Liebe Paula. Ich habe mir heute gleich dein Buch bestellt, nachdem ich auf diesen Link gestossen bin. Ich freue mich schon sehr auf deine Geschichte!
Beiträge von dandi78
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Hallo liebes Forum
Ich habe heute zum ersten Mal hier im Forum mitgelesen und habe mich gleich entschieden mich anzumelden. Die vielen Geschichten von euch haben mich ermuntert, meine Geschichte und Ängste ebenfalls mitzuteilen. Es tut einfach unglaublich gut zu lesen, dass man damit nicht alleine ist. Aber jetzt mal von vorne [FONT="Segoe UI Emoji"]?[/FONT]. Ich bin 40 Jahre alt, mein Mann wird bald 45 Jahre alt und wir versuchen seit 5 ½ Jahren schwanger zu werden. Die ersten zwei Jahre haben wir es ganz normal versucht. Danach haben wir ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Seither haben wir diverse Versuche mit Hormonspritzen hinter uns, drei IUI und zwei versuchte IVF, welche wir jedoch beide abbrechen mussten, da ich trotz sehr hoher Dosierung von Menopur jeweils nur einen «schlechten» Follikel gebildet habe. Dazu kommt, dass ich Endometriose habe. Die wurde jedoch erst Mitte 2016 festgestellt, als ich eine Lapraskopie gemacht habe um die Durchgängigkeit der Eileiter zu prüfen. Im September 2018 hatte ich nochmals eine Endo-OP. Die Endometriose hatte sich innerhalb ein paar Wochen aufgrund der hohen Dosierung des Menopur so stark vergrössert, dass wir die zweite IVF erneut abbrechen mussten. Zuerst musste wieder operiert werden. Ich schreibe das jetzt alles relativ sachlich. Es war aber natürlich ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Immer wieder neue Hoffnung schöpfend, welche immer wieder zunichte gemacht wurde. Nach dem zweiten Fehlversuch von IVF hat mir mein FA dann gesagt, dass der nächste «logische» Schritt eine Eizellenspende wäre. Ich war am Boden zerstört. Ich fand es einfach unglaublich unfair, dass ich nicht einmal die Chance hatte, eine IVF zu probieren. Diese Chance wurde mir einfach genommen. Damit habe ich ehrlich gesagt auch heute noch etwas zu kämpfen. Es ist ja (leider) nicht gewährleistet, dass IVF erfolgreich gewesen wäre, aber zumindest wäre es eine weitere Option gewesen. Nun bleibt uns wirklich nur noch die Eizellspende. Anfangs war ich dem Thema gegenüber sehr zurückhaltend und abgeneigt. Es brauchte eine gewisse Zeit um mich damit etwas anzufreunden. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass dies wohl der richtige Weg für uns wäre. Wir waren dann im Dezember 2018 in einer Klinik in Alicante zu einem Erstgespräch. Der Besuch in der Klinik war sehr gut, jedoch bin ich seither unglaublich unschlüssig und hin und her gerissen. Möchte ich wirklich eine Eizellspende? Möchte ich wirklich ein Kind, welches genetisch nicht von mir ist? Würde ich das Kind lieben können wie mein eigenes? Würde ich mit den Sprüchen umgehen können wie z.B. «das Kind ähnelt dir aber sehr» oder vielleicht sogar «das Kind hat aber nichts von dir»? Würde mich das nicht immer wieder schmerzhaft daran erinnern, dass es eben ursprünglich nicht von mir ist? Zu all den Fragen bezüglich EZS kommen auch noch andere Ängste dazu. Würde ich den Entscheid vielleicht später mal bereuen? Würde ich eine gute Mutter sein? Gibt es nicht vielleicht einen Grund, weshalb es bis jetzt nicht geklappt hat? Wehrt sich mein Körper gegen eine Schwangerschaft, weil ich mich oder das Kind dadurch in Gefahr bringen würde? Ist unsere Beziehung stark genug für ein Kind?
Das mag jetzt vielleicht seltsam klingen, dass ich jetzt solche Gefühle habe, nach dem ganzen Weg und nachdem wir bereits zu einer Erstvisite in der Klinik in Spanien waren. Die hatte ich aber im Verlauf der letzten Jahre immer wieder mal. Nur waren sie nie so stark ausgeprägt wie jetzt. Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass es eine Eizellspende wäre. Vermutlich wäre es nicht so extrem, wenn wir einfach eine «normale» IVF machen könnten. Ich stellte einfach fest, dass mich das Thema nach dem Besuch in Spanien extrem runtergezogen hat. Ich konnte nicht genau sagen weshalb. Ich war einfach nur noch gestresst und wollte von allem nichts mehr wissen. Kann es sein, dass ich einfach noch nicht bereit bin für eine EZS? Mein Mann und ich sagten immer, dass wir gerne Kinder (ein Kind) hätten, aber nicht um jeden Preis (nicht auf das Geld bezogen). Mittlerweile frage ich mich, ob es vielleicht doch ein Schritt zu weit ist? Ich weiss es nicht. Eigentlich möchte ich schon immer noch gerne ein Kind haben. Ich weiss aber nicht, ob ich ein Kind möchte, welches den Ursprung nicht bei uns beiden hat. Ich weiss nicht, ob mein Kinderwunsch tatsächlich so gross ist. Ich bin im Moment ziemlich verzweifelt und weiss gar nicht was ich machen soll. Mein Mann steht zum Glück voll hinter mir und lässt mir auch die Zeit. Hat jemand von euch vielleicht ähnliche Ängste und/oder Gefühle?