Re: Frauenartz in Raum München gesucht!!!!! Help!!!
Hallo akuta,
habe dir eine PM geschickt ![]()
Grüße
von Josi
Re: Frauenartz in Raum München gesucht!!!!! Help!!!
Hallo akuta,
habe dir eine PM geschickt ![]()
Grüße
von Josi
Re: Gibt es bei Euch was neues?
Ein Vögelchen hat mir zugezwitschert, daß hier Däumchendrücken grad erwünscht sind ![]()
Liebes Ralfinchen, toitoitoi und alles Gute für dich
:zustimm: :zustimm: :zustimm: :gut: :gut: :gut: :zustimm: :zustimm: :zustimm:
von Josi
Re: Was kann ich noch tun, dass unser Kleiner nicht meht spuckt(kötzelt)?
Liebe Enia,
wie schön, wieder von dir und eurem kleinen Felix zu hören :-). Super, daß nach eurem schwierigen Start jetzt alles so gut läuft :-).
Das wollte ich dir eigentlich nur sagen, denn für dein Problem hab ich leider keine Lösung. Unsere Prinzessin hat eigentlich nie gespuckt, hat aber auch nur kleine Mengen Mumi, dafür manchmal alle Stunde, zu sich genommen
.
Habe aber mal von unserem Kinderarzt zu einer anderen Mama bezüglich spucken sagen hören, daß bei manchen Neu-Erdenbürgern der Magenpförtner noch etwas zu eng wäre, daß sich das aber bald auswachsen würde ?
Tut mir leid, daß ich dir nicht weiterhelfen kann, aber bestimmt hat noch eine andere Glückliche Mama hier einen Tip ![]()
Euch weiterhin alles Gute
Grüße von Josi
Re: Liebe Valencianerinner - Warum die "Pille" ?
Liebe Nautilus,
erst mal ein dickes Lob zu deinem Entschluß, deine Erfahrungen und Eindrücke hier weiterzugeben. Von solchen Frauen lebt ein Forum wie dieses hier !
Und dann hast du ja, wenn auch etwas versteckt, etwas POSITIVES hier berichtet. Dann also HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur erfolgreichen Behandlung, und wir erwarten mit Interesse deinen vollständigen Bericht ;-).
Danke für die Auskünfte, den Einsatz der Pille kannte ich eigentlich nur aus meiner KiwuZeit mit "eigen"Versuchen, eben um die Eierstöcke zwischendurch mal ruhigzulegen oder wie du schreibst, um Zystenbildung zu verhindern.
Ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Vorbereitung auf den Transfer reibungslos hinzukriegen, könnte man sagen ?
Und du mußtest vier Packungen nehmen? Wie war das denn mit Schmierblutungen, hattest du da keine unangenehmen Nebenwirkungen in der doch etwas langen Einnahmezeit? Ist aber jetzt auch egal, wenn sich der Erfolg ein stellt, ists einem ziemlich wurscht, wie man es letztendlich geschafft hat ![]()
Liebe Hope,
ui, noch eine Valencianerin , schon mitten in der Heißen Phase
. Du bist ja wirklich bald dran, wenn du Ende September dann schon mit der Deca-Spritze anfangen kannst, dann könnte dein Transfer im Oktober noch stattfinden, oder?
Ich glaube, das IVI macht das jetzt so step by step, erst wenn die erste Hürde, sprich der erste US gemacht ist, melden sie sich wieder mit den neuen "Anweisungen " ;-).
Ich fände es auch schön, wenn man hier zusammen Daumendrückenund sich pampern lassen kann
. Beistand von Mitstreiterinnen ist ganz wichtig :-).
Also halte uns mal auf dem laufenden, sobald es ernst wird bei dir.
Euch noch ganz lieben Dank und alles Gute,
bis bald
Hallo ,
Ich hab heute den "Behandlungsplan" per mail erhalten, darin heißt es, ich soll vorab zwei ! Pillenpackungen Yasmin oder so ähnlich einnehmen, bis zum 18. Tag der zweiten Packung. Dann soll ein US durchgeführt werden, und erst dann gibts die übliche Decaspritze.
Irgendwie kann ich da jetzt keinen Sinn drin entdecken. Da das wie ich vermute, bei euch, die neueren Datums dort in Behandlung waren bzw. sind auch so verabreicht wurde, wollte ich euch bitten, mir auf die Sprünge zu helfen. Seit wann gibts das denn und wozu ist es, vom Behandlungsablauf her gesehen gesehen, von Nutzen ?
Und wozu soll da am 18. Tag der Pilleneinnahme die SH gemessen werden? Hattet ihr da irgendwelche besonderen Ergebnisse? Hmmm, grübel......muß mich da wohl erst wieder reindenken ![]()
Würde mich über eine Antwort sehr freuen ![]()
Herzliche Grüße und vielen Dank
Re: Cortison
Darf ich mich an die Frage von lisi bezüglich des Cortisons auch anschließen?
Würde mich auch sehr interessieren, dankeschön ![]()
Herzliche Grüße
von Josi
Re: Eizellen spenden
Ich wollte jetzt natürlich nicht in dich dringen, das waren nur die Aspekte, die mir so auf Anhieb durch den Kopf gegangen sind, als ich dein Posting las.
Sicher ist es ein nicht alltäglicher Weg, und ich wünsche euch viel Kraft bei eurer Entscheidungsfindung und viel Glück bei der Umsetzung eures Vorhabens ![]()
Liebe Grüße
von Josi
Re: Eizellen spenden
Hallo Sally,
von der Gesetzeslage her ist es wohl so, daß in den westeuropäischen Zentren sowie in den östlichen Ländern die Eizellspende anonym ablaufen muß, d.h., es kann keine eigene Spenderin mitgebracht werden. Ob es evtl. kleinere Praxen gibt, die es möglich machen, bleibt wohl einer Einzelnachfrage vorbehalten.
Von Belgien weiß ich, daß eine eigene Spenderin mitgebracht werden kann, allerdings dachte ich - tschuldige, Penti, möglich, das mein Wissensstand nicht der Neueste ist ? - daß dort die Polspende gehandhabt wird, d.h., jeder bringt eine Spenderin mit, und erhält dann aus diesem wiederum anonymen Pool eine Spende zurück. Aber wie gesagt, gut möglich, das es in anderen Kliniken anders gehandhabt wird.
Dazu wissen evtl. unsere Experten Ines und Chris etwas mehr ? ![]()
Auf dich käme eine Hormonstimulation zu, die aber bei gut dosierter Medikamentation gut verträglich ist, sowie die Punktion der gereiften Eizellen.
Welchen Aspekt ich aber eigentlich eher bedenken würde :
Sollte aus dieser EZSpende tatsächlich ein Kind entstehen, wäre es ja genetisch deines. Würdest du mit dem Kind in Kontakt bleiben wollen? Würdest du wissen wollen, wie es aussieht, wie es heranwächst, wie es ihm ergeht ? Würdest du versucht sein, einzugreifen, wenn die Werte- und Erziehungsvorstellungen der Eltern sehr von deinen abweichen und du dir Sorgen um das Kind machen würdest?
Würdest du dich zum Stillschweigen verpflichten und das Kind nicht als deines sehen, oder wäre da immer die Tatsache im Raum, das dein Kind/er sozusagen Halbgeschwister haben werden? Wie wird dein Mann oder Partner die Sache sehen und auf Dauer damit umgehen können?
