Re: warum bekommen immer die kinder, die es sich am wenigsten leisten können???
Liebe fortuna,
ich kann ja Deinen Frust ein Stück weit nachvollziehen.. und ich bin ebenfalls der Meinung, dass sehr viel mehr in Richtung Unfruchtbarkeitsbehandlung unternommen und von den Krankenkassen übernommen werden sollte. (Stichwort ESchG-Novellierung etc.)
Auch ich sehe täglich "arme" Kinder - im schicken, teuren Hamburger Eppendorf!
Ausstaffiert mit der neusten Designercouture von ihren meist südamerikanischen Nannies (schwarz bezahlt und ohne Aufenthaltsgenehmigung) spazieren gefahren und/oder zu ihren diversen Ballett- und Hockeyterminen begleitet, während Mami mit Freundinnen beim nachmittäglichen Prosecco sitzt und die Gründe für die Abwesenheit der alleinverdienenden Ehemänner durchhechelt.
"Reiches" Kind = Glückliches Kind? Mitnichten!
Übrigens: Turnverein und Klassenfahrt werden für Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien genauso finanziell ermöglicht wie es in vielen Gemeinden Deutschlands auch Fördervereine bspw. für Staatliche Musikschulen und andere Freizeitaktivitäten gibt. Es muss nicht immer gleich Hartz IV sein, wenn´s Zuhaus knapp in der Kasse wird.. und es braucht auch kein eigenes Pony, wenn ein Kind reiten lernen möchte.
Und nicht jede Frau, deren Mann ein Bestverdienender ist, und sie seines Einkommens wegen nicht arbeiten zu gehen braucht/will, ist ´n helles Licht!
Dass aber viele Frauen mit 2 und mehr Kindern nicht mehr in ihren Beruf zurück kehren können, weil sie für potentielle Arbeitgeber ein zu hohes finanzielles Risiko bedeuten, DAS ist eine Sauerei -- aber die Realität! Und manchen dieser Frauen/Familien bleibt dann nur der Weg zum Arbeitsamt... selbst, wenn die Männer arbeiten, aber ihr Verdienst nicht ausreicht.
Klar, auch ich weiß nicht, wie Langeweile aufkommen kann unter den von Dir zitierten Umständen, fortuna, aber ich bin auch ein anderer Mensch. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, mich zu langweilen.
Doch auch die zitierte Langeweile bei dieser Frau heißt ja noch nicht, dass sie eine schlechte Mutter ist. Vielleicht hat sie sich einfach nur mal aus dem ganzen Trubel zurück gezogen (was sie darf!!!) und weiß dann aber nichts mit diesem Moment anzufangen... außer an den PC zu gehen.
..und diese elenden Labertalkshows, in denen Mehrfachmüttern vorgehalten wird, dass sie doch gefälligst arbeiten gehen sollen anstatt Hartz IV- Mittel zu beziehen, finde ich zum K.... Das suggeriert nämlich einmal mehr, dass Hausfrau und Mutter zu sein, nichts wert ist... bzw. man es sich leisten können muss (s. oben).
DA ist der Fehler im System!
frowlein