Re: Argumentation für EZS
Hallo Tigerwelzheim,
klar muß man das erst mal verdauen. Als meine zweite ICSI mit eigenen EZ negativ getestet war, war ich fix und fertig. Weil mir war sofort klar, daß das mit meinen eigenen EZ nicht mehr klappt (war damals 42 Jahre) und ich wollte auch keine ICSI mehr durchmachen. Bei der "zweiten Runde" hatte ich echt hohe Dosis von Medikamenten, das habe ich sehr schlecht vertragen und körperlich gelitten, mit Überstimulation und Nierenschmerzen, ich wußte ich schaffe das nicht nochmal.
Wir sind dann erstmal in Urlaub gefahren und haben dann nochmal das Gespräch mit dem Arzt gesucht. Der sagte uns sehr deutlich, mit eigenem "Material" gibt er uns - nach den vorherigen Erfahrungen - eine Chance von maximal 5% daß es klappt. Fand ich sehr ehrlich. Dazu kommt, daß bei meinem Mann auch die Qualität recht schlecht ist.
Und dann war es mir eigentlich sofort klar, ok ich mache das mit EZS. Ich finde es wunderbar, daß es Frauen gibt, die ihre Eizellen spenden, und daß die Medizin diese Möglichkeiten bietet! Denn ich wollte schon immer Kinder, und den Wunsch komplett zu begraben, das hätte ich nicht geschafft und wollte unbedingt auch diese Chance nutzen.
Einen Termin haben wir gleich vereinbart und kurzfristig bekommen. Wie das Schicksal es so wollte: Als mein Mann dann "dran" war, war die Qualität der Spermien so miserabel daß gar nichts brauchbares dabei war. Und er hat dann sofort von seiner Seite auch entschieden ok, dann auch eine Sperma-Spende. Also ein Kind, das mit keinem von uns beiden genetisch verwandt ist.
Wir hatten das unbeschreibliche Glück, daß es geklappt hat. Und wir haben unseren Sohn jetzt seit 5 Wochen, er ist einfach unbeschreiblich und wir sind seit der ersten Sekunde gnadenlos verliebt in den kleinen Kerl. Er ist das Beste, was ich in meinen 43 Jahren fertiggebracht habe! Und mein Mann und ich sind uns absolut einig: wenn wir ihn "selber gemacht" hätten, es hätte auch nix "besseres" dabei rauskommen können ..... Diesem Kind beim Stillen in die Augen zu schauen, ihm zuzuschauen wenn er im Schlaf lächelt, beim Wickeln mit den kleinen Füßchen zu spielen ... das öffnet mir das Herz und ich kann heulen vor Glück.
Übrigens wissen auch unsere engeren Verwandten (Oma, Opa, Tanten + Onkel von dem Kleinen) über die EZS + Spermaspende Bescheid, und auch die künftigen Taufpaten. Wir wollten das, weil wir es auch dem Kind gegenüber nicht verbergen wollen. Dann soll er wissen, daß er auch von allen anderen von Anfang an herzlich willkommen war bei uns, so wie er ist. Und es ist allen, die es wissen, völlig egal: auch für sie ist es unser Kind, ihr Enkel, ihr Neffe, ein wundervolles neues Mitglied unserer Familie!
liebe Grüße, und alles Gute für Euren weiteren Weg!
Elana