufgebaut, kurz vor dem Transfer nehmen Sie zusätzlich ein Progesteron-Präparat ein (in der Regel vaginal). Beide Medikamente werden bis zur 10. Schwangerschaftswoche weiter eingenommen.
Natürlich besteht grade bei einem hormonabhängigen Brustkrebs ein Risiko für ein Rezidiv unter der Hormontherapie, dieses Risiko besteht jedoch auch unter der folgenden Schwangerschaft, bei der Estradiol- und Progesteron-Werte nochmal deutlich und über viele Monate ansteigen. Wichtig ist daher vor allem die regelmäßige Vorsorge bei Ihrem Frauenarzt und sicher auch eine Mammographie+Ultraschall der Brust vor Beginn der Behandlung.
Vielleicht wird Ihr Onkologe Ihnen auch dazu raten, zunächst 3 weitere Jahre die antihormonelle Therapie fortzuführen, natürlich kommt es auf Ihr Alter an und im Endeffekt ist es eine Risikoabwägung.
Eine Schilddrüsenunterfunktion ist für den Kinderwunsch ungünstig, kann aber einfach mit Medikamenten (z.B. Eutirox, L-Thyroxin) eingestellt werden. Für eine Kinderwunschbehandlung streben wir einen TSH-Wert von maximal 2,5 an, je höher der TSH-Wert, desto höher die Unterfunktion. Bei einem TSH-Wert von 7,5 kann das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht sein, zudem steigt der TSH-Wert in der Regel in der Schwangerschaft an. Den Wert kann man sicher innerhalb von 1-2 Monaten gut medikamentös einstellen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen.
Herzliche Grüsse aus Madrid