Re: The London Women's Clinic
Hallo Maddi,
Informationen über neue Kliniken sind hier immer willkommen
!
Dazu möchte ich dich gleich direkt etwas fragen, weil ich denke, daß es auch die anderen Frauen hier interessiert:
Im Beitrag " Der Eierdeal " ,
hier nochmal der link: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/545060/
liest man in einer Passage über die EZS in England, daß dort die Anonymität von Samen- und Eizellenspendern aufgehoben wurde und damit auch die Bereitschaft, Eizellen zu teieln bzw. zu spenden, deutlich nachgelassen haben. Ist das so richtig, und wie geht eure Klinik damit um ?
Das globale Geschäft mit menschlichen Keimzellen
Von Eva Schindele
Der Reproduktionsmediziner Kamal Ahuja vom Londoner Cromwell-Hospital ist der Pionier des Egg-Sharings. Eierteilen zu deutsch.
" Warum sollen sie einer komplizierten OP ausgesetzt werden? Warum sollen sie ohne Not Hormone und Medikamente nehmen, deren Langzeitfolgen wir nicht kennen? "
Beim Eggsharing gibt eine Kinderwunschpatientin, die für die eigene IVF-Behandlung hormonell vorbereitet wird, einer anderen Frau von ihren reifen Eizellen ab. Dafür bekommt die Eizellgeberin ihre eigene Behandlung umsonst oder wesentlich günstiger. Zum Vergleich: So genannte altruistische Eizellspenderinnen erhalten in Großbritannien nur maximal 250 Pfund, rund 370 € Aufwandsentschädigung.
Die Idee, dass Frauen anderen Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind etwas abgeben, hat natürlich etwas von Schwesterlichkeit und weiblicher Solidarität, die ja auch erst mal sympathisch ist. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich eine indirekte Kommerzialisierung, weil Frauen das in der Regel in Großbritannien nur machen, um entweder schneller selber auf die Warteliste zu kommen oder eben eine Behandlung bekommen, die sie sich ansonsten gar nicht leisten können. Von daher ist auch dieses "unpaid eggsharing" ein indirektes "paid eggsharing".
In Großbritannien stammen inzwischen die meisten Eizellspenden aus dem Eggsharing-Programm. Für viele ist das der Ausweg aus dem Eizellmangel. Auch deutsche Fortpflanzungsmediziner, die seit langem die Zulassung der Eizellspende fordern, halten dies für ein gutes Modell. Laura Witjens sieht dagegen das Eggsharing skeptisch. Sie ist Vorsitzende des britischen "National Gamete Donation Trust", einer Organisation, die sich für die altruistische Sperma- und Eizellspende einsetzt.
"Wenn du beim Egg Sharing nicht schwanger wirst, musst du damit fertig werden, dass du dein Leben lang kinderlos bleiben wirst - und das ist eine Trauer, die niemals endet und die andere niemals verstehen werden. Doch damit nicht genug. Du musst noch zusätzlich damit fertig werden, dass das Kind einer anderen Frau dein genetisches Material in sich trägt."
Und vielleicht, wenn es 18 Jahre alt ist, an die Tür klopft und seine genetische Mama kennen lernen will.
Denn in Großbritannien ist die Anonymität der Samenspender und Eizellspenderinnen im vorigen Jahr abgeschafft worden. Deshalb teilen Kinderwunschpatientinnen ihre Eizellen lieber mit Stammzellforschern als mit anderen Paaren. Seit neuestem wird dies auch honoriert. Die britische Aufsichtsbehörde HFEA hat dem Stammzell-Zentrum in New Castle genehmigt, Eizellen aus dem bezahlten Egg-Sharing Programm für Forschungszwecke zu verbrauchen - und zwar ohne das Ergebnis einer öffentlichen Anhörung abzuwarten.
Dieses Vorgehen trug der Aufsichtsbehörde heftige Kritik ein, zeigt aber unter welchem Druck die Stammzellforscher stehen. Vermutlich verlängert dies die Warteliste für Kinderwunschpaare weiter und noch mehr Britinnen holen sich fremde Eizellen aus Osteuropa oder Spanien und bedenken nicht, dass daraus Kinder heranwachsen, die vielleicht einmal nach ihren Wurzeln fragen.
Auszug Ende
Liebe Grüße
von Josi