Ich finde fast, die Fragen, die über das rein körperliche "Abgeben" einer Eizelle hinausgehen, sind die wichtigeren für die Zukunft....
Liebe Grüße
von Josi
Re: Ich bin neu und habe Fragen zur EZS
[quote author=lisi link=topic=2848.msg22442#msg22442 date=1154361262]
Hast du schon eine Antwort auf deine Anfrage an Pronatal bekommen? Ich noch nicht, und ich denke, sie schreiben auch nicht so gern zurück auf solche Fragen. Ich habe eben im Pronatal Ordner gelesen, dass der mail Kontakt erst sehr gut funktioniert, wenn eine Spenderin für einen gefunden worden ist. Tja,....macht nix. Es würde mir eben nur ein gutes Gefühl geben, wenn sie einen nicht vergessen. Aber weißt du, ich habe mich jetzt schon so auf November eingestellt. Wenn der Anruf früher kommt, freue ich mich umso mehr.
Übrigens, es stehen sehr viele interessante Sachen im Pronatal Ordner hier im Forum drinnen, da könntest du mal reinschauen. :wink: :wink:
[/quote]
Hallo lisi,
von dir habe ich ja schon lange nix mehr gehört ;-).
Hast du denn in der Zwischenzeit eine Nachricht aus Prag erhalten? Es würde einen ja so beruhigen .....;-)
Aber auch wenn noch nicht - vergessen wird man sicher nicht, es würde halt helfen, die Wartezeit abzukürzen ![]()
Alles Gute
von Josi
Re: Kryotransfer?
Hallo Ute,
des öfteren habe ich schon an dich gedacht ;-).
Hast du dich denn jetzt schon für eine bestimmte Vorgehensweise entscheiden? Konntest du nochmal mit einer Fachperson vom IVI sprechen, um deine Zweifel abzuklären?
Dann wird es ja wohl bald mit der Vorbereitung losgehen können, ich wünsch dir alles Gute und viel Glück ![]()
Herzliche Grüße
deine Josi
Re: Mir bricht fast das Herz jedesmal wenn sie weinen oder schreien müssen
Liebe sasuna,
ja, mit zweien ist es zwar doppelt schön
, aber manchmal auch doppelt schwierig, hm?
Was ich in dem Zusammenhang ja sehr interessant finde, wie ausgeprägt doch die kleinen Persönlichkeiten sind, obwohl doch die gleiche Bauchzeit, das gleiche Geburtserlebnis, die gleiche Betreuung - und jedes Baby entwickelt sich anders bzw. hat andere Bedürfnisse. Das hat auch Manda schon sehr anschaulich geschildert, wie ihre Zwillis unterschiedliche Charakteristiken und Vorlieben haben ;-).
Also erstmal Glückwunsch zu deinem Andreas. Er scheint ein unkompliziertes Kerlchen zu sein, und völlig zufrieden mit seinem Platz im gemeinsamen Schlafzimmer.
( Übrigens finde ich es toll, das beide ím Gemeinschaftsschlafraum nächtigen. Immer wenn ich höre, das ein kleines Baby allein in "seinem" Zimmer schlafen muß, kommt mir die SIDS-Statistik in den Kopf, die besagt, das die meisten kleinen Babys allein in ihrem Zimmer gestorben sind, abgesehen davon gottseidank sind deine auch schon aus der Gefahrenzeit heraus.)
Deine kleine Viktoria würde ich sagen, ist halt ein Kind mit starken Bedürfnissen.
Sears schreibt dazu : Jedes Kind wird geboren mit einem bestimmten Grad an Bedürfnisstärke und der Möglichkeit, diese Bedürfnisse mit seinen Signalen auszudrücken.
Wie du ja in deinem interessanten Vortrag zum Thema schlafen geschrieben hattest, ist es das normalste von der Welt, wenn ein Baby - grade nachts, die in seinen Genen als gefährlichste Zeit überhaupt festgelegte - Körperkontakt, Wärme und Nähe braucht.
Die Natur hat in zwei Millionen Jahren die Säugetieraufzucht perfektioniert, Menschenbabys überlebten, weil sie gestillt und getragen wurden und die ersten Lebensmonate im ständigen Körperkontakt verbrachten.
Und genau das erwartet ein "heutiges" Baby auch und reagiert zu Recht verstört, wenn es ganz anders behandelt wird, als das in seinen Genen verankert ist.
Weil wir im fortschrittlichen 20. und 21. Jahrhundert uns von selbsternannten "Experten" vorschreiben lassen, wie wie unsere Babys zu behandeln haben, daß wir sie in großen Intervallen stillen sollen und zum Schlafen allein in ein dunkles Zimmer legen .......
Und wenn man dann wieder mal auch noch lesen muß, das der vom Baby verzweifelt mit Tränen und Weinen eingeforderte Körperkontakt von den Eltern dann endlich einmal ausnahmsweise als Große Gnade gewährt wird, mit der Hoffnung, das dieses Bedürfnis hoffentlich bald vorbeigehen möge, frage ich mich, wo die natürliche Mutter-Kind-Bindung geblieben ist.
Die gleichen klugen Experten, die heute dunkle Kinderzimmer für kleine Babys propagieren, forderten im frühen Mittelalter, das Baby mit den ersten Krabbelversuchen an Armen und Beinen in Streckverbände zu wickeln, damit es " nicht gleich dem Tier auf dem Boden herumkrieche", sondern so schnell wie möglich ein aufrechtes Wesen sein sollte.
Im 18. Jahrhundert dann mußte die Mutter beim Stillen ihre Brust weitestgehend bedeckt halten, um das Baby nicht zur Unkeuschheit zu verführen.
Da gäbe es noch 1000 Beispiele, was selbsternannte Ratgeber im Lauf der letzten Jahrhunderte bis heute alles unters Volk gebracht haben. Das würd ich auch den guten Ratgebern im Familienkreis so verklickern, wenn du mal wieder bedrängt wirst mit unerbetenen Ratschlägen.
Von daher finde ich es sehr gut, daß du dich nicht verunsichern läßt - auch grade nicht von der lieben Verwandschaft
, und vor allem das mit dem Weiterstillen ist große Klasse !!
Ich hoff, du brauchst nicht bald einen Chiropraktiker, bei den Kunststücken, die du da machst :-). Wird denn deine Kleine davon wach, weil das Brüderchen angedockt wird? Oder ist das "ihre" Zeit, zu der sie auch immer kommt? Kann es sein, daß sie die Trinkgeräusche hört, und dann kommt bei ihr auch der Saugreflex hoch?
Das der Papa da nicht gefragt ist, glaub ich dir gerne, war bei uns auch so - es gab KEINEN Ersatz für die Brust
, und in der Beziehung hat der Papa halt gar nix zu bieten....
