Re: Zwillingschwangerenforum
Hallo zusammen,
leider muss ich mich wieder als Ghostwriter für Britta betätigen :frown: .
Sie liegt wieder mit starken Wehen seit nunmehr 9 Stunden im Kreisssaal. :flehan: :flehan:
Doch chronologisch:
Seit ca 2 Tagen nahmen ihre Beschwerden und Probleme immer mehr zu. Sprich sie konnte praktisch nicht mehr sitzen, geschweige denn stehen, ohne dass der Bauch innerhalb von 2 Minuten steinhart wurde. Gestern mittag (sprich am Sonntag) konnten wir im Verlauf von 3 Stunden Wehen alle 8 - 10 Minuten stoppen, danach noch alle 15 mins. Zu dem Zeitpunkt wollten wir noch keine "große Welle" machen, und "wegen ein paar Übungswehen" in die Klinik fahren. Nun ja geändert hätte es wahrscheinlich nichts. :stupid:
Heute (sprich Montag, 25.04.) haben wir in der Frauenklinik Villingen-Schwenningen angerufen, da sich die Wehen einfach nicht beruhigen wollten, worauf das Kommando kam, wir sollten vorbei kommen, "man könne ja mal nachschauen..." :onceldoc: :onceldoc:
Dort wurde uns nach ca. 30 mins warten mit einem sehr schweigsamen japanischen noch-nicht-ganz-Opa eröffnet, dass es ein größeres Problem gäbe.
Britta hatte deutliche Wehen, die scheinbar auch schon wieder Zervix und MuMu wirksam waren.
Das CTG zeigte teilweise alle 4-5 Minuten neue Ausschläge die bis auf 120 (ich kenne leider die Einheit nicht) hoch gingen. Glücklicherweise machte das unseren beiden nicht viel aus, denn die Herztöne waren einwandfrei.
Tja nun zum Problem:
Da Villingen über Ostern einige unerwartete Frühchen "bekommen" hat, war die gesamte Intensiv-Station belegt, und lediglich noch 1 Beatmungsbett verfügbar. Zu wenig für uns, da unsere beiden ja mit aktuell 33+4 evtl. auch noch intensiv versorgt werden müssten.
War dem Stationsarzt ziemlich unangenehm, und man sah wie er sich gewunden hat, aber am Ergebnis konnte er logischerweise nichts ändern.
Übrig blieb nur eine Verlegung in eine andere Klinik mit 2 freien Inkubatoren + Beatmungsstationen, in diesem Fall war das die Uniklinik Tübingen.
Zur Vorbereitung erhielt Britta nach einem intensiven US (GMH bei 20 mm, Mumu auf Druck schon bei 1 cm offen und sehr weich) extrem hochdosiert Wehenhemmer angehängt.
Wie beim letzten Mal auch, hat sie das Zeug nur sehr schlecht vertragen, und mit starken Kreislaufproblemen reagiert. :wall: :wall:
Als dann der Transport vom Roten Kreuz da war wunderte ich mich ein wenig, dass sie liegend und „keinesfalls mit erhöhtem Oberkörper“ transportiert werden darf, um jeglichen Druck vom Mumu zu nehmen. Naja mitfahren konnte ich nicht, da a) das eigene Auto noch da war, und b) in so einem Sanka nicht superviel Platz ist.
Folgende Zeilen gebe ich Euch jetzt aus der Erzählung von Britta wieder:
Kaum im Transporter bekam ich durch das Geschüttel und die Schläge bei Straßenunebenheiten immer stärkere Schmerzen und Wehen, die zum Schluß andauernd waren. Es war wie eine nicht enden wollende Monster-Wehe. Zum Schluß hatte ich Krämpfe in den Oberschenkeln und im Rücken vor lauter Anspannung und Schmerzen.
Der begleitende Rot-Kreuzler hat nach ca. 20 mins Fahrt auf der Autobahn anhalten lassen und einen Notarzt gerufen, da er nichts mehr tun konnte. Die Ärztin die dann kam überlegte zuerst, ob sie einen Rettungshubschrauber kommen lassen sollte, aber das hätte a) zu lange gedauert, und b) wäre während des Fluges auch keine Sicherheit gegeben gewesen.
Daher entschlossen sie sich mit Blaulicht und Notarzt die fehlenden 50 Kilometer mit Wahnsinnsgeschüttel bis Tübingen zu rasen... ich weiss nicht, wie ich diese 30 mins durchgestanden habe. Unterwegs hatte ich auch plötzlich das Gefühl, dass es warm und nass zwischen meinen Beinen wurde... (war glücklicherweise falscher Alarm) :willnicht: :willnicht: :willnicht:
In Tübingen wurde ich gleich in den Kreisssaal geschoben, an die Tokolyse gehängt und konnte erstmal ausgiebig die beiden Beatmungs-Wärme-Bettchen betrachten, die sie mir gleich in den Raum gestellt hatten. Aber ich glaube der Schock war noch zu stark, als dass ich die Situation in ihrer ganzen Tragweite erfasst habe.
Tja, nach 1 Stunde Tokolyse-Infusion probierten sie es mal für 45 mins ohne Wehenhemmer, was zur Folge hatte, dass innerhalb von 20 mins meine Wehen im 3 – 5 Minuten Rhythmus und zwar voller Stärke wieder da waren. Jetzt bekomme ich bereits die 6 Tablette Nifidepin (Adalat) als Wehenhemmer, aber es ist immer noch keine Ruhe, habe ein US hinter mir, in dem 2 gesunde 2 kg Babies ein GMH von nun noch 10 mm, eine Plazenta praevia marginalis und weitere Wehenprobleme festgestellt wurden.
Ein weiteres Mal wurde mir ans Herz gelegt, dass unsere 2 nur per Sectio geboren werden können, da die Gefahr einfach zu gross ist, und ich schätze, dass ich mich nun wirklich von dem Gedanken einer Spontan-Geburt verabschiedet habe. Der Assistenzarzt in der übrigens sehr sehr lieben und unglaublich einfühlsamen Entbindungsstation gibt meinen beiden noch max. 1 – 2 Wochen.
Also 36+0 glaubt er werden wir ziemlich sicher nicht erreichen.
So... lange genug geworden der Bericht.
Zum Abschluß bleibt mir nur wieder Euch um Eure Däumchen zu bitten... Britta und unsere 2 können sie mit Sicherheit sehr gut gebrauchen.
Britta + Männe als Ghostwriter