Hallo ihr Lieben,
mein Kinderwunsch ist alt, viel älter als mein Berufswunsch.
Seit ich weiß, dass ich die Verursacherin bin, geht es mir nicht unbedingt besser - auch nicht schlechter allerdings - es ist nur ganz neu für mich dass ICH mal Patient bin.
Mein Leben ist bisher immer ganz anders verlaufen, alles fiel mir einfach zu, Abi, Uni, Lieblings-Stellen, Traumpartner - bis das Kind nicht kommen wollte... immer mehr zeit verging, ich zum Patienten wurde - und schließlich aus völligem Wohlbefinden heraus der Hammer meiner Endo IV kam.
Der Arzt als Ki-Wu-Patient - gibt es hier noch mehr medizinisches Volk (Krankenschwestern, Hebis...), das vielleicht Lust hat sich, konkret ein bisschen auszutauschen?
Ich habe z.B. erlebt wie zusätzlich-extra-blöd-und-schwer es ist, mit folgenden Themen umzugehen:
- mein Mann ist kein Mediziner und auch nicht gerade jemand, der Blut sehen kann. UND ein großer Sorgenmacher. Der mich umsorgt wie kein Zweiter und mit Liebe überschüttet, den ICH aber oft beruhigen muss, wenn es um Ängste vor z.B. Nebenwirkungen, Überstimu, Punktionen, Anästhesie, Medikamentenwirkungen....... geht. Was umso mehr Kraft kostet, wenn ich eigentlich der Part bin, der beruhigt werden will. Wenn er sagt "Du wirst das schon richtig entscheiden, du bist ja der Doc". Haben solche oder ähnliche Dinge auch andere von euch erlebt? Evtl. auch in anderen Beziehungskonstellationen? Wie geht ihr damit um?
- Stichwort Medi-Einnahme/Compliance. Einfach selber noch was dazunehmen, weil man ja dank Arztstatus viel leichter rankommt, eigentlich auch gut bescheid weiß über Risiken und Nebenwirkungen und vielleicht die Chancen steigern könnte, obwohl der Doc die Maßnahme (noch) nicht für nötig hält? - - - z.B. stehe ich gerade einen Tag vor meiner ersten PU bei IVF, und will eigentlich ab/kurz vor Transfer gern Clexane und/oder ASS (oder Trental? hmmmm....) versuchen, weil ich meine Einnistungschance ja damit steigern KÖNNTE - mein (wirklich entspannter, cooler) Doc meint, das brauchts nicht, wir versuchen erst einmal so - aber ich will doch keine Chance vergehen lassen, noch dazu wo doch bei Endo jeder Fehlversuch mit nachfolgender Blutung alles noch schlimmer macht... Soll ich einfach selber handeln? Kennt ihr auch solche Beispiele und wie habt ihrs gehalten?
-Ergänzende/Naturheilkundliche Therapien - ich bin ja ein Verfechter der Theorie "Wer heilt, hat recht" und bin überzeigt, dass alle Herangehensweisen an die Kinderwunschproblematik ihre Berechtigung haben - ich selbst habe es auch mit TCM/Akupunktur, Heilkräutertees versucht, kann mich aber z.b. zu Homöopathischen Mitteln einfach nicht durchringen, weil mein Verstand dazwischenpfuscht und sagt "Bringt doch eh nix"... Meinungen dazu aus dem Medivolk? Erfahrungen? Man will ja nichts unversucht lassen, aber das blöde Medizingehirn ist so auch Rationalität getrimmt...
Ich würde mich total freuen, von anderen "Spezialfällen" bzw. "Problempatienten" dieser Art zu hören und sich ein bisschen extra-Support geben zu können, stelle ich mir echt schön vor!
Alle anderen sind natürlich herzlich eingeladen sich auch zu o.g. Themen zu äußern! Besonders die, die eine künstliche Befruchtung vor oder schon hinter sich haben (eine EZS-Behandlung kann ich mir jetzt gut vorstellen).
Ich wollte einfach mal abchecken, ob ich hier in dieser einen Hinsicht allein bin oder nicht.
Generell möchte ich an dieser Stelle aber noch mal eines loswerden:
Ich bin auf verschiedenen Foren seit fast zwei Jahren stille Leserin, und habe bisher schon so viel Kraft aus den Foren gezogen.
LG,
WabiSabi