Ich würd sagen, du machst alles richtig, und ja, es ist eine Phase
. Wie so vieles im ersten Lebensjahr ;-). Aber ein wenig kann ich dich trösten : Mein Madamchen, das noch mit 16 Monaten jede Nacht 3 -4 mal nach ihrer "mimi" geschaut hat, schläft jetzt auch schon mal 7 Stunden am Stück
- unglaublich, aber wahr. Das wird bei euch auch noch so kommen, ganz bestimmt. Bis dahin versuch dich oft auszuruhen und den wenigen zusammenhängenden Schlaf zu genießen ![]()
Bis bald und alles Gute für euch, schönen Gruß an den Papa ![]()
deine Josi
Re: Liebe Ines, alles Gute
Nachträglich, aber darum nicht weniger von Herzen :bussi:
Dir, liebe Ines,
die allerbesten Glückwünsche , Gesundheit, Glück :kleeblatt: und Gottes Segen für deine Zukunft ![]()
Liebe Grüße :flower:
von Josi
Re: Arbeiten oder zuhause bei dem/den kindern
Mädels,
das hier habe ich heute noch gefunden, ich fands ganz interessant ![]()
http://www.kindergartenpaedagogik.de/118.html
Die elementare Bedeutung von Bindungspartnern
Durch eine einfühlsame und beständige Versorgung lernt der Säugling, dass seine Äußerungen des Wohlbefindens und ebenso seine Unbehagensäußerungen innerhalb kürzester Zeit auf vorhersagbare Weise von ihm zugewandten Menschen verstanden und befriedigt werden können.
Die besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder Personen, die es ständig betreuen, wird Bindung ("attachment") genannt. Wichtig sind Zuverlässigkeit, Einfühlsamkeit und Kontinuität bei liebevoller Pflege.
Zwischen Bezugspersonen und dem Kind muss die Gelegenheit zu regelmäßigen Zwiesprachen gegeben sein. Denn nur bei Kontinuität in der erzieherischen Betreuung entsteht eine sichere Bindung.
Es gibt eine biologisch begründete Bereitschaft und Notwendigkeit zur Bindung, allerdings ist die individuelle Verwirklichung von Bindung eines Kindes an seine Bezugspersonen sehr unterschiedlich.
Auch wenn alle Kleinstkinder Bindungsverhaltensweisen (wie weinen, nachfolgen, anklammern, rufen) bei Gefahr und Angst zeigen, kann die einzelne Bindung zu Mutter, Vater oder einer anderen vertrauten Person von sehr unterschiedlicher Qualität sein.
Die erlebten emotionalen Erfahrungen mit den Bindungspersonen werden als inneres Arbeitsmodell gespeichert. Dieses Modell kennzeichnet die Erwartungshaltung, mit der das Kleinstkind in seinem weiteren Lebenslauf auf andere Menschen zugehen wird. Es steuert die Fähigkeit zur Autonomie und Selbstregulierung.
Sicher gebundene Kinder sind kooperationsbereiter, frustrationstoleranter, besitzen bessere Problemlösestrategien, sind Fremden gegenüber freundlicher und aufgeschlossener, spielen länger konzentriert, geraten seltener über Spielsachen oder soziale Angelegenheiten in Streit, lösen ihre Konflikte selbstständiger und nachhaltiger und sind häufiger Initiatoren von Gruppenspielen.
Dagegen ist eine unsichere Bindung ein Risikofaktor für das Kind. Ein relativ früh erlebter Verlust oder die psychische Unzugänglichkeit der Bezugspersonen kann zu deutlichen Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung des Kindes führen, was im späteren Lebenslauf vor allem in Belastungssituationen deutlich wird.
Voraussetzungen für eine Bindung außer Haus
Ab dem sechsten Lebensmonat bis ins dritte Lebensjahr hinein bindet sich ein Kind an einige wenige Bezugspersonen.
Sie in seiner Nähe zu wissen, ist besonders wichtig, wenn es Neues zu beobachten und zu tun gibt, wenn Unsicherheit und Angst gerade das Stimmungsbild dominieren.
Typisch für Zweijährige ist, dass sie in bestimmten Zeitintervallen zur Bezugsperson zurückkehren, um sich ihrer Anwesenheit zu versichern, damit sie weiterspielen können.
Die Situation der außerfamiliären Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren muss aus der Sicht der Bindungstheorie als mögliches Risiko gesehen werden, weil das Kleinstkind eine Trennung von seiner Sicherheitsbasis und von seinen Bindungspersonen als stressvoll erlebt, ohne dass es verstehen kann, warum ihm diese Trennung zugemutet wird.
Kommt ein Zweijähriges in Fremdbetreuung, so muss seine Erzieherin zu seiner neuen Bezugsperson in dieser Umgebung werden.
Hierzu braucht es die Hilfe der bereits vorhandenen Sicherheitsbasis. Beim Übergang von der reinen Familien- zur zusätzlichen Fremdbetreuung muss das Kind von einer seiner vertrauten Bezugspersonen begleitet und parallel von "seiner" Erzieherin eingewöhnt werden.
Am besten hat sich das individuelle Bezugspersonensystem bewährt. Jedes neu hinzukommende Kind bekommt zur Eingewöhnung "seine" Bezugsperson zur Seite gestellt, die nun - zumindest bis das Kind voll integriert ist - seine vorrangige Ansprechpartnerin und Kontaktperson ist.
Zusammen mit Mutter oder Vater führt sie das Kind in die Gruppe ein und gewinnt langsam aber sicher immer mehr an Bedeutung, während die Elternanwesenheit im Kindergarten immer unnötiger wird.
Im Beisein des Elternteils kann die Erzieherin zur feinfühligen Spielpartnerin und Trostspenderin werden. Das Kind erfährt ihre Zuneigung, Verlässlichkeit, ihre Schutzfunktion, ihre Hilfsbereitschaft und ihr Informationsangebot. So kann sie langsam als neue zusätzliche Sicherheitsbasis akzeptiert werden, die Zeit des Getrenntseins von der Familie wird dann nicht nur ertragen, sondern mit Spiel- und Erkundungsverhalten ausgefüllt.
Das setzt aber voraus, dass Elternteil und Erzieherin sich viel Zeit für ein neu einzugewöhnendes Kind nehmen müssen, denn die Eingewöhnung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Zu frühe, zu wenig vorbereitete, vom Kind ungewollte, von Erwachsenenseite jedoch geforderte Trennungen führen nicht zu einer gesteigerten Autonomie, sondern nur zu einem - auch hormonell messbaren - Stressanstieg.
Bestenfalls zeigen die Kinder keinen Protest mehr beim Abschied, was aber keineswegs bedeutet, dass sie innerlich nicht sehr erregt sein können, was man auch an der erhöhten Zahl von Automanipulationen ablesen kann.
Wichtig bei einer Trennung ist nicht nur, wer geht, sondern auch, wer bei dem Kind bleibt. Gelingt es der Erzieherin in einer durch alte und neue Bezugspersonen gemeinsam abgesicherten Eingewöhnung eine Bindung zum Kind aufzubauen, dann kann die Trennung von der Hauptperson akzeptiert werden, bald ohne Stress und ohne Trauer.
Die Trennungszeit wird dann nicht nur überstanden, sondern genussvoll erlebt. In der Eingewöhnungsphase dienen kleine Trennungen von der Mutter zum Austesten, ob der Trennungsschmerz bewältigbar ist und ob die neue Bezugsperson in der Lage ist, als vorübergehende Sicherheitsbasis zu fungieren.
Funktioniert das, kann man die stundenweisen Trennungen zu halb- oder sogar ganztägigen Trennungsphasen verschmelzen lassen.
Anzeichen für Wohlbefinden
Heute wissen wir, dass es Verhaltensmerkmale gibt, an denen das Wohlbefinden eines Kindes in der Einrichtung abgelesen werden kann, was wiederum eine Aussage über die Betreuungsqualität beinhaltet (angeregt durch Grossmann 1998).
Es weint nach der Eingewöhnungszeit (ca. ein Monat) nicht mehr beim und nach dem Abschied von der Mutter oder sucht Trost bei der Erzieherin,
es geht gern und freiwillig in die Tageseinrichtung,
es zeigt wenig "Abseits-Verhalten", d. h. es steht selten unbeschäftigt herum, wandert selten ziellos umher,
es lutscht wenig am Daumen, am Schnuller oder an einer Flasche und zeigt wenig rhythmische freudlose Bewegungen, Zupfen an Haaren oder Kleidungsstücken (Stereotypien),
es spielt konzentriert,
es spielt parallel zu Kindern oder kooperiert mit ihnen und zeigt weniger Aggression als anderes Sozialverhalten,
es spricht spontan die Erzieherin in Erwartung einer Antwort oder einer freundlichen Interaktion an,
es erwartet von der Erzieherin Hilfe
es weiß, dass die Erzieherin Streit schlichten und Konflikte lösen kann
es kann bei Vermittlung der Erzieherin teilen oder abwechseln,
es freut sich, lacht oft und weint selten,
es muss nicht um die Aufmerksamkeit der Erzieherin buhlen,
es besitzt eine altersgemäße Frustrationstoleranz und kann warten.
Sollte ein Kleinstkind nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase und trotz vermehrter Zuwendung durch Erzieherin und Mutter einige dieser Kriterien nicht erfüllen, was klar bedeuten würde, dass es sich nicht wohl und sicher fühlt, ist es ratsam, für dieses Kind nochmals die Betreuungssituation zu überdenken und nach einer individuell geeigneteren Lösung zu suchen.
Literatur
Bensel, J. (1994): Bevorzugte Interaktionspartner bei Kleinstkindern - Beobachtungen in der Krippe, Psychologie in Erziehung und Unterricht 40, 81 - 93.
Bensel, J. (1999): Vertrauen schaffen von Anfang an. Wie eine gute Eingewöhnung gelingen kann, ZeT - Zeitschrift für Tagesmütter und -väter (1), 8 - 10.
Grossmann, K. (1998): Gute Gruppenbetreuung für Kinder unter drei, Frühe Kindheit 1 (3), 4 - 12.
Grossmann, K., Grossmann, K. E. (1998): Bindungstheoretische Überlegungen zur Krippenbetreuung, S. 69 - 81 in Ahnert, L. (Hrsg.): Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren - Theorien und Tatsachen. Bern, Hans Huber.
Haug-Schnabel, G., Bensel, J., Kirkilionis, E. (1997): Mein Kind in guten Händen, Freiburg, Herder.
FVM — Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen
Die "Freiburger Säuglingsstudie" zur frühkindlichen Entwicklung→ finanziert durch die FVM
Schwerpunkt der Studie war die Analyse des frühkindlichen Schreiens und dessen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme und der Entwicklung des Schlaf–Wach–Rhythmus.
103 Mütter wurden im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen dafür gewonnen Verhaltensprotokolle ihres Säuglings in den ersten drei Lebensmonaten anzufertigen.
Anschlieβende Interviews mit den Müttern dienten der Erfassung möglicher Einflussvariablen: Fragen zur Schwangerschaft, zur Entbindung, zum Aufenthalt im Krankenhaus, zur Erkrankung des Säuglings in den ersten drei Monaten, zum Füttern, zur Schlafsituation, zum elterlichen Rhythmus, zur väterlichen Präsenz, zum Entlastungsbedürfnis der Mutter, zur verbrachten Zeit auβerhalb der Familie, und zum Umgang mit der Unruhe.
Insgesamt konnte bis zu einem Drittel der Schreivarianz durch kulturabhängige Betreuungsfaktoren erklärt werden (insbesondere verschiedene Aspekte des Stillens), was die Hypothese bestätigt, dass moderne Betreuungspraktiken z. T. deutlich entfernt vom evolutionsbiologischen Modell sind und einen Beitrag dazu leisten, das Schreien in seiner Dauer zu steigern.
Bensel, J. (2002). Steinzeitbabys im Atomzeitalter – Auswirkungen der fehlenden Passung zwischen biologischen Bedürfnissen und neokulturellen Umwelten. In K. W. Alt, A. Kemkes–Grottenthaler (Hrsg.), Kinderwelten. Anthropologie – Geschichte – Kulturenvergleich (S. 25–40). Köln: Böhlau.
Bensel, J. (2003). Was sagt mir mein Baby, wenn es schreit? Wie Sie Ihr Kind auch ohne Worte verstehen und beruhigen können. Ratingen: Oberstebrink.
dazu :
http://www.liga-kind.de/pages/bensel101.htm
Individuelle Unterschiede und kulturabhängige Betreuungspraktiken
Große Unterschiede finden sich jedoch in der absoluten Schreidauer von Säugling zu Säugling bzw. von Kultur zu Kultur.
Bereits in der ersten Lebenswoche zeichnet sich ab, ob das Neugeborene in seinem späteren Leben zu den ruhigeren Babys, zu den durchschnittlichen oder gar zu den exzessiven Schreiern gehören wird; letztere schreien mindestens drei Stunden am Tag und dies mindestens drei Tage in der Woche, mindestens drei Wochen lang.
Die Unterschiede sind z. T. im Kind selbst angelegt, z. B. in Form einer verringerten Selbstregulationsfähigkeit, z. T. sind sie umweltbedingt, wobei die Betreuungspraktiken dabei eine wichtige Rolle spielen, dies zeigt auch der Kulturenvergleich.
In solchen Kulturen, in denen die Betreuung des Babys noch sehr traditionell verläuft, sind die Schreidauern wesentlich geringer, in Teilen Afrikas, Asiens, aber auch in nordeuropäischen Ländern wie Dänemark, besteht eine hohe Bereitschaft, prompt auf das kindliche Schreien zu reagieren, zudem werden die Babys häufig gestillt, ohne Einhalten irgendwelcher Stillpläne, sie haben sehr viel Körperkontakt, werden häufig mit Tragetüchern o. ä. herumgetragen und schlafen am Körper der Mutter ein.
Die Angst, das Baby zu verwöhnen, besteht nicht.
Studien haben zeigen können, dass das Schreien vor allem zur Zeit seines Maximums durch vermehrtes Tragen und gesteigerte Responsivität reduziert werden kann.
Ursprüngliche Betreuungspraktiken sind jedoch kein Allheilmittel. In einigen Studien an Schreibabys verringerte vermehrtes Tragen die Unruhemenge nicht. Tragen lässt sich nicht wie ein Medikament verordnen und führt nach "Einnahme" zu der gewünschten Wirkung, es muss ein stimmiges und gewolltes Moment einer alternativen Betreuungskultur sein.
Betreuungspraktiken können einen Teil des vermehrten Schreiens in unserer westlichen Kultur erklären, aber nicht alles.
Bensel, J. (2003). Frühe Säuglingsunruhe – Einfluss westlicher Betreuungspraktiken und Effekte auf Aktivitätsmuster und biologischen Rhythmus. Berlin: VWB.
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Re: @@@ Welche Ärzte / Kinderwunschpraxen/ in welche Städte/@@@
Hallo,
wie manda schon sehr richtig geschrieben hat, wäre kein Arzt darüber erfreut, seinen Namen in Verbindung mit Eizellspende hier zu lesen.
Guck doch mal das EmrySchG an:
Gesetz zum Schutz von Embryonen (Embryonenschutzgesetz - ESchG)
Vom 13. Dezember 1990
Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen:
§ 1
Mißbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. auf eine Frau eine fremde unbefruchtete Eizelle überträgt,
2. es unternimmt, eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt,
3. es unternimmt, innerhalb eines Zyklus mehr als drei Embryonen auf eine Frau zu übertragen,
4. es unternimmt, durch intratubaren Gametentransfer innerhalb eines Zyklus mehr als drei Eizellen zu befruchten,
5. es unternimmt, mehr Eizellen einer Frau zu befruchten, als ihr innerhalb eines Zyklus übertragen werden sollen,
6. einer Frau einen Embryo vor Abschluß seiner Einnistung in der Gebärmutter entnimmt, um diesen auf eine andere Frau zu übertragen oder ihn für einen nicht seiner Erhaltung dienenden Zweck zu verwenden, oder
7. es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen menschlichen Embryo zu übertragen.
(2) Ebenso wird bestraft, wer
1. künstlich bewirkt, daß eine menschliche Samenzelle in eine menschliche Eizelle eindringt, oder
2. eine menschliche Samenzelle in eine menschliche Eizelle künstlich verbringt,
ohne eine Schwangerschaft der Frau herbeiführen zu wollen, von der die Eizelle stammt.
(3) Nicht bestraft werden
1. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1, 2 und 6 die Frau, von der die Eizelle oder der Embryo stammt, sowie die Frau, auf die die Eizelle übertragen wird oder der Embryo übertragen werden soll, und
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 7 die Ersatzmutter sowie die Person, die das Kind auf Dauer bei sich aufnehmen will.
(4) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 6 und des Absatzes 2 ist der Versuch strafbar
Ein Arzt kann bei einem Verfahren sogar seine Zulassung verlieren, von der evtl. Gefängnisstrafe ganz zu schweigen. Daher ist es sicher besser, die Namen der begleitenden Ärzte als pm weiterzuleiten und auch in der Praxis erst mal vorsichtig anzufragen, bzw. wie manda schrieb von einem Kryozyklus im Ausland sprechen - auf alle Fälle gegenüber der Sprechstundenhilfe.
Frag doch einfach mal konkret nach einem Arzt aus deiner Umgebung
.
Grüße
von Josi
Re: Erhöhter Prolaktinspiegel
Sehr geehrter Herr Dr. K. ,
darf ich mich an die Frage von Aliena noch kurz anhängen
?
Mein KiwuDoc meint, der Wert wäre an und für sich unbedenklich, wäre aber bereit, mir Prolaktinhemmer zum Absenken des Wertes zu verschreiben.
Würden Sie das befürworten? Bis zur EZS sind es noch gute 6 Wochen.
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen und danke Ihnen bereits sehr für Ihre Mühen ![]()
Herzliche Grüße
von Josi
Re: Iska hat sich durchgekämpft
Liebe Rebecca,
wie schön das zu lesen ![]()
Ich freue mich sehr für euch, genießt eure Famile und den "Zuwachs" in vollen Zügen.
Ich wünsch euch alles alles Gute und viel Freude an euerer kleinen Prinzessin ![]()
Ganz liebe Grüße
von Josi
Re: Geschäftemacherei oder Goldquelle ezs
Sasuna,
ich habe heute wegen des gen-ethischen Dienstes recherchiert, und bin dabei zufällig auf diese Seite gestoßen:
Zum GID-Online-Archiv - Inhaltsverzeichnis
Zum Inhaltsverzeichnis GID 164
Gen-ethischer Informationsdienst (GID) 164
Juni/Juli 2004 (20. Jahrgang - ISSN 0935-2481)
(Der GID ist nur in Auszügen abrufbar. Die vollständige GID-Ausgabe kann als Printversion für 6,50 Euro zzgl. Porto bestellt werden bei:
Gen-ethisches Netzwerk (GeN), Brunnenstraße 4, 10119 Berlin, Tel. 030/685 70 73, Fax 030/684 11 83, e-Mail: gid@gen-ethisches-netzwerk.de)
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Auszug aus dem Schwerpunkt EU-Erweiterung:
Polen: Zwischen Kirche und globalem Markt (Heidi Hofmann)
Weitere Artikel aus dem Schwerpunkt sind nur in der Printversion zu lesen:
Blühende Genlandschaften (Gabriele Lesser)
Designpflanzen - mit Hilfe von US-Dollars (Bernhard Pötter)
Ein Symbol des Genom-Zeitalters wankt (Joachim Müller-Jung)
Bulgarien: Zwischen allen Stühlen (Svetla Nikolova)
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Polen: Zwischen Kirche und globalem Markt (S.8)
Obwohl die Reproduktionstechnologien in Polen seit über 20 Jahren angewendet werden, findet eine breite Debatte über die ethischen Probleme nicht statt. Die öffentliche Auseinandersetzung konzentriert sich auf den Schwangerschaftsabbruch. Doch auch in anderen Bereichen der Reproduktionsmedizin besteht eine widersprüchliche Situation, die dringend nach Entscheidungen verlangt.
Heidi Hofmann
Zum Anfang "Schwerpunkt"
Zum Inhaltsverzeichnis GID 164
In Polen geht der Kinderwunsch bei jedem vierten bis fünften Paar nicht auf natürliche Weise in Erfüllung. Diese Zahl nennt die Selbsthilfeorganisation Nasz Bocian ("Unser Storch"). Nasz Bocian ist ein Verein, der die Interessen kinderloser Paare vertritt und unter anderem Informationen über die künstliche Befruchtung zur Verfügung stellt.(1) Für diese 20 bis 30 Prozent der polnischen Paare, die Schwierigkeiten haben, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen, gilt die WHO-Definition, nach der Unfruchtbarkeit als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt wird. Verfolgt man die Fachliteratur, dann stößt man aber auf eine polnische Besonderheit: Viele Ärzte, Juristen und Theologen setzen Unfruchtbarkeit mit "ehelicher Unfruchtbarkeit" gleich. Eine öffentliche Diskussion, ob lesbische Frauen oder Alleinstehende Zugang zu reproduktionstechnischen Maßnahmen bekommen, muss somit gar nicht erst geführt werden. Denn dieser Logik zufolge können Unverheiratete nicht unfruchtbar sein.(2)
Reprozentren: Ein unreguliertes Geschäft
Eigentlich dürfte die künstliche Befruchtung in Polen ja ohnehin kein Thema sein: Schließlich sind über 90 Prozent aller Polen katholisch getauft. Bekanntlich verwirft der Papst die Reproduktionstechniken mit der Begründung, menschliches Leben solle nicht durch Menschenhand, sondern auf natürliche Weise entstehen. Doch hier stoßen wir auf ein polnisches Paradox. In Umfragen beurteilt über die Hälfte der befragten Personen die neuen Gen- und Reproduktionstechnologien als "positiv" und befürwortet ihre Verwendung. Nach jüngsten Berechnungen entscheiden sich circa 2000 Paare jährlich für eine künstliche Befruchtung. Das heißt, es ist eine Tatsache, dass der große Teil der polnischen Katholiken im Bereich von Sexualität und Fortpflanzung Gebote und Verbote der Kirche in dieser Hinsicht nicht befolgt.
Frauen können sich in Bialystok, Bydgosz, Bytom, Posen, Warschau, Stettin oder Lodz behandeln lassen. Insgesamt gibt es in Polen 24 Zentren, die Reproduktionsmedizin anbieten: Sechs davon sind staatliche Kliniken beziehungsweise Hochschulzentren und 18 private Zentren.
Ein Beispiel ist die Klinik "Novum" in Warschau. Das Ehepaar Lewandowski praktiziert hier seit 1994. Piotr Lewandowski erzählt, dass er sich berufsmäßig regelmäßig in den USA aufhält und auch amerikanische Kundinnen nach Warschau kommen.(3) Grund dafür könnten niedrige Preise sein: In Polen bezahlen Frauen circa 5000 10 000 Zloty, das sind 1100 - 2200 Euro für die Behandlung. Damit sind die Kosten wesentlich geringer als in den USA. Eine Erstattung durch die Krankenkassen gibt es in Polen allerdings nicht.
Das Geschäft in der Klinik Novum boomt: An den Wänden hängt neben Bildern der mit Reproduktionstechniken produzierten Babies auch der Plan der derzeit neu entstehenden Klinik. Jeder Gynäkologe in Polen kann reproduktionsmedizinische Eingriffe durchführen. Es muss keine besondere Qualifikation nachgewiesen werden, es ist keine Registrierung erforderlich, und die Ärzte sind nicht verpflichtet, dem Landesregister ihre Eingriffe zu melden. Zwar gibt es Fachzeitschriften, in denen die Reproduktionsmediziner ihre IVF- und ICSI- Anwendungen (Intracytoplasmatische Spermainjektion), die Übertragung von Eizellen, die Erfolgsrate und das Einfrieren von Embryonen offen legen. Ein realistisches Bild vermitteln diese Zahlen aber nicht, und die existierenden Datenbanken haben wenig mit gängiger Praxis und Realität zu tun. Denn es gibt Zentren, die nicht bereit sind, ihre Daten zu veröffentlichen und anonym bleiben wollen. Anzunehmen ist, dass eine große Dunkelziffer und eine Grauzone existieren. In manchen Kliniken unterschreiben junge Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, dass sie damit einverstanden sind, wenn ihnen zehn oder mehr Eizellen entnommen werden, und dass sie bereit sind, diese als Spende zur Verfügung zuzustellen. Es werden zwei Embryonen bei Frauen unter 35 Jahren und drei bei Frauen höheren Alters übertragen. Alle gewonnenen Eizellen werden in Polen befruchtet. Wo verbleiben diese Embryonen?
Welche Techniken die Reproduktionsmediziner anwenden, mit welchen sozialen Situationen sie dabei konfrontiert werden und unter welchen Bedingungen - Fragen wie diese erstaunen. Niemanden scheinen sie zu interessieren, keiner will es wissen, niemand kontrolliert.
Fehlende Kontrollen
Obwohl in Polen die fundamentalen Probleme der Bioethik einer unverzüglichen Diskussion und Entscheidung bedürfen, gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, was erlaubt und was verboten ist. Was es gibt, sind erste Entwürfe: So gab es 1986 erstmals einen Versuch, die heterologe künstliche Befruchtung (also die Befruchtung mit Spendersamen) zu regeln. In dem Dokument vom 13. März 1986, das zusammen mit der Gesetzesvorlage für Medizinberufe erschien, heißt es, eine künstliche Befruchtung dürfe nur an einer verheirateten Frau durchgeführt werden, und nur unter der Bedingung, dass beide Ehepartner schriftlich zustimmen. Eine weitere Gesetzesvorlage wurde 1996 von der Polnischen Gynäkologiegesellschaft erarbeitet. Ihre Aufgabe war es, eine sachliche Grundlage für Rechtsnormen in Bezug auf die neuen Gen- und Reproduktionstechnologien zu erarbeiten. In dem Dokument sind Vorschriften enthalten, die die künstliche Insemination (Besamung) und die Eizellspende betreffen. Außerdem heißt es, dass einer Frau nicht mehr als drei Embryonen implantiert werden dürfen.
Bisher ist der Polnische Ärztekodex das Dokument, das in Bezug auf den Umgang mit Embryonen die wichtigsten Aussagen trifft. Dabei handelt es sich um ein seit 1991 bestehendes Dokument, das von der Standesvertretung der Ärzte (Ärztekammer) beschlossen wurde. In Bezug auf die neuen Gen- und Reproduktionstechnologien enthält er ganz allgemeine Vorschriften wie Verantwortungsgefühl und Aufklärungspflicht.
Seitdem gab es zahlreiche Novellierungsvorschläge. An ihnen kann die Auseinandersetzung zwischen konservativen und liberal denkenden Ärzten nachvollzogen werden. Der neueste Versuch, die Legalität der Gen- und Reproduktionstechnologien zu regeln, wurde im Jahre 2003 gemacht. Den Autoren ging es darum, die Pränataldiagnostik und künstliche Fortpflanzungsmethoden in Übereinstimmung mit den Vorstellungen der römisch-katholischen Kirche zu regeln. Konkret wurde eine restriktive Handhabung von Pränataldiagnostik, In-vitro-Fertilisation etc. gefordert, bis hin zu der Forderung, dass pränatale Untersuchungen und die künstliche Befruchtung ganz aus dem Katalog der ärztlichen Maßnahmen gestrichen werden sollen.
All diese Vorschriften sind niemals rechtsgültig geworden. Der Reproduktionsmediziner Marian Szamatowicz bringt die derzeitige Lage auf den Punkt: "Wenn eine Behandlung nicht verboten ist, dann ist sie erlaubt." Das heißt, Ärzte haben einen sehr weiten Spielraum und große Macht. Wen sie befruchten, bis zu welchem Alter sie Frauen Eizellen implantieren, wieviel sie dafür kassieren, alles ist ihre individuelle moralische Entscheidung.(4)
Kirche im Konflikt
Wäre da nicht die Kirche, der Papst. Im Gegensatz zu dem nicht vorhandenen "weltlichen" Recht gibt es ein "göttliches Recht." Und die göttlichen Gesetze sind in Polen eindeutig. Die Enzyklika "Evangelium vitae" gilt als grundlegendes Dokument des päpstlichen Lehramtes zur Bioethik. Johannes Paul II. verurteilt darin mit Schärfe und in aller Deutlichkeit die reproduktionstechnischen Methoden.
Wie gehen polnische Mediziner mit diesem Dilemma um? Zwei Beispiele: Als Pioniere der Reproduktionsmedizin machten sich in Polen Marian Szamatowicz und Izabela Jaruga-Nowacka einen Namen. Marian Szamatowicz gilt als der "Vater" des ersten im Labor gezeugten Babies in Polen. In seiner Klinik in Bialystok, einer Stadt im Nordosten des Landes, wurden zum ersten Mal Reproduktionstechniken angewendet. In dem Institut für Geburtshilfe und Gynäkologie der Hochschule für Medizin wurde am 12. November 1987 das erste Retortenbaby geboren. Eigentlich müsste sich Marian Szamatowicz, der unfruchtbaren Paaren hilft, den göttlichen Groll zuziehen. Aber, und das erzählt er mit Schalk in den Augen, er praktiziert in Bialystok, und da ist das Wort Gottes nicht eindeutig. In Bialystok sind 50 Prozent der Gläubigen orthodox, 50 Prozent römisch katholisch getauft. Der katholische Erzbischof erklärt, die künstliche Befruchtung sei nicht im Sinne Gottes. Der orthodoxe Erzbischof erklärt, sie stünde in Übereinstimmung mit Gottes Wille.
Trennung zwischen Staat und Kirche
Man muss Polen kennen, um zu verstehen, warum der Frauenrechtlerin Izabela Jaruga- Nowacka eine Schlüsselrolle zukommt. Wenn Kirche und konservative Politiker in Bezug auf Schwangerschaftsabbruch, In-vitro-Fertilisation oder Pränataldiagnostik von "Mord" oder "Tötung" sprechen, dann verweist sie auf den Artikel 25 der polnischen Verfassung, in dem die Trennung zwischen Staat und Kirche festgeschrieben ist. Sie stellt sich gegen die Einflussnahme naturrechtlicher Normvorstellungen der Kirche in Politik und öffentlichem Leben. Seit Anfang Juni 2004 ist Izabela Jaruga-Nowacka designierte Vize-Ministerpräsidentin der polnischen Regierung. Zuvor war sie Gleichstellungsbeauftragte (seit 2001), im Vergleich dazu eine relativ schwache und einflusslose Position mit wenig Macht, weil es kein Gleichstellungsgesetz in Polen gibt.
Der ethischen Orientierung an Naturrechten hält Jaruga-Nowacka die Vision von Frauenrechten entgegen und fordert ein konkret von Menschen gesetztes Recht. Sie verweist auf Artikel 30 der Verfassung der Republik Polen aus dem Jahre 1997: "Die Würde des Menschen ist ihm angeboren und unveräußerlich". Jaruga-Nowacka fordert, dass "diese menschliche Würde auch Würde und Selbstbestimmung von Frauen im reproduktiven Bereich garantieren solle." Im Februar 2002 initiierte die Frauenrechtlerin die Konferenz "In-Vitro-Fertilisation im 21. Jahrhundert. Hoffnungen und Befürchtungen". Reproduktionsmediziner, Feministinnen, Juristen, Ethiker und Vertreter von Selbsthilfeorganisationen waren eingeladen. Dort thematisierte sie reproduktive Rechte, Wahlfreiheit und Autonomie in Bezug auf die Reproduktionstechnologien und setzte damit Themen auf die Tagesordnung, die auch von den rund 300 Organisationen der Frauenbewegung in Polen bisher sehr marginal behandelt wurden. Jaruga-Nowackas zentrale Forderung ist, dass alle Frauen, und nicht nur gut situierte, eine eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen ein Kind treffen können. Als einen ersten Schritt verlangte sie, die IVF in den Katalog der gesetzlichen Leistungen aufzunehmen.(5)
Mit ihrer Initiative löste Jaruga-Nowacka eine biopolitische Auseinandersetzung, quer durch politische Parteien, Verbände, Kirche, Wissenschaftsverbände und Behindertenverbände aus. Das ist für polnische Verhältnisse ungewöhnlich und stellt ein Novum dar. Denn in Polen wird zwar viel, intensiv und emotional über den Umgang mit vorgeburtlichem Leben diskutiert. Die Diskussion beschränkt sich aber auf die Kontroverse um den Schwangerschaftsabbruch: Seit die liberale Regelung des Schwangerschaftsabbruchs von 1956 geändert wurde, ist das polnische Abtreibungsrecht von 1993 eines der restriktivsten in Europa. Ein Grund, warum dieses Gesetz seit Jahren an erster Stelle des öffentlichen Diskurses steht, liegt in seiner Handhabung begründet: Die Verbote scheinen für viele wohlhabende Frauen nicht zu gelten, die einen Abbruch bezahlen können. Besonders skandalös ist die Tatsache, dass im öffentlichen Gesundheitswesen andererseits Eingriffe verweigert werden, die nach geltendem Recht eigentlich erlaubt wären. Nach polnischem Recht kann die Frau nämlich bei einem hohen gesundheitlichen Risiko für Mutter und Kind selbst entscheiden, ob sie die Schwangerschaft fortsetzen will. In der Praxis aber wird den Frauen dieses Recht oft nicht zugestanden. So kommt es, dass circa 160 legal vorgenommenen Abbrüchen 200 000 illegale Abbrüche jährlich gegenüberstehen.
Es gibt in Polen Tausende von Ärzten, die am Morgen im Krankenhaus eine Abtreibung verweigern, am Nachmittag in ihren eigenen Ärztezimmern aber eine Abtreibung durchführen. So ist auch zu erklären, dass in Polen diese Doppelmoral mit dem Zeichenwitz von Marek Raczkowski aus der Zeitschrift "Przekroj" ausgedrückt ist. Dargestellt wird eine Szene aus einem privaten Gynäkologenzimmer: "Warum so teuer, Herr Doktor?!" - fragt eine Patientin. "Weil es so eine schwere Sünde ist," antwortet der Arzt.
Dr. Heidi Hofmann hat den Arbeitsschwerpunkt Bioethik. Ende des Jahres erscheint im Centaurus Verlag ihr Buch "Biopolitik Grenzenlos. Stimmen aus Polen".
Fußnoten:
(1)Gespräch mit Piotr Palasz von der Selbsthilfeorganisation Nasz- Bocion, 14.4.2003 in Warschau.
(2)Gespräch mit der Philosophin Weronika Chanska, 29.4.2003 in Warschau
(3)Gespräch mit Piotr Lewandowski, 1.4.03. Klinik Novum in Warschau.
(4)Gespräch mit Marian Szamatowicz. 30.4.03 in Bialystok.
(5)Gespräch mit Izabela Jaruga-Nowacka am 5. Mai 2004 in Warschau
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Re: Positionspapier zur EZS
Die Autorin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Gen-ethischen Netzwerk für den Bereich Reproduktionstechnologien und wird als Fachfrau für Ausschüsse geladen.
Werke z.B.
Pichlhofer, Gabriele, Die 'Optimierung' der Fortpflanzung, in: Susanne Müller-Jantsch/Stefan Strobach (Hrsg.), GENiale Zeiten. Kontroversen Kunst und Kultur zur Gentechnologie. Bremen: YetiPress 2001.
Pichlhofer, Gabriele, Das fremde Ei. Gen-ethischer Informationsdienst (GID) Nr. 138 Februar/März 2000,16. Jahrgang.
Pichlhofer, Gabriele, Gen-ethisches Netzwerk; (Hrsg.). Grenzverschiebungen. Politische und ethische Aspekte der Fortpflanzungsmedizin. Tagungsbericht. Frankfurt am Main: Mabuse Verlag
Gen-ethischer Informationsdienst (GID) Kritisch zu Gen- und Fortpflanzungstechnik
Herzlich willkommen
auf den Internetseiten der Fachzeitschrift Gen-ethischer Informationsdienst (GID)
Hier finden Sie Auszüge aus dem aktuellen GID sowie ein umfangreiches Archiv.
Der GID befasst sich seit vielen Jahren kritisch und kompetent mit Fragen der Gen- und Fortpflanzungsmedizin. gid@gen-ethisches-netzwerk.de
Da kann ich nur dazu sagen, wie grau doch alle Theorie ist - ob sich die Frau wohl jemals Kinder gewünscht hat bzw. welche bekommen hat?
Positionen zur Gewinnung und Vermarktung von Eizellen
Ansprechpartnerin: Gabriele Pichlhofer, e-mail: pichlhofer@web.de
Die aktuelle Situation
Die Verwendung fremder Eizellen ist nach dem Embryonenschutzgesetz in Deutschland verboten; in den meisten europäischen (und außereuropäischen) Ländern ist das Verfahren nicht geregelt, wird aber angewandt. In der Diskussion um ein mögliches Fortpflanzungsmedizingesetz wird auch die Frage debattiert, ob die Eizellspende als Verfahren im Rahmen der In-vitro Fertilisation (IVF) hier zur Anwendung freigegeben werden soll. Die Verwendung fremder Eizellen ermöglicht eine Ausweitung der Indikation für eine IVF. Bereits jetzt findet ein "Befruchtungstourismus" ins europäische Ausland statt. Deutsche IVF-Zentren vermitteln Eizellspenden in Kooperation mit ausländischen Zentren.
Risiken für die Spenderin
Im Gegensatz zur Spermaspende, die seit dem letzten Jahrhundert dokumentiert ist, ist die Verwendung fremder Eizellen für die künstliche Befruchtung ein relativ neues Verfahren. 1984 wurde zum ersten Mal über die Geburt eines Kindes nach einer Eizellspende berichtet.
Anders als die Spermaspende, die keinerlei Risiko für den Spender bedeutet, ist die Gewinnung von Eizellen ein komplizierter Prozeß mit hoher Eingriffstiefe: der Körper der Spenderin wird medikamentös dazu gebracht, mehrere Eizellen heranreifen zu lassen. Diese werden der Frau dann meist ultraschallgeleitet durch die Scheide entnommen. Bei der Punktion der Eizellen kann es in einigen Fällen zu vaginalen Blutungen und Infektionen kommen. Zudem besteht das allgemeine Risiko der Anästhesie.
Die zur Stimulation verabreichten Hormonpräparate stehen im Verdacht, hormonabhängige Karzinome, wie Eierstockkrebs auszulösen. Eine "Begleiterscheinung" der Hormongaben ist das Überstimulationssyndrom. Es kann zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder zur Zystenbildung an den Eierstöcken kommen. In seiner schweren Ausprägung hat das Überstimulationssyndrom lebensgefährliche Auswirkungen. Es handelt sich dabei um ein Phänomen, das in dieser Häufigkeit überhaupt erst von Ärzten erzeugt wurde. Die gesundheitliche Belastung der Frauen bestätigen selbst einige Reproduktionsmediziner und –medizinerinnen, wenn sie vorschlagen, daß nur Frauen, die sich einer IVF-Behandlung unterziehen, als Eizellspenderinnen in Frage kommen, da es nicht vertretbar sei, daß sich gesunde Frauen diesem Risiko zum Nutzen Dritter aussetzen.
Kommerzialisierung
Durch die Nutzung moderner Medien, wie das Internet, ist die Kommerzialisierung von Eizellen kaum mehr einzugrenzen. In den USA bieten Agenturen Eizellen zu einem Preis von etwa 6000 US-Dollar an. In Anzeigen werden inzwischen bis zu 100.000 US-Dollar für eine Eizellspende geboten. Auch in europäischen Ländern findet ein Verkauf statt.
Allgemein gilt als ethischer Grundsatz, dass Körpersubstanzen, gleich ob sie regenerativen oder reproduktiven Organen entstammen, nicht bezahlt werden sollen. Aus diesem Grund wird daher auch im Fall der Eizellspende innerhalb Europas lieber von Aufwandsentschädigung gesprochen. Der Begriff der Spende impliziert die Freiwilligkeit der Entscheidung. Faktisch bedeutet dies jedoch, dass Frauen ermutigt werden, ja Erwartungen ausgesetzt sind, dass sie Teile ihres Körpers möglichst unentgeltlich bereitstellen. Der geforderte Altruismus knüpft an ein klassisches Frauenbild an: Frauen sollen ihre Ressourcen möglichst ohne materielle Erwartungen zur Verfügung stellen. Propagiert wird überdies in einigen Ländern (wie Großbritannien) der Tausch von Eizellen gegen andere Leistungen: ökonomisch schlechter gestellte Frauen erhalten gegen Abgabe der Hälfte ihrer Eizellen die IVF-Behandlung gratis. In diesem Fall kann ein inhärenter Zwang zur "Spende" aus ökonomischen Gründen nicht ausgeschlossen werden, es handelt sich um eine versteckte Kommerzialisierung. Zudem ist zu erwarten, dass Frauen stärker stimuliert werden, um eine entsprechende Anzahl von reifen Eizellen zu produzieren.
Eizellen für die Forschung
Eizellen gelten als begehrter Rohstoff, nicht nur für die Reproduktionsmedizin, sondern auch für die Forschung. Sie sind die Ausgangsbasis für: "therapeutisches" Klonen (Stammzellforschung) und "reproduktives" Klonen, die Keimbahnforschung und die Erforschung der Embryonalentwicklung (siehe hierzu auch unsere Positionen zur Embryonenforschung). Wegen der Knappheit an verfügbaren Eizellen werden inzwischen weitere Möglichkeiten erschlossen, um Eizellen zu gewinnen: die Reifung fötaler Eizellen (aus Keimzellen oder Eierstockgewebe), die Entnahme von Eierstockgewebe im Rahmen von Operationen oder posthum und die Reifung von Eizellen in vitro.
Positionen
Durch die Verwendung fremder Eizellen wird die Vorstellung propagiert, daß zur Behandlung gesundheitlicher Störungen, Ansprüche auf fremde Körperteile erhoben werden können. Besonders auf Frauen könnte damit ein ethisch begründeter Druck zur Erfüllung fremder Wünsche verstärkt werden. Als höchst problematisch erachten wir die Inanspruchnahme der körperlichen Dienste Dritter für die Erfüllung eines persönlichen Wunsches. Die Spenderin setzt sich dafür einem hohen medizinischen Risiko aus. Wir betrachten die Eizellspende als medizinethisch nicht legitimen fremdnützigen Eingriff.
Mit der Verwendung fremder Eizellen werden bis dato nicht dagewesene biologische wie soziale Beziehungen und Verwandschaftsverhältnisse geschaffen. Tiefverwurzelte Vorstellungen über die eigene Herkunft werden aufgelöst. Dies kann zu Identitätskonflikten führen. Die Überwindung von biologischen Grenzen stellt einen soziokulturellen Tabubruch dar.
Aufgrund der Knappheit an verfügbaren Eizellen für die Forschung ist nicht auszuschließen, daß Frauen durch einen finanziellen Anreiz gedrängt werden, beispielsweise im Rahmen einer IVF-Behandlung ‚überzählige‘ Eizellen für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen.
Wir sehen in der Eizellspende eine Ausweitung der IVF, die weit in soziokulturelle Werte eingreift und Frauen auf eine Rolle als reproduktive Geberinnen festlegt. Eizellen werden im Inneren des Körpers einer Frau produziert. Die Verfügbarmachung bedeutet einen weiteren Schritt hin zur Kontrolle des weiblichen Körpers und instrumentalisiert Frauen und ihre reproduktiven Fähigkeiten.
Forderungen
Wir fordern die Aufrechterhaltung des Verbotes der Verwendung fremder Eizellen für die IVF. Im Hinblick auf physiologische, psychologische und soziale Auswirkungen auf Frauen und ihre Gesundheit ist eine Zulassung der Eizellspende nicht zu verantworten. Eine Eizellspende für Forschungszwecke ist ebenso zu verbieten. Die Verfügbarmachung von Eizellen ist die Voraussetzung für eine Forschung an Embryonen, wie auch für die Keimbahnmanipulation.
Darüber hinaus fordern wir ein Verbot der Vermarktung von Eizellen. Zwar ist die Verwendung fremder Eizellen verboten, nicht aber der Handel damit.
Die Eizellspende sollte nicht isoliert betrachtet werden, vielmehr müssen die ihr zugrundeliegenden Praktiken der IVF kritisch beleuchtet und die medizinischen Risiken sowie die ethischen und soziokulturellen Implikationen wissenschaftlich aufgearbeitet und öffentlich diskutiert werden.
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